Abschnitt 3. Die Vorsehung der Wiederherstellung in Abrahams Familie
Wegen der gefallenen Handlung Hams konnte die Vorsehung der Wiederherstellung in Noachs Familie nicht erfüllt werden. Dennoch hatte Gott absolut vorherbestimmt, dass der Zweck der Schöpfung eines Tages erfüllt wird. Daher berief Gott — auf dem Fundament von Noachs loyalem Herzen — Abraham und begann ein neues Kapitel in der Vorsehung der Wiederherstellung mit dessen Familie.
Abrahams Familie sollte das Fundament für den Messias, das Noachs Familie nicht vollendet hatte, wiederherstellen und auf diesem Fundament den Messias empfangen. Daher musste Abraham, wie schon Noach vor ihm, durch Wiedergutmachung das Glaubensfundament wiederherstellen, während seine Söhne durch Wiedergutmachung das substanzielle Fundament wiederherstellen sollten.
3.1 Das Glaubensfundament
3.1.1 Die zentrale Person für das Glaubensfundament
In der Vorsehung der Wiederherstellung in Abrahams Familie war die zentrale Person für die Wiederherstellung des Glaubensfundaments Abraham. Gott erwählte Abraham, damit er, anstelle Noachs, Seinen Willen erfülle. Doch Abraham konnte diese Mission nicht ererben, bevor er durch Wiedergutmachung all jene Bedingungen wiederhergestellt hatte, die Noach hätte erfüllen sollen, die aber wegen Hams Sünde an Satan verloren gegangen waren.
Die erste Bedingung, die Noachs Familie an Satan verloren hatte, waren die zehn Generationen von Adam bis Noach und die 40-Tage-Periode des Gerichts durch die Sintflut. Daher musste Abraham durch Wiedergutmachung erneut zehn Generationen wiederherstellen. Jede dieser zehn Generationen sollte die Zahl 40 wiederherstellen, welche das Gericht durch die Sintflut repräsentierte. Da das Vorhaben mit der 40-tägigen Sintflut misslungen war, musste sich die Wiederherstellung jeder Generation auf die gesamte Länge erstrecken; das konnte nicht innerhalb von nur 40 Tagen erfüllt werden. Die Vorsehung für die Wiederherstellung der Sintflut in jeder der zehn Generationen benötigte eine längere Zeitperiode: 40 Jahre. Das entspricht der Situation zu Moses Zeiten, als das Volk 40 Jahre durch die Wüste wandern musste. Dadurch wurden die 40 Tage des misslungenen Auftrags zur Erforschung Kanaans wiederhergestellt. (Num 14,34) Nachdem nun eine Wiedergutmachungsperiode von zehn Generationen und 400 Jahren seit Noach verstrichen waren (Gemäß der Bibel verkürzte Gott nach Noachs Generation die Lebensdauer der Menschen. Daher benötigten die zehn Generationen von Adam bis Noach 1600 Jahre, während die zehn Generationen von Noach bis Abraham nur noch 400 Jahre dauerten.), wählte Gott Abraham, damit er Noachs Aufgabe ererbe.
Die nächste Reihe von Bedingungen, die Noachs Familie an Satan verloren hatte, waren die Position des Glaubensvaters und die Stellung Hams, der die Rolle Abels hätte übernehmen sollen. Daher konnte Abraham erst in der Position Noachs stehen, als er durch Wiedergutmachung die Rolle des Glaubensvaters und jene von Ham wiederhergestellt hatte. Um die Rolle des Glaubensvaters anstelle von Noach übernehmen zu können, musste Abraham ein symbolisches Opfer gläubig und mit einem loyalen Herzen, wie Noach beim Bau der Arche, darbringen. Wie konnte dann Abraham die Position Abels wiederherstellen? Ham hätte Abel, den Gott am meisten liebte, repräsentieren müssen: Beide waren zweite Söhne und auserwählt, die zentrale Person für das substanzielle Opfer zu sein. Da Satan Ham beansprucht hatte, konnte Gott nach dem Prinzip der Wiederherstellung durch Wiedergutmachung jemanden beanspruchen, den Satan am meisten liebte. Das ist der Grund, warum Gott Abraham, den Erstgeborenen Terachs, eines Götzendieners, berief. (Jos 24,2-3)
