Abschnitt 2. Universale Ursprungsenergie, Vorgang des Gebens und Empfangens und die Vier-Positionen-Grundstruktur
2.1 Universale Ursprungsenergie
Gott, der Schöpfer aller Dinge, ist die absolute Realität — ewig, selbsterhaltend und Zeit und Raum transzendierend. Die grundlegende Energie Gottes ist ebenso ewig, selbsterhaltend und absolut. Sie ist Ursprung aller Energien und Kräfte, welche die Existenz geschaffener Wesen ermöglichen. Diese grundlegende Energie bezeichnen wir als Universale Ursprungsenergie.
2.2 Vorgang des Gebens und Empfangens
Durch die Wirkkraft der Universalen Ursprungsenerie bilden die Subjekt- und Objektelemente jeder Wesenheit eine gemeinsame Grundlage und treten zueinander in Wechselbeziehung. Diese Wechselbeziehung erzeugt wiederum alle Kräfte, die für Existenz, Vermehrung und Aktivitäten der Wesenheit erforderlich sind. Die Wechselbeziehung erzeugt diese Kräfte in einem Prozess, der Vorgang des Gebens und Empfangens genannt wird. Die Universale Ursprungsenergie und die im Vorgang des Gebens und Empfangens erzeugten Kräfte stehen in wechselseitiger Beziehung von Ursache und Wirkung, Innerem und Äußerem, Subjektpartner und Objektpartner. Die Universale Ursprungsenergie ist eine vertikale Kraft. Die im Vorgang des Gebens und Empfangens erzeugten Kräfte sind horizontale Kräfte.
Wir wollen Gott und Seine Schöpfung unter den Aspekten der Universalen Ursprungenergie und des Vorgangs des Gebens und Empfangens im Detail erforschen.
Gottes Universale Ursprungsenergie veranlasst Seine ewigen polaren Wesenszüge, eine gemeinsame Grundlage für ihre Wechselbeziehung zu bilden. Danach setzen sie den Vorgang des Gebens und Empfangens in Gang. Auf der Basis der in diesem Vorgang des Gebens und Empfangens entstandenen Kräfte entwickeln die polaren Wesenszüge ein Fundament für ihren immer währenden Austausch. Dies bildet die Grundlage für Gottes ewige Existenz und erzeugt alle Kräfte, die für die Schaffung und Erhaltung des Universums nötig sind.
Im geschaffenen Universum werden die polaren Wesenszüge in der inneren Natur jeder Wesenheit von der Universalen Ursprungsenergie in die Lage versetzt, eine gemeinsame Grundlage zu bilden. Sie setzen dann den Vorgang des Gebens und Empfangens in Gang. Auf der Basis der in diesem Vorgang des Gebens und Empfangens erzeugten Kräfte schaffen die polaren Wesenszüge ein Fundament für einen fortwährenden Austausch als Grundlage für die Existenz jeder individuellen Wesenheit. Diese wird zum Objektpartner Gottes und kann alle Kräfte hervorbringen, die für eine dauerhafte Existenz nötig sind.
Beispielsweise entstehen Atome, sobald sich Elektronen um einen Atomkern sammeln und mit ihm in eine elektromagnetische Wechselbeziehung treten, das heißt, den Vorgang des Gebens und Empfangens untereinander aufnehmen. Wenn positive und negative Ionen in eine Wechselbeziehung des Gebens und Empfangens treten, bilden sie Moleküle und produzieren chemische Reaktionen.
Das Geben und Empfangen zwischen positiven und negativen elektrischen Ladungen bildet den Hintergrund aller elektrischen Phänomene.
Der Kreislauf des Nahrungsaustauschs zwischen Xylem (Wasserleitender Teil des Leitbündels bei höheren Pflanzen.) und Phloem (Teil des Leitbündels, der zum Transport der in den Blättern gebildeten Stoffen innerhalb einer Pflanze dient.) stellt eine der Formen des Gebens und Empfangens in Pflanzen dar, die ihre biologischen Funktionen erhalten und ihr Wachstum fördern. Das Geben und Empfangen zwischen Staubgefäßen und Stempel ist die vorherrschende Form pflanzlicher Vermehrung.
