Abschnitt 2. Die Vorsehung der Wiederherstellung unter Moses Führung
2.1 Überblick über die Vorsehung unter Moses Führung
Die Vorsehung der Wiederherstellung unter Moses Führung baute auf dem Fundament auf, das in Abrahams Familie errichtet worden war. Trotzdem musste nach dem Prinzip Mose selbst das Fundament für den Messias errichten, indem er durch Wiedergutmachung das Glaubensfundament und das substanzielle Fundament wiederherstellte. Wenn eine Hauptperson der Vorsehung ausgetauscht wird, kann die neue Hauptperson den Willen der Vorsehung erst dann ererben, wenn sie eine ähnliche Verantwortung für sich selbst erfüllt hat. In diesem Fall musste das Fundament auch deswegen neu errichtet werden, weil sich der Bereich der Vorsehung von der Ebene der Familie auf die Ebene einer Nation ausgedehnt hatte. Wie wir noch sehen werden, waren in der Vorsehung der Wiederherstellung unter Moses Führung die Wiedergutmachungsbedingungen, die für diese Fundamente erfüllt werden mussten, anders als zuvor.
2.1.1 Das Glaubensfundament
2.1.1.1 Die Hauptperson für die Wiederherstellung des Glaubensfundaments
Mose war die Hauptperson für die Wiederherstellung des Glaubensfundaments. Die 400 Jahre Sklaverei, die sich wegen Abrahams Fehler beim symbolischen Opfer ergeben hatten, waren abgelaufen. So musste am Beginn des Rückwegs in das verheißene Land Kanaan von neuem ein Glaubensfundament errichtet werden. Bevor wir untersuchen, wie Mose das Glaubensfundament errichtet hat, wollen wir die vorsehungsgemäße Position von Mose im Hinblick auf Jesus näher betrachten und dann im nächsten Abschnitt herausfinden, worin er sich von Adam, Noach und Abraham unterscheidet, die ja auch berufen waren, das Glaubensfundament zu errichten.
Erstens: Mose stand in der Position Gottes und handelte an Seiner Stelle. Gott sagte zu Mose, dass er Aaron gegenüber wie Gott sein sollte. (Ex 4,16) Er sagte auch: „Hiermit mache ich dich für den Pharao zum Gott; dein Bruder Aaron soll dein Prophet sein.“ (Ex 7,1)
Zweitens: Gott setzte Mose als Modell für Jesus ein. Indem Gott Mose vor Aaron und dem Pharao in Seiner Position auftreten ließ, setzte Er ihn als Vorbild für Jesus ein, der als die einzige Inkarnation Gottes kam. Wie Johannes der Täufer nach ihm 40 sollte Mose für Jesus den Weg ebnen.
Als ein Nachkomme Jakobs, der das Fundament für den Messias errichtet hatte, konnte Mose in der Zeit der Vorsehung der Wiederherstellung als Hauptperson dienen. Auf seinem von der Vorsehung bestimmten Weg baute Mose auf der Tradition und den Taten seines Stammvaters Jakob auf. Ihre Wege dienten als Modell für den Weg, den Jesus später gehen würde.
Mose stand ebenfalls auf dem Fundament, das Josef errichtet hatte, als er nach Ägypten kam. Auch das Leben Josefs hatte für Jesus Vorbildcharakter. Als Sohn Rahels (Jakobs Frau, die Gottes Seite repräsentierte) und jüngerer Bruder der Söhne Leas (Jakobs Frau, die Satans Seite repräsentierte) stand Josef in der Position Abels. Mit knapper Not entkam er dem Plan seiner älteren Brüder, ihn zu töten. Schließlich wurde er an Händler verkauft und gelangte so als Sklave nach Ägypten. Doch als er 30 Jahre alt war, stieg er zum Rang eines Vizekönigs auf. Seine Brüder und sein Vater kamen nach Ägypten und verneigten sich demütig vor ihm. Damit wurde ein prophetischer Traum, den Josef als Kind gehabt hatte (Gen 37,5-11), Wirklichkeit. Auf der Basis dieses providenziellen Sieges kamen die Israeliten nach Ägypten. Es begann für sie eine Zeit der Unterdrückung, um Satans Fesseln abzuschütteln.
Der Weg Josefs kündigte den Weg an, den Jesus später gehen sollte. Auch Jesus sollte in die satanische Welt kommen, eine Zeit großer Drangsal durchstehen und mit 30 Jahren König der Könige werden. Er sollte die gesamte Menschheit, seine eigenen Vorfahren mit eingeschlossen, dazu bringen, sich ihm unterzuordnen, ihre Fesseln zur satanischen Welt durchschneiden und sie in den Bereich Gottes wiederherstellen.
Das Säuglingsalter Moses, seine Kindheit und sein Tod dienten als Vorbild für den Weg Jesu. Bei seiner Geburt bestand für Mose die Gefahr, vom Pharao getötet zu werden. Nachdem ihn seine Mutter im Verborgenen gestillt hatte, kam Mose in den Palast des Pharao und wurde mitten unter seinen Feinden wohl behütet erzogen. Ebenso befand sich Jesus unter König Herodes in Todesgefahr. Seine Mutter brachte ihn nach Ägypten, zog ihn dort heimlich auf und brachte ihn danach in den Herrschaftsbereich Herodes zurück, wo er unter seinen Feinden groß wurde. Nach Moses Tod wusste niemand, wo sein Körper geblieben war; (Dtn 34,6) das deutete an, was mit dem Körper Jesu nach seinem Tod geschehen würde.
In all diesen Bereichen war Moses Weg der Wiederherstellung Kanaans auf nationaler Ebene ein Vorbild für Jesu Weg der Wiederherstellung Kanaans auf weltweiter Ebene.
Und wie wir schon früher festgestellt haben, bestätigt die Bibel durch Moses (Dtn 18,18-19) und Jesu (Joh 5,19) Worte, dass Gott durch das Leben von Mose ein Modell für Jesus enthüllt hat, das den Weg, den Jesus in Zukunft gehen würde, aufzeigt.
2.1.1.2 Das Objekt für die Bedingung zur Wiederherstellung des Glaubensfundaments
Die Position Moses war anders als die früherer Hauptpersonen, die mit der Errichtung des Glaubensfundaments betraut waren. Im Unterschied zu Abel, Noach und Abraham brauchte Mose kein symbolisches Opfer darzubringen. Vielmehr konnte er das Glaubensfundament dadurch errichten, dass er lediglich Gottes Wort gehorchte und eine Grundlage der Zahl 40 für die Trennung von Satan erfüllte. Dafür gibt es drei Gründe:
Erstens: Mose stand auf dem Fundament der drei erfolgreich dargebrachten symbolischen Opfer von Abel, Noach und Isaak. Sie hatten die Vorsehung in Bezug auf die symbolische Opferung vollständig erfüllt.
Zweitens: Die symbolischen Opfer waren Objekte für die Bedingung, die ein notwendiger Ersatz für das Wort geworden war. Denn seitdem die ersten menschlichen Vorfahren das Wort Gottes beim Fall verloren hatten, waren die Menschen nicht mehr fähig, Gottes Wort direkt zu empfangen. Daher wurden in der Zeit der Vorsehung für das Fundament der Wiederherstellung (die Zeit von Adam bis Abraham), Opfergaben als Objekte für die Bedingung zur Errichtung des Glaubensfundaments dargebracht. Doch zu Moses Zeit war dieses Zeitalter abgeschlossen. Die Menschheit hatte eine neue Epoche begonnen, das Zeitalter der Vorsehung der Wiederherstellung (Altes Testament), in der sie Gottes Wort wieder direkt empfangen konnte. Daher war es nicht mehr notwendig, ein symbolisches Opfer darzubringen, um das Glaubensfundament zu errichten.
Drittens: Da die Vorsehung, die mit Adams Familie begonnen hatte, immer wieder verlängert wurde, waren bestimmte Wiedergutmachungsbedingungen notwendig, um die Perioden der Vorsehung, die von Satan entweiht worden waren, wiederherzustellen. Als Noach das Glaubensfundament errichtete, musste er zunächst eine Grundlage der Zahl 40 für die Trennung von Satan erfüllen; in dieser Zeit lebte er in der Arche. Nachdem Abraham die vorangegangene Periode von 400 Jahren wiederhergestellt hatte und dadurch auf der 40-tägigen Grundlage für die Trennung von Satan stand, konnte er das symbolische Opfer darbringen, um das Glaubensfundament zu errichten. Die Israeliten litten 400 Jahre als Sklaven in Ägypten, um eine Grundlage der Zahl 40 für die Trennung von Satan zu erfüllen und um dadurch das Glaubensfundament, das wegen Abrahams Fehler von Satan beansprucht worden war, wiederherzustellen. Desgleichen konnte im Zeitalter der Vorsehung der Wiederherstellung eine Hauptperson das Glaubensfundament errichten, solange sie fest auf der vollendeten Grundlage der Zahl 40 für die Trennung von Satan stand. Dabei musste sie Gottes Wort befolgen, da jetzt kein Objekt für die Bedingung mehr als Ersatz für das Wort erforderlich war.
2.1.2 Das Substanzielle Fundament
Im Zeitalter der Vorsehung für das Fundament der Wiederherstellung arbeitete Gott daran, das substanzielle Fundament auf der Familienebene zu errichten. Beim Eintritt in das Zeitalter der Vorsehung der Wiederherstellung arbeitete Gott daran, das substanzielle Fundament auf nationaler Ebene zu errichten. Da Mose dem Volk gegenüber in der Position Gottes stand und Jesus repräsentierte, stand er auch in der Position von Eltern den Israeliten gegenüber, als sie das Glaubensfundament auf nationaler Ebene errichteten. Gleichzeitig war Mose der Prophet, der den Weg für Jesus vorbereiten sollte. Folglich stand er in der Position eines Kindes von Jesus, der als Wahre Eltern kommen sollte. Daher stand Mose im Hinblick auf die Israeliten in der Position Abels als Hauptperson für die Errichtung des substanziellen Fundaments auf nationaler Ebene.
Wir rufen uns in Erinnerung, dass Abel das symbolische Opfer in der Position der Eltern anstelle von Adam darbrachte. Dadurch war er berechtigt, das substanzielle Opfer in der Position eines Kindes darzubringen. Ebenso stand Mose in einer doppelten Position: in der von Eltern und in der eines Kindes. Als er durch Wiedergutmachung das Glaubensfundament wiederherstellte, stand er in der Position von Eltern. Damit stellte er sich auch in die Position Abels. Für die Errichtung des substanziellen Fundaments stand er dann in der Position eines Kindes.
Nachdem Mose einmal die Position Abels erlangt hatte, sollten die Israeliten, die in der Position Kains standen, durch ihren Gehorsam Mose gegenüber die Wiedergutmachungsbedingung zur Beseitigung der gefallenen Natur auf nationaler Ebene erfüllen. Dadurch hätten sie das substanzielle Fundament auf nationaler Ebene erfüllt.
2.1.3 Das Fundament für den Messias
Mose sollte durch Wiedergutmachung das Glaubensfundament auf nationaler Ebene und die Israeliten sollten unter seiner Führung durch Wiedergutmachung das substanzielle Fundament auf nationaler Ebene wiederherstellen. Das hätte das Fundament für den Messias auf nationaler Ebene gebildet und wäre die Grundlage für eine eigenständige Nation gewesen, in die der Messias hätte kommen können. Die Israeliten hätten dann den Messias empfangen, durch ihn neu geboren, von ihrer Ursprünglichen Sünde befreit und durch die Vereinigung mit Gottes Herz zu ihrer Ursprünglichen Natur wiederhergestellt werden können. Auf diese Weise hätten sie das höchste Ziel erreicht und wären vollkommene Menschen geworden.
2.2 Die Wege der Wiederherstellung Kanaans auf nationaler Ebene unter Moses Führung
Mose führte die Israeliten mit Zeichen und Wundern aus Ägypten, der satanischen Welt, leitete sie durch das Rote Meer und ließ sie durch die Wüste ziehen. Danach betraten sie das gelobte Land Kanaan. Das deutete den Weg an, auf dem Jesus später die Christen, das zweite Israel, führen würde. Mit Zeichen und Wundern würde Jesus die Christen aus dem Leben der Sünde zu sich nehmen und sie sicher durch die tobende See des Bösen leiten. Er würde sie durch eine Wüste ohne Leben spendendes Wasser führen und sie danach in den von Gott verheißenen Garten Eden bringen.
Der Weg der Wiederherstellung Kanaans auf nationaler Ebene unter Moses Führung wurde zweimal verlängert, weil die Israeliten immer wieder in Unglauben verfallen waren. Auch der Weg der Wiederherstellung Kanaans auf weltweiter Ebene unter Jesu Führung musste dreimal beschritten werden, weil Johannes der Täufer und die Juden jener Tage nicht glaubten. Um nicht zu weit ausholen zu müssen, soll hier kein näherer Vergleich zwischen Moses Weg und Jesu Weg gemacht werden. Doch die Parallelen werden klar, wenn man diesen Abschnitt mit dem nächsten vergleicht.
2.2.1 Der erste Weg der Wiederherstellung Kanaans auf nationaler Ebene
2.2.1.1 Das Glaubensfundament
Nach 400 Jahren Sklaverei in Ägypten endete die Zeit der Wiedergutmachung, die für die Israeliten wegen Abrahams Fehler notwendig geworden war. Damit Mose zur Hauptperson für die Wiederherstellung des Glaubensfundaments werden und sich dafür qualifizieren konnte, die Israeliten aus Ägypten zu führen, musste er zuerst als Einzelperson die nationale Wiedergutmachungsperiode von 400 Jahren ererben und eine Grundlage der Zahl 40 für die Trennung von Satan erfüllen. Darüber hinaus musste Mose durch Wiedergutmachung die Zahl 40 wiederherstellen, die der gefallene Adam hätte erfüllen sollen, um sein Glaubensfundament zu errichten. (vgl. Perioden 2.4) Um diese Ziele zu erreichen, wurde Mose in den Palast des Pharao gebracht, ins Zentrum der satanischen Welt, wo er 40 Jahre (Apg 7,23) verbrachte.
Während er im Palast wohnte, erzog ihn seine Mutter. Von niemandem erkannt, wurde sie als seine Amme angestellt. Heimlich weckte sie in ihm das Bewusstsein und den Stolz, zum auserwählten Volk zu gehören. Trotz eines luxuriösen Lebens im Palast stand Mose ergeben und treu zu seiner israelitischen Abstammungslinie. Nach 40 Jahren verließ er den Palast: „Lieber wollte er sich mit dem Volk Gottes misshandeln lassen, als flüchtigen Genuss von der Sünde zu haben.“ (Hebr 11,25) Daher erfüllte Mose während seines 40-jährigen Lebens im Palast des Pharao die Grundlage der Zahl 40 für die Trennung von Satan und stellte dadurch das Glaubensfundament wieder her.