Abraham sollte die Aufgabe Noachs und somit die Aufgabe Adams ererben. In dieser Eigenschaft repräsentierte er den wiederhergestellten Adam. So wie Gott Adam und Noach segnete, segnete Er auch Abraham: Ich will dich zu einem großen Volk machen, dich segnen und deinen Namen groß machen. Ein Segen sollst du sein. Ich will segnen, die dich segnen; wer dich verwünscht, den will ich verfluchen. Durch dich sollen alle Geschlechter der Erde Segen erlangen. (Gen 12,2-3) Nachdem Abraham diesen Segen erhalten hatte, verließ er, gehorsam gegenüber Gottes Gebot, sein Vaterhaus in Haran und zog mit seiner Frau Sara, seinem Neffen Lot, seiner ganzen Habe und seinen Knechten und Mägden nach Kanaan. (Gen 12,4-5) In dieser Hinsicht legte Gott Abrahams Weg als Modell für die Wiederherstellung von Kanaan fest, den später zu ihrer Zeit Jakob und Mose gehen sollten. Auch Jakob und Mose nahmen ihre Familienmitglieder und all ihre Habe aus Haran und aus Ägypten mit. Dann brachten sie wieder alles nach Kanaan zurück, wobei sie auf ihrem Weg viel Leid zu erdulden hatten. Abrahams Weg kündigte den Lebensweg Jesu an: Er sollte die Menschheit und alle Dinge aus der Welt Satans herausführen und sie in die Welt Gottes zurückbringen. (vgl. Mose und Jesus 1.2)
3.1.2 Die Objekte für die Bedingung, die für das Glaubensfundament dargebracht wurde
3.1.2.1 Das symbolische Opfer Abrahams
Gott beauftragte Abraham, eine Turteltaube, eine Haustaube, einen Widder, eine Ziege und ein dreijähriges Rind zu opfern. (Gen 15,9) Dies waren die Objekte für die Bedingung, die er darbrachte, um das Glaubensfundament wiederherzustellen. Doch bevor Abraham das symbolische Opfer darbringen konnte, musste er den rechten Glauben zeigen, so wie auch Noach vor ihm als rechtschaffen galt, bevor er die Arche baute und sie als ein symbolisches Opfer darbrachte.
Die Bibel erklärt nicht deutlich, auf welche Weise Noach seinen Glauben gezeigt hatte. Doch aus der Stelle „Noach war ein gerechter, untadeliger Mann unter seinen Zeitgenossen; er ging seinen Weg mit Gott“ (Gen 6,9) können wir schließen, dass Noach seinen Glauben unter Beweis gestellt hatte, bevor ihn Gott für würdig erachtete, das Gebot zu empfangen, die Arche zu bauen.
Tatsächlich müssen jene, die den Weg der Vorsehung der Wiederherstellung gehen, ständig ihren Glauben stärken. (Röm 1,17) Wir wollen nun herausfinden, wie Abraham seinen Glauben stärkte, um sich vorzubereiten, das symbolische Opfer darzubringen.
Da Noach der zweite menschliche Vorvater war, musste Abraham, um die Position Noachs wiederherzustellen, auch die Position Adams übernehmen. Aus diesem Grund wurde er aufgefordert, eine symbolische Wiedergutmachungsbedingung zur Wiederherstellung der Position von Adams Familie zu erfüllen, bevor er das eigentliche symbolische Opfer darbringen konnte.
In dieser Hinsicht berichtet die Bibel von einer Reise Abrahams nach Ägypten, die er wegen einer Hungersnot unternahm. (Gen 12,10-20) Als sie in Ägypten anlangten, wies Abraham seine Frau Sara an, sich als seine Schwester auszugeben, denn er fürchtete, dass der Pharao sie begehren könnte. Abraham hatte Angst, dass ihn der Pharao töten könnte, wenn er herausfände, dass er Saras Mann sei. Tatsächlich übergab Abraham dem Pharao auf dessen Befehl hin Sara, während sie sich als seine Schwester ausgab. Darauf strafte Gott den Pharao und Abraham nahm seine Frau zurück. Sie verließen zusammen mit Abrahams Neffen Lot und den Reichtümern, die der Pharao ihnen gegeben hatte, Ägypten. Ohne sich dessen bewusst zu sein, ging Abraham diesen Weg der Vorsehung, um eine symbolische Wiedergutmachungsbedingung zur Wiederherstellung von Adams Familie zu erfüllen.
Als der Erzengel Eva auf seine Seite zog — und damit alle Nachkommen Evas und sogar die Schöpfung unter seine Herrschaft brachte —, lebten Adam und Eva noch wie Bruder und Schwester. Damit Abraham die Wiedergutmachungsbedingung erfüllen konnte, um diese Situation wiederherzustellen, raubte ihm der Pharao Sara; er repräsentierte Satan, sie spielte die Rolle von Abrahams Schwester. Abraham musste sie danach von Pharao als seine Frau zurücknehmen; Lot repräsentierte die Menschheit und die Geschenke symbolisierten die Schöpfung. Dieser Weg, den Abraham beschritt, war das Modell für den Weg Jesu in seinen Tagen. Nachdem Abraham diese Wiedergutmachungsbedingung erfüllt hatte, konnte er das symbolische Opfer darbringen.