Tiere erhalten ihre Art und vermehren sich durch Geben und Empfangen zwischen männlichen und weiblichen Tieren. Tier- und Pflanzenwelt existieren in Harmonie durch Vorgänge des Gebens und Empfangens. Beispiele dafür sind der Kreislauf von Sauerstoff und Kohlendioxid und die Symbiose von Bienen und Blumen.
Auf die Himmelskörper bezogen erkennen wir, dass das Sonnensystem auf der Basis des Gebens und Empfangens zwischen Sonne und Planeten existiert. Ihre unterschiedlichen Umlaufbahnen verleihen dem Universum Struktur. Erde und Mond erhalten ihre Rotation und ihre Umlaufbahn umeinander ebenfalls durch Geben und Empfangen aufrecht.
Der menschliche Körper bewahrt sein Leben durch Geben und Empfangen innerhalb des Arterien- und Venensystems, durch Einatmung und Ausatmung, durch das sympathische und parasympathische Nervensystem etc. Geben und Empfangen zwischen Geist und Körper ermöglicht es dem Individuum, Handlungen zum Erreichen seines Lebenszwecks durchzuführen.
Geben und Empfangen zwischen Ehemann und Ehefrau in einer Familie, zwischen Menschen in einer Gesellschaft, zwischen Regierung und Bürgern einer Nation und unter den Nationen der Welt ist wesentlich für ein Zusammenleben in Frieden und Harmonie auf den jeweiligen Ebenen.
Wie verdorben und böse eine Person auch sein mag, die Kraft des Gewissens, die sie zu einem tugendhaften Leben drängt, bleibt unablässig in ihrem inneren Selbst aktiv. Das trifft auf Menschen und Völker aller Zeiten zu. Niemand kann die Kraft des Gewissens ersticken. Sie wirkt sogar, ohne dass man es bewusst wahrnimmt. Im gleichen Moment, in dem eine Person eine böse Tat begeht, wird sie auch schon von Gewissensbissen heimgesucht. Fehlte die Funktion des Gewissens in gefallenen Menschen, so wäre Gottes Vorsehung der Wiederherstellung ein Ding der Unmöglichkeit.
Wie entsteht die Kraft des Gewissens? Da alle Kräfte durch Geben und Empfangen erzeugt werden, kann das Gewissen die für sein Wirken erforderliche Kraft nicht allein hervorbringen. Das heißt, das Gewissen kann nur wirken, wenn es eine gemeinsame Grundlage mit einem Subjektpartner errichtet und Geben und Empfangen mit ihm aufnimmt. Der letztendliche Subjektpartner unseres Gewissens ist Gott.
Der Fall des Menschen hat im Wesentlichen unsere Beziehung zu Gott durchtrennt. Statt zu einer Einheit mit Gott zu gelangen, stürzten unsere Vorfahren in eine Beziehung des Gebens und Empfangens mit Satan und vereinigten sich mit ihm. Jesus war der eingeborene Sohn Gottes; er verwirklichte Einheit mit Gott durch vollkommenes Geben und Empfangen. Wenn wir uns in einer vollkommenen wechselseitigen Beziehung mit Jesus vereinigen, können wir unser ursprüngliches, von Gott verliehenes Wesen wiedergewinnen. Wir können Geben und Empfangen mit Gott verwirklichen und mit Ihm eins werden. Auf diese Weise wirkt Jesus als Mittler für den gefallenen Menschen; er ist unser Weg, er ist Wahrheit und Leben. Jesus kam voll Liebe und Opfermut, um alles, was er hatte, den Menschen zu geben, auch um den Preis seines Lebens. Wer sich ihm im Glauben zuwendet, wird „nicht zugrunde gehen, sondern das ewige Leben haben.” (Joh 3,16)
Das Christentum ist eine Religion der Liebe. Durch Liebe und Opferbereitschaft kämpft es darum, den Weg zu horizontalen Beziehungen des Gebens und Empfangens für Menschen in der Liebe Christi zu öffnen. Auf dieser horizontalen Grundlage der Liebe wird sich der Weg der Wiederherstellung unserer vertikalen Beziehung zwischen Mensch und Gott öffnen. Dies war das eigentliche und wichtigste Ziel Jesu in all seinem Lehren und Tun. Beispielhaft für die Lehren Christi sind seine Worte: Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet! Denn wie ihr richtet, so werdet ihr gerichtet werden, und nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird