Studium und Praxis des Prinzips
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Abschnitt 3. Die Vorsehung der Wiederherstellung unter Jesu Führung

Am Anfang hätte Adam über die Engel herrschen sollen; (1 Kor 6,3) doch weil er fiel, gelangte die Menschheit unter Satans Herrschaft und formte eine höllische Welt. Um die ursprüngliche Welt durch Wiedergutmachung wiederherzustellen, kam Jesus als zweiter Adam, um Satan persönlich zu unterwerfen und das Reich Gottes zu errichten. Doch Satan, der sich nicht einmal Gott unterwirft, würde sich auf keinen Fall Jesus und gläubigen Menschen bereitwillig ergeben. Daher erwählte Gott, der Verantwortung dafür übernimmt, dass Er den Menschen erschaffen hat, Jakob und Mose und offenbarte durch sie den Weg, auf dem Jesus Satan unterwerfen konnte. (vgl. Mose und Jesus 1.1)

Jakob ging den symbolischen Weg, um Satan zu unterwerfen, während Mose den abbildhaften Weg beschritt. Sie wurden damit zu Vorläufern für Jesus, der dann den substanziellen Weg ging. Auf seinem Weg der Wiederherstellung Kanaans auf weltweiter Ebene folgte Jesus dem Vorbild, das mit dem Weg der Wiederherstellung Kanaans auf nationaler Ebene aufgezeigt wurde, als Mose daran arbeitete, Satan zu unterwerfen.

Gott sagte zu Mose: „Einen Propheten wie dich will ich ihnen mitten unter ihren Brüdern erstehen lassen. Ich will ihm meine Worte in den Mund legen, und er wird ihnen alles sagen, was ich ihm auftrage.“ (Dtn 18,18) Mit dem Ausdruck „einen Propheten wie dich“ bezog sich Gott auf Jesus, der denselben Weg wie Mose gehen sollte. Als Jesus sagte: „Der Sohn kann nichts von sich aus tun, sondern nur, wenn er den Vater etwas tun sieht. Was nämlich der Vater tut, das tut in gleicher Weise der Sohn“ (Joh 5,19), meinte er, dass Gott durch Mose ein Muster für den Weg geoffenbart hat, und dass Jesus den Fußstapfen von Mose folgte.

Wir wollen die Vorsehung der Wiederherstellung mit Jesus als Mittelpunkt untersuchen und entsprechende Vergleiche ziehen zwischen den drei Wegen der Wiederherstellung Kanaans auf nationaler Ebene unter Moses Führung und den drei Wegen der Wiederherstellung Kanaans auf weltweiter Ebene unter Jesu Führung.

3.1 Der erste Weg der Wiederherstellung Kanaans auf weltweiter Ebene

3.1.1 Das Glaubensfundament

Auf dem ersten Weg der Wiederherstellung Kanaans auf weltweiter Ebene war Johannes der Täufer die Hauptperson, die damit betraut war, das Glaubensfundament zu errichten. Von welcher Position aus sollte Johannes der Täufer seinen Auftrag erfüllen?

Auf dem Weg der Wiederherstellung Kanaans auf nationaler Ebene unter Moses Führung zerbrach Mose die Steintafeln und schlug den Fels zweimal. Das waren Bedingungen für Satan, den Körper Jesu — die substanzielle Erfüllung der Steintafeln und des Felsens — zu schlagen, sollten die Juden jener Tage nicht an ihn glauben.

Damit Jesus von dieser Bedingung entbunden werden konnte, hätte sich das auserwählte Volk, das mit der Mission betraut war, sein Kommen vorzubereiten, mit dem Tempel als Mittelpunkt vereinigen sollen; denn der Tempel war ja ein Abbild des kommenden Messias. Doch über Jahre hinweg fielen die Israeliten immer wieder in Unglauben und vermehrten dadurch die Bedingungen, die es Satan ermöglichten, Jesus anzugreifen. Um diese Bedingungen auszulöschen, sandte Gott den Propheten Elija. Er sollte eine Trennung von Satan herbeiführen. Zu diesem Zweck besiegte er die Propheten des Baal und der Aschera, insgesamt 850 an der Zahl; (1 Kön 18,19) danach fuhr er in den Himmel. (2 Kön 2,11) Doch weil Elija diesen Auftrag nicht vollständig erfüllte, musste er wiederkommen. (Mal 3,23) Johannes der Täufer war jener Prophet, der als Elija kam (Mt 11,14; 17,13), um dessen unvollendete Mission der Trennung von Satan zu erfüllen und den Weg für den Herrn zu ebnen (Joh 1,23).

Die Israeliten mussten in Ägypten 400 Jahre Not leiden und hatten keinen Propheten, der sie führte. Schließlich kam Mose, jener Mann, der sie als Nation nach Kanaan führen konnte, um sie vorzubereiten, den Messias zu empfangen. Ganz ähnlich musste das jüdische Volk alle Arten von Leiden unter der Besatzung der heidnischen Nationen von Persien, Griechenland, Ägypten, Syrien und Rom erdulden. Auch in dieser 400-jährigen Periode der Vorbereitung auf die Ankunft des Messias, die mit dem Propheten Maleachi begann, hatten sie keinen Propheten, der sie führte. (vgl. Perioden 3.6) Zum Schluss trat Johannes der Täufer auf, jener Mann, der sie zum Messias führen sollte, welcher kam, um Kanaan auf weltweiter Ebene wiederherzustellen.

Folglich stand Johannes der Täufer wie Mose auf dem Fundament einer 400-jährigen Periode der Trennung von Satan. Während Mose im Palast des Pharao lebte, lernte er seine Brüder und die Traditionen seiner Väter lieben. Während Johannes der Täufer in der Wüste lebte und sich von Heuschrecken und wildem Honig ernährte, lernte er zu glauben und dem Himmel zu gehorchen und bereitete sich auf den Messias vor. Sein Leben war so beeindruckend, dass viele Menschen, Priester und Leviten eingeschlossen, sich fragten, ob er nicht der Messias wäre. (Joh 1,19; Lk 3,15) Auf diese Weise erfüllte Johannes der Täufer erfolgreich die Grundlage der Zahl 40 für die Trennung von Satan und konnte dadurch das Glaubensfundament für den ersten Weg der Wiederherstellung Kanaans auf weltweiter Ebene errichten.

3.1.2 Das Substanzielle Fundament

Da Johannes der Täufer in derselben Position wie Mose stand, stand er auch in der doppelten Position von Eltern und Kind. In der Elternposition stellte er durch Wiedergutmachung das Glaubensfundament wieder her. In der Position des Kindes erlangte er die Position Abels, um die Wiedergutmachungsbedingung zur Beseitigung der gefallenen Natur zu erfüllen. (vgl. Mose und Jesus 2.1.2) Johannes der Täufer errichtete ein Fundament auf weltweiter Ebene, das man mit Moses Fundament vergleichen kann, als er nach 40 Jahren im Palast des Pharao das Glaubensfundament für den ersten Weg auf nationaler Ebene errichtete.

Zu Moses Zeit erwartete Gott von der Vorsehung für den Beginn, dass die Israeliten Mose vertrauten, als sie erfuhren, dass Mose einen ägyptischen Aufseher erschlagen hatte. Darauf sollten die Israeliten die satanische Welt, nämlich Ägypten, verlassen und nach Kanaan ziehen. In der Zeit Johannes‘ des Täufers sollten die Juden nicht das Römische Imperium verlassen und in ein anderes Land aufbrechen. Sie sollten innerhalb des Römischen Reiches bleiben, den Sieg über seine Bürger erringen und es für Gottes Seite wiederherstellen. Gott führte die Vorsehung für den Beginn durch, indem Er die Juden durch Wunder, die sich im Leben von Johannes ereigneten, ermutigte, an den Täufer zu glauben.