Welche Bedeutung hatte Abrahams symbolisches Opfer? Damit Abraham der Glaubensvater werden konnte, musste er durch Wiedergutmachung die Position Noachs, den Gott als Glaubensvater hatte einsetzen wollen, ebenso wie Noachs Familie wiederherstellen. Darüber hinaus musste er die Position Adams und dessen Familie wiederherstellen. Daher musste Abraham in annehmbarer Weise Objekte für die Bedingung opfern, um all das wiederherzustellen, was Kain und Abel durch ihre Opfer hätten erfüllen sollen und alles, was die Familie Noachs durch den Bau der Arche zu erfüllen versuchte. Das Opfer Abrahams hatte diese symbolische Bedeutung.
Abraham brachte drei verschiedene Objekte als symbolisches Opfer dar. Erstens eine Haustaube und eine Turteltaube; zweitens einen Widder und eine Ziege; und drittens ein Rind. Diese drei Opfergaben symbolisierten den Kosmos, der durch die drei Stufen der Wachstumsperiode vollendet wurde. Die Taube symbolisierte die Gestaltungsstufe. Als Jesus von Johannes dem Täufer am Jordan getauft wurde, stieg der Geist Gottes in Gestalt einer Taube herab und ließ sich auf Jesus nieder. (Mt 3,16) Das geschah deswegen, weil Jesus kam, um das Alte-Testament-Zeitalter zu erfüllen, welches als Gestaltungsstufe der Vorsehung durch die Taube symbolisiert wurde. Darüber hinaus gab es noch einen zweiten Grund für die Erscheinung der Taube, die sich auf Jesus niederließ. Jesus sollte Abrahams Fehler bei der Opferung dieser Taube wiederherstellen, die, wie wir sehen werden, Satan vereinnahmt hatte.
Der Widder symbolisierte die Entwicklungsstufe. Sobald Jesus das Alte-Testament-Zeitalter erfüllt und somit alles, was von der Taube repräsentiert wird, wiederhergestellt hatte, leitete er das Neue-Testament-Zeitalter als Entwicklungsstufe der Vorsehung ein, in dem alles, was vom Widder repräsentiert wird, wiederhergestellt werden sollte. Als Johannes der Täufer bezeugte, dass er gesehen hatte, wie der Geist als Taube auf Jesus herabgekommen war — was bedeutet, dass Jesus derjenige war, der die Gestaltungsstufe der Vorsehung vollenden sollte —, bezeugte er, dass Jesus mit der Entwicklungsstufe seiner Mission beginnen würde, indem er sagte: „Seht das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt.“ (Joh 1,29)
Das Rind oder die Kuh repräsentierte die Vollendungsstufe. Es steht geschrieben, dass Samson den Philistern einmal ein Rätsel aufgab. Sie erschlichen sich die Antwort, indem sie Samsons Frau veranlassten, ihn zu bedrängen, damit er es verrate. Samson sagte zu ihnen: „Hättet ihr nicht mit meiner Kuh gepflügt, hättet ihr mein Rätsel nicht erraten“ (Ri 14,18); er bezeichnete hier seine Frau bildlich als Kuh.
Jesus kam als Bräutigam zur gesamten Menschheit. Alle Gläubigen sollten, im übertragenen Sinne, seine Bräute werden und auf die Zeit seiner Rückkehr warten. Danach feiern alle diese Bräute die Hochzeit des Lammes mit Jesus, ihrem Bräutigam, und dürfen in Einheit mit ihm als seine Ehefrauen (im übertragenen Sinne) im Himmelreich leben. Daher ist das Erfüllte-Testament-Zeitalter, das nach der Wiederkunft Jesu beginnt, das Zeitalter der Kuh (des Rindes) oder das Zeitalter der Frau. Der Grund, warum manche geistige Medien die Offenbarung erhalten haben, die gegenwärtige Zeit sei das Zeitalter der Kuh, beruht auf der Tatsache, dass wir in die Vollendungsstufe eintreten.
Was sollte durch die drei Opfergaben wiederhergestellt werden? Durch dieses Opfer sollte Abraham all das wiederherstellen, was Gott durch die symbolischen Opfer der Familien Adams und Noachs nicht wiederherstellen konnte. Diese Opfer waren zwar korrekt dargebracht worden, doch wurden sie wegen späterer Fehler von Satan beansprucht. Mit Abrahams Opfer sollte auch eine symbolische Wiedergutmachungsbedingung als Entschädigung für das Scheitern beim substanziellen Opfer geschaffen werden. Mit anderen Worten: Der Zweck, warum Abraham die drei Arten von Objekten für die Bedingung symbolisch opfern sollte, bestand darin, in seiner Generation (horizontal) alle Wiedergutmachungsbedingungen, die sich im Verlauf der Vorsehung (vertikal) durch die drei Generationen von Adam, Noach und Abraham angesammelt hatten, wiederherzustellen.