euch zugeteilt werden. (Mt 7,1-2) Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen! Darin besteht das Gesetz und die Propheten. (Mt 7,12) Wer sich nun vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen. (Mt 10,32) Wer einen Propheten aufnimmt, weil es ein Prophet ist, wird den Lohn eines Propheten erhalten. Wer einen Gerechten aufnimmt, weil es ein Gerechter ist, wird den Lohn eines Gerechten erhalten. (Mt 10,41) Und wer einem von diesen Kleinen auch nur einen Becher frisches Wasser zu trinken gibt, weil es ein Jünger ist — amen, ich sage euch: Er wird gewiss nicht um seinen Lohn kommen. (Mt 10,42)
2.3 Die Vier-Positionen-Grundstruktur, die den Zweck der drei Objektpartner durch Ursprung-Teilung-Einheit realisiert
2.3.1 Ursprung-Teilung-Einheit
Der Schöpfungsprozess nimmt seinen Anfang, sobald die polaren Wesenszüge Gottes durch das Wirken Seiner Universalen Ursprungsenergie eine gemeinsame Grundlage bilden. Ebenso wie sie Geben und Empfangen einleiten, erzeugen sie eine Kraft, die Vermehrung zur Folge hat. Diese Kraft projiziert die polaren Wesenszüge in verschiedene substanzielle Objektpartner, die sich alle auf Gott als Zentrum beziehen. Diese Objektpartner Gottes nehmen untereinander die Positionen von Subjektpartnern und Objektpartnern ein, da sie von der Universalen Ursprungsenergie angeregt werden, eine gemeinsame Grundlage zu bilden und den Vorgang des Gebens und Empfangens zu beginnen. Sie verbinden sich dann zu einer harmonischen Einheit als neuer Objektpartner Gottes. Dieser gesamte Prozess — in dessen Verlauf sich aus Gott, dem Ursprung, zwei getrennte Wesenheiten bilden, die erneut zur Einheit zusammengeführt werden — wird als Ursprung-Teilung-Einheit bezeichnet.
2.3.2 Der Zweck der drei Objektpartner
Als Resultat des Prozesses von Ursprung-Teilung-Einheit entstehen vier Positionen: der Ursprung als Zentrum, ein Subjektpartner und ein Objektpartner (jeweils einzigartige substanzielle Objektpartner des Ursprungs nach dem Muster seiner polaren Wesenszüge) und ihre Einheit. Jede dieser vier Positionen kann die Rolle des Subjektpartners übernehmen und die anderen drei als Objektpartner einbinden. So bilden sie eine Gemeinschaft von drei Objektpartnern. Wenn jeder der vier abwechselnd als Subjektpartner agiert und mit den drei anderen, um ihn kreisenden Partnern ein Geben und E mpfangen ausführt, wird der Zweck der Drei Objektpartner verwirklicht.
2.3.3 Die Vier-Positionen-Grundstruktur
Wenn die durch Ursprung-Teilung-Einheit aus dem Ursprung hervorgegangenen Komponenten Ursprung, Subjektpartner, Objektpartner und Einheit den Zweck der Drei Objekte erfüllen, wird die Vier-Positionen-Grundstruktur verwirklicht.
Die Vier-Positionen-Grundstruktur ist die Basis der Zahl Vier. Sie ist auch die Basis der Zahl Drei, weil sie die Erfüllung des Zwecks der Drei Objektpartner bedeutet. Die Vier-Positionen-Grundstruktur wird durch Gott, Ehemann, Ehefrau und deren Kinder verwirklicht; sie erfüllen die drei Stufen des Vorgangs von Ursprung-Teilung-Einheit. Daher bildet die Vier-Positionen-Grundstruktur die Basis des Prinzips der drei Stufen. Außerdem bindet jede der vier Positionen in einer Vier-Positionen-Grundstruktur drei Objektpartner an sich in der Umsetzung des Zwecks der Drei Objektpartner. Insgesamt gibt es zwölf Objektpartner; daher ist die Vier-Positionen-Grundstruktur auch die Basis der Zahl Zwölf. Die Vier-Positionen-Grundstuktur ist das elementare Fundament des Guten. In ihr wird Gottes Zweck der Schöpfung Wirklichkeit. Sie ist das erste Fundament für das Leben aller Wesen, indem sie alle Kräfte für deren Existenz garantiert und es Gott ermöglicht, in den Wesen zu leben. Daher ist die Vier-Positionen-Grundstruktur Gottes ewiger Schöpfungszweck.