Als Johannes empfangen wurde, offenbarte ein Engel eine erstaunliche Prophezeiung in Bezug auf das Kind. Doch sein Vater Zacharias glaubte sie nicht. Deshalb wurde er mit Stummheit bestraft. Erst nachdem er das Kind beschnitten und ihm einen Namen gegeben hatte, konnte er wieder sprechen. Aufgrund dieses und anderer Wunder waren die Israeliten überzeugt, dass Johannes ein Prophet war, den Gott gesandt hatte: Und alle, die in jener Gegend wohnten, erschraken, und man sprach von all diesen Dingen im ganzen Bergland von Judäa. Alle, die davon hörten, machten sich Gedanken darüber und sagten: Was wird wohl aus diesem Kind werden? Denn es war deutlich, dass die Hand des Herrn mit ihm war. (Lk 1,65-66) Darüber hinaus war Johannes als ein Mann bekannt, der betete, asketisch in der Wüste lebte und sich von Heuschrecken und wildem Honig ernährte. Alle Leute und sogar die Priester bewunderten ihn so sehr, dass viele dachten, er könnte sogar der Messias sein. (Lk 3,15; Joh 1,19)

Als Mose die 40-jährige Wiedergutmachungsperiode im Palast des Pharao beendet und den Ägypter getötet hatte, hätten die Israeliten von der Liebe zu seinem Volk überzeugt sein und ihm vertrauensvoll nachfolgen sollen. Dann wären sie direkt nach Kanaan gezogen, ohne das Rote Meer durchqueren oder in der Wüste umherziehen zu müssen. Auch die Steintafeln, die Bundeslade und die Wohnstätte wären nicht notwendig gewesen. In gleicher Weise hätten zur Zeit Jesu die Juden Johannes dem Täufer, den Gott durch Wunder und Zeichen zum Mittelpunkt ihres Glaubens gemacht hatte, vertrauen und ihm nachfolgen sollen. Dadurch hätten sie die Wiedergutmachungsbedingung zur Beseitigung der gefallenen Natur erfüllt, das substanzielle Fundament gelegt und damit unmittelbar das Fundament für den Messias errichtet.

3.1.3 Das Misslingen des ersten Weges der Wiederherstellung Kanaans auf weltweiter Ebene

Das jüdische Volk stand auf dem Glaubensfundament, das von Johannes dem Täufer errichtet worden war, und folgte Johannes, als ob es dem Messias folgte. (Joh 1,19; Lk 3,15) Infolgedessen schloss es das Alte-Testament-Zeitalter ab und war bereit, einen neuen Weg der Wiederherstellung Kanaans auf weltweiter Ebene zu beschreiten. Doch wie wir bereits früher erklärt haben (vgl. Messias 2), hegte Johannes der Täufer Jesus gegenüber Zweifel, auch wenn er für ihn Zeugnis abgelegt hatte. Er sandte eine Abordnung zu Jesus und ließ ihn fragen: „Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen anderen warten?“ (Mt 11,3) Er leugnete, Elija zu sein; doch in Wahrheit kam er, um die Mission Elijas zu erfüllen. (Joh 1,21) Seine Aussage blockierte nicht nur den Weg des jüdischen Volkes zu Jesus, sondern sie brachte das Volk sogar dazu, sich gegen Jesus zu stellen.

Im Ergebnis verließ Johannes die Position Abels und war damit für das jüdische Volk nicht mehr die Hauptperson, mit der es die Wiedergutmachungsbedingung zur Beseitigung der gefallenen Natur hätte erfüllen können. Dies versperrte ihm den Weg, das substanzielle Fundament und damit das Fundament für den Messias zu errichten. Dadurch misslang der erste Weg der Wiederherstellung Kanaans auf weltweiter Ebene. Wie zu Moses Zeit wurde alles um einen zweiten und schließlich um einen dritten Weg verlängert.

3.2 Der zweite Weg der Wiederherstellung Kanaans auf weltweiter Ebene

3.2.1 Das Glaubensfundament

3.2.1.1 Jesus übernimmt die Mission Johannes‘ des Täufers

Im Hinblick auf Jesus, den vollkommenen Adam, kam Johannes der Täufer in der Rolle des wiederhergestellten Adam. Er sollte das Fundament für den Messias errichten und damit alle unerfüllten Missionen der Hauptpersonen vergangener Zeiten erfüllen, die sich bemüht hatten, das Glaubensfundament und das substanzielle Fundament zu errichten. Auf diesem Fundament sollte er alle Früchte der Geschichte der Vorsehung Jesus übergeben und das jüdische Volk, das ihm vertraute und nachfolgte, anleiten, Jesus zu empfangen. Schließlich hätte er selbst Jesus gläubig und hingebungsvoll nachfolgen sollen.

Auch wenn sich Johannes der Täufer dessen nicht bewusst war, so stellte die Taufe Jesu im Jordan (Mt 3,16) in Wahrheit ein Ritual dar, wodurch all das, was Johannes in seinem ganzen Leben im Hinblick auf Gottes Willen erfüllt hatte, Jesus übergeben wurde.

Dennoch konnte das jüdische Volk, das Johannes den Täufer überaus bewunderte und schätzte (Lk 3,15), nicht an Jesus glauben, weil Johannes mehr und mehr an Jesus zweifelte und schließlich sogar dessen Arbeit behinderte. (vgl. Messias 2.2) Folglich drang Satan in das Glaubensfundament ein, das Johannes für den ersten Weg der Wiederherstellung Kanaans auf weltweiter Ebene errichtet hatte. Nun musste Jesus selbst die Mission Johannes‘ des Täufers übernehmen und durch Wiedergutmachung das Glaubensfundament wiederherstellen, um sich auf den zweiten Weg der Wiederherstellung Kanaans auf weltweiter Ebene zu machen. Als Jesus in der Wüste 40 Tage fastete, diente es dazu, sich von Satan zu trennen und das Glaubensfundament wiederherzustellen. Aus diesem Grund nahm er selbst die Position Johannes‘ des Täufers ein.

Jesus war als Gottes eingeborener Sohn und Herr der Herrlichkeit gekommen; er sollte nicht einen Leidensweg gehen. (1 Kor 2,8) Es war vielmehr die Aufgabe Johannes‘ des Täufers, der mit der Mission geboren war, den Weg für Jesus zu ebnen (Joh 1,23; Lk 1,76), durch Schwierigkeiten zu gehen. Weil Johannes seine Verantwortung nicht erfüllte, musste jedoch Jesus an seiner Stelle den Leidensweg auf sich nehmen. Jesus befahl den Jüngern, den Juden nicht zu sagen, dass er der Messias sei (Mt 16,20), weil er, obwohl er der Messias war, zuerst die Rolle des Johannes übernehmen musste, um dann den neuen Abschnitt der Vorsehung beginnen zu können.

3.2.1.2 Jesu 40-tägiges Fasten und die drei Versuchungen in der Wüste

Wir wollen die entfernten und die unmittelbaren Ursachen für Jesu 40-tägiges Fasten und die drei Versuchungen untersuchen.

Als Mose auf dem Weg der Wiederherstellung Kanaans auf nationaler Ebene vor dem Fels stand, verlor er den Glauben und schlug den Fels zweimal. Daraus ergab sich, dass der Fels, der Jesus symbolisierte (1 Kor 10,4), von Satan entweiht wurde. Dieses Ereignis deutete die Möglichkeit an, dass Jahrhunderte später, als Jesus auftrat, um Moses Beispiel zu folgen, auch Johannes der Täufer den Glauben verlieren könnte und somit Jesus, die Erfüllung des Felsens, von Satan angegriffen werden könnte. Moses Handlungsweise deutete auch die Möglichkeit an, dass Satan in das von Johannes dem Täufer errichtete Glaubensfundament eindringen könnte. Daher war die Tatsache, dass Mose zweimal den Fels schlug, die entfernte Ursache, die Jesus, falls Johannes den Glauben verlieren sollte, dazu zwingen würde, in der Wüste 40 Tage zu fasten und drei Versuchungen ausgesetzt zu sein, um so das Glaubensfundament wiederherzustellen.

Tatsächlich verlor Johannes der Täufer den Glauben (vgl. Messias 2.3) und Satan drang in das von ihm errichtete Glaubensfundament ein. Das war der unmittelbare Grund dafür, dass Jesus die Grundlage der Zahl 40 für die Trennung von Satan selbst legte und dafür 40 Tage fastete und die drei Versuchungen bestand. Jesus stand dabei in der Position Johannes des Täufers und stellte somit durch Wiedergutmachung das Glaubensfundament wieder her.