2.2.1.2 Das Substanzielle Fundament
Mose war in der doppelten Position von Eltern und Kind. Als er das Glaubensfundament legte, kam er auch in die Position Abels für das substanzielle Fundament. Die Israeliten, die in der Position Kains standen, sollten Mose nachfolgen und ihm gläubig gehorchen. Indem sie Gottes Willen von Mose ererbten und das Gute vermehrten, würden sie die Wiedergutmachungsbedingung zur Beseitigung der gefallenen Natur auf nationaler Ebene erfüllen und das substanzielle Fundament auf nationaler Ebene errichten. Die Israeliten sollten also das substanzielle Fundament errichten, indem sie seit ihrem Auszug aus Ägypten bis zu ihrem Einzug in das gelobte Land Kanaan Mose nachfolgten.
Gott eröffnete die Vorsehung für den Beginn, als Mose den Ägypter tötete. Als Mose sah, dass ein ägyptischer Aufseher einen seiner Brüder misshandelte, wurde er von brennender Liebe zu seinem Volk erfasst; er schlug zu und tötete den Mann. (Ex 2,11-12) Das war in gewisser Weise ein Ausdruck des Herzens Gottes, das vor Entrüstung brannte, als Er auf das Elend Seines Volkes schaute. (Ex 3,7) Ob die Israeliten den Weg der Rückkehr nach Kanaan erfolgreich beginnen konnten, hing von der Beantwortung der Frage ab, ob sie sich mit Mose vereinigen konnten oder nicht.
Als Mose den Ägypter erschlug, verwendete Gott diese Handlung, um Folgendes zu erreichen. Erstens: Der Erzengel brachte die ersten menschlichen Vorfahren zu Fall und veranlasste Kain, seinen Bruder Abel zu töten. Das waren die Bedingungen, durch die Satan den Verlauf der sündigen Geschichte von der Position des ältesten Sohnes her kontrollierte. Bevor nun Gott mit der Vorsehung der Wiederherstellung Kanaans beginnen konnte, musste jemand auf der Seite Gottes, der in der Position des ältesten Sohnes stand, die Bedingung erfüllen und diese Position durch Wiedergutmachung wiederherstellen, indem er sich gegenüber jemandem auf der Seite Satans als der Stärkere erwies. Zweitens: Diese Handlung schnitt jede noch bestehende Bindung, die Mose an den Palast Pharaos hatte, wirkungsvoll ab und brachte ihn in eine Lage, in der er nicht mehr zurückkehren konnte. Drittens: Durch diese Handlung wollte Gott die Israeliten dazu bringen, Mose zu vertrauen, indem Er ihnen zeigte, dass Mose ein patriotischer Israelit war. Wie wir noch sehen werden, waren diese Gründe vergleichbar mit jenen, die dafür ausschlaggebend waren, dass Gott im zweiten Weg der Wiederherstellung Kanaans alle Erstgeborenen unter den Ägyptern und ihrem Vieh schlug.
Die Israeliten, die bemerkt hatten, dass Mose den Ägypter getötet hatte, sollten von seiner Liebe zu Israel tief inspiriert sein, wie es Gott ja auch war. Hätten sie so gefühlt, dann hätten sie Mose respektiert, ihm vertraut und wären ihm mit Begeisterung nachgefolgt. Dann hätte Gott sie unter Moses Führung direkt in das Land Kanaan bringen können, wo sie das substanzielle Fundament errichtet hätten. Sie hätten nicht das Rote Meer durchqueren oder durch die Wüste Sinai ziehen müssen, sondern hätten den direkten Weg durch das Land der Philister genommen. Auf einem Weg von 21 Tagen hätten sie Jakobs 21 Jahre in Haran wiederhergestellt.
Später, auf dem zweiten nationalen Weg, hatte Gott guten Grund, den Israeliten zu misstrauen, denn dadurch, dass sie Mose beim ersten Mal nicht folgten, konnte der erste nationale Weg erst gar nicht beschritten werden. Es steht geschrieben: „Als der Pharao das Volk ziehen ließ, führte sie Gott nicht den Weg ins Philisterland, obwohl er der kürzere war. Denn Gott sagte: Die Leute könnten es sonst, wenn sie Krieg erleben, bereuen und nach Ägypten zurückkehren wollen.“ (Ex 13,17) Auf dem zweiten Weg der Wiederherstellung Kanaans auf nationaler Ebene führte Gott das Volk durch das Rote Meer und auf einem Umweg durch die Wüste, denn Er fürchtete, dass sie ihren Glauben verlieren und nach Ägypten zurückkehren könnten, ohne ihren Weg zu vollenden.
2.2.1.3 Das Scheitern des ersten Weges der Wiederherstellung Kanaans auf nationaler Ebene
Hätten die Israeliten (Kain) mit ganzem Herzen Mose (Abel) gehorcht und wären ihm gefolgt, um nach Kanaan zurückzukehren, hätten sie die Wiedergutmachungsbedingung zur Beseitigung der gefallenen Natur auf nationaler Ebene erfüllt und das substanzielle Fundament errichtet. Doch es kam anders. Als sie sahen, dass Mose den Ägypter umbrachte, missverstanden sie ihn und redeten schlecht von ihm: Als er am nächsten Tag wieder hinausging, sah er zwei Hebräer miteinander streiten. Er sagte zu dem, der im Unrecht war: Warum schlägst du deinen Stammesgenossen? Der Mann erwiderte: Wer hat dich zum Aufseher und Schiedsrichter über uns bestellt? Meinst du, du könntest mich umbringen, wie du den Ägypter umgebracht hast? Da bekam Mose Angst und sagte: Die Sache ist also bekannt geworden. Der Pharao hörte von diesem Vorfall und wollte Mose töten. (Ex 2,13-15) Mose hatte keine andere Wahl, als vor dem Pharao zu fliehen. Widerwillig verließ er die Israeliten und floh in die Wüste von Midian. Das substanzielle Fundament war zerstört und der Weg der Israeliten zur Wiederherstellung Kanaans unter Moses Führung musste ein zweites und schließlich ein drittes Mal wiederholt werden.
2.2.2 Der zweite Weg der Wiederherstellung Kanaans auf nationaler Ebene
2.2.2.1 Das Glaubensfundament
Als der erste Weg der Wiederherstellung Kanaans auf nationaler Ebene wegen des Unglaubens der Juden scheiterte, beanspruchte Satan die 40 Jahre, die Mose im Palast des Pharao verbracht hatte. In dieser Zeit hatte Mose das Glaubensfundament errichtet. Damit nun Mose den zweiten Weg der Wiederherstellung Kanaans beginnen konnte, musste er nochmals ein Glaubensfundament errichten und dafür abermals eine Periode von 40 Jahren erfüllen, um durch Wiedergutmachung seine verlorenen 40 Jahre im Palast wiederherzustellen. Das war der Grund für Moses 40-jährigen Aufenthalt in der Wüste von Midian. (Apg 7,30) In dieser Zeit von 40 Jahren wurde für die Israeliten das Leben in Ägypten als Strafe für ihren Unglauben Mose gegenüber noch schwieriger.
Mose legte in den 40 Jahren, die er in der Wüste von Midian verbrachte, eine zweite Grundlage der Zahl 40 für die Trennung von Satan. Er stellte das Glaubensfundament wieder her, das notwendig war, um den zweiten Weg der Wiederherstellung Kanaans auf nationaler Ebene beginnen zu können. Gott erschien Mose und sprach: Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen, und ihre laute Klage über ihre Antreiber habe ich gehört. Ich kenne ihr Leid. Ich bin herabgestiegen, um sie der Hand der Ägypter zu entreißen und aus jenem Land hinaufzuführen in ein schönes, weites Land, in ein Land, in dem Milch und Honig fließen, in das Gebiet der Kanaaniter ... Jetzt ist die laute Klage der Israeliten zu mir gedrungen, und ich habe gesehen, wie die Ägypter sie unterdrücken. Und jetzt geh! Ich sende dich zum Pharao. Führe mein Volk aus Ägypten heraus. (Ex 3,7-10)
2.2.2.2 Das Substanzielle Fundament
Nachdem Mose in der Wüste von Midian das Glaubensfundament wiederhergestellt hatte, gelangte er damit auch in die Position Abels. Hätten also die Israeliten in der Position Kains beim ersten Weg der Wiederherstellung Kanaans auf nationaler Ebene Mose geglaubt und wären ihm mit festem Glauben und Gehorsam gefolgt, so hätten sie das verheißene Land betreten, das Land, in dem Milch und Honig fließen. Dadurch hätten sie die Wiedergutmachungsbedingung zur Beseitigung der gefallenen Natur erfüllt und das substanzielle Fundament errichtet.
Gott startete Seine Vorsehung für den Beginn des ersten Weges der Wiederherstellung Kanaans auf nationaler Ebene, als Mose den Ägypter erschlug. Um in ähnlicher Weise die Vorsehung für den zweiten Weg der Wiederherstellung Kanaans auf nationaler Ebene zu beginnen, gewährte Gott Mose drei Wunderzeichen und zehn Plagen, um sich damit gegen die Ägypter zu behaupten.
Die Gründe, warum Gott Mose erlaubte, die satanische Seite zu schlagen, waren, wie wir bereits erklärt haben, folgende: Erstens sollte durch Wiedergutmachung die Position des ältesten Sohnes, die von Satan entweiht worden war, wiederhergestellt werden; zweitens sollten die Bindungen der Israeliten an die Ägypter abgeschnitten werden; und drittens sollte den Israeliten klar gemacht werden, dass Mose von Gott gesandt war. (Ex 4,1)
Es gab noch einen Grund, warum Mose die Ägypter schlagen konnte. Obwohl die Israeliten bereits die erforderliche Wiedergutmachungsperiode von 400 Jahren als Sklaven in Ägypten erfüllt hatten, hatten sie zusätzlich 30 Jahre Elend ertragen. (Ex 12,41) Gott hörte ihr Weinen und Jammern und antwortete ihnen mit Erbarmen. (Ex 2,24-25)
Die drei Wunderzeichen, die Gott Mose und Aaron vollbringen ließ, deuteten im Voraus das Wirken Jesu an.
Das erste Wunderzeichen bestand darin, dass Gott Mose befahl, seinen Stab auf die Erde zu werfen, der dann zu einer Schlange wurde. (Ex 4,3-9) Als Aaron später auf Moses Befehl dieses Zeichen vor dem Pharao vollbrachte, rief der Pharao seine Zauberer herbei. Sie warfen ihre Stäbe auf die Erde, die ebenfalls zu Schlangen wurden. Doch Aarons Schlange verschlang ihre Schlangen. (Ex 7,10-12) Dieses Zeichen deutete symbolisch an, dass Jesus als Retter kommen und die satanische Welt zerstören wird.
Der Stab symbolisierte Jesus. So wie der Stab vor Mose, der in der Position Gottes stand, wunderbare Kraft zeigte, sollte Jesus mit gleicher Macht kommen und selbst Wunder vollbringen. Überdies gewährt ein Stab Schutz und Hilfe für die Menschen; man kann sich darauf stützen. Er kann gegen Unrecht eingesetzt werden und den Menschen den rechten Weg zeigen. Als Symbol für Jesus zeigte Moses Stab die Mission auf, die Jesus bei seinem Kommen zu erfüllen hatte.
Die Verwandlung von Moses Stab in eine Schlange symbolisierte auch das Wirken Jesu. Jesus nahm auf sich selbst Bezug, als er sagte: „Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden.“ (Joh 3,14) Zu den Jüngern sagte er: „Seid daher klug wie die Schlangen.“ (Mt 10,16) Jesus meinte damit, dass er als die kluge Schlange gekommen ist, die die Menschen auf den Weg des Guten führt. Er musste daher durch Wiedergutmachung den Fall wiederherstellen, den eine böse Schlange verursacht hatte, indem sie die ersten menschlichen Vorfahren listig verführte. Die Jünger sollten die Weisheit Jesu lernen und die Menschen auf den Weg des Guten führen. Die Tatsache, dass Moses Schlange die Schlangen der Zauberer verschlang, deutete an, dass Jesus als himmlische Schlange kommen würde, um Satan, die böse Schlange, zu vertilgen und zu zerstören.
Das zweite Wunderzeichen bestand darin, dass Gott Mose befahl, seine Hand in seinen Gewandbausch zu stecken; sie wurde von Aussatz befallen. Dann befahl ihm Gott, seine Hand ein zweites Mal in seinen Gewandbausch zu stecken; und sie war geheilt. (Ex 4,6-7) Dieses Wunder deutete symbolisch an, dass Jesus als zweiter Adam kommen und gemeinsam mit der für ihn vorgesehenen Braut (der zweiten Eva, später in Gestalt des Heiligen Geistes) (vgl. Christologie 4.1. Bei der Beschreibung der Vorbedeutung von Jesu Weg verwendet der koreanische Text den Begriff „Heiliger Geist“ und bezieht sich dann auf den weiblichen Objektpartner Jesu. Doch der Heilige Geist wurde nur auf geistige Weise der weibliche Objektpartner Jesu, denn er wurde gekreuzigt, ohne Gottes Vorsehung erfüllt zu haben. Diese Vorsehung beinhaltet auch, dass Jesus auf Erden eine Braut hätte haben sollen. Gemeinsam hätten Jesus und die für ihn vorgesehene Braut die Hochzeit des Lammes feiern und zu Wahren Eltern werden sollen. Um der Klarheit willen verwenden wir den Ausdruck „die für ihn vorgesehene Braut“, wenn der Text von Jesu Braut auf Erden spricht. (A.d.R.)) das Werk der Erlösung durchführen würde.
Als Mose zum ersten Mal die Hand in seinen Gewandbausch steckte und sie vom Aussatz befallen wurde, symbolisierte diese Handlung den Erzengel, der Eva an seine Brust drückte. Dieser Akt befleckte die Menschheit mit unheilbarer Sünde. Als Mose zum zweiten Mal seine Hand in den Gewandbausch steckte und sie geheilt wurde, deutete dies an, dass Jesus, der Wahre Vater, kommen und seine Braut, die Wahre Mutter, wiederherstellen sollte. Beide würden die Menschheit umarmen, damit die Menschen neu geboren werden könnten, „so wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel nimmt.“ (Mt 23,37) Damit wäre die Wiederherstellung vollendet.