Warum legte Abraham die drei Opfergaben — die Haustaube und die Turteltaube, den Widder und die Ziege und das Rind, welche die Gestaltungsstufe, die Entwicklungsstufe und die Vollendungsstufe symbolisierten — auf einen Altar? Vor dem Fall war es Adams Verantwortung, im Laufe seines Lebens durch diese drei Stufen zu gehen. In ähnlicher Weise sollte Abraham, der nun in der Position Adams stand, auf einmal die lange Zeit der Vorsehung wiederherstellen, die Gott durch die drei Generationen der Vorsehung von Adam (Gestaltungsstufe), Noach (Entwicklungsstufe) und Abraham (Vollendungsstufe) durchgeführt hatte. Durch ein einziges Opfer konnte er alle entweihten Bedingungen, die die Zahl Drei enthielten, wiederherstellen. Der symbolische Charakter von Abrahams Opfergaben offenbart Gottes Willen, die gesamte Vorsehung der Wiederherstellung ein für alle Mal abzuschließen.
Wir wollen nun herausfinden, wie Abraham (Gen 17,5: Gott hatte den Namen Abram in Abraham (Vater der Menge) geändert.) das symbolische Opfer dargebracht hat:
Der Herr antwortete ihm: Hol mir ein dreijähriges Rind, eine dreijährige Ziege, einen dreijährigen Widder, eine Turteltaube und eine Haustaube! Abram brachte ihm alle diese Tiere, zerteilte sie und legte je eine Hälfte der anderen gegenüber; die Vögel aber zerteilte er nicht. Da stießen Raubvögel auf die Fleischstücke herab, doch Abram verscheuchte sie. Bei Sonnenaufgang fiel auf Abram ein tiefer Schlaf; große, unheimliche Angst überfiel ihn. Gott sprach zu Abram: Du sollst wissen: Deine Nachkommen werden als Fremde in einem Land wohnen, das ihnen nicht gehört. Sie werden dort als Sklaven dienen, und man wird sie 400 Jahre lang hart behandeln. (Gen 15,9-13) Weil Abraham die Turteltaube und Haustaube nicht, wie angeordnet, teilte, stürzten Raubvögel herab und entweihten die Opfergaben. Wegen dieses Fehlers wurde bestimmt, dass die Israeliten nach Ägypten gehen und dort 400 Jahre lang Leid erdulden mussten.
Wieso war es eine Sünde, die Vögel nicht zu halbieren? Die Frage kann man nur mit Hilfe des Prinzips beantworten. Wir wollen zunächst den Grund ermitteln, warum Abraham angeleitet wurde, die Opfergaben zu halbieren.
Gottes Wirken für die Erlösung zielt darauf ab, die Herrschaft des Guten wiederherzustellen, indem Er zunächst das Gute vom Bösen trennt, danach das Böse vernichtet und das Gute emporhebt. Das ist der Grund, warum Adam in Kain und Abel geteilt werden musste, bevor das Opfer dargebracht werden konnte. Das ist auch der Grund, warum zur Zeit Noachs Gott das Böse durch das Gericht der Sintflut schlug und die Familie Noachs als das Gute abtrennte. Gott ließ Abraham die Opfergaben halbieren, bevor er sie darbrachte, um so das symbolische Werk der Teilung von Gut und Böse durchzuführen, was durch Adam und Noach unerfüllt geblieben war.
Die Opfergaben mussten aus folgenden Gründen geteilt werden: Erstens musste jene Situation in Adams Familie wiederhergestellt werden, in der Abel und Kain in Repräsentanten des Guten und des Bösen geteilt wurden. Zweitens musste jene Situation wiederhergestellt werden, in der durch die 40-tägige Sintflut zur Zeit Noachs das Gute vom Bösen getrennt wurde. Drittens musste eine symbolische Bedingung geschaffen werden, um aus dem Universum, das von Satan regiert wurde, einen Bereich unter guter Herrschaft abzutrennen. Viertens musste eine Bedingung geschaffen werden, um das Opfer zu heiligen, indem das Blut des Todes vergossen wurde, das in die gefallene Menschheit eingedrungen war, als sie mit Satan eine Blutsbindung einging.