Es steht geschrieben, dass Satan nach 40 Tagen Jesus dreimal versuchte. Zunächst zeigte er Jesus Steine und versuchte ihn zu überreden, diese in Brotlaibe zu verwandeln. Dann nahm er Jesus mit auf die Zinne des Tempels und forderte ihn auf, sich hinabzustürzen. Schließlich führte Satan Jesus auf einen sehr hohen Berg und bot ihm alle Königreiche dieser Welt an, wenn er niederfiele und ihn anbetete. (Mt 4,1-10)

Warum hat Satan Jesus dreimal versucht? Am Anfang schuf Gott die Menschen und gab ihnen die Drei Großen Segen: die Vervollkommnung des persönlichen Charakters, die Vermehrung durch Kinder und die Herrschaft über die Schöpfung. (Gen 1,28) Dadurch sollten sie den Zweck der Schöpfung erfüllen. Doch Satan brachte die ersten menschlichen Vorfahren zu Fall, beraubte sie damit der Drei Großen Segen und verhinderte, dass der Zweck der Schöpfung erfüllt wurde. Jesus kam in die Welt, um den Zweck der Schöpfung durch die Wiederherstellung dieser Segen zu erfüllen. Daher versuchte Satan Jesus dreimal, um ihn abzuhalten, die Drei Großen Segen wiederherzustellen und den Zweck der Schöpfung zu erfüllen.

Wie ist Jesus den drei Versuchungen entgegengetreten und wie hat er sie überwunden?

Zunächst wollen wir untersuchen, wie Satan überhaupt in die Position gelangte, Jesus zu versuchen.

Als Satan auf dem Weg der Wiederherstellung Kanaans auf nationaler Ebene Besitzansprüche für den Fels und die Steintafeln, die Jesus und die für ihn vorgesehene Braut symbolisierten, anmeldete, nahm er zum ersten Mal eine derart dominierende Position ein. Dies war möglich, weil Mose aus Zorn über den Unglauben des Volkes die Steintafeln zerbrochen und den Fels zweimal geschlagen hatte. Als Johannes der Täufer auf dem weltweiten Weg in seiner Verantwortung versagte, wurde das jüdische Volk genauso ungläubig und ungehorsam, wie es die Israeliten zu Moses Zeit geworden waren. Daher kam Satan in eine Position — Gott hatte es bereits im Weg des Mose angekündigt —, in der er Jesus versuchen konnte.

Nachdem Jesus in der Wüste 40 Tage gefastet hatte, erschien ihm Satan und versuchte ihn mit den Worten: „Wenn du Gottes Sohn bist, so befiehl, dass aus diesen Steinen Brot wird.“ (Mt 4,3) Satan besaß den Stein.

Er hatte den Wasser spendenden Fels und die Steintafeln für sich in Anspruch nehmen können aufgrund der Bedingung, die erst durch Moses Fehler geschaffen und dann durch den Unglauben Johannes‘ des Täufers vertieft worden war. Mose hatte den Stein erst erhalten, nachdem er in der Wüste die Vorsehung auf der Grundlage der Zahl 40 für die Trennung von Satan erfüllt hatte. Um den Stein zu reinigen und wiederherzustellen, fastete Jesus in der Wüste 40 Tage. Satan war sich wohl bewusst, dass Jesus zu diesem Zweck in die Wüste gegangen war. Hinter seiner ersten Versuchung stand daher die Absicht, den Stein zu behalten. Jesus hungerte in der Wüste, wie auch die Israeliten zu Moses Zeit in der Wüste gehungert hatten. Als die Israeliten ihren Hunger nicht überwinden konnten, sondern in Unglauben verfielen, konnte Satan dadurch letztlich den Stein für sich beanspruchen. Falls Jesus in ähnlicher Weise den Glauben verlieren und seinen Hunger stillen sollte, indem er die Steine in Brot verwandelte, und falls er seine Bemühungen aufgegeben hätte, den Stein wiederherzustellen, dann hätte Satan auf ewig den Stein besessen.

Auf diese Versuchung antwortete Jesus: „Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.“ (Mt 4,4)

Ursprünglich wurden die Menschen so geschaffen, dass sie von zwei Arten von Nahrung leben sollten. Der Körper lebt von der Nahrung, die aus der Schöpfung gewonnen wird, während der Geist lebt, indem er Liebe und Wahrheit von Gott empfängt. Doch da gefallene Menschen das Wort nicht direkt von Gott empfangen können, lebt ihr Geist vom Wort Jesu, der als Inkarnation des Wortes Gottes kam. (Joh 1,14) Jesus sagte: „Ich bin das Brot des Lebens ... Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch.“ (Joh 6,48-53) Das bedeutet, dass ein Mensch kein erfülltes und bedeutsamens Leben führen kann, wenn er nur Brot isst, um seinen Körper am Leben zu erhalten. Sein Leben ist erst erfüllt, wenn er durch Jesus lebt, der als die Leben spendende Nahrung für den Geist kam.

Der Stein in Satans Hand, der den Fels und die Steintafeln, die Mose verloren hatte, versinnbildlichte, symbolisierte Jesu eigentliches Selbst (1 Kor 10,4; Offb 2,17), das dieser Versuchung ausgesetzt war. Mit seiner Antwort wollte Jesus sagen, dass er, obwohl von großem Hunger geplagt, weniger besorgt war, Brot zu bekommen, womit er seinen Körper hätte am Leben erhalten können, als zum Fleisch gewordenen Wort Gottes zu werden, das jedem Geist Leben spendende Nahrung geben kann. Mit dieser Herzenseinstellung war Jesus entschlossen, über Satan zu triumphieren. Darüber hinaus sollte Jesus mit dieser Versuchung wieder die Position des Messias errichten. Denn der Messias ist derjenige, der die Vollendung seines individuellen Charakters erreicht hat, indem er in der Position Johannes‘ des Täufers die Versuchung erfolgreich überwindet.

Jesus besiegte Satan, weil er in voller Übereinstimmung mit dem Prinzip sprach und handelte. Weil Jesus diese Versuchung bestand, erfüllte er die Bedingung zur Wiederherstellung der vollkommenen individuellen Natur. Auf diese Weise schuf er die Grundlage für die Wiederherstellung von Gottes erstem Segen.

Danach führte Satan Jesus auf die Zinne des Tempels und forderte ihn auf: „Wenn du Gottes Sohn bist, so stürz dich hinab.“ (Mt 4,6) Jesus verglich sich selbst mit dem Tempel (Joh 2,19) und es steht geschrieben, dass die Christen Tempel Gottes sind (1 Kor 3,16) und Glieder am Leib Christi (1 Kor 12,27).

Von daher ist es verständlich, dass Jesus der Haupttempel ist, während die Gläubigen Zweig- oder Nebentempel sind. Jesus kam als Herr des Tempels. Selbst Satan musste seine Position anerkennen; folglich stellte er Jesus auf die Spitze des Tempels. Als Satan Jesus aufforderte, sich hinabzustürzen, bedeutete dies, dass er Jesu Position als Herr des Tempels an sich reißen wollte, indem er Jesus verleitete, sich von dieser Position in den niederen Status einer gefallenen Person zu begeben.

In diesem Moment antwortete Jesus: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen.“ (Mt 4,7) Ursprünglich wurden die Engel geschaffen, um von Menschen, die ihre von Gott gegebene Natur verwirklicht haben, beherrscht zu werden.

Daher sollten sich sogar gefallene Engel gemäß dem Prinzip Jesus, ihrem Herrn, unterordnen. Folglich widersprach es dem Prinzip, dass ein Engel versuchte, Jesus die Position als Herr des Tempels zu entreißen. Jesu Antwort bedeutete, dass Satan Gott nicht auf die Probe stellen dürfe, indem er Jesus, die Verkörperung Gottes, versuchte, denn Jesus verwirklichte Gottes Vorsehung in genauer Übereinstimmung mit dem Prinzip. Darüber hinaus hatte Jesus bereits die Position als Herr des Tempels erlangt, als er in der ersten Versuchung den Sieg davontrug und seinen persönlichen Charakter als Verkörperung des Tempels wiederherstellte. Satan fehlte daher jede Voraussetzung, Jesus nochmals zu versuchen. Vielmehr hätte er sich an diesem Punkt zurückziehen sollen.

Dadurch, dass Jesus als Haupttempel, Bräutigam und Wahrer Vater der Menschheit die zweite Versuchung überwand, schuf er für alle gläubigen Menschen die Möglichkeit, zu Zweigtempeln, Bräuten und Wahren Kindern wiederhergestellt zu werden. Damit schuf Jesus eine Basis, auf der Gottes zweiter Segen wiederhergestellt werden konnte.

Schließlich führte Satan Jesus auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Herrlichkeiten unter dem Himmel und sagte: „Das alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest.“ (Mt 4,9) Durch Adams Fall verloren die Menschen die Fähigkeit, Herren der Schöpfung zu sein.