Für das dritte Wunderzeichen gab Gott Mose die Anweisung, Wasser aus dem Nil auf den Boden zu schütten, das dann zu Blut wurde. (Ex 4,9) Die Symbolik dieses Wunderzeichens liegt im Wasser, einer anorganischen Substanz, das in Blut, die Substanz des Lebens, verwandelt wurde. Wasser ist ein biblisches Symbol für die gefallenen Menschen (Offb 17,15), die kein Leben in sich haben. Daher deutete dieses Wunderzeichen an, dass Jesus und der Heilige Geist kommen und die gefallenen Menschen, die ihr Leben verloren hatten, auferwecken würden, damit sie lebendige Kinder Gottes werden.
Gott ließ Mose und Aaron diese drei Wunderzeichen vollbringen, damit sie die symbolischen Wiedergutmachungsbedingungen erfüllten, aufgrund derer Jesus und der Heilige Geist später als Wahre Eltern zum Volk Israel kommen würden. Sie würden dann die ursprüngliche Vier-Positionen-Grundstruktur wiederherstellen, die an Satan verloren gegangen war, und es allen Menschen ermöglichen, als ihre Kinder von neuem geboren zu werden.
Als Mose Gott um jemanden bat, der an seiner Stelle sprechen sollte, da er selbst nicht redegewandt war, wählte Gott Moses älteren Bruder Aaron (Ex 4,14) und die Prophetin Mirjam, Aarons Schwester. (Ex 15,20) Dies kündigte symbolisch an, dass Jesus und die für ihn vorgesehene Braut, die Verkörperungen des Wortes, kommen würden (Joh 1,14), um die Menschen, die beim Fall das Wort verloren hatten, wiederherzustellen. Auf dem Weg der Wiederherstellung Kanaans wurde Aaron und Mirjam die Mission übertragen, sich nach dem Willen von Mose, der in der Position Gottes war, zu richten und an seiner Stelle Führungsaufgaben wahrzunehmen. In Zukunft würden sich Jesus und der Heilige Geist auf dem Weg der Wiederherstellung Kanaans auf weltweiter Ebene nach Gottes Willen richten und die Mission übernehmen, unsere Sünden zu tilgen.
Auf Gottes Geheiß ging Mose zum Pharao. Auf dem Weg dorthin erschien ihm der Herr und versuchte ihn zu töten. Als Moses Frau Zippora ihren Sohn beschnitt, wurde Moses Leben gerettet. (Ex 4,24-26) Sie half Mose, die Prüfung zu bestehen, und rettete ihre Familie. Diese Beschneidung ermöglichte es den Israeliten, aus Ägypten befreit zu werden. Das deutete an, dass sogar beim Kommen Jesu Gottes Erlösungswerk erst erfüllt werden könnte, wenn das Volk Israel einen Prozess der inneren Beschneidung durchlaufen hat.
Wir wollen die Bedeutung der Beschneidung näher untersuchen. Als die ersten menschlichen Vorfahren aufgrund ihrer sexuellen Beziehung mit Satan fielen, ererbten sie das Blut des Todes durch das männliche Geschlechtsorgan. Auf dem Weg der Wiederherstellung der gefallenen Menschen zu Kindern Gottes führte Gott den Ritus der Beschneidung als Wiedergutmachungsbedingung ein. Dabei wird die Vorhaut des männlichen Geschlechtsorgans abgeschnitten und etwas Blut vergossen. Die Beschneidung bedeutet die Beseitigung des todbringenden Blutes. Sie ist auch ein Zeichen für die Wiederherstellung des Rechts des Menschen auf Herrschaft und ein Zeichen der Verheißung, dass Gott die Menschen als seine wahren Kinder wiederherstellen wird. Es gibt drei Arten der Beschneidung: die Beschneidung des Herzens (Dtn 10,16), die Beschneidung der Vorhaut (Gen 17,10-11) und die Beschneidung aller Dinge (Lev 19,22-23).
Mit Hilfe der zehn Plagen veranlasste Gott Mose, die Israeliten aus Ägypten zu befreien. (Ex 7,14-12,36) Auch dies deutete an, dass in Zukunft Jesus mit Zeichen und Wundern kommen würde, um Gottes auserwähltes Volk zu retten. Als Jakob einundzwanzig schwierige Jahre in Haran verbrachte, betrog Laban Jakob zehnmal und verweigerte ihm seinen gerechten Lohn. (Gen 31,7) Auf Moses Weg, der nach dem Muster von Jakobs Weg verlief, quälte der Pharao die Israeliten nicht nur über die vorbestimmte Zeit hinaus, sondern er betrog sie auch zehnmal, indem er ihnen versprach, sie ziehen zu lassen, diese Versprechen jedoch nie einhielt. Als Entschädigung dafür war Gott berechtigt, den Pharao mit den zehn Plagen zu schlagen.
Die neunte und zehnte Plage hatten eine besondere Bedeutung.
In der neunten Plage hüllte Gott Ägypten drei Tage in dichte Finsternis, während es in der Gegend, wo die Israeliten wohnten, hell blieb. (Ex 10,21-23) Das bedeutete, dass beim Kommen Jesu Satans Bereich von Dunkelheit eingehüllt sein würde, während auf Gotts Volk Licht scheinen und beide Seiten voneinander getrennt würden.
In der zehnten Plage tötete Gott alle Erstgeborenen der Ägypter und die Erstgeburt ihres Viehs. Die Israeliten jedoch wies Er an, die Türpfosten und Türstürze ihrer Häuser mit Lammblut zu bestreichen, damit der Engel des Todes an ihnen vorübergehen würde. Die Erstgeborenen der Ägypter waren auf der satanischen Seite und in der Position Kains. Gott schlug sie, um die Israeliten, die in der Position des zweiten Sohnes Abel standen, zur Position des ältesten Sohnes wiederherzustellen. Satan hatte die Position des ältesten Sohnes an sich gerissen und damit die Führungsposition im Verlauf der Geschichte übernommen und sich vor Gott gestellt. (vgl. Parallelen 7) Diese Plage kündigte an, dass die Seite Satans bei der Ankunft Jesu zugrunde geht, während die Seite Gottes in der Position des zweiten Sohnes durch das erlösende Blut Jesu gerettet wird.
Mose nahm große Reichtümer aus Ägypten mit. Das deutete die Wiederherstellung aller Dinge beim Kommen Jesu an.
Nach jeder Plage verhärtete Gott das Herz des Pharao. (Ex 4,21; 10,27) Dafür gab es verschiedene Gründe. Erstens wollte Gott den Israeliten zeigen, dass Er Gott war, indem Er wiederholt Seine Macht manifestierte. (Ex 10,1-2) Zweitens wollte Gott, dass der Pharao alles versuchte, die Israeliten festzuhalten, bevor Er ihn dazu brachte, sie aufzugeben. Dadurch sollte der Pharao seine Machtlosigkeit erkennen und jede noch bestehende Verbindung zu den Israeliten aufgeben, nachdem sie abgezogen waren. Drittens wollte Gott, dass die Israeliten ihre Bindung an Ägypten lösten, indem Er in ihnen starke feindselige Gefühle Pharao gegenüber hervorrief.
Gott startete Seine Vorsehung für den Beginn des ersten Weges der Wiederherstellung Kanaans auf nationaler Ebene, als Mose den Ägypter erschlug. Doch dieser Weg kam zu einem raschen Ende, als die Israeliten Mose misstrauten. In der Vorsehung für den Beginn des zweiten Weges auf nationaler Ebene gewährte Gott den Israeliten die drei Wunderzeichen und die zehn Plagen. Als die Israeliten diese Wunder sahen, glaubten sie, dass Mose wirklich als ihr Führer von Gott gesandt war. Sie glaubten und folgten Mose, dem Abel-Typ, der das nationale Glaubensfundament errichtet hatte. Daher konnten die Israeliten den zweiten Weg der Wiederherstellung Kanaans auf nationaler Ebene beginnen.
Doch die Wiedergutmachungsbedingung zur Beseitigung der gefallenen Natur verlangte von den Israeliten mehr als nur kurzzeitiges Vertrauen und Gehorsam gegenüber Mose, während er diese Wunder vollbrachte. Sie hatten bereits vorher versagt und die Bedingung nicht erfüllt. Daher hatte Satan den gesamten vorgesehenen Weg der Wiederherstellung Kanaans beansprucht. Nun mussten die Israeliten diesen Weg dadurch wiederherstellen, dass sie während ihrer Reise Mose vertrauten und ihm gehorchten. Nur auf diese Weise würden sie die Wiedergutmachungsbedingung zur Beseitigung der gefallenen Natur auf nationaler Ebene erfüllen. Bevor sie nicht die Wüste mit unerschütterlichem Glauben an Mose durchquert und das Land Kanaan betreten hatten, konnte das substanzielle Fundament auf nationaler Ebene nicht errichtet werden.
Die Vorsehung für den Beginn des zweiten Weges der Wiederherstellung Kanaans auf nationaler Ebene war mit größerer Gnade ausgestattet als der erste Weg. Da sich die Verlängerung durch den Unglauben der Israeliten ergeben hatte, war die Wiedergutmachungsbedingung, die sie erfüllen mussten, jedoch entsprechend schwieriger. Wären die Israeliten Mose beim ersten Weg gefolgt, hätte sie Mose auf direktem Weg durch das Land der Philister geführt, und sie hätten in einundzwanzig Tagen Kanaan erreicht. Diese Zeit entspricht den einundzwanzig Jahren Jakobs in Haran. Doch auf dem zweiten Weg führte Gott das Volk nicht auf dem direkten Weg. Er machte sich Sorgen, die Israeliten könnten wieder den Glauben verlieren und nach Ägypten zurückkehren, wenn sie auf die kriegerischen Philister stießen. (Ex 13,17) Stattdessen führte sie Gott auf einem langen Umweg durch das Rote Meer und durch die Wüste. Gott wollte sie erst nach einundzwanzig Monaten nach Kanaan bringen.
Für die Israeliten begann daher unter Moses Führung ein Weg von einundzwanzig Monaten durch die Wüste.
Diesen Weg wollen wir nun untersuchen und herausfinden, inwieweit er Jesus als Vorbild diente, um die Menschheit auf den Weg der Wiederherstellung Kanaans auf weltweiter Ebene zu führen.
Als Pharao Mose widerwillig erlaubte, dass die Israeliten in Ägypten Opfer darbringen durften, wollte Mose mehr und sagte: Das können wir nicht tun. Denn wir müssen dem Herrn, unserm Gott, Schlachtopfer darbringen, die bei den Ägyptern Anstoß erregen. Wenn wir vor ihren Augen Schlachtopfer darbringen, die bei ihnen Anstoß erregen, werden sie uns dann nicht steinigen? Wir sollen drei Tagesmärsche weit in die Wüste ziehen, und dem Herrn, unserm Gott, Schlachtopfer darbringen, wie er es uns gesagt hat. (Ex 8,22-23)
Mose verlangte drei Tage Zeit mit der Absicht, den Pharao zu täuschen und das ganze Volk aus Ägypten herauszuführen. Diese dreitägige Periode hatte dieselbe Bedeutung wie Abrahams dreitägige Reise zum Berg Morija, die er benötigte, um seine Bindung an Satan zu lösen, bevor er Isaak als Opfer darbringen konnte. Seit Abrahams Zeit ist das die Wiedergutmachungsperiode, die für die Trennung von Satan zu Beginn einer neuen Vorsehung notwendig ist. Als sich Jakob auf den Weg der Wiederherstellung Kanaans machte, gab es eine dreitägige Periode, in der er die Bindung an Satan durchtrennte, indem er Laban täuschte und Haran verließ. (Gen 31,19-22) Ebenso verlangte Mose am Beginn des nationalen Weges, drei Tage verreisen zu dürfen mit der Absicht, den Pharao zu täuschen und das Volk aus der Knechtschaft zu befreien. Auch Jesus würde den geistigen Weg der Wiederherstellung erst beginnen, nachdem er vor seiner siegreichen Auferstehung durch drei Tage der Trennung von Satan gegangen war.
Die Israeliten, die der Bibel zufolge an die 600.000 Mann zählten, brachen nach dem hebräischen Kalender am fünfzehnten Tag des ersten Monats von Ramses auf. (Ex 12,37; Num 33,3)
Während ihrer dreitägigen Reise bis zum ersten Lager in Sukkot hielten sie am Willen Gottes fest. Von dieser Zeit an gewährte ihnen Gott die Gnade einer Wolkensäule bei Tag und einer Feuersäule bei Nacht, um ihnen den Weg zu zeigen. (Ex 13,21) Die Wolkensäule, die die Israeliten bei Tag (Yang) führte, symbolisierte Jesus, der eines Tages die Israeliten auf den Weg der Wiederherstellung Kanaans auf weltweiter Ebene führen würde. Die Feuersäule bei Nacht (Yin) symbolisierte den Heiligen Geist, der sie als weiblicher Geist führen sollte.
Am Ufer des Roten Meeres streckte Mose auf Gottes Geheiß seinen Stab aus und teilte die Wasser; dann führte er die Israeliten trockenen Fußes hindurch. Als ihnen die Ägypter in ihren Streitwagen nachsetzten, schlossen sich die Wasser. Sie wurden überschwemmt und kamen in den Fluten um. (Ex 14,21-28) Wie bereits früher ausgeführt, repräsentierte Mose Gott dem Pharao gegenüber (Ex 7,1) und sein Stab symbolisierte Jesus, der in Zukunft die Macht Gottes manifestieren würde. Daher deutete dieses Wunder an, was beim Kommen Jesu geschehen wird. Satan wird denjenigen nachsetzen, die an Jesus glauben und ihm auf dem Weg der Wiederherstellung Kanaans auf weltweiter Ebene folgen. Doch Jesus wird seinen eisernen Stab (Offb 2,27; Ps 2,9. Der eiserne Stab (Zepter) bedeutet Gottes Wort; vgl. Eschatologie 3.2.2) heben und das tosende Meer (Die Bibel verwendet das Wort Wasser als Symbol für die sündige Welt (Offb 17,15). Daher wird diese Welt manchmal mit einem „tosenden Meer“ verglichen.) dieser Welt schlagen. Die Wasser werden sich teilen und einen ebenen Pfad freigeben, auf dem die Gläubigen wandeln können, während Satan auf seiner Verfolgungsjagd zugrunde gehen wird.