Warum war es eine Sünde, das Opfer nicht zu teilen? Erstens: Die Tatsache, dass das Opfer nicht geteilt wurde, bedeutet, dass Abel nicht von Kain getrennt wurde. Ohne Teilung konnte Gott das Opfer nicht annehmen, denn dadurch stand ihm kein Abel-Typ als Objektpartner zur Verfügung. Folglich wurden die Fehler, die Kain und Abel bei ihren Opfern gemacht hatten, nicht wiederhergestellt. Zweitens: Das Opfer nicht zu teilen war gleichbedeutend mit dem Fehlschlagen der Vorsehung zur Zeit Noachs, als Gut und Böse trotz der Sintflut ungetrennt blieben. Wie das Versagen von Noachs Familie, so beraubte auch das Versagen Abrahams, das Opfer zu teilen, Gott Seines guten Objektpartners. Folglich wurde jener Fehler wiederholt, der die Vorsehung der Sintflut misslingen ließ. Drittens: Das Opfer nicht zu teilen bedeutete, dass es keine symbolische Bedingung gab, um den Bereich von Gottes guter Herrschaft aus dem Universum unter Satans Herrschaft abzutrennen. Viertens: Das Opfer nicht zu teilen bedeutete, dass es vor Gott kein geheiligtes und annehmbares Opfer war, weil das Blut des Todes nicht abfließen konnte.
Mit anderen Worten: Als Abraham die Vögel opferte, ohne sie zuvor geteilt zu haben, brachte er ein Opfer dar, das er dem Besitz Satans nicht entrissen hatte. Sein Fehler bewirkte, dass Satans Besitzanspruch auf die Opfergaben anerkannt wurde.
Die Tauben, die die Gestaltungsstufe symbolisieren, blieben in Satans Besitz. Folglich beanspruchte Satan auch den Widder und die Ziege, die die Entwicklungsstufe symbolisierten, und das Rind, das für die Vollendungsstufe steht. Denn beide Stufen müssen auf der Grundlage der Gestaltungsstufe erfüllt werden. Somit ging das gesamte symbolische Opfer an Satan. Daher war es eine Sünde, die Vögel nicht zu teilen.
Als Nächstes wollen wir prüfen, was mit dem Vers gemeint ist, dass Raubvögel auf die Kadaver herabstürzten.
Seit dem Fall der ersten menschlichen Vorfahren hat Satan immer jene angegriffen, die mit Gott zur Erfüllung Seines Willens zusammengearbeitet haben. Als Kain und Abel ihre Opfer darbrachten, lauerte Satan an der Tür. (Gen 4,7) In der Erzählung von Noach weist der umherfliegende Rabe darauf hin, dass Satan nach einer Möglichkeit suchte, in Noachs Familie unmittelbar nach der Sintflut einzudringen. (Gen 8,7) Als Abraham sein symbolisches Opfer darbrachte, hielt Satan in ähnlicher Weise nach einer Gelegenheit Ausschau, um sich das Opfer anzueignen.
Sobald er sah, dass die Vögel nicht geteilt waren, entweihte er das Opfer. Die Bibel beschreibt das mit dem Bild der Raubvögel, die auf die Opfergabe stürzten.
Abrahams Versagen beim symbolischen Opfer bewirkte, dass es verunreinigt wurde. Alle Bedingungen, die Gott dadurch wiederherstellen wollte, gingen verloren. Die Folge davon war, dass Abrahams Nachkommen 400 Jahre lang Unterdrückung und Sklaverei in Ägypten erleiden mussten. Die Gründe dafür wollen wir nun untersuchen.
Gott kam zu Abraham und gab ihm den Befehl, am Ende der 400-jährigen Zeitperiode der Trennung von Satan ein symbolisches Opfer darzubringen. Diese Zeitspanne war festgelegt worden, um durch Wiedergutmachung die zehn Generationen von Adam bis Noach und die 40 Tage der Sintflut wiederherzustellen, die wegen Hams Sünde an Satan verloren gegangen waren. Es war auch die Wiedergutmachungsperiode, die notwendig war, um Abraham als Glaubensvater einzusetzen, wenn er das symbolische Opfer erfüllte. Aufgrund von Abrahams Fehler beim symbolischen Opfer konnte Satan das Opfer für sich beanspruchen und somit ging jene 400-jährige Periode an ihn verloren. Um auf nationaler Ebene die Situation neu zu schaffen, wie sie vor Abrahams Fehler beim symbolischen Opfer bestanden hatte — dies war wiederum eine Parallele zu Noachs Auftrag, eine Arche zu bauen —, legte Gott eine weitere 400-jährige Periode der Trennung von Satan fest. Während dieser Zeit waren die Israeliten Sklaven in Ägypten. Indem die Israeliten diese Zeit erduldeten, sollten sie die Positionen von Noach und Abraham zu Beginn ihrer Missionen als Glaubensväter wiederherstellen; diesmal allerdings auf nationaler Ebene. So sollten sie auch das Fundament für Mose errichten, damit er seine Mission beginnen konnte. Daher war die Zeit der Sklaverei sowohl die Zeit, in der die Israeliten wegen Abrahams Versagen bestraft wurden, als auch die Zeit, in der sie das Fundament schufen, um Satans Fesseln zu durchschneiden und Gottes neue Vorsehung zu beginnen.