Sie fielen unter Satans Herrschaft, der die Position Adams, des Herrn der Schöpfung, an sich gerissen hatte. (Röm 8,20-21) In seiner Eigenschaft als vollkommener Adam war Jesus Herr der Schöpfung, wie geschrieben steht: „Sonst hätte er ihm nicht alles zu Füßen gelegt.“ (1 Kor 15,27) Weil Satan dies aus seinem Verständnis des Prinzips wusste, führte er Jesus in Anbetracht seiner Position als Herr der Schöpfung auf den Gipfel des Berges. Dann versuchte Satan Jesus und hoffte, dass Jesus, der zweite Adam, sich ihm auch unterwerfen würde, wie es der erste Adam am Beginn der Menschheit getan hatte.

Jesus antwortete: „Weg mit dir, Satan! Denn in der Schrift steht: Vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen.“ (Mt 4,10) Die Engel wurden als helfende Geister erschaffen (Hebr 1,14), um Gott zu verehren und Ihm als ihrem Schöpfer zu dienen.

Mit seiner Antwort wies Jesus darauf hin, dass nach dem Prinzip sogar ein gefallener Engel wie Satan Gott huldigen sollte. Genauso sollte er Jesus, der als der Körper des Schöpfers gekommen war, ehren und ihm folgen. Außerdem hatte Jesus die beiden vorangegangenen Versuchungen bestanden und damit die Grundlage für die Wiederherstellung von Gottes erstem und zweitem Segen gelegt. Auf diesem Fundament würde er ganz natürlich Gottes dritten Segen wiederherstellen und die Schöpfung regieren. Jesus sagte: „Weg mit dir, Satan!“, denn es gab für Satan keine Basis mehr, mit Jesus um die Schöpfung zu streiten, denn diese stand bereits auf dem festen Fundament seines Sieges.

Durch seinen Sieg in der dritten Versuchung erfüllte Jesus die Bedingung zur Wiederherstellung der Herrschaft über die Schöpfung — Gottes dritten Segen.

3.2.1.3 Das Ergebnis des 40-tägigen Fastens und der drei Versuchungen

Nach dem Prinzip kann Gottes Zweck der Schöpfung nur dann verwirklicht werden, wenn die Menschen durch die drei Stufen von Ursprung, Teilung und Einheit gehen und die Vier-Positionen-Grundstruktur errichten. Doch Satan verhinderte die Verwirklichung dieses Ideals, während die ersten menschlichen Vorfahren noch dabei waren, die Vier-Positionen-Grundstruktur aufzubauen. Daher versuchte Gott auf dem Weg der Vorsehung der Wiederherstellung mit ihren Verlängerungen über die drei Stufen, all das Verlorene durch Wiedergutmachung wiederherzustellen, indem Er sich mühte, die Vorsehung auf der Grundlage der Zahl 40 für die Trennung von Satan zu erfüllen. Jesus überwand die drei Versuchungen und erfüllte das 40-tägige Fasten als 40-tägige Grundlage für die Trennung von Satan. Infolgedessen stellte Jesus durch Wiedergutmachung folgende Bedingungen gleichzeitig wieder her, die Gott die ganze Geschichte hindurch durch alle Vorsehungen auf der Grundlage der Zahl 40 für die Trennung von Satan erfüllen wollte:

Erstens: Jesus stellte in der Position Johannes‘ des Täufers durch Wiedergutmachung das Glaubensfundament für den zweiten Weg der Wiederherstellung Kanaans auf weltweiter Ebene wieder her. Damit stellte Jesus horizontal all das wieder her, was im vertikalen Verlauf der Vorsehung Gott geopfert worden war, um das Glaubensfundament zu errichten. Das beinhaltet die Opfer von Kain und Abel, die Arche Noach, Abrahams Opfer, Moses Wohnstätte und den Tempel von König Salomo. Des Weiteren stellte Jesus durch Wiedergutmachung all die Grundlagen der Zahl 40 für die Trennung von Satan gleichzeitig wieder her, die während der vergangenen 4000 Jahre durchgeführt worden waren, jedoch trotz größter Anstrengungen der Hauptpersonen, das Glaubensfundament zu errichten, verloren gegangen waren. Dies sind: die 40-tägige Sintflut zur Zeit Noachs, die dreimal 40 Jahre in Moses Leben und sein zweimaliges 40-tägiges Fasten, die 40 Tage, in denen das Land Kanaan erkundet wurde, die 40 Jahre Wüstenwanderung der Israeliten, die 400 Jahre von Noach bis Abraham, die 400 Jahre Sklaverei in Ägypten und alle anderen durch die Zahl 40 charakterisierten Zeitabschnitte, die seit dem Auszug aus Ägypten verloren gegangen waren.

Zweitens: Jesus stieg von der Position Johannes‘ des Täufers zu der des Messias auf und ebnete den Weg für die Erfüllung von Gottes Drei Großen Segen und die Wiederherstellung der Vier-Positionen-Grundstruktur. Dadurch, dass Jesus sein Opfer erfolgreich dargebracht hatte, galt er als die Erfüllung der Steintafeln, der Bundeslade, der Wohnstätte, des Felsens und des Tempels.

3.2.2 Das Substanzielle Fundament

Jesus kam als Wahrer Vater der Menschheit; er stellte aber, während er in der Position Johannes‘ des Täufers stand, durch Wiedergutmachung die Grundlage der Zahl 40 für die Trennung von Satan wieder her. Nachdem er das Glaubensfundament wiederhergestellt hatte (und zur Position des Messias und des Wahren Vaters aufgestiegen war), befand er sich in einer Elternposition. Als er die Position Abels erlangt hatte, um die Wiedergutmachungsbedingung zur Beseitigung der gefallenen Natur zu erfüllen, stand er zugleich in der Position eines Kindes (noch immer in der Rolle Johannes‘ des Täufers, was diese Bedingung betrifft). In dieser Eigenschaft erlangte Jesus durch sein 40-tägiges Fasten dieselbe Position auf weltweiter Ebene, die Mose übernommen hatte, nachdem er 40 Jahre Exil in der Wüste von Midian ertragen und so das Glaubensfundament für den zweiten Weg der Wiederherstellung Kanaans auf nationaler Ebene errichtet hatte.

Gott begann die Vorsehung für den Beginn des zweiten Weges der Wiederherstellung Kanaans auf nationaler Ebene und gewährte dafür drei Wunderzeichen und zehn Plagen. Gott begann die Vorsehung für den Beginn des dritten Weges der Wiederherstellung Kanaans auf nationaler Ebene, indem Er das Volk anwies, die drei äußeren Zeichen Seiner Gnade im Glauben zu verehren: die Steintafeln, die Bundeslade und die Wohnstätte. Darüber hinaus sollte es die Zehn Gebote befolgen. Wir erinnern uns, dass diese Gebote auf dem Fundament der Wohnstätte gegeben worden waren, um die drei Wunderzeichen und die zehn Plagen wiederherzustellen, die wegen des Unglaubens der Israeliten verloren gegangen waren. Jesus war die Erfüllung der drei äußeren Gnadenzeichen und der Zehn Gebote. Daher begann Gott die Vorsehung für den Beginn des zweiten Weges der Wiederherstellung Kanaans auf weltweiter Ebene basierend auf den Worten und Wundern Jesu. Hätte das jüdische Volk (Kain) an Jesus geglaubt und wäre ihm, der in der Position Johannes des Täufers (Abel) stand, nachgefolgt, dann hätte es die Wiedergutmachungsbedingung zur Beseitigung der gefallenen Natur erfüllt und das substanzielle Fundament wiederhergestellt. Dadurch wäre das Fundament für den Messias errichtet worden. Von diesem Fundament aus wäre Jesus aus der Position Johannes‘ des Täufers zur Position des Messias emporgestiegen. Dann hätte er alle Menschen mit sich verbunden (Röm 11,17): Sie wären neu geboren und von der Ursprünglichen Sünde gereinigt worden und mit Gott im Herzen eins geworden. Sie hätten ihre ursprüngliche, von Gott gegebene Natur wiederhergestellt und zur Zeit Jesu das Reich Gottes auf Erden errichtet.