Die Israeliten durchquerten das Rote Meer und erreichten am fünfzehnten Tag des zweiten Monats die Wüste von Sin. Von da an bis zu jenem Tag, an dem sie bewohnbares Land erreichten, ernährte sie Gott mit Manna und Wachteln. (Ex 16,13-35) Manna und Wachteln bedeuteten das Leben spendende Fleisch und Blut Jesu, das Gott auf dem Weg der Wiederherstellung Kanaans auf weltweiter Ebene geben würde. Daher sagte Jesus: Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben ... Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben ... Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. (Joh 6,49-53)
Als die Israeliten die Wüste von Sin verließen und bei Refidim lagerten, gab es kein Trinkwasser. Gott gab Mose den Auftrag, den Fels am Horeb zu schlagen, damit daraus Wasser entspringe. Mose handelte dem Auftrag entsprechend und gab den Leuten Wasser, das ihnen das Leben rettete. (Ex 17,6) Paulus schrieb: „Und dieser Fels war Christus.“ (1 Kor 10,4) Daher deutete das Wunder vom Wasser aus dem Fels an, dass der Messias die ganze Menschheit mit dem Wasser des Lebens retten wird, von dem Jesus sagte: „Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben.“ (Joh 4,14)
Die zwei Steintafeln, die Mose auf dem Berg Sinai erhalten hatte, symbolisierten Jesus und die für ihn vorgesehene Braut. Aber der Fels als Ursprung der Steintafeln symbolisierte Gott. Als Mose den Fels schlug und den Leuten Wasser gab, war das die Grundlage dafür, dass er die Steintafeln empfangen sowie die Bundeslade und die Wohnstätte (In der Einheitsübersetzung wird für Tabernakel oder Stiftshütte das Wort Wohnstätte verwendet.) bauen konnte.
Josua kämpfte gegen die Amalekiter bei Refidim. Solange Mose seine Hände emporhielt, waren die Israeliten stärker; doch sobald Mose die Hände sinken ließ, erlitten sie einen Rückschlag. Aaron und Hur halfen Mose, sich auf einen Stein zu setzen, und hielten links und rechts seine Hände empor. Auf diese Weise halfen sie Josua, den König der Amalekiter und seine Truppen zu überwältigen. (Ex 17,10-13) Auch damit wird angedeutet, was beim Kommen Jesu geschehen würde. Josua symbolisierte die Gläubigen, die Amalekiter symbolisierten die satanische Welt und Aaron und Hur Jesus und den Heiligen Geist. Die Tatsache, dass Aaron und Hur Moses Hände emporhielten und es auf diese Weise Josua ermöglichten, die Amalekiter zu besiegen, deutet an, dass gläubige Menschen, die die Dreifaltigkeit — Gott, Jesus und den Heiligen Geist — verehren, alles Böse besiegen, mit dem sie konfrontiert werden.
2.2.2.3 Die Vorsehung der Wiederherstellung und die Wohnstätte
Die Israeliten erhielten die Steintafeln, die Wohnstätte (Gottes) und die Bundeslade. Zunächst wollen wir sehen, wie sie diese Dinge bekamen. Nach ihrem Sieg über die Amalekiter gelangten die Israeliten am Beginn des dritten Monats in die Wüste Sinai. (Ex 19,1) Dann nahm Mose 70 Älteste mit sich und bestieg den Berg Sinai, um Gott zu begegnen. Nur Mose wurde auf den Gipfel des Berges gerufen, wo ihm Gott den Auftrag gab, 40 Tage zu fasten, um die Steintafeln mit den Zehn Geboten in Empfang nehmen zu können. (Ex 24,9-10,18) Im Laufe dieser Fastenzeit erhielt Mose Anweisungen für den Bau der Bundeslade und der Wohnstätte. (Ex 25-31) Als die 40-tägige Fastenzeit zu Ende war, erhielt Mose die beiden Steintafeln, auf die Gott die Zehn Gebote geschrieben hatte. (Ex 31,18)
Als Mose mit den beiden Steintafeln den Berg hinabstieg und zu den Israeliten kam, musste er feststellen, dass sie ein goldenes Kalb anbeteten. Während Mose abwesend war, hatte das Volk Aaron gedrängt, das Kalb herzustellen. Als er es angefertigt hatte, erklärten sie, dass dies der Gott sei, der sie aus Ägypten herausgeführt hätte. Mose brannte vor Zorn, als er das sah. Er schleuderte die Steintafeln zu Boden und zerschmetterte sie am Fuß des Berges. (Ex 32,1-19) Gott erschien Mose ein zweites Mal und gab ihm den Auftrag, ein weiteres Paar Steintafeln zu meißeln, die den ersten gleichen sollten. Er versprach ihm, darauf nochmals die Zehn Gebote zu schreiben. Mose trat auf dem Berg vor Gott hin und fastete ein zweites Mal 40 Tage. Gott diktierte Mose die Zehn Gebote und Mose schrieb sie auf die Tafeln. (Ex 34,1.27-28) Mose nahm die Tafeln und trat erneut vor die Israeliten hin. Diesmal akzeptierten sie Mose. Nach seinen Anweisungen bauten sie die Bundeslade und errichteten die Wohnstätte. (Ex 35-40)
2.2.2.3.1 Die Bedeutung und der Zweck der Steintafeln, der Bundeslade und der Wohnstätte
Was bedeuteten die Steintafeln? Als Mose die Steintafeln erhielt, die Gott beschrieben hatte, bedeutete dies den Übergang vom Zeitalter der Vorsehung für das Fundament der Wiederherstellung zum Anfang des Zeitalters der Vorsehung der Wiederherstellung. In dem Zeitabschnitt, der nun zu Ende ging, konnten die gefallenen Menschen nur durch Opfergaben eine Beziehung zu Gott herstellen; jetzt konnten sie mit Gott durch das geoffenbarte Wort in Beziehung treten. Es wurde bereits früher erklärt, dass Adam und Eva, die durch das Wort geschaffen waren, zur Inkarnation des Wortes geworden wären, hätten sie Vollkommenheit erlangt. Doch sie fielen und verloren das Wort. (vgl. Auferstehung 1.2.1)
Mose erhielt am Ende einer 40-tägigen Grundlage für die Trennung von Satan die beiden Steintafeln, auf denen das „Wort“ geschrieben stand. Das bedeutete die symbolische Wi Wiederherstellung von Adam und Eva als Verkörperungen des Wortes. Die zwei Steintafeln symbolisierten den wiederhergestellten Adam und die wiederhergestellte Eva sowie Jesus und den Heiligen Geist, die als substanzielle Verkörperung des Wortes kommen werden. In der Bibel symbolisiert ein weißer Stein Christus. (Offb 2,17) „Und dieser Fels war Christus.“ (1 Kor 10,4) Als Symbole für Jesus und die für ihn vorgesehene Braut symbolisierten die Steintafeln zugleich Himmel und Erde.
Was symbolisierte die Wohnstätte? Jesus verglich seinen Körper mit dem Tempel in Jerusalem. (Joh 2,19-21) Die Nachfolger, die an ihn glauben, werden Gottes Tempel genannt. (1 Kor 3,16) Der Tempel stellte demnach ein Abbild Jesu dar. Wären die Israeliten beim ersten Weg der Wiederherstellung Kanaans unter Moses Führung erfolgreich gewesen, hätten sie unmittelbar nach ihrer Ankunft in Kanaan den Tempel gebaut und Vorbereitungen getroffen, den Messias zu empfangen. Doch wegen ihres Unglaubens wurde der erste Weg bereits zu Beginn vereitelt. Auf dem zweiten Weg führte Gott sie auf einer umständlichen Route durch das Rote Meer und die Wüste. Gott konnte ihnen noch nicht erlauben, den Tempel zu bauen, sondern entschied sich als Ersatz für die Wohnstätte, die man von Ort zu Ort tragen konnte. Die Wohnstätte repräsentierte — wie der spätere Tempel — Jesus, jedoch symbolisch. Als Gott Mose den Auftrag erteilte, die Wohnstätte zu bauen, sagte Er: „Macht mir ein Heiligtum! Dann werde ich in ihrer Mitte wohnen.“ (Ex 25,8)
Die Wohnstätte war in zwei Teile geteilt: der heilige Platz (Heiligtum) und der heiligste Platz (das Allerheiligste). Nur der Hohepriester durfte das Allerheiligste betreten und auch nur einmal im Jahr, und zwar, um am Tag der Sühne das Opfer darzubringen. Im Allerheiligsten wurde die Bundeslade aufbewahrt. Es war jener Ort, an dem Gott selbst gegenwärtig war. Es symbolisierte den Geist Jesu. Das Heiligtum beinhaltete einen Leuchter, einen Weihrauchaltar und einen Tisch für die Schaubrote und wurde täglich von den Priestern gehütet. Dieser Raum symbolisierte den Körper Jesu. Darüber hinaus symbolisierten das Allerheiligste die Geistige Welt und das Heiligtum die Physische Welt. Als Jesus gekreuzigt wurde, riss der Vorhang zwischen dem Heiligtum und dem Allerheiligsten von oben bis unten entzwei. (Mt 27,51) Das bedeutete, dass die Kreuzigung Jesu die Basis für geistige Erlösung bildete und das Tor zwischen Geist und Fleisch oder zwischen Himmel und Erde geöffnet wurde.
Was symbolisierte die Bundeslade? Sie wurde im Allerheiligsten aufbewahrt und enthielt die Beweisstücke des Bundes mit Gott. Das waren zunächst die beiden Steintafeln, die Jesus und die für ihn vorgesehene Braut sowie Himmel und Erde symbolisierten. Dazu kam das Manna, die Hauptnahrung der Israeliten auf ihrem Weg durch die Wüste; es symbolisierte den Körper Jesu. Das Manna befand sich in einer goldenen Urne, die die Herrlichkeit Gottes symbolisierte. Die Bundeslade enthielt auch den Stab Aarons, der Gottes Macht zeigte, indem er Knospen und frische Triebe ansetzte. (Hebr 9,4) Sie symbolisierte daher den Kosmos und zugleich repräsentierte sie die gesamte Wohnstätte im kleineren Format.
Der Gnadensitz (In der deutschen Einheitsübersetzung findet sich der Ausdruck „Deckplatte“ und nicht „Gnadensitz“ wie in der englischen Version. Im koreanischen Originaltext steht hier „Ort der Versöhnung“.) befand sich ganz oben auf der Bundeslade. Zwei Cherubim aus getriebenem Gold befanden sich zu beiden Seiten des Gnadensitzes und überschatteten ihn mit ihren Flügeln. Gott versprach, über dem Gnadensitz zwischen den Cherubim zu erscheinen und den Israeliten dort Anweisungen zu geben. (Ex 25,17-22) Das bedeutete, dass Gott über dem Gnadensitz erscheinen würde, wenn Jesus und seine Braut, die durch die beiden Steintafeln symbolisiert wurden, kommen und die Menschen von ihren Sünden reinigen. Dann würde Gott den Weg zwischen den Cherubim, die den Weg zum Baum des Lebens im Garten Eden versperrt hatten, öffnen. (Gen 3,24) Jeder hätte dann die Möglichkeit, vor Jesus, den Baum des Lebens, hinzutreten und Gottes Wort in seiner ganzen Fülle zu empfangen.
Zu welchem Zweck gab Gott den Israeliten die Steintafeln und ließ sie die Wohnstätte und die Bundeslade bauen? Nachdem die Israeliten die Wiedergutmachungsperiode von 400 Jahren, die wegen Abrahams Fehler beim Opfer notwendig geworden war, beendet hatten, brachen sie in die Wüste auf. Gott schlug die Ägypter mit drei Wunderzeichen und zehn Plagen und ertränkte die Soldaten, welche die Israeliten durch das Rote Meer verfolgen wollten. Die Israeliten konnten nicht nach Ägypten zurückkehren, aber nicht nur deshalb, weil Gott es verboten hatte, sondern weil die Ägypter zu ihren erbitterten Feinden geworden waren. Sie hatten keine andere Wahl, als ihren Weg nach Kanaan fortzusetzen. Denn Gott hatte sie zu einem Punkt geführt, an dem es kein Zurück mehr gab.
Trotzdem verloren die Israeliten im Laufe ihrer Reise immer wieder den Glauben. Schließlich bestand die Gefahr, dass selbst Mose in Unglauben fallen könnte. Um dieser Situation vorzubeugen, errichtete Gott ein Objekt des Glaubens, das immer gleich blieb, auch wenn sich die Menschen änderten. Solange wenigstens ein einziger Mensch dieses Objekt mit absolutem Glauben verehrte, könnte Gott durch ihn Seinen providenziellen Willen fortsetzen. Diese Person würde die Mission erben, dem Glaubensobjekt zu dienen, so wie in einem Staffellauf der Stab von einem Läufer an den nächsten weitergereicht wird.
Dieses Glaubensobjekt war die Wohnstätte, in der die Bundeslade und die beiden Steintafeln aufbewahrt wurden. Die Wohnstätte repräsentierte für die Israeliten den Messias. Das bedeutet, dass der Messias bereits symbolisch gekommen war, als sie die Wohnstätte bauten.
Die Israeliten sollten die Wohnstätte verehren, als wäre sie der Messias, und unter Moses Führung in das gelobte Land Kanaan zurückkehren. Dadurch würden sie das substanzielle Fundament auf nationaler Ebene errichten. Selbst wenn alle Israeliten auf ihrem Weg den Glauben verlieren sollten, könnte ihnen erlaubt werden, ihren Unglauben wieder gutzumachen und auf dem von Mose errichteten Fundament wiederhergestellt zu werden, solange dieser die Wohnstätte in Ehren hielt. Selbst wenn darüber hinaus auch Mose seinen Glauben verlöre, könnte Gott durch einen einzigen Israeliten, der anstelle von Mose die Wohnstätte verehrte, das ganze Volk wiederherstellen.
Hätten die Israeliten Mose vertraut und wären sie auf dem ersten nationalen Weg nach Kanaan gelangt, dann hätte Moses Familie die Rolle der Wohnstätte übernommen und Mose selbst hätte die Aufgabe erfüllt, welche die beiden Steintafeln und die Bundeslade hatten. Moses Familie wäre zum Träger und Garant des himmlischen Gesetzes geworden. Dann hätten die Israeliten in Kanaan den Tempel bauen können. Steintafeln, Bundeslade und Wohnstätte wären nicht nötig gewesen. Erst nachdem das Volk seinen Glauben verloren hatte, erhielt es all dies als Mittel für seine Rettung. Die Wohnstätte als symbolische Darstellung von Jesus und der für ihn vorgesehenen Braut war nur solange notwendig, bis der Tempel gebaut war. Der Tempel als abbildhafte Darstellung von Jesus und der für ihn vorgesehenen Braut war nur bis zum Kommen Jesu, der als Inkarnation des Tempels kam, notwendig.