Wie bereits früher ausgeführt, hatte Gott gehofft, Seine Vorsehung in der Gestaltungs-, Entwicklungs- und Vollendungsstufe zugleich durchzuführen, indem er Abraham erfolgreich das symbolische Opfer mit den drei verschiedenen Arten von Opfertieren auf einem Altar darbringen ließ. Abraham konnte den Willen Gottes nicht erfüllen und wiederholte die Fehler der Vergangenheit. Folglich wurde die Vorsehung, deren Mittelpunkt er war, über die drei Generationen von Abraham, Isaak und Jakob hinweg verlängert.
3.1.2.2 Abraham opfert Isaak
Nachdem Abraham beim symbolischen Opfer versagt hatte, gab ihm Gott den Auftrag, seinen Sohn Isaak als Brandopfer darzubringen. (Gen 22,2) Damit begann Gott eine neue Vorsehung, um Abrahams Versagen durch Wiedergutmachung wiederherzustellen. Wenn jemand, den Gott vorherbestimmt hat, einen bestimmten Teil Seines Willens zu erfüllen, versagt und seinen Teil der Verantwortung nicht einbringt, verwendet ihn Gott gemäß dem Prinzip der Prädestination kein zweites Mal. Warum arbeitete Gott dann wiederum mit Abraham, als er ihn Isaak opfern ließ?
Wir können drei Gründe dafür geltend machen. Erstens: Die Zahl Drei steht für Vollendung. (vgl. Perioden 2.4) Wenn die Vorsehung für die Errichtung des Fundaments für den Messias zum dritten Mal durchgeführt wird, muss sie gemäß dem Prinzip Gottes vollendet werden. Gottes Vorsehung, das Fundament für den Messias zu errichten, begann zuerst mit der Familie Adams und setzte sich dann mit der Familie Noachs fort. Sie musste in Abrahams Familie abgeschlossen werden, weil es sich hier um den dritten Versuch handelte. Deshalb erhielt Abraham die Gelegenheit, eine Wiedergutmachungsbedingung zu erfüllen, wenn auch zu einem höheren Preis, um auf diese Weise symbolisch all das wiederherzustellen, was verloren gegangen war, als er beim früheren symbolischen Opfer versagte hatte. Diese größere Wiedergutmachungsbedingung war die Darbringung seines Sohnes Isaak als Opfergabe.
Zweitens: Wie wir schon erklärt haben, stand Abraham in der Position Adams, als er sein Opfer darbrachte. Satan hatte sowohl Adam als auch seinen Sohn Kain angegriffen und die Familie über zwei Generationen hinweg entweiht. Daher konnte Gott, entsprechend dem Prinzip der Wiederherstellung durch Wiedergutmachung, im Verlauf von zwei Generationen wirken, um Abraham und dessen Sohn Isaak zurückzubringen.
Drittens: Wir haben bereits gesagt, dass Noach das symbolische Opfer der Arche selbst darbringen konnte, obwohl er in derselben Position stand wie Adam, dem es nicht möglich gewesen war, das Opfer direkt darzubringen. Dies war deswegen möglich, weil er auf den Verdiensten Abels aufbaute. Er hatte nämlich ein gläubiges Herz bewiesen, als er erfolgreich das symbolische Opfer darbrachte. Als Abraham von Gott berufen wurde, stand er auf dem Fundament des Verdienstes von Abel, der erfolgreich das symbolische Opfer auf der Gestaltungsstufe dargebracht hatte, und auf dem Fundament des Verdienstes von Noach, der beim symbolischen Opfer in der Entwicklungsstufe erfolgreich gewesen war. Auf diesem zweifachen Fundament sollte Abraham das symbolische Opfer auf der Vollendungsstufe darbringen. Daher konnte Gott Abraham, obwohl er versagt hatte, weiter führen und ihm eine zweite Gelegenheit geben, ein Opfer darzubringen, auf der Grundlage von all den Verdiensten von Abels und Noachs gläubigem Herzen.