3.2.3 Das Scheitern des zweiten Weges der Wiederherstellung Kanaans auf weltweiter Ebene

Als der erste Weg der Wiederherstellung Kanaans auf weltweiter Ebene wegen des Unglaubens Johannes‘ des Täufers scheiterte, übernahm Jesus selbst Johannes‘ Mission und fastete 40 Tage in der Wüste. So stellte Jesus durch Wiedergutmachung das Glaubensfundament für den zweiten Weg der Wiederherstellung Kanaans auf weltweiter Ebene wieder her.

In der Bibel heißt es, dass Satan, der in den drei Versuchungen besiegt worden war, „für eine gewisse Zeit“ (Lk 4,13) von Jesus abließ. Damit wird gesagt, dass Satan Jesus nicht für immer verlassen hatte, sondern ihm möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt entgegentreten würde. Tatsächlich griff Satan Jesus wieder an und zwar hauptsächlich durch die jüdische Führungsschicht, die Priester und Schriftgelehrten, die nicht an Jesus glaubten. Ganz besonders trat Satan Jesus in Judas Iskariot entgegen, jenem Jünger, der ihn verraten hat.

Wegen des Unglaubens dieser Leute konnte Jesus weder das substanzielle Fundament noch das Fundament für den Messias für den zweiten Weg der Wiederherstellung Kanaans auf weltweiter Ebene errichten. Der zweite Weg auf weltweiter Ebene endete daher auf tragische Weise.

3.3 Der dritte Weg der Wiederherstellung Kanaans auf weltweiter Ebene

3.3.1 Der geistige Weg der Wiederherstellung Kanaans unter Jesu Führung

Bevor wir den dritten Weg der Wiederherstellung Kanaans auf weltweiter Ebene besprechen, müssen wir zunächst verstehen, worin sich dieser Weg vom dritten Weg der Wiederherstellung Kanaans auf nationaler Ebene unterschied.

Wie bereits eingehend erklärt, war die Wohnstätte als Symbol für den Messias das Glaubenszentrum der Israeliten auf dem dritten nationalen Weg. Sogar als die Israeliten in Unglauben fielen, blieb die Wohnstätte bestehen, da sie auf dem Glaubensfundament für die Wohnstätte stand, das Mose während seines 40-tägigen Fastens errichtet hatte. Als auch Mose seinen Glauben verlor, blieb die Wohnstätte erhalten, weil sie durch Josuas Glauben und das Fundament für die Wohnstätte geschützt war, das er in den 40 Tagen, in denen das Land erkundet wurde, errichtet hatte. Doch auf dem Weg der Wiederherstellung Kanaans auf weltweiter Ebene war das Zentrum des Glaubens für die Juden Jesus selbst, der als die Erfüllung der Wohnstätte kam. Als sogar seine Jünger den Glauben verloren, musste Jesus den Weg des Todes gehen und gekreuzigt werden, wie er vorausgesagt hatte: „Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden.“ (Joh 3,14) Dadurch verlor das jüdische Volk denjenigen, der das physische und geistige Zentrum seines Glaubens sein sollte.

Es hatte keine Grundlage mehr, auf der es den dritten Weg der Wiederherstellung Kanaans auf weltweiter Ebene hätte beginnen können, und zwar ganz substanziell, wie es den Israeliten möglich gewesen war, als sie den dritten Weg auf nationaler Ebene begannen. Vielmehr sollten die Christen als das zweite Israel diesen Weg als geistigen Weg beginnen, wobei sie den auferstandenen Jesus als Zentrum ihres Glaubens ehrten. Jesus sah dies voraus und sagte: „Reißt diesen Tempel nieder, in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten.“ (Joh 2,19) Christus wird bei seiner Wiederkunft die Mission Jesu übernehmen, so wie Josua Moses Aufgabe übernommen und den dritten Weg auf nationaler Ebene vollendet hat. Er wird sowohl geistig als auch physisch den dritten Weg der Wiederherstellung Kanaans auf weltweiter Ebene vollenden.

Folglich kann der zurückgekehrte Christus nur dann die Mission Jesu ererben und den Zweck der Vorsehung der Wiederherstellung erfüllen, wenn er wie Jesus im Fleisch kommt.

3.3.1.1 Das geistige Glaubensfundament

Als der zweite Weg der Wiederherstellung Kanaans auf weltweiter Ebene misslang, weil das jüdische Volk Jesus zurückwies, ging das Glaubensfundament, das Jesus in der Position Johannes‘ des Täufers während seines 40-tägigen Fastens errichtet hatte, an Satan verloren. Nachdem Jesus seinen Körper am Kreuz aufgegeben hatte, nahm er die Mission Johannes‘ des Täufers geistig wieder auf. In den 40 Tagen von seiner Auferstehung bis zur Himmelfahrt triumphierte er über Satan und zerbrach all seine Ketten. Dadurch stellte er das Glaubensfundament für den geistigen Weg auf dem dritten Weg der Wiederherstellung Kanaans auf weltweiter Ebene wieder her. Das ist die bislang unbekannte Ursache für diese Periode von 40 Tagen.

Wie hat nun Jesus das geistige Glaubensfundament errichtet? Gott hatte persönlich Sein geliebtes auserwähltes Volk bis zu dem Zeitpunkt geführt, da Jesus als der Messias auftrat. Doch von dem Augenblick an, als es sich gegen Seinen eingeborenen Sohn stellte, musste ihm Gott unter Tränen den Rücken kehren und Satan gestatten, es zu beanspruchen.

Dennoch bestand der Zweck, zu dem Gott den Messias gesandt hatte, weiterhin darin, das jüdische Volk und die ganze Menschheit zu retten. Gott war entschlossen, alle Menschen zu retten, selbst wenn dies bedeutete, Jesus in die Hände Satans zu übergeben.

Andererseits war Satan darauf aus, einen einzigen Mann zu töten, nämlich Jesus Christus, auch wenn er dafür die ganze Menschheit einschließlich des jüdischen Volkes möglicherweise an Gott zurückgeben müsste. Satan wusste, dass Gottes vorrangiges Ziel der 4000-jährigen Vorsehung der Wiederherstellung darin bestand, den Messias zu senden. Er dachte, dass er die gesamte Vorsehung Gottes zerstören könnte, wenn er den Messias tötete.

Schließlich übergab Gott Jesus an Satan als eine Wiedergutmachungsbedingung zur Rettung der gesamten Menschheit, das jüdische Volk eingeschlossen, das sich gegen Jesus gestellt hatte und in den Bereich Satans gelangt war.

Satan setzte alles daran, um Jesus zu kreuzigen und dadurch das Ziel zu erreichen, das er im Verlauf der 4000-jährigen Geschichte angestrebt hatte. Andererseits legte Gott mit der Auslieferung Jesu an Satan zum Ausgleich die Bedingung der Wiedergutmachung, um die sündige Menschheit zu retten.

Wie hat Gott das erreicht?

Da Satan bereits all seine Macht ausgeübt und Jesus getötet hatte, konnte nun Gott gemäß dem Prinzip der Wiederherstellung durch Wiedergutmachung all Seine Macht ausüben. Während Satan seine Macht zum Töten verwendet, nützt Gott Seine Macht, um die Toten lebendig zu machen. Als Entschädigung dafür, dass Satan all seine Kraft aufgeboten und Jesus umgebracht hatte, nützte Gott seine Allmacht und ließ Jesus auferstehen. So ermöglichte es Gott der gesamten Menschheit, mit dem auferstandenen Jesus verbunden und auf diese Weise erlöst und wieder geboren zu werden.

Aus dem biblischen Bericht geht klar hervor, dass Jesus nach seiner Auferstehung anders war als vor seiner Kreuzigung, als er noch mit seinen Jüngern zusammen war. Der auferstandene Jesus war für physische Augen nicht mehr sichtbar, sondern hatte Raum und Zeit überwunden. Er erschien seinen Jüngern in einem Raum mit verschlossenen Türen. (Joh 20,19) Er begleitete zwei seiner Jünger, die auf dem Weg nach Emmaus waren, eine lange Strecke. Zunächst wussten sie nicht, wer er war. Erst viel später, als er sich selbst zu erkennen gab, erkannten sie ihn; doch im selben Augenblick entschwand er ihren Blicken. (Lk 24,15-31) Jesus ging nach seiner Auferstehung durch eine Periode von 40 Tagen, trennte sich dadurch von Satan und errichtete das Glaubensfundament für den geistigen Weg.

Somit öffnete er den Weg, die Menschen von ihren Sünden zu erlösen.