2.3.4 Existenz innerhalb der Vier-Positionen-Grundstruktur
Alle Wesen, die den Zweck der Drei Objektpartner durch die Umsetzung von Ursprung-Teilung-Einheit erfüllt haben, bewegen sich auf kreisförmigen (elliptischen) oder sphärischen Bahnen. Sie existieren dann in drei Dimensionen. Wir wollen den Grund dafür untersuchen.
Durch den Vorgang von Ursprung-Teilung-Einheit sind die polaren Wesenszüge Gottes dazu bestimmt, zwei unterschiedliche und substanzielle Objektpartner zu bilden,die als Subjektpartner und Objektpartner miteinander in Beziehung treten. Der Objektpartner erwidert auf den Subjektpartner und so errichten sie eine gemeinsame Grundlage. Ausgerichtet auf den Subjektpartner beginnt der Objektpartner mit dem Geben und Empfangen. Beide Partner werden durch die Kraft des Gebens (zentrifugal) und die Kraft des Empfangens (zentripetal) im Gleichgewicht gehalten, wobei der Objektpartner den Subjektpartner in einer kreisförmigen Bahn umrundet. Dadurch gelangen sie zu Harmonie und Einheit. Auf gleiche Weise wird der Subjektpartner zum Objektpartner Gottes. Er umkreist Ihn und wird so eins mit Ihm. Wenn der Objektpartner mit dem Subjektpartner völlig eins ist, kann ihre Einheit, die Gottes polaren Wesenszügen ähnelt, als neuer Objektpartner vor Gott treten. Darüber hinaus ist die Einheit mit seinem Subjektpartner der Weg, auf dem jeder Objektpartner zum Objektpartner Gottes wird.
In der Einheit von Subjektpartner und Objektpartner bestehen sowohl der Subjektpartner als auch der Objektpartner jeweils aus polaren Wesenszügen und bewegen sich gemäß dem gleichen Prinzip des Gebens und Empfangens in ihren eigenen Umlaufbahnen. Darum finden wir die Kreisbahnen des Gebens und Empfangens sowohl im Subjektpartner als auch im Objektpartner, während zur gleichen Zeit beide Partner umeinander die größere kreisförmige Bewegung im Rahmen ihrer Einheit vollziehen. Es mag dabei vorkommen, dass die beiden Ebenen, auf denen die Kreisbewegungen von Subjektpartner und Objektpartner ablaufen, vorübergehend zur Deckung kommen, so dass sich die Umlaufebene zweidimensional darstellt; im Allgemeinen werden sich jedoch die Kreisbewegungen aufgrund des ständig wechselnden Winkels der Umlaufbahn um den Subjektpartner sphärisch gestalten. Alle Wesenheiten, die in einer Vier-Positionen-Grundstruktur existieren, verwirklichen kreisförmige und sphärische Bewegungen und gelangen so zu einer dreidimensionalen Existenz.
Das Sonnensystem kann uns als gutes Beispiel dienen. Jeder Planet steht als Objektpartner der Sonne aufgrund der Flieh- und Anziehungskraft auf einer gemeinsamen Grundlage und in einer Geben-Empfangen-Beziehung zu ihr. Dadurch, dass die Planeten in einer elliptischen Bahn um die Sonne ziehen, harmonisieren diese Himmelskörper miteinander und werden zur Einheit des Sonnensystems. Gleichzeitig rotiert der Planet Erde, selbst ein mit polaren Wesenszügen gebildeter Körper, um die eigene Achse. Dies trifft auch auf die Sonne und die übrigen Planeten zu; sie befinden sich in beständiger Rotation, weil es sich bei ihnen gleichfalls um Körper polarer Wesenszüge handelt. Die Umlaufbahnen, die durch Geben und Empfangen im Sonnensystem zustande gekommen sind, liegen nicht alle auf der gleichen Ebene. Vielmehr bietet sich das Sonnensystem dem Betrachter wegen der unterschiedlichen Neigungswinkel der Umlaufbahnen und planetaren Rotationen als dreidimensionales Gebilde sphärischer Bewegungen.