Bevor Abraham Isaak als Opfergabe darbringen konnte, musste er nochmals den rechten Glauben beweisen, indem er die symbolische Wiedergutmachungsbedingung für die Wiederherstellung der Familie Adams wiederholte, wie er es schon tun musste, als er im Begriff war, das symbolische Opfer zu bringen. Aus diesem Grund stellte Abraham Sara nochmals in die Position seiner Schwester und ließ sie von einem König in Besitz nehmen; diesmal war es Abimelech von Gerar. Nachdem sie die Frau des Königs geworden wa ar, nahm Abraham sie zurück. Diesmal nahm Abraham auch Sklaven mit sich, welche die Menschheit symbolisierten und Reichtümer, die für die restliche Schöpfung standen. (Gen 20,1-18)
Wie opferte Abraham Isaak? Als sie an den Ort kamen, den ihm Gott genannt hatte, baute Abraham den Altar, schichtete das Holz auf, fesselte seinen Sohn Isaak und legte ihn auf den Altar, oben auf das Holz. Schon streckte Abraham seine Hand aus und nahm das Messer, um seinen Sohn zu schlachten. Da rief ihm der Engel des Herrn vom Himmel her zu: Abraham, Abraham! Er antwortet: Hier bin ich. Jener sprach: Streck deine Hand nicht gegen den Knaben aus und tu ihm nichts zuleide! Denn jetzt weiß ich, dass du Gott fürchtest; du hast mir deinen einzigen Sohn nicht vorenthalten. (Gen, 22,9-12)
Abrahams Glaube war absolut. Im Gehorsam Gottes Auftrag gegenüber ging er daran, Isaak, seinen Sohn, zu töten, und beabsichtigte, ihn als Brandopfer darzubringen. In diesem Augenblick trat Gott dazwischen und sagte Abraham, er solle den Knaben nicht töten. Abrahams Hingabe an den Willen Gottes und sein entschlossenes Handeln, das er mit absolutem Glauben, absolutem Gehorsam und absoluter Loyalität durchführte, hoben ihn in eine Position, als ob er Isaak bereits getötet hätte. Dadurch trennte er Satan vollständig von Isaak. Gott befahl Abraham, Isaak nicht zu töten, denn Isaak war von allen Bindungen an Satan befreit und stand auf Gottes Seite. Wir müssen auch verstehen, dass Gott mit den Worten „jetzt weiß ich ...“ sowohl Seinen Vorwurf Abraham gegenüber wegen dessen früherem Versagen beim symbolischen Opfer ausdrückte als auch Seine Freude über die erfolgreiche Opferung.
Weil Abraham bei der Opferung Isaaks erfolgreich war, konnte die Vorsehung der Wiederherstellung in Abrahams Familie mit Isaak weitergehen.
Abraham benötigte eine Reise von drei Tagen bis zu dem Platz auf dem Berg Morija, wo er seinen Sohn Isaak als Brandopfer darbringen sollte. Mit dieser dreitägigen Periode zur Reinigung Isaaks begann ein neuer Abschnitt in der Vorsehung. Von da an war für den Beginn eines neuen Abschnitts eine dreitägige Periode der Trennung von Satan erforderlich. In der Geschichte der Vorsehung gibt es viele Beispiele für solche Zeitabschnitte. Als Jakob mit seiner Familie aus Haran auszog, um den Weg der Wiederherstellung Kanaans auf der Familienebene zu beginnen, gab es eine dreitägige Periode der Trennung von Satan. (Gen 31,20-22) Auch Mose führte die Israeliten zur Trennung von Satan durch eine dreitägige Periode, als sie Ägypten verließen, um den Weg der Wiederherstellung Kanaans auf nationaler Ebene zu beginnen. (Ex 8,23) Die Israeliten unter Josua durchliefen auch eine dreitägige Periode der Trennung von Satan nach der Überquerung des Jordan. (Jos 3,1-6) Als Jesus den geistigen Weg der Wiederherstellung Kanaans auf weltweiter Ebene begann, verbrachte er drei Tage im Grab, um die Trennung von Satan durchzuführen.
3.1.2.3 Isaaks Position und seine symbolische Opferung aus Gottes Sicht
Wie bereits erklärt, endete Abrahams symbolisches Opfer in einem Misserfolg. Trotzdem blieb nach dem Prinzip noch eine gewisse Grundlage erhalten, auf der das Fundament für den Messias, ausgerichtet auf Abraham, errichtet werden konnte. Doch weil Abraham seine Verantwortung nicht erfüllt hatte, durfte er das symbolische Opfer nicht selbst wiederholen. (vgl. Prädestination 3) Gott musste irgendwie einen Weg finden, Abraham so zu betrachten, als hätte er weder beim symbolischen Opfer versagt noch die Verlängerung der Vorsehung verursacht. Um das zu erreichen, gab Gott Abraham den Auftrag, seinen Sohn Isaak als Brandopfer darzubringen.