3.3.1.2 Das geistige substanzielle Fundament

Jesus erfüllte durch seine Erscheinungen nach seiner Auferstehung die Grundlage der Zahl 40 für die Trennung von Satan, wobei er geistig in der Position Johannes‘ des Täufers stand. Dadurch legte er das Glaubensfundament für den geistigen Weg in der Position eines geistigen Wahren Vaters. Gleichzeitig erreichte er von der Position eines Kindes her die Position Abels, um die Wiedergutmachungsbedingung zur Beseitigung der gefallenen Natur zu erfüllen. Dieses geistige Glaubensfundament, das Jesus für den dritten Weg der Wiederherstellung Kanaans auf weltweiter Ebene errichtete, war mit dem Glaubensfundament vergleichbar, das Mose für den dritten Weg auf nationaler Ebene innerhalb der 40 Jahre in der Wüste errichtet hatte.

Gott führte die Vorsehung für den Beginn in Moses Tagen durch, indem er ihn das Fundament für die Wohnstätte errichten ließ. Der auferstandene Jesus war jedoch selbst die geistige Erfüllung der Steintafeln, der Bundeslade und der Wohnstätte. Er sammelte die Jünger, die sich über ganz Galiläa zerstreut hatten, und führte die Vorsehung für den Beginn durch, indem er ihnen Macht gab, Zeichen und Wunder zu wirken. (Mt 28,16-20; Mk 16,15-18)

Der auferstandene Jesus stand geistig in den Positionen Johannes‘ des Täufers und Abels. Die Gläubigen standen in der Position Kains. Wenn sie an Jesus glaubten und ihm ergeben nachfolgten, konnten sie die Wiedergutmachungsbedingung zur Beseitigung der gefallenen Natur erfüllen und das geistige substanzielle Fundament wiederherstellen.

3.3.1.3 Das geistige Fundament für den Messias

Wegen der Kreuzigung Jesu waren seine nunmehr elf Jünger entmutigt und zerstreut. Nach seiner Auferstehung sammelte sie Jesus und begann eine neue Phase der Vorsehung: die Wiederherstellung des geistigen Kanaan. Die Jünger wählten Matthias als Ersatz für Judas Iskariot und besetzten damit wieder den leeren Platz unter den Zwölf. Indem sie an Jesus glaubten und ihm um den Preis ihres Lebens nachfolgten, errichteten sie das geistige substanzielle Fundament und das geistige Fundament für den Messias. Auf diesem Fundament stieg Jesus von der Position des geistigen Trägers der Mission Johannes‘ des Täufers zu der Position des geistigen Messias auf und sandte den Heiligen Geist. Daraufhin wurden Jesus und der Heilige Geist zu den geistigen Wahren Eltern und begannen mit dem Werk der Neugeburt.

Seit der Zeit der Ausgießung des Heiligen Geistes zu Pfingsten (Apg 2,1-4) arbeiten der auferstandene Jesus als geistiger Wahrer Vater und der Heilige Geist als geistige Wahre Mutter in Einheit, um geistige Neugeburt zu gewähren, indem sie die Gläubigen geistig mit sich verbinden. Das bewirkt die geistige Erlösung (vgl. Messias 1.4), die einen Bereich der Auferstehung schafft, der für Satan unangreifbar ist.

Selbst wenn wir geistig im Glauben mit Jesus verbunden sind, bleibt unser Körper den Angriffen Satans ausgesetzt, wie das ja auch bei Jesus selbst der Fall war. Mit anderen Worten: Physisch sind wir noch immer nicht erlöst. Doch wenn wir an den auferstandenen Jesus glauben, wird er uns leiten, damit wir geistig seinen Bereich der Auferstehung betreten können, den Satan nicht angreifen kann. Dort sind wir von jenen Bedingungen befreit, die es Satan erlauben, uns anzuklagen, und wir sind geistig erlöst.

3.3.1.4 Die Wiederherstellung des geistigen Kanaan

Wenn die Christen an den auferstandenen Jesus, der auf dem geistigen Fundament für den Messias steht, glauben und ihm dienen, können sie die Wiederherstellung des geistigen Kanaan erfüllen und in dessen Bereich der Gnade gelangen. Andererseits ist ihr physischer Körper in derselben Position wie der Körper Jesu, der durch die Kreuzigung von Satan angegriffen wurde. Die Christen sind noch immer von der Ursprünglichen Sünde befleckt (Röm 7,25) und müssen sich deshalb genauso von den satanischen Einflüssen reinigen wie jene Menschen, die vor Jesus gelebt haben. Daher müssen Christen noch immer den Weg der Trennung von Satan gehen, um sich auf die Wiederkunft Christi vorzubereiten. (vgl. Messias 1.4)

Der auferstandene Jesus ist die geistige Erfüllung des Tempels. Er verwirklichte weltweit das Ideal der Wohnstätte, an dem Mose auf dem Weg der Wiederherstellung Kanaans auf nationaler Ebene festgehalten hatte. Das Allerheiligste und das Heiligtum, die Geist und Fleisch Jesu repräsentierten, wurden als geistige Wirklichkeiten durch Jesus und den Heiligen Geist erfüllt. Das Ideal des Gnadenstuhls wurde durch das Erlösungswerk verwirklicht, das Jesus und der Heilige Geist vollbrachten. In ihrem Wirken konnte Gott erscheinen und Sein Wort mitteilen. Auf dem Gnadenstuhl, wo Gott Sein Wort verkündete, wurden die Cherubim, die uns seit dem Fall den Pfad versperrt hatten, entfernt und uns so der Weg geöffnet, die Bundeslade zu betreten und Jesus, den Baum des Lebens, zu empfangen. Dort können wir das von Gott vorbereitete Manna genießen und Zeuge der Allmacht Gottes werden, die einst den Stab Aarons sprießen ließ. (Hebr 9,4-5) Wie wir beim Studium von Moses Weg gesehen haben, waren die Verzögerungen in Gottes Vorsehung nicht vorherbestimmt, sondern wurden durch den Unglauben der Menschen verursacht. Ebenso wurden die Kreuzigung Jesu und die Notwendigkeit seiner Wiederkunft nicht ursprünglich von Gott vorherbestimmt.

3.3.2 Der Weg der substanziellen Wiederherstellung Kanaans unter der Führung Christi bei seiner Wiederkunft

Wir haben bereits erklärt, warum der dritte Weg der Wiederherstellung Kanaans auf weltweiter Ebene als ein geistiger und nicht als ein substanzieller Weg begann, so wie das beim dritten Weg der Wiederherstellung Kanaans auf nationaler Ebene der Fall war.

Die geistige Vorsehung begann, als Jesus auf dem geistigen Fundament für den Messias als der geistige Messias stehen konnte und seine Nachfolger an ihn glaubten und ihm nachfolgten. Diese Vorsehung hat sich über den Zeitraum einer 2000-jährigen Geschichte erstreckt und sich ausgeweitet, um eine weltweite geistige Herrschaft aufzubauen. Während Mose Kanaan nur geistig betreten durfte, ging Josua den nationalen Weg substanziell und eroberte das verheißene Land.

Während Jesus Kanaan als ein geistiges Gebiet weltweit wiederhergestellt hat, wird Christus bei seiner Wiederkunft diesen dritten weltweiten Weg als substanziellen Weg erfüllen und das Reich Gottes auf Erden errichten. Christus muss bei seiner Wiederkunft auf Erden Gottes Ideal verwirklichen, das bei seinem ersten Kommen unerfüllt geblieben ist. Aus diesem Grund muss er auf Erden im Fleisch geboren werden. (vgl. Wiederkunft 2.2)

Da Christus bei seiner Wiederkunft den Weg der Vorsehung der Wiederherstellung, der beim Kommen Jesu nicht vollendet wurde, durch Wiedergutmachung wiederherstellen muss, wird er unter Umständen einen ähnlichen Weg gehen müssen. Jesus stieß beim jüdischen Volk auf Unglauben und musste einen Weg bitteren Leidens gehen. Wenn die Christen als zweites Israel Christus bei seiner Wiederkunft abweisen, muss er ebenso durch Schwierigkeiten gehen, die jenen, die Jesus erdulden musste, ähnlich sind. Er muss dann den Leidensweg Jesu wiederholen und ihn durch Wiedergutmachung wiederherstellen, doch diesmal während seines Lebens auf Erden. Deshalb sagte Jesus: „Vorher aber muss er vieles erleiden und von dieser Generation verworfen werden.“ (Lk 17,25)

Bei seinem ersten Kommen musste Jesus am Ende seines Lebens das erste Israel aufgeben, das gerade um seinetwillen berufen worden war, und die Christen als zweites Israel erwählen, um die neue geistige Vorsehung zu beginnen. Ähnlich wird es bei der Wiederkunft sein: Wenn ihn die Christen in Unglauben ablehnen, muss er sie aufgeben, ein drittes Israel aufbauen und mit diesem dritten Israel arbeiten, um die Vorsehung auf Erden zu erfüllen. Wenn die Vorläufer des Herrn, die mit einer ähnlichen Mission wie Johannes der Täufer betraut sind (Joh 1,23), ihre Verantwortung nicht erfüllen, muss er selbst die Rolle Johannes‘ des Täufers einnehmen und das Glaubensfundament für den substanziellen Weg im dritten Weg der Wiederherstellung Kanaans auf weltweiter Ebene errichten. In diesem Fall wird er einen Leidensweg gehen müssen.