2.2.2.3.2 Das Fundament für die Wohnstätte
Um den Messias empfangen zu können, muss ein Fundament errichtet werden. Ebenso mussten die Israeliten ein Fundament errichten, bevor sie die Wohnstätte, die symbolische Darstellung des Messias, bauen und verehren konnten. Selbstverständlich mussten als Fundament für die Wohnstätte ein Glaubensfundament und ein substanzielles Fundament errichtet werden. Wir wollen nun untersuchen, wie die Israeliten diese beiden Fundamente unter Moses Führung errichteten.
Mose sollte Gottes Anweisungen folgen und das Glaubensfundament für die Wohnstätte errichten, indem er 40 Tage fastete und betete. Diese Periode diente der Trennung von Satan. Auf diesem Glaubensfundament für die Wohnstätte sollten die Israeliten Mose vertrauensvoll gehorchen und ihn unterstützen, da er daran arbeitete, das Ideal der Wohnstätte zu verwirklichen. Dadurch würden sie die Wiedergutmachungsbedingung zur Beseitigung der gefallenen Natur erfüllen und das substanzielle Fundament für die Wohnstätte errichten. In diesem Zusammenhang beinhaltet der Begriff „Wohnstätte“ auch die beiden Steintafeln und die Bundeslade.
2.2.2.3.2.1 Das erste Fundament für die Wohnstätte
Die Menschen wurden am sechsten Tag geschaffen und sollten das Wort verkörpern. (Joh 1,3) Um nun den gefallenen Menschen das Wort der Neuschöpfung für ihre Wiederherstellung zu geben, muss Gott zunächst die Zahl Sechs wiederherstellen, welche die Schöpfungsperiode repräsentiert und von Satan entweiht wurde. Deshalb heiligte Gott den Berg Sinai, indem Er ihn sechs Tage lang in die Wolke der Herrlichkeit Gottes hüllte. Am siebenten Tag erschien Er Mose und rief ihn mitten aus der Wolke herbei. Von da an begann Mose 40 Tage und 40 Nächte zu fasten. (Ex 24,16-18) Gott wies Mose an, eine Grundlage der Zahl 40 für die Trennung von Satan zu legen, um das Glaubensfundament für die Wohnstätte, das Symbol für den Messias, zu errichten. Gott sah, dass dies notwendig war, weil die Israeliten ihren Glauben nach der Durchquerung des Roten Meeres verloren hatten . (Ex 16,1-12; 17,2-4)
Wie oben erwähnt, konnte die Wiedergutmachungsbedingung zur Beseitigung der gefallenen Natur von den Israeliten auf ihrem Weg der Wiederherstellung Kanaans nicht erfüllt werden, indem sie nur während der kurzen Zeit an Moses glaubten und ihm nachfolgten, als er Gottes Macht manifestierte. Vielmehr hätte das Volk seinen Glauben und seine Nachfolge so lange unter Beweis stellen müssen, bis es in Kanaan angekommen wäre, den Tempel errichtet und den Messias empfangen hätte. Um die Wiedergutmachungsbedingung zur Beseitigung der gefallenen Natur zu erfüllen und das substanzielle Fundament für die Wohnstätte zu errichten, war es ebenfalls notwendig, dass die Israeliten Mose von dem Augenblick an, als er auf den Berg stieg, um 40 Tage zu fasten, bis zur Fertigstellung der Wohnstätte gläubig gehorchten. Doch während Mose auf dem Berg fastete und betete, verlor das ganze Volk den Glauben und verehrte das goldene Kalb. Folglich wurde das substanzielle Fundament für die Wohnstätte nicht errichtet.
Da die Menschen selbst die Grundlage für das Wort verloren haben, ist es ihre Verantwortung, die Grundlage wieder zu gewinnen, auf der sie das Wort erneut empfangen können. Daher greift Gott nicht in das menschliche Handeln ein, wenn sie daran arbeiten, die Welt wiederherzustellen. Das ist der Grund, warum Gott nicht eingegriffen hat, als die Israeliten sündigten, obwohl Er sie mit Zeichen und Wundern geleitet hatte. Als Mose sah, dass das Volk ein Götzenbild anbetete und es verehrte, raste er vor Wut.
Er warf die Steintafeln zu Boden und zerschmetterte sie. (Ex 32,19) Das Ergebnis war, dass Satan in das Glaubensfundament für die Wohnstätte eindrang, das Mose durch eine Grundlage der Zahl 40 für die Trennung von Satan errichtet hatte. Wie wir schon oben gesagt haben, symbolisierten die beiden Steintafeln Jesus und die für ihn vorgesehene Braut, die als wiederhergestellter zweiter Adam und als wiederhergestellte zweite Eva kommen sollten. Dieses Ereignis deutete an, dass Jesus möglicherweise am Kreuz sterben müsste, ohne die ihm von Gott gegebene Mission mit der für ihn vorgesehenen Braut erfüllt zu haben, wenn er bei seinem Kommen das jüdische Volk ohne Glauben vorfinden würde.
Der Unglaube der Israeliten am Berg Sinai verzögerte Gottes Vorsehung, das Fundament für die Wohnstätte zu errichten. Damit wurden Gottes angestrengte Bemühungen zunichte gemacht, das Volk von Satan zu trennen und seinen Gehorsam Mose gegenüber zu verbessern. Doch wegen seines wiederholten Unglaubens musste Gottes Vorsehung der Errichtung des Fundaments für die Wohnstätte um einen zweiten und dann um einen dritten Versuch verlängert werden.
2.2.2.3.2.2 Das zweite Fundament für die Wohnstätte
Die Israeliten fielen während der Vorsehung für den Empfang der Steintafeln und den Bau der Wohnstätte in Unglauben. Doch weil sie auf dem Fundament standen, vom Wasser aus dem Fels bei Refidim, der symbolischen Wurzel der Steintafeln, getrunken zu haben, erhielten sie eine zweite Chance. Gott erschien Mose, nachdem er die Tafeln zerbrochen hatte, und versprach ihm eine weitere Niederschrift Seines Wortes. Diesmal verlangte Gott, dass Mose selbst die Platten behaute, auf denen Er schreiben würde. Darüber hinaus war es für Mose nicht möglich, die Steintafeln wiederherzustellen oder die Wohnstätte um sie herum zu bauen, ohne vorher das Glaubensfundament für die Wohnstätte wiederherzustellen. Dazu musste er nochmals eine Periode von 40 Tagen für die Trennung von Satan durchlaufen. Deshalb musste Mose weitere 40 Tage fasten, bevor er das zweite Paar Steintafeln mit den Zehn Geboten (Ex 34,28) empfangen und die Wohnstätte als Glaubensobjekt errichten konnte. Diesmal warteten die Israeliten gläubig auf Moses Rückkehr.
Moses erfolgreiches Bemühen, die zerbrochenen Tafeln durch ein 40-tägiges Fasten wiederherzustellen, und der Glaube der Israeliten an ihn deuteten an, dass Jesus trotz der Kreuzigung zurückkehren und mit seiner Erlösung neu beginnen könnte; dies aber nur, wenn die Gläubigen demütig die Wiedergutmachungsbedingung für seinen Empfang während der 40 Tage nach der Auferstehung des Herrn als 40-tägige Grundlage für die Trennung von Satan erfüllten.
Weil die Israeliten ihren Glauben bewahrten, während Mose auf dem Berg fastete, und dann seine Anweisungen beim Bau der Wohnstätte befolgten, erfüllten sie die Wiedergutmachungsbedingung zur Beseitigung der gefallenen Natur. Damit errichteten sie das substanzielle Fundament für die Wohnstätte. Am ersten Tag des ersten Monats im zweiten Jahr war der Bau der Wohnstätte fertiggestellt. (Ex 40,17)
Wie schon vorher erwähnt, erforderte das substanzielle Fundament des zweiten Weges der Wiederherstellung Kanaans auf nationaler Ebene viel mehr als die bloße Errichtung der Wohnstätte. Die Israeliten sollten die Wohnstätte so lange mit größerer Ehrerbietung verehren, als sie ihr eigenes Leben wertschätzten, bis sie in Kanaan angekommen waren und den Tempel gebaut hatten. Diesen Glauben sollten sie dann bewahren, bis sie den Messias empfangen konnten.
Am zwanzigsten Tag des zweiten Monats im zweiten Jahr stellten sich die Israeliten in der Wüste Sinai um die Wohnstätte auf und ließen sich von der Wolkensäule führen. (Num 10,11-12) Doch bereits nach kurzer Zeit begannen sie, sich über ihr schweres Los zu beklagen und gegen Mose zu murren. Sogar als Gott ihr Lager in Seinem brennenden Zorn zerstörte, bereuten die Israeliten nicht. Sie beklagten sich weiterhin und jammerten, dass sie außer Manna nichts zu essen hätten. Sie waren gegen Mose aufgebracht und sehnten sich nach Fleisch, Früchten, Gemüse und den Gütern von Ägypten. (Num 11,1-6) Auf diese Weise versagten die Israeliten und konnten auch im zweiten Anlauf das Fundament für die Wohnstätte nicht errichten. Satan drang ein. Die Vorsehung der Wiederherstellung dieses Fundaments wurde ein drittes Mal verlängert.
2.2.2.3.2.3 Das dritte Fundament für die Wohnstätte
Obwohl Satan das zweite Fundament für die Wohnstätte entweihte, zeigte Mose weiterhin unerschütterlichen Glauben und Hingabe an die Wohnstätte. Daher stand die Wohnstätte fest auf dem Glaubensfundament, das Mose errichtet hatte, während die Israeliten noch immer auf dem Fundament standen, das sie gebildet hatten, als sie das Wasser aus dem Fels von Refidim tranken. (Ex 17,6) Der Fels war, wie schon erwähnt, die Wurzel der Steintafeln, die das Zentrum der Wohnstätte bildeten. Auf diesem Fundament wurde den Israeliten noch eine weitere Grundlage der Zahl 40 für die Trennung von Satan gestattet. Durch ihren Gehorsam gegenüber Mose, der nach wie vor die Wohnstätte ehrte, sollten sie in ihrem dritten Versuch durch Wiedergutmachung das Fundament für die Wohnstätte wiederherstellen. Die 40-tägige Mission, das Land Kanaan auszukundschaften, wurde ihnen als Bedingung gegeben, um dies zu erreichen.
Gott ließ Mose je einen Führer aus den zwölf Stämmen Israels auswählen und sie nach Kanaan schicken, um das Land 40 Tage lang zu erkunden. (Num 13,1; 25) Als sie zurückkehrten, berichteten alle Kundschafter, ausgenommen Josua und Kaleb, ohne Glauben und Vertrauen: Das Volk, das im Land wohnt, ist stark, und die Städte sind befestigt und sehr groß ... (es) ist ein Land, das seine Bewohner auffrisst; alle Leute, die wir dort gesehen haben, sind hochgewachsen ... Wir kamen uns selbst klein wie Heuschrecken vor, und auch ihnen erschienen wir so. (Num 13,28; 32-33) Daraus schlossen sie, dass die Israeliten nicht in der Lage wären, die befestigten Städte Kanaans einzunehmen und ihre Bewohner zu besiegen. Als die Israeliten diese Berichte hörten, waren sie erneut gegen Mose aufgebracht. Sie verlangten nach einem anderen Führer, der sie nach Ägypten zurückführen sollte.
Nur Josua und Kaleb riefen die Leute auf, keine Angst zu haben, sondern Gott zu gehorchen und die Kanaaniter anzugreifen: Lehnt euch nur nicht gegen den Herrn auf! Habt keine Angst vor den Leuten in jenem Land; sie werden unsere Beute. Ihr schützender Schatten ist von ihnen gewichen, denn der Herr ist mit uns. Habt keine Angst vor ihnen! (Num 14,9) Die Israeliten nahmen diese Ermahnung nicht an und versuchten, Josua und Kaleb zu steinigen. In diesem Augenblick erschien die Herrlichkeit des Herrn dem ganzen Volk und Gott sagte zu Mose: Wie lange verachtet mich diese Volk noch, wie lange noch wollen sie nicht an mich glauben trotz all der Zeichen, die ich mitten unter ihnen vollbracht habe? (Num 14,11) Eure Kinder aber, von denen ihr gesagt habt, sie würden eine Beute der Feinde werden, sie werde ich in das Land bringen. Sie werden das Land kennen lernen, das ihr verschmäht habt. Eure Leichen aber werden in dieser Wüste liegen bleiben. Eure Söhne müssen 40 Jahre lang ihr Vieh in der Wüste weiden lassen; sie haben so lange unter eurer Untreue zu leiden, bis ihr alle tot in der Wüste liegt. So viele Tage, wie ihr gebraucht habt, um das Land zu erkunden, nämlich 40 Tage, so viele Jahre lang — für jeden Tag ein Jahr — müsst ihr die Folgen eurer Schuld tragen, also 40 Jahre lang; dann werdet ihr erkennen, was es heißt, mir Widerstand zu leisten.“ (Num 14,31-34)
Wegen ihres Unglaubens misslang das dritte Fundament für die Wohnstätte. Ihr Weg durch die Wüste von 21 Monaten wurde auf 40 Jahre verlängert.
2.2.2.4 Das Scheitern des zweiten Weges der Wiederherstellung Kanaans auf nationaler Ebene
Wegen des Unglaubens der Israeliten konnte Satan dreimal in das Fundament für die Wohnstätte eindringen. Daher wurde die nationale Wiedergutmachungsbedingung zur Beseitigung der gefallenen Natur nicht erfüllt und das substanzielle Fundament für den zweiten Weg der Wiederherstellung Kanaans auf nationaler Ebene nicht errichtet. So scheiterte der gesamte zweite Weg der Wiederherstellung Kanaans auf nationaler Ebene. Gottes Vorsehung musste um einen dritten Weg verlängert werden.