Alle Himmelskörper existieren infolge ihrer kreisförmigen und sphärischen Bewegungen dreidimensional. Durch Geben und Empfangen untereinander erzeugen sie die Struktur des Universums. So entsteht ein Gesamtkörper. Das Universum existiert in drei Dimensionen, da sich seine Bestandteile nach dem gleichen Prinzip sphärisch bewegen.
Sobald ein Elektron eine gemeinsame Grundlage mit einem Proton bildet und Geben und Empfangen aufnimmt, läuft es in einer Kreisbahn um das Proton. So vereinigen sie sich und bilden ein Atom (Wasserstoff). Elektron und Proton sind auch jeweils aus polaren Wesenszügen zusammengesetzt, die sie dauernd rotieren lassen. Darum ist die aus dem Geben und Empfangen von Proton und Elektron entstehende Kreisbewegung nicht auf eine Ebene beschränkt, sondern erzeugt, durch ständigen Wechsel des Neigungswinkels, eine sphärische Bewegung. Infolge sphärischer Bewegung existiert das Atom also dreidimensional. Ganz ähnlich bewirkt die Kraft eines Magnetfeldes, dass sich elektrisch geladene Teilchen darin auf sphärischen Bahnen bewegen.
Betrachten wir den Menschen: Als Objektpartner des Geistes bildet der Körper eine gemeinsame Grundlage mit dem Geist und tritt mit ihm in eine Verbindung des Gebens und Empfangens. Bildlich gesprochen kreist der Körper demnach um den Geist und wird eins mit ihm. Sobald der Geist Gott als Objektpartner gegenübertritt und Ihn umkreist, also der Geist in Einheit mit Gott schwingt und der Körper eins mit dem Geist wird, ähnelt das Individuum Gott in seinen polaren Wesenszügen und nimmt den Platz eines verkörperten Objektpartners Gottes ein. Damit erfüllt diese Person den Zweck der Schöpfung.
Geist und Körper bestehen auch jeweils aus polaren Wesenszügen, so dass sie in sich dauernd in Bewegung sind. Daher verändert die im Geben und Empfangen zwischen Geist und Körper erzeugte Kreisbewegung ständig den Winkel ihrer Umlaufbahn um Gott und wird sphärisch. Menschen, die den Zweck der Schöpfung erfüllt haben, existieren als dreidimensionale Wesen, deren Leben, wiederum bildlich gesprochen, sich auf gottzentrierten sphärischen Bahnen bewegt. Damit können sie sogar über die körperlose Welt herrschen. (vgl. Schöpfung 6.2)
Wenn die auf einer Ebene stattfindende Kreisbewegung des Subjektpartners und des Objektpartners zu einer dreidimensionalen sphärischen Bewegung wird, offenbaren sich Dynamik und Kreativität des Universums. Unterschiede in Abstand, Form, Gestalt, Richtung, Winkel, , Kraft und Geschwindigkeit von Umlaufbahn zu Umlaufbahn zeigen sich als die unendlichen Variationen der Schönheit in der Schöpfung.
So wie alle Existenz Sông Sang (inneres Wesen) und Hyông Sang (äußere Gestalt) aufweist, gibt es eine Art sphärischer Bewegung, die e dem Wesen entspricht, und eine Art, die der Gestalt entspricht. Desgleichen gibt es auch ein Zentrum der Bewegung, das dem Wesen, und ein Zentrum, das der Gestalt entspricht. Diese beiden Zentren stehen in der gleichen Beziehung zueinander wie Wesen und Gestalt.
Was ist das innerste Zentrum all dieser sphärischen Bewegungen? ? Die Menschen sind das Zentrum aller geschaffenen Wesenheiten, welche symbolisch Gottes polare Wesenszüge als Objektpartner zum Ausdruck bringen. Gott ist das Zentrum aller Menschen. Er schuf sie nach Seinem Bild als Verkörperung Seiner Objektpartner. Folglich ist das endgültige e Zentrum aller sphärischen Bewegungen des Universums Gott.