Wie schwierig auch der Weg sein mag, den er gehen muss, der wiedergekehrte Christus wird nicht sterben, bevor er die Vorsehung der Wiederherstellung vollendet hat. Und zwar deshalb, weil Gottes Vorsehung, die Wahren Eltern der Menschheit zu senden (vgl. Christologie 4.1.1) und durch sie den Zweck der Schöpfung zu erfüllen, beim dritten Versuch erfolgreich sein wird. Diese Vorsehung begann mit Adam, wurde mit Jesus verlängert und wird mit Sicherheit bei der Wiederkunft erfüllt werden.

Außerdem hat Gottes geistige Vorsehung der Wiederherstellung — wie später noch erklärt wird (vgl. Parallelen 7.2.6) — während der 2000 Jahre seit Jesus ein demokratisches, soziales und rechtliches Umfeld geschaffen, das Christus bei seiner Wiederkunft beschützen wird. Jesus wurde hingerichtet, nachdem er von den Juden als Häretiker und von den Römern als Rebell gebrandmarkt worden war. Selbst wenn Christus bei seiner Wiederkunft als Häretiker verfolgt wird, dann werden im Gegensatz zu Jesu Zeitalter in einer demokratischen Gesellschaft, in der er auftritt, derartige Anschuldigungen keine hinreichenden Gründe sein, um ihn zum Tod zu verurteilen. Daher wird Christus bei seiner Wiederkunft das Glaubensfundament auf Erden errichten können, wie bitter seine Leiden auch sein mögen. Auf diesem Fundament wird er Jünger von unerschütterlichem Glauben sammeln. Diese Nachfolger wird er anleiten, die Wiedergutmachungsbedingung zur Beseitigung der gefallen Natur zu erfüllen und das substanzielle Fundament zu errichten. Ganz bestimmt wird das Fundament für den Messias für den substanziellen Weg im dritten weltweiten Weg errichtet werden.

Als Mose die Hauptperson im dritten Weg der Wiederherstellung Kanaans auf nationaler Ebene war, startete Gott die Vorsehung für den Beginn auf der Grundlage des Felsens. Als Josua die Hauptperson war, leitete Gott die Vorsehung für den Beginn auf der Grundlage des Wassers aus dem Fels. Das Wasser ist innerlicher als der Fels. In ähnlicher Weise leitete Gott die Vorsehung für den Beginn beim Kommen Jesu durch Zeichen und Wunder. Doch bei der Wiederkunft Christi wird Gott die Vorsehung für den Beginn durch das Wort leiten, das innerlicher ist als die Zeichen und Wunder. Wie schon früher erklärt (vgl. Eschatologie 3.2), konnten die Menschen, obwohl sie durch das Wort geschaffen worden waren (Joh 1,3), wegen des Falls den Zweck des Wortes nicht erfüllen. Um diesen Zweck zu erfüllen, entwickelte Gott Seine Vorsehung der Wiederherstellung, indem Er äußere Bedingungen des Gehorsams dem Wort gegenüber festlegte. Schließlich wird Gott am Ende der Geschichte der Vorsehung Christus, die Verkörperung des Wortes, erneut senden und die Vorsehung der Erlösung auf der Grundlage des Wortes vollenden.

Die tiefste Erklärung von Gottes Zweck der Schöpfung liegt in den Herzensbeziehungen. Gott als unsere unsichtbaren, inneren Eltern schuf die Menschen als Seine substanziellen Kinder. Adam und Eva wurden als Bild Gottes geschaffen, als Gottes substanzielle Objektpartner nach dem Muster Seiner polaren Wesensmerkmale. Als Gottes erste substanzielle Objektpartner sollten sie Eltern der Menschheit werden. Sie sollten Ehemann und Ehefrau werden, Kinder zur Welt bringen, sie großziehen und eine Familie errichten, in der das Herz der Eltern, des Ehemanns und der Ehefrau, das Herz der Brüder und Schwestern und das Herz der Kinder miteinander verflochten sind. Ihre Familie hätte deutlich die wahre Liebe von Eltern, die wahre Liebe von Mann und Frau und die wahre Liebe von Kindern zum Ausdruck gebracht. Das wäre die Vier-Positionen-Grundstruktur gewesen, die den Zweck der Drei Objektpartner verwirklicht. (vgl. Schöpfung 2.3.3)

Auf diese Weise beabsichtigte Gott, Sein Reich auf Erden durch Seine Kinder, die aus Seiner himmlischen Abstammungslinie stammen, zu errichten. Die erste Folge des Falls war, dass die ersten menschlichen Vorfahren Blutsbande mit dem Erzengel knüpften; daher sind alle Menschen in die Abstammungslinie Satans eingebunden. (vgl. Fall 1.3.3) Jeder Mensch wurde als Nachkomme des Teufels geboren. (Mt 3,7; 23,33; Joh 8,44) Die ersten menschlichen Vorfahren fielen in eine Position, in der sie zu Gottes Abstammungslinie keinerlei Verbindung mehr hatten. Daher besteht das höchste Ziel von Gottes Vorsehung der Wiederherstellung in der Wiederherstellung der gefallenen Menschen, die keine Verbindung zu Gottes Abstammungslinie haben, zu Kindern, die direkt aus Gott geboren sind.

Wir wollen in der Bibel nach weiteren Beweisen für diesen verborgenen Zweck von Gottes Vorsehung suchen.

Adams Familie, deren Mitglieder den Fall verursachten und den ersten Mord begingen, hatte jede Beziehung zu Gott verloren. Zur Zeit Noachs konnte aufgrund des Fehlers seines zweiten Sohnes Ham eine direkte Beziehung zu Gott nicht wiederhergestellt werden. Trotzdem konnte seine Familie als Diener von Dienern (Gen 9,25) in eine indirekte Beziehung zu Gott treten, weil Noach äußerste Hingabe bewiesen hatte. Das war die Art von Beziehung, die die Menschen in der Zeit vor dem Alten-Testament-Zeitalter mit Gott eingehen konnten.

Abraham, der Vater des Glaubens, errichtete mit seiner Familie das Familienfundament für den Messias. Sie und ihre Nachkommen, Gottes auserwähltes Volk, wurden in die Position von Dienern Gottes gehoben. 243 Das war die Art von Beziehung, die die Menschen im Alten-Testament-Zeitalter mit Gott eingehen konnten.

Zur Zeit Jesu wurden die Jünger aus der Position von Dienern in die Position von Adoptivkindern gehoben. Sie standen auf dem Glaubensfundament, das Jesus in der Position Johannes‘ des Täufers errichtet hatte. Um von dieser Ebene noch weiter hinaufzusteigen und Kinder von Gottes direkter Abstammungslinie zu werden, hätten sie zuerst das substanzielle Fundament und das Fundament für den Messias errichten müssen, indem sie Jesus absolut dienten und gehorchten. Wäre Jesus als der Messias auf diesem Fundament gestanden, hätten sie sowohl geistig als auch physisch mit ihm verbunden werden und mit ihm völlige Einheit erreichen können.