2.2.3 Der dritte Weg der Wiederherstellung Kanaans auf nationaler Ebene
2.2.3.1 Das Glaubensfundament
Da die Israeliten von Furcht befallen wurden, als sie den Bericht der ungläubigen Kundschafter hörten, scheiterte der zweite Weg der Wiederherstellung Kanaans auf nationaler Ebene. Die 40 Jahre, die Mose in der Wüste von Midian zugebracht hatte, um das Glaubensfundament wiederherzustellen, wurden von Satan beansprucht. Weil der Auftrag, das Land Kanaan auszukundschaften, misslungen war, musste das Volk 40 Jahre in der Wüste umherwandern, ein Jahr für jeden Tag, den die Kundschafter in Kanaan verbracht hatten, bis sie nach Kadesch-Barnea zurückkehrten. Diese 40-jährige Periode diente Mose zur Trennung von Satan, der in das frühere Glaubensfundament eingedrungen war. Mose sollte auch durch Wiedergutmachung das Glaubensfundament für den dritten Weg wiederherstellen. Er ehrte die Wohnstätte mit Glauben und Hingabe in all den 40 Jahren der Wüstenwanderung. Als er nach Kadesch-Barnea zurückkehrte, hatte er das Glaubensfundament für den dritten Weg der Wiederherstellung Kanaans auf nationaler Ebene errichtet. Damit erlangte er auch die Position Abels für das substanzielle Fundament.
2.2.3.2 Das Substanzielle Fundament
Das substanzielle Fundament für den zweiten Weg scheiterte, als Satan wegen des ständigen Unglaubens des Volkes das Fundament für die Wohnstätte entweihte. Aber das Glaubensfundament für die Wohnstätte blieb bestehen, weil Mose nie aufhörte, sie treu zu verehren. Wären die Israeliten auf diesem Fundament im Verlauf ihrer 40-jährigen Wüstenwanderung Mose vertrauensvoll gefolgt und hätten damit eine Basis für die Trennung von Satan geschaffen, dann hätten sie das substanzielle Fundament für die Wohnstätte errichtet. Wenn sie Mose geehrt und ihm gehorcht hätten und dann gläubig nach Kanaan eingezogen wären, hätten sie somit das substanzielle Fundament für den dritten Weg der Wiederherstellung Kanaans auf nationaler Ebene errichtet.
Mose musste in den 40 Jahren Wüstenwanderung das Glaubensfundament für den dritten nationalen Weg errichten. Für die Israeliten bestand das Ziel während dieser Periode darin, die Vorsehung zu erfüllen, um den dritten Weg zu beginnen. Das sollte dadurch erreicht werden, dass sie das Fundament für die Wohnstätte errichteten und auf diese Weise in den Zustand der Gnade zurückkehrten, in dem sie sich auf dem zweiten Weg befanden, als sie das erste Mal unter der Anleitung von Mose die Wohnstätte errichteten.
2.2.3.2.1 Das Substanzielle Fundament mit Mose im Mittelpunkt
Die Steintafeln, die Wohnstätte und die Bundeslade waren auf dem zweiten Weg nur deshalb notwendig geworden, weil die Israeliten in der Wüste ihren Glauben verloren hatten. Bald nachdem sie das Rote Meer durchquert hatten, vergaßen sie die drei Wunderzeichen, die Gott ihnen gewährt hatte, als Er die Vorsehung für den Beginn leitete. Um dies durch Wiedergutmachung wiederherzustellen, prüfte Gott das Volk 40 Tage lang, während Mose auf dem Berg war. Danach gab er ihnen drei Zeichen Seiner göttlichen Gnade: die Steintafeln, die Bundeslade und die Wohnstätte. Darüber hinaus hatte ihnen Gott die zehn Plagen gewährt, wodurch der zehnfache Betrug Labans an Jakob in Haran wiederhergestellt werden sollte. Doch als die Israeliten, sogar nachdem sie all das gesehen hatten, ihren Glauben verloren, versuchte Gott, die zehn Plagen durch Wiedergutmachung wiederherzustellen, und gab den Israeliten die Zehn Gebote.
Hätten die Israeliten ihren Glauben erneuert, den drei Zeichen der göttlichen Gnade Ehrerbietung entgegengebracht und den Zehn Geboten gehorcht, wären sie in den Zustand der Gnade zurückgekehrt, in dem sie waren, als sie aufgrund der Kraft dieser Wunder aus Ägypten auszogen. Folglich hätten die Israeliten Mose gläubig und gehorsam auf dem dritten Weg durch die Wüste folgen und so die 40-jährige Wiedergutmachungsperiode vollenden sollen. Nach ihrer Rückkehr nach Kadesch-Barnea hätten sie mit Mose auf dem Fundament für die Wohnstätte stehen und die Steintafeln, die Wohnstätte und die Bundeslade verehren sollen. Hätten sie auf diese Weise gehandelt, wären sie in jener Position gestanden, in der sie sich befanden, als die Vorsehung für den Beginn des zweiten Weges erfüllt wurde und Gott die Ägypter mit den drei Wunderzeichen und den zehn Plagen schlug.
Die Steintafeln waren eine verkleinerte Darstellung der Bundeslade; die Bundeslade war eine verkleinerte Darstellung der Wohnstätte. Daher waren die Steintafeln auch eine verkleinerte Darstellung der Wohnstätte. Folglich repräsentieren die Steintafeln oder der Fels als deren Wurzel die Bundeslade und die Wohnstätte. Dementsprechend musste der dritte Weg der Wiederherstellung Kanaans auf nationaler Ebene bei Kadesch-Barnea beginnen. Den Beginn sollte eine Vorsehung bilden, die auf dem Fels beruhte. Hätten die Israeliten künftig die Wohnstätte mit Glauben und Hingabe geehrt und wären sie Mose nach Kanaan gefolgt, so hätten sie die Wiedergutmachungsbedingung zur Beseitigung der gefallenen Natur erfüllt, die für das substanzielle Fundament des dritten nationalen Weges notwendig war.
Wie wollte Gott die Vorsehung für den Beginn, die auf dem Fels beruhte, durchführen? Während der 40-jährigen Wüstenwanderung verfielen die Israeliten wiederholt in Unglauben und beklagten sich. Um sie zu retten, beauftragte Gott Mose, mit seinem Stab den Fels zu schlagen, damit Wasser aus ihm hervorkäme und damit der Durst des Volkes gelöscht würde. (Num 20,4-5; 8) Mose sollte den Fels nur einmal schlagen.
Von Ehrfurcht ergriffen, sollten sich die Israeliten dann mit Mose vereinigen. Dadurch sollten sie mit ihm auf dem Fundament für die Wohnstätte stehen. Auf diese Weise hätten sie die Vorsehung für den Beginn, der auf dem Fels beruhte, erfüllt. Wenn sie von da an Mose gehorcht hätten und ihm nachgefolgt wären, dann hätten sie das Fundament für die Wiederherstellung der Ursprünglichen Natur auf nationaler Ebene errichten können. Damit wäre das substanzielle Fundament für den dritten Weg der Wiederherstellung nach Kanaan mit Mose als Mittelpunkt errichtet worden.
Doch als Mose hörte, dass das Volk gegen ihn aufgebracht war und sich beklagte, kein Wasser zu haben, verlor er vor Wut die Selbstkontrolle und schlug den Fels zweimal. Darauf sagte Gott zu ihm und Aaron: Weil ihr mir nicht geglaubt habt und mich vor den Augen der Israeliten nicht als den Heiligen bezeugen wolltet, darum werdet ihr dieses Volk nicht in das Land hineinführen, das ich ihm geben will. (Num 20,12)
Weil Mose den Fels zweimal schlug, obwohl er es nur einmal tun sollte, zerstörte er die Vorsehung für den Beginn, die vom Fels ausgehen sollte. Daraus folgte, dass er nicht das verheißene Land betreten durfte. Am Ende seines Lebens konnte er es nur aus der Entfernung betrachten. (Num 27,12-14)
Wir wollen untersuchen, warum Mose den Fels nur einmal hätte schlagen sollen und warum das zweimalige Schlagen eine Sünde war.
Der Fels ist ein Symbol für Jesus Christus. (1 Kor 10,4; Offb 2,17) Da Christus als der Baum des Lebens kam (Offb 22,14; vgl. Fall 1.1.1), kann man den Fels auch als Baum des Lebens sehen. Der Baum des Lebens ist auch ein Symbol für den vollkommenen Adam im Garten Eden; daher symbolisiert der Fels den vollkommenen Adam.
Adam hätte im Garten Eden heranreifen und das Ideal werden sollen, das der Fels repräsentiert. Doch als Satan ihn schlug und zu Fall brachte, konnte Adam nicht der Baum des Lebens werden (Gen 3,24) oder der Fels, der seinen Nachkommen Wasser ewigen Lebens spenden konnte. Daher symbolisiert der wasserlose Fels, bevor ihn Mose zum ersten Mal schlug, den gefallenen Adam. Um die Handlung Satans wieder gutzumachen, der Adam geschlagen und ihn davon abgehalten hatte, der Fels zu werden, der Wasser des Lebens spenden konnte, ließ Gott Mose den Fels einmal schlagen. Als Mose den Fels einmal schlug und dieser Wasser spendete, erfüllte er damit eine Wiedergutmachungsbedingung für die Wiederherstellung Adams zum Wasser spendenden Fels.
Der Fels, der nur einmal geschlagen war, symbolisierte Jesus, der kommen und der gefallenen Menschheit Wasser des Lebens geben sollte. Daher sagte Jesus: Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt. (Joh 4,14)
Gott wollte, dass Mose den Fels nur einmal schlagen sollte als eine Wiedergutmachungsbedingung für die Wiederherstellung des gefallenen Adam zur Person des zweiten, vollkommenen Adam, nämlich Jesus. Doch als Mose den Fels, aus dem bereits Wasser sprudelte, zum zweiten Mal schlug, repräsentierte das die Möglichkeit, dass auch Jesus geschlagen werden könnte. Mit anderen Worten: Die Tatsache, dass Mose den Fels zweimal aus Wut über den Unglauben der Israeliten schlug, schuf die Bedingung dafür, dass Satan Jesus, der als die Erfüllung des Felsens kam, entgegentreten könnte, wenn die Juden nicht an Jesus glaubten. Das ist der Grund, warum Moses Handlungsweise eine Sünde war.
Als Mose die Steintafeln zerschmetterte, konnte diese Handlung wiederhergestellt werden. Als er aber den Fehler beging, den Fels ein zweites Mal zu schlagen, war eine Wiederherstellung nicht möglich. Warum ist das so?
Im Kontext der Vorsehung der Wiederherstellung verhalten sich die Steintafeln und der Fels zueinander wie das Äußere zum Inneren. Die Steintafeln, auf denen die Zehn Gebote standen, waren das Zentrum des Mosaischen Gesetzes und das Herzstück des Alten Testaments. Im Alten-Testament-Zeitalter konnten die Israeliten Erlösung erfahren, indem sie die Ideale hochhielten, die in den Steintafeln enthalten waren. In diesem Sinne waren die Steintafeln eine äußere Darstellung von Jesus, der kommen sollte.
Andererseits symbolisierte der Fels nicht nur Christus; (1 Kor 10,4) als Ursprung der Steintafeln symbolisierte er auch Gott, den Ursprung von Christus. Die Steintafeln waren das Äußere und der Fels das Innere. Wenn wir die Steintafeln mit dem Körper vergleichen, dann entspricht der Fels dem Geist; wenn wir die Steintafeln mit dem Heiligtum vergleichen, so entspricht der Fels dem Allerheiligsten. Vergleichen wir die Steintafeln mit der Erde, dann entspricht der Fels dem Himmel. Kurz gesagt: Als innere Darstellung von Christus ist der Fels wertvoller als die Steintafeln.
Die Steintafeln als äußere Darstellung Jesu symbolisierten auch Aaron. Als Aaron vor Mose stand, der Gott darstellte, repräsentierte er äußerlich Jesus. (Ex 4,16; 7,1) Als die Israeliten Aaron unter Druck setzten, das goldene Kalb anzufertigen (Ex 32,4), verlor selbst Aaron den Glauben. Das führte dazu, dass Mose die Steintafeln zerbrach. Da Aaron bereute, konnte er wieder zum Leben erweckt werden, stand er doch noch auf dem Fundament, vom Wasser aus dem Fels von Refidim getrunken zu haben. (Ex 17,6) Dadurch konnten die Steintafeln, die ja Aaron symbolisierten, auf der Basis des inneren Fundaments des Wassers aus dem Fels wiederhergestellt werden. Da der Fels als Ursprung der Steintafeln nicht nur Jesus, sondern auch Gott, Jesu Ursprung, symbolisierte, konnte die Tatsache, dass der Fels ein zweites Mal geschlagen wurde, jedoch nicht wieder rückgängig gemacht werden.
Was waren die Folgen des zweimaligen Schlagens des Felsens? Mose schlug den Fels ein zweites Mal, weil er angesichts des Unglaubens des Volkes von unkontrolliertem Zorn übermannt wurde. (Ps 106,32-33) Er handelte unter Satans Einfluss, ja sogar anstelle von Satan. Daher wurde die Vorsehung für den Beginn, die Gott auf der Basis des Felsens durchführen wollte, von Satan entweiht.
Obwohl sich herausstellte, dass Moses Handlung, den Fels zweimal zu schlagen, äußerlich ein satanischer Akt war, konnte er dennoch dem Volk von dem Wasser zu trinken geben, das daraus floss, und rettete so ihr Leben. Somit bestätigte sich die Prophezeiung, die Gott bereits früher gegeben hatte (Num 14,28-34), dass nämlich die äußeren Israeliten, jene, die als Erwachsene Ägypten verlassen hatten, nicht, wie versprochen, das Land Kanaan betreten könnten, außer Josua und Kaleb. Auch Mose würde sterben, ohne dass sich sein lang ersehnter Traum, das verheißene Land zu betreten, erfüllt hätte. (Dtn 34,4-5) Andererseits würden die inneren Israeliten Kanaan unter der Führung Josuas (Num 32,11-12), der Mose nachfolgte (Num 27,18-20), betreten. Es handelte sich um jene, die beim Auszug aus Ägypten noch Kinder waren oder während der Wüstenwanderung zur Welt kamen, als das Volk vom Wasser des Felsens trank und die Wohnstätte verehrte.