Betrachten wir das genauer. Jeder Objektpartner Gottes birgt in sich einen Subjektpartner und einen Objektpartner. Das Zentrum ihrer Beziehung ist der Subjektpartner, und das Zentrum der Einheit aus Subjektpartner und Objektpartner ist daher gleichfalls der Subjektpartner. Da Gott Zentrum des Subjektpartners ist, ist Er auch das letztendliche Zentrum ihrer Einheit. Wie schon festgestellt wurde, bilden die drei substanziellen Objektpartner Gottes (Subjektpartner, Objektpartner, Einheit) auch jeweils gemeinsame Grundlagen untereinander. So wie jeder der drei die zentrale Position übernimmt und mit den anderen in Geben und Empfangen zur Einheit gelangt, mit Gott als letztendlichem Zentrum, verwirklichen sie den Zweck der Drei Objektpartner und errichten die Vier-Positionen-Grundstruktur. Dementsprechend ist das letztendliche Zentrum der Vier-Positionen-Grundstruktur Gott.
Jede Wesenheit, die in dieser Form die Vier-Positionen-Grundstruktur errichtet hat, ist ein individueller Ausdruck der Wahrheit. Wie bereits erwähnt, ordnen wir jede Wesenheit entweder in die Kategorie eines individuellen Ausdrucks der Wahrheit als Abbild (Menschen) oder als Symbol (die gesamte übrige Schöpfung) ein. Das Universum besteht aus zahllosen Wahrheitsverkörperungen, die von der untersten bis zur höchsten Ebene geordnet untereinander in Beziehung stehen. Unter ihnen nehmen die Menschen die höchste Ebene ein. Jeder individuelle Ausdruck der Wahrheit bewegt sich in sphärischen Bewegungen um andere, wobei diejenigen auf einer unteren Ebene denen auf höherer Ebene als Objektpartner begegnen. Daher steht im Zentrum jeder sphärischen Bewegung ein auf höherer Ebene angesiedelter individueller Ausdruck der Wahrheit und agiert als Subjektpartner. Die Zentren aller symbolischen individuellen Wahrheitsverkörperungen sind von der untersten bis zur höchsten Ebene miteinander verbunden. Die höchsten Zentren sind die Menschen. Sie sind individuelle Wahrheitsverkörperungen als Abbild.
Befassen wir uns also mit der zentralen Stellung des Menschen. Laut wissenschaftlicher Darstellung sind subatomare Teilchen die elementaren, aus Energie bestehenden Bausteine der Materie. Unter Berücksichtigung des Seinszwecks aller individuellen Wahrheitsverkörperungen, die das Universum auf seinen vielfältigen Ebenen ausmachen, können wir davon ausgehen: Energie existiert mit dem Zweck, subatomare Teilchen zu bilden, Zweck der Teilchen ist die Bildung von Atomen, Zweck der Atome ist die Bildung von Molekülen, Zweck der Moleküle ist die Bildung der Materie, Zweck der Materie ist die Formung aller individuellen Wesenheiten des Universums. Vom Standpunkt der jeweiligen Aktivitäten gilt analog: Das Wirken der Energie dient der Bildung von Teilchen, Teilchen interagieren um der Atome willen, Atome für Moleküle, Moleküle für Materie, und das Agieren der Materie geschieht zum Zweck des Aufbaus des Universums.
Welchem Seinszweck dient das Universum? Was steht in seinem Zentrum? Die Antwort auf beide Fragen ist der Mensch. Darum verlieh Gott dem Menschen nach Abschluss der Schöpfung die Aufgabe, über das Universum zu herrschen. (Gen 1,28) Gäbe es den Menschen nicht, der das Universum würdigt und schätzt, wäre das Universum wie ein Museum ohne Publikum. Die Ausstellungsstücke einer Sammlung erlangen nur dann ihren wahren Wert, wenn sich Menschen einfinden, die sie als geschichtliche Schätze anerkennen, lieben und sich an ihnen erfreuen. Die Beziehung zwischen Mensch und Museumsstück verleiht der Existenz des Objekts erst seinen Wert. Wenn es niemanden gäbe, der es wertschätzt, hätte seine Existenz dann irgendeinen Sinn? Dasselbe gilt für das Universum, dessen Herrscher die Menschen sind. Die verschiedenen Dinge der Schöpfung treten in der Erfüllung eines gemeinsamen Zwecks in wechselseitige Beziehungen, wenn die Menschen Ursprung und Eigenart der Materie entdecken und beginnen, Pflanzen und Tiere auf dem Land, im Wasser und in den Lüften sowie alle Sterne des Himmels zu identifizieren und zu klassifizieren. Der gemeinsame Zweck all dieser Seinsweisen wird erfüllt, wenn sie vom menschlichen Körper als für dessen Erhaltung erforderliche Elemente assimiliert werden oder im Aufbau eines dem Menschen behaglichen Lebensbereiches Verwendung finden.