Jesus ist der einzige Sohn Gottes, ohne Sünde und aus Seiner direkten Abstammungslinie geboren. Er ist der wahre Ölbaum, der gekommen ist, um alle gefallenen Menschen mit sich zu verbinden. (Röm 11,17) Indem er sie auf diese Weise mit sich vereinigte, sollte er sie von der Ursprünglichen Sünde befreien und sie zu Kindern wiederherstellen, die aus Gott geboren sind. Das ist das Werk der Wiedergeburt, die Jesus und seine Braut hätten durchführen sollen. (vgl. Christologie 4)

Unglücklicherweise verloren sogar Jesu eigene Jünger ihren Glauben und Jesus endete am Kreuz, ohne dass er von der Position Johannes‘ des Täufers hätte aufsteigen oder die messianischen Aufgaben beginnen können. Nach seiner Auferstehung begann Jesus seinen geistigen Weg. Er errichtete das geistige Glaubensfundament in den 40 Tagen von seiner Auferstehung bis zu seiner Himmelfahrt, eine Periode der Trennung von Satan, während er auf dem Fundament des geistigen Johannes des Täufers stand. Seine Jünger bereuten und kehrten zurück, um ihm gläubig zu dienen. Dadurch errichteten Jesus und seine Jünger ein substanzielles Fundament auf der geistigen Ebene und damit das geistige Fundament für den Messias. Auf diesem Fundament steht Jesus als geistiger Messias und verbindet seine gläubigen Nachfolger, wenn auch nur geistig, mit sich. Das führt dazu, dass gläubige Christen zu Gottes geistigen Kindern emporgehoben werden. Diese Art von Beziehung zu Gott konnten die Menschen von der Zeit Jesu bis heute haben.

In dieser geistigen Vorsehung der Wiederherstellung ist zuerst die geistige Welt wiederhergestellt worden, so wie Gott nach der Schöpfungsordnung zuerst die geistige Welt schuf. Die Menschen sind in den Stand von Objektpartnern Gottes emporgehoben worden, doch nur geistig. Wie fromm ein Christ auch sein mag, er unterscheidet sich insofern nicht von einem gläubigen Menschen aus dem Alten-Testament-Zeitalter, als beide noch immer an die Abstammungslinie Satans gebunden sind. (vgl. Messias 1.4) Denn die Ursprüngliche Sünde, die durch das Fleisch weitergegeben wird, ist noch nicht entfernt worden.

Im besten Fall sind Christen Adoptivkinder Gottes, denn sie kommen nicht aus Seiner Abstammungslinie. Das ist der Grund, warum Paulus klagt: „Aber auch wir, obwohl wir als Erstlingsgabe den Geist haben, seufzen in unserem Herzen und warten darauf, dass wir mit der Erlösung unseres Leibes als Söhne offenbar werden.“ (Röm 8,23)

Christus wird zurückkehren und alle Menschen zu Gottes wahren Kindern wiederherstellen. Er wird im Fleisch zurückkehren und wie bei seinem ersten Kommen auf Erden geboren werden. Durch Wiedergutmachung wird er den Weg seines ersten Kommens wiederherstellen, wobei er diesen Weg nochmals beschreitet.

Wie oben ausgeführt, wird der wiedergekommene Christus die Vorsehung für den Beginn auf der Grundlage des Wortes leiten und danach das Fundament für den Messias geistig wie physisch vollenden. Auf diesem Fundament wird er alle Menschen mit sich verbinden, sie von der Ursprünglichen Sünde reinigen und sie zu Gottes Kindern wiederherstellen, die aus Seiner Abstammungslinie geboren sind.

Bei seinem ersten Kommen errichtete Jesus ein Fundament auf der Familienebene, indem er zwölf Jünger auswählte und drei zu seinen Hauptjüngern bestimmte. Damit wollte er durch Wiedergutmachung die Position Jakobs wiederherstellen, der die Hauptperson des Fundaments für den Messias auf der Familienebene gewesen war. Jesus bildete dann siebzig Nachfolger aus und erweiterte damit die Reichweite seines Fundaments auf die Stammesebene. Auf dieselbe Art wird Christus bei seiner Wiederkunft anfangen, das Fundament für den Messias geistig und physisch auf der Familienebene zu errichten. Danach wird er seinen Wirkungskreis auf den Stamm, die Gesellschaft, die Nation, die Welt und schließlich den Kosmos ausdehnen. Wenn dieses Fundament geschaffen ist, kann er schließlich das Reich Gottes errichten.

Gott leitete das erste Israel, um ein Fundament für Jesus vorzubereiten, damit er bei seinem Kommen das Reich Gottes errichten könne. Als sich die Juden gegen Jesus stellten, erwählte Gott die Christen als zweites Israel. Der Zweck, wofür Gott die Christen leitete, war ganz ähnlich: Sie sollten ein Fundament für die Wiederkunft Christi vorbereiten, um dann das Reich Gottes errichten zu können. Falls sich die Christen ebenso gegen ihn stellen sollten, wird Gott keine andere Wahl haben, als sie aufzugeben und ein drittes Israel auszuwählen. Denn obwohl die Christen in den Letzten Tagen sich eines großen Segens erfreuen mögen, ist ihre Situation in Wirklichkeit — wie die des jüdischen Volkes zur Zeit Jesu — äußerst prekär. Sie sind in Gefahr, in Ungnade und großes Unglück zu fallen.

3.4 Was wir vom Weg Jesu lernen können

Erstens lehrt uns der Weg Jesu etwas über Gottes Prädestination Seines Willens. Gott bestimmt absolut voraus, dass Sein Wille erfüllt wird, und dann arbeitet Er unablässig daran, bis er erfüllt ist. Als Johannes der Täufer in seiner Mission versagte, versuchte Jesus den Willen Gottes um jeden Preis zu erfüllen und übernahm dafür sogar Johannes’ Verantwortung. Als der Unglaube auf Seiten des jüdischen Volkes seine Bemühungen zunichte machte, das Reich Gottes zu errichten, blieb Jesus absolut entschlossen und versprach, den Willen bei seiner Wiederkunft zu erfüllen.

Weiterhin zeigt der Weg Jesu, dass Gott nur bedingt und nicht absolut die Art und Weise prädestiniert, in der Sein Wille durch eine Einzelperson oder Nation erfüllt wird. Das heißt: Wenn Gott auch einen bestimmten Menschen oder ein bestimmtes Volk erwählt hat, um einen Zweck in der Vorsehung der Wiederherstellung zu erfüllen, wird Gott bestimmt eine andere Person oder ein anderes Volk erwählen, um Seine Arbeit fortzuführen, falls die ursprünglich Erwählten in der Erfüllung ihrer Verantwortung scheitern.

Jesus wählte Johannes den Täufer als seinen Hauptjünger aus. Doch als dieser versagte, seine Verantwortung zu erfüllen, setzte Jesus an seiner Stelle Petrus ein. Jesus erwählte Judas Iskariot als einen der zwölf Jünger. Doch als Judas versagte, wurde an seiner Stelle Matthias auserwählt. (Apg 1,25) In gleicher Weise erwählte Gott das jüdische Volk, damit es die zentrale Verantwortung in Seiner Vorsehung der Wiederherstellung erfüllte. Doch als es versagte, ging seine Mission auf die Heiden über. (Apg 13,46; Mt 21,33-43) Diese Beispiele zeigen, dass Gott, wenn Er eine Person oder Nation für die Erfüllung Seines Willens auswählt, nie absolut vorherbestimmt, ob diese Person oder Nation auch tatsächlich erfolgreich ist.

Der Weg Jesu zeigt auch, dass Gott niemals in die Bemühungen einer Person eingreift, die gerade ihren Teil der Verantwortung erfüllt, sondern Er befasst Sich nur mit dem Ergebnis ihrer Handlungen. Gott muss gewusst haben, dass Johannes der Täufer und Judas Iskariot im Begriff waren, ihren Glauben zu verlieren. Er hatte sicherlich die Macht, sie vom Sündigen abzuhalten. Doch Gott griff nicht in ihren Glauben ein, sondern befasste sich mit ihnen nur auf der Grundlage ihrer Taten.

Schließlich zeigt uns der Weg Jesu: Je größer die Mission eines Menschen, desto größer ist auch die Prüfung, der er sich stellen muss. Jesus kam als der zweite Adam. Um seine Mission zu erfüllen, musste er durch Wiedergutmachung die Position, die Adam vor dem Fall hatte, wiederherstellen. Da Adam den Glauben verloren und Gott verlassen hatte, musste Jesus den Fehler Adams dadurch wiederherstellen, dass er es ertragen und dabei unveränderlichen Glauben zeigen musste, als Gott ihn verließ. Daher wurde Jesus von Satan in der Wüste versucht und am Kreuz von Gott verlassen. (Mt 27,46)