Da Mose den Fels zweimal schlug und damit Satan erlaubte einzudringen, sollte man nicht erwarten, dass der Fels Wasser spenden konnte. Wie konnte das Wasser herausfließen? Mose hatte bereits auf dem zweiten Weg der Wiederherstellung Kanaans auf nationaler Ebene Wasser aus dem Fels von Refidim (Ex 17,6) fließen lassen. Folglich hatte er damit bereits ein Fundament errichtet, Wasser aus dem Fels hervorzubringen. Die Steintafeln, die Wohnstätte und die Bundeslade, die auf diesem Fundament errichtet wurden, blieben trotz des Unglaubens des Volkes auch im dritten nationalen Weg bestehen, weil Mose unentwegt treu geblieben war. Entschlossen hielt er das Glaubensfundament für die Wohnstätte aufrecht, das er während seines 40-tägigen Fastens errichtet hatte. Obwohl Moses Glaube in einem kurzen Moment des Zorns schwankte, blieb sein Herz unwandelbar mit Gott verbunden. Darüber hinaus hatte Josua durch seinen absoluten Glauben während der 40 Tage, in denen er Kanaan erkundete, das Fundament für die Wohnstätte errichtet. Seit dieser Zeit hörte er nicht auf, die Steintafeln und die Bundeslade zu ehren. Daher blieb das Fundament von Refidim, Wasser aus dem Fels hervorzubringen, ausgerichtet auf Josua bestehen.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Obwohl Satan äußerlich in die zweite Vorsehung mit dem Fels eingedrungen war, weil Mose nach außen hin einen Akt des Unglaubens begangen hatte, blieb sie innerlich bestehen. Da Mose und Josua innerlich unbeirrbar glaubten und treu blieben, brachte der Fels für das Volk Wasser hervor.
Als Mose den Fels ein zweites Mal schlug, schlug er ihn eigentlich von der Position Satans aus. Daher nahm Satan den Fels in Besitz. Folglich musste Jesus als die Erfüllung des Felsens persönlich in die Wüste gehen und den Fels zurückerobern, als die Menschen seiner Zeit keinen Glauben hatten. Das ist die Ursache, warum Satan in der ersten Versuchung Jesus aufforderte, die Steine in Brot zu verwandeln.
Wegen des Unglaubens der Israeliten wurde Mose wütend und schlug den Fels zweimal. Das gab Satan ein Anrecht auf seinen Körper, weshalb Mose außerhalb des verheißenen Landes sterben musste. Doch geistig konnte er Kanaan betreten, da er aufgrund seines unbeugsamen Glaubens Wasser aus dem Fels hervorgebracht hatte. Dies deutete an, was geschehen würde, wenn Jesus als die wahre Offenbarung des Felsens kommt. Würde das jüdische Volk nicht glauben, dann müsste der Körper Jesu unter dem Angriff Satans leiden, sogar bis hin zur Kreuzigung. Noch vor dem Abschluss der Wiederherstellung Kanaans auf weltweiter Ebene würde er sterben. Trotzdem würde es ihm noch möglich sein, durch seine Auferstehung den geistigen Teil der Wiederherstellung zu erfüllen.
Kurz nach diesem Vorfall beklagten sich die Israeliten erneut auf ihrem Weg und Gott sandte Giftschlangen, die viele von ihnen bissen und töteten. Als sie bereuten, ließ Gott Mose eine kupferne Schlange anfertigen und auf einem Pfahl aufstellen, damit sie jeder anschauen und so gerettet werden konnte. (Num 21,6-9) Die Giftschlangen symbolisierten Satan, die alte Schlange (Offb 12,9) , die Eva zu Fall gebracht hatte; die kupferne Schlange auf dem Pfahl symbolisierte Jesus, der als die himmlische Schlange kommen sollte.
Das deutete an, was zur Zeit Jesu geschehen könnte. Jesus sagte selbst: „Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden.“ (Joh 3,14) Obgleich Gott erlaubte, dass die Israeliten eine Beute für die satanischen Schlangen wurden, als sie ihren Glauben verloren, rettete Er ihr Leben mit der kupferne Schlange, als sie bereuten und ihren Glauben erneuerten. Ebenso würde Gott zur Zeit Jesu die Menschen Satans Angriffen überlassen müssen, falls sie nicht an ihn glauben sollten. Dann müsste Jesus ans Kreuz gehängt werden und als himmlische Schlange die Menschheit retten. Wer dann seinen Unglauben bereuen und an die Erlösung durch das Kreuz glauben würde, würde gerettet werden. Tatsächlich war dieser Vorfall ein indirekter Grund dafür, dass Jesus den Weg der Kreuzigung gehen würde, um den Weg der geistigen Erlösung zu beginnen.
Als die Israeliten ihren Glauben verloren und Mose den Fels zweimal schlug, erklärte Gott, dass Mose das Land Kanaan nicht betreten dürfe. (Num 20,12) Obwohl Mose verzweifelt zu Gott betete und Ihn um Erlaubnis bat, in das Land Kanaan einziehen zu dürfen (Dtn 3,25), wurde ihm dies verwehrt und er starb außerhalb seiner Grenzen. Nach seinem Tod wurde sein Körper in einem Tal des Landes Moab bestattet; doch niemand kennt sein Grab. (Dtn 34,6) Auch dies deutete an, was mit Jesus geschehen könnte: Sollten ihn die Menschen zurückweisen, würde er gekreuzigt werden. Auch wenn er verzweifelt beten sollte, um dieses Schicksal zu vermeiden und das Reich Gottes dennoch zu verwirklichen — wie er es ja im Garten von Getsemani tat, als er betete: „Nimm diesen Kelch von mir“ (Mk 14,36)—, würde er sterben, ohne dieses Ziel erreicht zu haben. Darüber hinaus würde niemand etwas über den Verbleib seines Körpers wissen.
2.2.3.2.2 Das Substanzielle Fundament mit Josua im Mittelpunkt
Als Mose in Kadesch-Barnea den Fels zweimal schlug, endete die Vorsehung für den Beginn der Reise nach Kanaan, die beim Fels ihren Anfang nehmen sollte, ohne Erfolg. Obwohl Satan äußerlich eindrang, blieb dennoch das Fundament bestehen, das Mose innerlich errichtet hatte, als er Wasser aus dem Fels bei Refidim hervorsprudeln ließ. Somit konnte er Wasser aus dem Fels bei Kadesch-Barnea fließen lassen, damit das Volk trinken konnte. Das bildete das Modell für alles Folgende. Nur Josua und Kaleb bewiesen während ihrer 40-tägigen Mission, in der sie das Land Kanaan erkundeten, einen starken Glauben. Alle anderen äußeren Israeliten, die in Ägypten geboren waren und in der Wüste ihren Glauben verloren hatten, gingen zugrunde. (Num 32,11-12) Die inneren Israeliten, die jüngere Generation, die in der Wüste geboren und aufgewachsen war, als das Volk vom Wasser des Felsens trank und die Wohnstätte verehrte, betrat unter der Führung Josuas das Land Kanaan.
Gott beauftragte Mose, Josua als seinen Nachfolger einzusetzen: Nimm Josua, den Sohn Nuns, einen Mann, der mit Geist begabt ist, und leg ihm deine Hand auf! Dann lass ihn vor den Priester Eleasar und vor die ganze Gemeinde treten, und gib ihm vor ihren Augen deine Anweisungen! Gib ihm einen Teil deiner Würde ab, damit die ganze Gemeinde auf ihn hört. (Num 27,18-20)
Als das Volk die Berichte der Kundschafter hörte, fürchtete es sich sehr. Nur Josua und Kaleb bewahrten das Glaubensfundament, das Mose mit der Wohnstätte errichtet hatte. Folglich errichteten sie mit absolutem Glauben und absoluter Hingabe das Fundament für die Wohnstätte und ehrten sie bis zum Schluss. Obwohl selbst Mose später in seinem Glauben schwankte, blieben die Steintafeln, die Bundeslade und die Wohnstätte auf dem Fundament für die Wohnstätte, das Josua errichtete, unversehrt. Daher arbeitete Gott an einer Vorsehung für den erneuten Beginn des Weges. Dieses Mal beruhte sie auf dem Wasser aus dem Fels. Zu diesem Zweck stellte Er Josua in die Position Moses und gebot den Israeliten, ihm zu gehorchen und mit ihm auf dem Fundament für die Wohnstätte zu stehen. Auf dieser Basis konnten sie das Land Kanaan betreten, wo sie die Wiedergutmachungsbedingung zur Beseitigung der gefallenen Natur auf nationaler Ebene errichten sollten. Also beabsichtigte Gott, das substanzielle Fundament auf dem dritten nationalen Weg mit Josua im Mittelpunkt zu errichten. (Dtn 3,28)
Nachdem Mose durch die 40-jährige Periode in der Wüste von Midian Wiedergutmachung geleistet hatte, war ihm Gott erschienen und hatte ihm den Auftrag gegeben, die Israeliten in das Land Kanaan zu führen, das Land, in dem Milch und Honig fließen. (Ex 3,8-10) Als Josua die 40-jährige Wüstenwanderung ebenso gläubig und mit Hingabe vollendet hatte, berief ihn Gott persönlich in die Position Moses und gab ihm folgenden Auftrag: Mein Knecht Mose ist gestorben. Mach dich also auf den Weg, und zieh über den Jordan hier mit dem ganzen Volk in das Land, das ich ihnen, den Israeliten, geben werde ... Wie ich mit Mose war, will ich auch mit dir sein. Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht. Sei mutig und stark! Denn du sollst diesem Volk das Land zum Besitz geben, von dem du weißt: Ich habe ihren Vätern geschworen, es ihnen zu geben. (Jos 1,2; 5-6)
Daraufhin versammelte Josua die Listenführer des Volkes und teilte ihnen Gottes Anweisungen mit. (Jos 1,10) Sie antworteten: Alles, was du uns befohlen hast, wollen wir tun und dahin, wohin du uns schickst, wollen wir gehen ... Jeder, der sich deinem Befehl widersetzt und nicht allen deinen Anweisungen gehorcht, soll mit dem Tod bestraft werden. Sei nur mutig und stark! (Jos 1,16-18) Sie gelobten bei ihrem Leben, Josua zu folgen. Da Josua der Nachfolger von Mose war und dessen Mission übernommen hatte, Kanaan wiederherzustellen, stellte er Christus bei seiner Wiederkunft dar. Denn Christus wird wiederkommen, um die Mission, die Jesus nicht beenden konnte, zu erfüllen. So wie Josua auf seinem Weg Moses Weg durch Wiedergutmachung wiederherstellen musste, so muss der wiedergekehrte Christus sowohl physisch als auch geistig Jesu Weg der geistigen Wiederherstellung wiederherstellen.
Auf dem zweiten nationalen Weg sandte Mose zwölf Kundschafter nach Kanaan. (Num 13,1-2) Auf dem Herzensfundament, das jene zwei Kundschafter errichteten, die vertrauensvoll ihre Mission erfüllt hatten, sandte Josua zwei Männer aus, die die befestigte Stadt Jericho erkunden sollten. (Jos 2,1) Sie kehrten aus Jericho zurück und berichteten gläubig: „Der Herr hat uns das ganze Land ausgeliefert; alle Bewohner vergehen aus Angst vor uns.“ (Jos 2,24) Israels gesamte jüngere Generation, die in der Wüste aufgewachsen war, glaubte dem Bericht der Kundschafter und dieser Glaube machte die Sünden ihrer Eltern wieder gut, welche die frühere 40-tägige Periode, in der sie das Land erkundeten, nicht vorsehungsgemäß erfüllt hatten.
Die inneren Israeliten, die bei ihrem Leben geschworen hatten, Josua zu gehorchen, der auf dem Fundament der Wohnstätte stand, konnten mit ihm auf diesem Fundament stehen. Indem sie die Vorsehung für den Beginn, basierend auf dem Wasser aus dem Fels, wiederherstellten, übernahmen sie dieselbe Position, die ihre Eltern hatten, als diese unter Moses Führung an der Vorsehung für den Beginn beim Auszug aus Ägpten teilgenommen hatten und Gott die drei Wunderzeichen und zehn Plagen gewährte. Und so wie die Israeliten unter Mose durch eine dreitägige Periode gegangen waren, bevor sie das Rote Meer durchquerten, so gingen auch die Israeliten unter Josua durch eine dreitägige Periode, bevor sie den Jordan überschritten. (Jos 3,2)
Nachdem im zweiten nationalen N Weg die dreitägige Periode erfüllt war, führten die Wolken- und die Feuersäule die Israeliten zum Roten Meer. Etwas Ähnliches passierte, als die Israeliten unter Josua die dreitägige Periode erfüllt hatten: Die Bundeslade führte sie über den Jordan. (Jos 3,3; 6) Die Steintafeln, die in der Bundeslade lagen, sowie die Wolken- und die Feuersäule symbolisierten in gleicher Weise Jesus und die für ihn vorgesehene Braut.
Mose verwendete seinen Stab, um den Weg zu weisen und das Rote Meer in zwei Teile zu spalten. Ähnlich stellte Josua die Bundeslade an die Spitze, um dem Volk den Weg zu weisen. Als die Priester, welche die Bundeslade trugen, in den Jordan stiegen, teilte sich das Wasser und gab für das nachfolgende Volk einen Weg frei, damit sie auf dem Flussbett gehen konnten. (Jos 3,16-17) Moses Stab symbolisierte Jesus; ähnlich symbolisierte die Bundeslade, welche die Steintafeln, das Manna und den Stab Aarons enthielt, Jesus und die für ihn vorgesehene Braut. Dieses Ereignis, dass sich nämlich der Jordan vor der Bundeslade teilte und den Israeliten die Möglichkeit gab, sicher das Land Kanaan zu betreten, deutete an, was zur Zeit Jesu und seiner Braut passieren würde: Die sündige Menschheit, die durch Wasser symbolisiert ist (Offb 17,15), würde in Gerechte und Gottlose geteilt werden und vor dem Gericht stehen. Alle treuen Gläubigen würden dann die Wiederherstellung Kanaans auf weltweiter Ebene vollenden.
Als sie den Jordan erreichten, beauftragte Gott Josua und sagte: Wählt aus dem Volk zwölf Männer aus, aus jedem Stamm einen, und befehlt ihnen: Hebt hier an der Stelle, mitten im Jordan, wo die Priester fest und sicher standen, zwölf Steine auf, nehmt sie mit hinüber, und legt sie an dem Ort nieder, an dem ihr die nächste Nacht verbringt. (Jos 4,2-3) Und so handelte das Volk: Das Volk zog am zehnten Tag des ersten Monats durch den Jordan und schlug in Gilgal, am Ostrand des Gebietes von Jericho, sein Lager auf. In Gilgal stellte Josua die zwölf Steine auf, die man aus dem Jordan mitgenommen hatte. (Jos 4,19-20)
Was hatte dies zu bedeuten? Wie wir bereits festgestellt haben, symbolisierte der Stein Jesus. Jeder der zwölf Führer, welche die zwölf Stämme repräsentierten, brachte einen Stein mitten aus dem Jordan, dessen Wasser sich durch die Bundeslade geteilt hatte. Das deutete an, was die zwölf Jünger Jesu, welche die zwölf Stämme repräsentierten, beim Kommen Jesu tun sollten: ihn dort unterstützen, wo sein Wort die sündige Welt richtet und in Gut und Böse teilt.