In dieser und auch in anderer Art und Weise ist der Mensch das Zentrum der äußeren Gestalt des Universums. Des Weiteren nimmt der Mensch dem Universum gegenüber auch die Position des inneren Zentrums ein. Die bisher erwähnten Beziehungen sind physische Beziehungen. Im Folgenden betrachten wir geistige oder spirituelle Beziehungen. Der menschliche Körper, obgleich materieller Natur, erwidert in allen physiologischen Funktionen auf Gefühl, Intellekt und Willen des menschlichen Geistes. Das zeigt, dass in der Materie selbst Elemente enthalten sind, die auf Gefühl, Intellekt und Willen reagieren, also auf jene Elemente, die das innere Wesen der Materie ausmachen. Aus diesem Grund erwidern alle Dinge des Universums auf Gefühl, Intellekt und Willen des Menschen, allerdings in unterschiedlichem Ausmaß. Wir werden von der Schönheit der Natur in Bann gezogen und verschmelzen mit ihr in mystischer Einheit. Das erleben wir, weil wir Zentrum für das innere Wesen aller Dinge der Schöpfung sind. Der Mensch ist also als Zentrum des Universums geschaffen, und der Ort der völligen Vereinigung zwischen Gott und Mensch ist das Zentrum des Kosmos.
Noch aus einem anderen Blickwinkel wollen wir ergründen, wie der Mensch das Zentrum des Kosmos, also der Geistigen und Physischen Welt, darstellt. Jeder Mensch verkörpert alle Elemente des Kosmos. Doch wie bereits gesagt, können alle kosmischen Wesenheiten ganz allgemein in Subjektpartner und Objektpartner eingeteilt werden.
Hätte Adam als erster menschlicher Vorfahr Vollkommenheit erlangt, so wäre er zur Verkörperung aller Subjektelemente der Schöpfung geworden. Hätte Eva Vollkommenheit erreicht, so hätte sie alle Objektelemente der Schöpfung verkörpert. Gott schuf Adam und Eva als zukünftige Herrscher über die Schöpfung. Während beide gemeinsam der Vollkommenheit entgegenwuchsen, sollte Adam der König aller Subjektelemente in der geschaffenen Welt werden und Eva die Königin aller Objektelemente. Wären sie dann als Ehemann und Ehefrau eins geworden, so hätten sie das Zentrum des gesamten Universums und all seiner Subjekt- und Objektpartner dargestellt.
Der Mensch wurde als Zentrum der Harmonie für den gesamten Kosmos geschaffen. Wenn Adam und Eva Vollkommenheit erreicht und als Ehemann und Ehefrau eine Einheit verwirklicht hätten, dann wären sie als die beiden Zentren der polaren Wesenszüge aller Wesenheiten eins geworden. Hätten Adam und Eva sich in Harmonie vereinigt, so hätte der gesamte Kosmos mit seinen polaren Wesenszügen einen Tanz der Harmonie aufnehmen können. Der Ort der Verschmelzung von Adam und Eva in vollkommener Einheit von Herz und Körper als Ehemann und Ehefrau ist auch der Ort, an dem sich Gott und Mensch vereinigen. Als Subjektpartner strahlt Gott Liebe aus und als Objektpartner erwidert der Mensch mit Schönheit. Wo der Zweck der Schöpfung erfüllt wird, ist das Zentrum des Guten. Hier naht sich Gott uns als Eltern, um in Seinen vollkommenen Kindern zu wohnen als einem Ort ewigen Friedens. Dieses Zentrum des Guten, an welchem Gott zu ewiger Freude angeregt wird, ist der Objektpartner für Gottes ewige Liebe. Es ist der Ort, an dem das Wort Gottes Fleisch wird und zur Erfüllung kommt. Es ist das Zentrum der Wahrheit und des Ursprünglichen Gemüts, welches uns anregt, den Zweck der Schöpfung zu erfüllen. Letztendlich führt das gesamte Universum eine sphärische Bewegung mit vereintem Zweck aus, wenn es auf der Vier-Positionen-Grundstruktur gründet, die von einem vollkommenen Mann und einer vollkommenen Frau in ihrer auf Gott ausgerichteten ehelichen Einheit verwirklicht wird.
Tragischerweise verlor das Universum sein Zentrum, als die Menschen fielen. Darum schrieb Paulus vom ängstlichen Harren der Kreatur, ihrem Warten auf die Offenbarung der Söhne Gottes. (Röm 8,19-22) Die Schöpfung wartet darauf, dass Menschen erscheinen, die ihr Ursprüngliches Gemüt wiederhergestellt haben und ihre Position als Zentrum der Schöpfung einnehmen.
2.4 Die Allgegenwart Gottes
Wir haben festgestellt, dass die Vier-Positionen-Grundstruktur durch den Vorgang von Ursprung-Teilung-Einheit in Erfüllung des Zwecks der Drei Objektpartner gebildet wird, sich sphärisch um Gott bewegt und eins mit Gott wird. Dies bildet für alle Wesenheiten das grundlegende Fundament für den Empfang der göttlichen Herrschaft und aller erforderlichen Energien für ihr Leben. In der Welt des verwirklichten göttlichen Schöpfungszwecks verkörpern alle individuellen Wesenheiten Gottes ursprüngliches Wesen und Seine ursprüngliche Gestalt und treten in sphärische Bewegungen ein, die das Fundament der Herrschaft Gottes bilden. Gott ist dann allgegenwärtig.
2.5 Vermehrung des Lebens
Damit Lebewesen ihre Spezies erhalten, müssen sie sich fortpflanzen. Diese Vermehrung geschieht durch Ursprung-Teilung-Einheit auf der Basis guter Wechselbeziehungen. Beispielsweise entwickeln sich Samen zu Blumen mit Staubgefäßen und Stempeln; durch die Übertragung von Pollen produzieren sie Samen und vermehren ihre Art. Männliche und weibliche Tiere wachsen zur Geschlechtsreife heran, werben um Partner, paaren sich und tragen ihren Nachwuchs aus. Die Zellen in Tieren und Pflanzen teilen sich durch Geben und Empfangen.
Wenn der Körper gemäß dem Willen des Geistes agiert und daher Geist und Körper in Geben und Empfangen kooperieren, lebt das Individuum ein sinnvolles Leben. Diese Person wird zum Anziehungspunkt für Menschen gleicher Gesinnung. Durch ihre gemeinsame Tätigkeit wird die Gruppe wachsen. Man kann also sagen, dass das Universum gebildet wird, indem unzählige Manifestationen von Gottes ursprünglichem Sông Sang und ursprünglichem Hyông Sang sich durch Geben und Empfangen in Einklang mit dem Zweck der Schöpfung vermehren.
2.6 Warum besitzen alle Wesenheiten polare Wesenszüge?
Jede Wesenheit benötigt Energie, um existieren zu können. Energie wird ausschließlich durch Geben und Empfangen generiert. Nichts kann ohne einen Partner Austausch haben. Um die Kräfte für ihre Existenz zu erzeugen, muss eine Wesenheit polare Merkmale enthalten, also einen Subjekt- und einen Objektpartner, die den Vorgang des Gebens und Empfangens aufnehmen können.
Eine Bewegung, die geradeaus in eine Richtung führt, kann nicht ewig weitergeführt werden. Um von ewiger Natur sein zu können, muss sich alles kreisförmig bewegen; Geben und Empfangen zwischen einem Subjekt- und einem Objektpartner sind Voraussetzung für jeden Bewegungskreislauf. Das gilt selbst für Gott: Seine polaren Wesenszüge ermöglichen Ihm ewige Existenz. Damit Gottes Schöpfung Seiner ewigen Natur ähneln und Ihm ewiger Objektpartner sein kann, muss sie gleichfalls aus polaren Wesenszügen aufgebaut sein. Auch die Zeit erhält ihre Unaufhörlichkeit durch ihre wiederkehrenden Zyklen.
- Abschnitt 1. Polare Wesenszüge Gottes und des geschaffenen Universums
- Abschnitt 2. Universale Ursprungsenergie, Vorgang des Gebens und Empfangens und die Vier-Positionen-Grundstruktur
- Abschnitt 3. Der Zweck der Schöpfung
- Abschnitt 4. Ursprünglicher Wert
- Abschnitt 5. Das Universum: der Schöpfungsverlauf und die Wachstumsperiode
- Abschnitt 6. Die Geistige und die Physische Welt und die zentrale Stellung des Menschen