Nachdem sie die zwölf Steine genommen und im Lager bei Gilgal im Land Kanaan aufgestellt hatten, sagte Josua: „Daran sollen alle Völker der Erde erkennen, dass die Hand des Herrn stark ist, und ihr sollt allezeit Jahwe, euren Gott, fürchten.“ (Jos 4,24) Damit wurde angekündigt, dass die zwölf Jünger im Herzen eins werden sollten; nur so könnten sie die Wiederherstellung Kanaans auf weltweiter Ebene vollenden, damit alle Völker der Erde auf ewig die Macht und Größe Gottes preisen.
So wie Jakob überall, wohin er kam, einen Altar aus Steinen errichtete, trugen die Repräsentanten der zwölf Stämme, Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs, zwölf Steine zusammen und bauten zur Ehre Gottes einen Altar. Letztendlich sollten sie den Tempel bauen. Damit wurde angekündigt, dass sich die zwölf Jünger Jesu vereinigen und ihren Herrn als den Tempel ehren sollten. Als sie sich nicht vereinigten, sagte daher Jesus: „Reißt diesen Tempel nieder, in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten.“ (Joh 2,19) Tatsächlich vereinigten sich die zwölf Jünger untereinander nicht und einer von ihnen, Judas Iskariot, verkaufte Jesus an seine Feinde. Erst nachdem Jesus am Kreuz gestorben und nach drei Tagen auferstanden war, konnte er seine zerstreuten Jünger wieder zusammenführen. Die Jünger ehrten dann den auferstandenen Jesus als den geistigen Tempel. Erst bei seiner Wiederkunft werden seine Nachfolger ihm als dem Fleisch gewordenen Tempel dienen können.
Als die Israeliten Ägypten verließen und in das Land Kanaan aufbrachen, feierten sie das Passahfest am vierzehnten Tag des ersten Monats. (Ex 12,17-18) Ebenso feierten die Israeliten unter Josuas Führung, als sie bei Gilgal lagerten, das Passahfest am vierzehnten Tag des ersten Monats jenes Jahres. Danach brachen sie zur Stadt Jericho auf. Als sie von den Erträgen des Landes zu leben begannen, blieb das Manna aus, das Gott ihnen 40 Jahre bereitgestellt hatte. Von dieser Zeit an mussten sie mit ihrem eigenen Schweiß für ihren Lebensunterhalt sorgen. Darüber hinaus mussten sie sich sehr bemühen, ihre Verantwortung zu erfüllen, bis sie auch die letzte satanische Stadt erobert hatten. Als sich die Israeliten im Einklang mit Gottes Auftrag Jericho näherten, stellten sie 40.000 bewaffnete Männer (Jos 4,13) an die Spitze, während sieben Priester hinter ihnen gingen und sieben Hörner bliesen. Danach folgte die Bundeslade (Jos 3,3), die von den Leviten getragen wurde, und die übrigen bewaffneten Israeliten bildeten den Schluss. (Jos 6,8-9) In dieser Formation marschierten die Israeliten sechs Tage je einmal um die befestigte Stadt, doch dadurch änderte sich in der Stadt nichts.
Durch Wiedergutmachung stellte das Volk geduldig und gehorsam die sechstägige Periode der Schöpfung, in die Satan eingedrungen war, wieder her. Nachdem sie sechs Tage vertrauensvoll durchgehalten hatten, gingen am siebten Tag die sieben Priester siebenmal um die Stadtmauer und bliesen in die sieben Hörner. Da sagte Josua zum Volk: „Erhebt das Kriegsgeschrei! Denn der Herr hat die Stadt in eure Gewalt gegeben.“ (Jos 6,16) Das Volk brach in großes Kriegsgeschrei aus und die Stadtmauern stürzten in sich zusammen.
Die Eroberung Jerichos (Jos 6) kündigte an, dass durch die Kraft Christi und die Arbeit seiner Nachfolger die satanischen Mauern zwischen Himmel und Erde einstürzen werden. Einmal abgebrochen, wird diese Mauer nie wieder aufgebaut werden. Daher erklärte Josua: Verflucht beim Herrn sei der Mann, der es unternimmt, diese Stadt Jericho wieder aufzubauen. Seinen Erstgeborenen soll es ihn kosten, wenn er sie neu gründet, und seinen Jüngsten, wenn er ihre Tore wieder aufrichtet. (Jos 6,26)
Dann begann Josua, den Feind mit unüberwindlicher Kraft anzugreifen. Insgesamt besiegte er einunddreißig Könige. (Jos 12,9-24) Damit wird angedeutet, dass Christus als König der Könige kommen wird, um auf Erden das vereinigte Reich Gottes zu errichten, indem er alle heidnischen Könige dazu bringt, sich völlig zu ergeben, und die Herzen ihrer Völker gewinnt.
2.2.3.3 Das Fundament für den Messias
Wir haben gesehen, dass die Israeliten auf dem zweiten Weg der Wiederherstellung Kanaans auf nationaler Ebene versagten, weil sie die 40-tägige Periode, in der sie das Land als Bedingung der Trennung von Satan auskundschaften sollten, nicht erfüllten. Als Wiedergutmachung für dieses Versagen mussten sie auf dem dritten nationalen Weg 40 Jahre in der Wüste umherziehen.
In dieser Zeit errichtete Mose das Glaubensfundament für den dritten Weg und die Israeliten standen auf dem Fundament für die Wohnstätte. Doch Satan entweihte diese beiden Fundamente wegen des Unglaubens des Volkes und des Fehlers von Mose, der den Fels zweimal schlug. Als Folge ging die ältere Generation der Israeliten, ausgenommen Josua und Kaleb, in der Wüste zugrunde. Josua und Kaleb erfüllten vertrauensvoll die Aufgabe, die darin bestand, Kanaan 40 Tage zu erkunden. Hierbei standen sie auf dem Glaubensfundament des zweiten Weges und dem Glaubensfundament für die Wohnstätte, das Mose errichtet hatte. Auf diese Weise errichteten sie das Fundament für die Wohnstätte. Die jüngere Generation der Israeliten überschritt den Jordan und trug dabei in größtem Vertrauen zur Führung Josuas, der Moses Nachfolge angetreten hatte, die Bundeslade. Dann betraten sie das verheißene Land Kanaan und zerstörten die befestigte Stadt Jericho.
Durch diesen Sieg errichteten sie auf dem dritten Weg das substanzielle Fundament auf nationaler Ebene und das Fundament für den Messias — wenn auch als ein Volk ohne nationale Souveränität. Das Fundament für den Messias auf der Familienebene war in den Tagen Abrahams errichtet worden. Seine Nachkommen gingen als Sklaven in Ägypten durch eine 400-jährige Wiedergutmachungsperiode, bevor sie nach Kanaan gehen und dort das Fundament für den Messias auf nationaler Ebene errichten konnten.
Dies erforderte mehr, als nur nach Kanaan zu gehen und es zu erobern. Wie bereits weiter oben ausführlich dargelegt (vgl. Fundament 3.3), hatten gefallene Menschen mächtige Nationen gegründet wie zum Beispiel Ägypten, die von satanischen Herrschern regiert wurden, welche sich gegen Gottes Vorsehung der Wiederherstellung richteten. Selbst als unter der Führung Josuas das Fundament für den Messias auf nationaler Ebene errichtet war, war es nun notwendig, ein souveränes Königreich zu errichten, von dem aus der Messias den satanischen Nationen dieser Welt gegenübertreten konnte. Doch als die jüngere Generation Kanaan einmal betreten hatte, verlor auch sie den Glauben. Daher wurde Gottes Vorsehung erneut verlängert und erlitt bis zur Zeit Jesu wiederholt Rückschläge.
2.3 Was wir von Moses Weg lernen können
Die ganze Geschichte hindurch haben gläubige Menschen in den biblischen Büchern über Mose gelesen und sie hauptsächlich für einen Bericht über Moses Leben und die Geschichte der Israeliten gehalten. Niemand hat wirklich verstanden, dass Gott mit dieser Darstellung beabsichtigte, bestimmte Geheimnisse der Vorsehung der Wiederherstellung zu offenbaren. Nur Jesus deutete es an, als er sagte: „Der Sohn kann nichts von sich aus tun, sondern nur, wenn er den Vater etwas tun sieht. Was nämlich der Vater tut, das tut in gleicher Weise der Sohn.“ (Joh 5,19) Er starb, ohne die wahre Bedeutung von Moses Weg enthüllt zu haben. (Joh 16,12)
Auf diesen Seiten haben wir gezeigt, wie Mose den modellhaften Weg der Vorsehung der Wiederherstellung gegangen ist. Vergleicht man diesen Abschnitt mit dem folgenden, so wird der Leser besser verstehen, wie Gott durch Moses Weg den Weg Jesu ankündigte. Selbst wenn wir nur die Vorsehung mit Mose im Mittelpunkt studieren, müssen wir zu dem Schluss kommen, dass Gott existiert und die menschliche Geschichte zur Verwirklichung eines absoluten Zwecks führt.
Moses Weg zeigt auch, dass der tatsächliche Erfolg im Leben eines Menschen davon abhängt, ob er seinen Teil der Verantwortung erfüllt oder nicht, ungeachtet eines für ihn von Gott vorherbestimmten Plans. Gottes vorherbestimmter Wille kann nur dann von der Person, die mit seiner Durchführung betraut ist, erfüllt werden, wenn sie ihren Teil der Verantwortung einbringt. Konkret heißt das: Gott hat im Voraus gesagt, dass Mose die Israeliten nach Kanaan, das Land in dem Mich und Honig fließen, führen sollte und ihm dazu den Auftrag erteilt. Doch weil Mose und sein Volk ihre Verantwortung nicht erfüllten, erreichten von der ersten Generation nur Josua und Kaleb Kanaan. Die übrigen starben in der Wüste.
Darüber hinaus greift Gott nicht in den Teil der menschlichen Verantwortung ein, sondern handelt aufgrund des tatsächlichen Ergebnisses, das eine Person bringt. Obwohl Gott das Volk mit großen Zeichen und Wundern führte, griff er nicht ein, als es das goldene Kalb verehrte, während Mose auf dem Berg weilte. Er griff nicht ein, um Mose davon abzuhalten, den Fels zweimal zu schlagen. Als die betreffenden Personen so handelten, waren sie dabei, ihren Teil der Verantwortung zu erfüllen, was nur sie allein tun konnten. Doch wenn sie einmal gehandelt und ihre Verantwortung entweder erfüllt oder darin versagt hatten, richtete sich Gott nach ihrem Ergebnis und handelte dementsprechend.
Moses Weg zeigt, dass Gottes Wille absolut vorherbestimmt ist. Gott bestimmt im Voraus, dass Sein Wille sicherlich erfüllt wird, und Er steuert kontinuierlich auf dieses Ziel zu, bis Er es erreicht hat. Als Mose seine Verantwortung nicht erfüllen konnte, fand Gott daher einen Nachfolger, Josua, und setzte alles daran, um Seinen Willen durch ihn zu erfüllen. Ganz allgemein gesagt: Wenn jemand von Gott in die Position Abels gestellt wurde, aber seinen Auftrag nicht erfüllt, wird ein anderer in der Position Kains, der große Hingabe gezeigt hat, in die Position Abels eingesetzt und erbt dessen Mission. Jesus beschreibt eine vergleichbare Situation mit den Worten: „Seit den Tagen Johannes‘ des Täufers bis heute wird dem Himmelreich Gewalt angetan; die Gewalttätigen reißen es an sich.“ (Mt 11,12; vgl. Messias 2.3)
Moses Weg zeigt, dass eine auserwählte Person umso schwerere Prüfungen bestehen muss, je größer ihre Mission ist. Weil die ersten Vorfahren fielen, als sie Gott nicht glaubten und sich von Ihm abwandten, müssen Hauptpersonen, die das Glaubensfundament wiederherstellen, eine Prüfung bestehen, in der Gott sie verlässt. Mose musste eine Prüfung bestehen, in der Gott ihn töten wollte (Ex 4,24), bevor er zum Leiter der Israeliten werden konnte.
Durch den Fall entstand eine Bedingung, durch die Satan die Menschen an sich binden konnte. Folglich gewährt Gott nur jenen Menschen Seine Gnade, die dafür die notwendige Bedingung schaffen. Würde Gott Seine Gnade bedingungslos gewähren, könnte Satan Anklage erheben. Wenn also Gott jemandem Seine Gnade schenken will, prüft Er die Person, bevor oder nachdem sie diese Gnade erhält, um Satans Anklage zu verhindern.
Moses Weg bietet dafür einige Beispiele: Erst nachdem Mose die Prüfung bestanden hatte, 40 Jahre lang im Palast des Pharao zu leben, gewährte ihm Gott die Gnade für den Beginn des ersten Weges, aus Ägypten auszuziehen. Erst nachdem er die Prüfung bestanden hatte, 40 Jahre in der Wüste Midian zu leben, gewährte Er ihm die Gnade für den Beginn des zweiten Weges mit dem Auszug aus Ägypten. (Ex 4,2-9) Erst nach der Prüfung, in der Gott Mose töten wollte (Ex 4,25), gewährte er ihm die drei Wunderzeichen und die zehn Plagen. (Ex 7,10) Erst nach der dreitägigen Prüfung (Ex 10,22), währenddessen es in Ägypten finster war, gewährte Gott dem Volk die Wolken- und Feuersäule (Ex 13,21). Erst nach der Prüfung, in der die Israeliten das Rote Meer durchqueren mussten (Ex 14,21-22), erhielten sie von Gott das Manna und die Wachteln. (Ex 16,13) Nach bestandener Prüfung im Kampf gegen die Amalekiter (Ex 17,10) konnten sie Gottes Geschenk empfangen: die beiden Steintafeln, die Wohnstätte und die Bundeslade. (Ex 31,18) Das Geschenk des Wassers aus dem Fels (Num 20,9) erhielten sie erst, nachdem sie 40 Jahre durch die Wüste gezogen waren. Als Gott die Giftschlangen schickte, war die Reue des Volkes die Bedingung, dass Gott ihnen die kupferne Schlange geben konnte. (Num 21,6-9)
All das können wir aus Moses Weg lernen.