Gott hatte schon früher Abraham versprochen, dass Er aus Isaak ein auserwähltes Volk entstehen lassen würde. Er sprach: Da erging das Wort des Herrn an ihn: ... dein leiblicher Sohn wird dein Erbe sein. Er führte ihn hinaus und sprach: Sieh doch zum Himmel hinauf und zähl die Sterne, wenn du sie zählen kannst. Und Er sprach zu ihm: So zahlreich werden deine Nachkommen sein. (Gen 15,4-5) Als Abraham bereit war, seinen Sohn, sogar den Sohn der Verheißung, zu opfern, bewies er höchste Loyalität dem Himmel gegenüber. Dieser Glaubensakt war gleichbedeutend, als ob Abraham sich selbst getötet hätte, sein Selbst, das von Satan wegen des früheren Scheiterns bei der symbolischen Opferung entweiht worden war. Als dann Gott Isaak vor dem Tod rettete, konnte auch Abraham zum Leben auferstehen, von all den Banden befreit, mit denen Satan ihn gefesselt hatte, als die symbolische Opferung entweiht worden war. Darüber hinaus wurden Abraham und Isaak in ihrer Treue dem Willen Gottes gegenüber untrennbar eins.
Obwohl Isaak und Abraham zwei verschiedene Menschen waren, wurden sie aus Gottes Sicht zu einer einzigen Person, als Er sie zum Leben zurückbrachte. Wenn auch die Vorsehung mit Abraham misslungen war und durch Isaak weitergeführt wurde, so würde der Sieg Isaaks, solange Isaak erfolgreich war, auch der Sieg Abrahams sein. Daher wäre es Gott möglich, Abraham so zu betrachten, als wäre er nicht gescheitert und die Vorsehung nicht verlängert worden.
Man weiß nicht genau, wie alt Isaak war, als Abraham den Knaben als Opfer darbrachte. Jedenfalls war er alt genug, das Holz für das Opfer zu tragen. (Gen 22,6) Und als er sah, dass sie kein Lamm hatten, das geopfert werden konnte, fragte er seinen Vater danach. (Gen 22,7) Isaak war offensichtlich alt genug, die Absichten seines Vaters zu verstehen. Daraus können wir schließen, dass er seinem Vater half, obwohl er wusste, dass sich sein Vater vorbereitete, ihn als Opfergabe darzubringen.
Hätte sich Isaak gegen den Versuch seines Vaters gewehrt, ihn als Opfer darzubringen, hätte Gott das Opfer sicherlich nicht angenommen. Tatsächlich bewies Isaak einen ebenso großen Glauben wie Abraham. Ihr gemeinsamer Glaube führte zum Erfolg des Opfers und für Satan bestand keine Möglichkeit, weiterhin seine Macht über sie auszuüben. Bei der Durchführung des Opfers durchliefen Abraham und Isaak einen Prozess von Tod und Auferstehung. Dadurch wurden zwei Dinge erreicht. Erstens: Abraham gelang die Trennung von Satan, der wegen seines Fehlers beim symbolischen Opfer in ihn eingedrungen war. Durch Wiedergutmachung stellte er jene Position wieder her, in der er vor dem Fehler gestanden hatte, und reichte seine Mission innerhalb der Vorsehung von dieser wiederhergestellten Position aus an Isaak weiter. Zweitens: Dadurch, dass Isaak gläubig Gottes Willen gehorchte, ererbte er von Abraham die göttliche Mission und bewies den Glauben, der ihn dazu qualifizierte, das symbolische Opfer darzubringen.
Nachdem die göttliche Mission von Abraham an Isaak übergegangen war, opferte Abraham den von Gott gesandten Widder anstelle von Isaak: Als Abraham aufschaute, sah er: Ein Widder hatte sich hinter ihm mit seinen Hörnern im Gestrüpp verfangen. Abraham ging hin, nahm den Widder und brachte ihn statt seines Sohnes als Brandopfer dar. (Gen 22,13) Genau genommen war dies das symbolische Opfer, wodurch Isaak das Glaubensfundament wiederherstellte.
Da Isaak das Holz für das Opfer getragen hatte, können wir schließen, dass er an der Opferung des Widders teilnahm. Wenn auch geschrieben ist, dass Abraham das symbolische Opfer darbrachte, so wurde es vorsehungsgemäß Isaak zugeschrieben, der sich mit Abraham vereinigt und seine Mission ererbt hatte. Auf diese Weise brachte Isaak, der Abrahams Mission ererbt hatte, das symbolische Opfer dar und stellte durch Wiedergutmachung das Glaubensfundament wieder her.
3.2 Das Substanzielle Fundament
Isaak wurde also die zentrale Person, um anstelle von Abraham das Glaubensfundament wiederherzustellen. Er brachte das symbolische Opfer des Widders in einer für Gott annehmbaren Weise dar und errichtete so das Glaubensfundament. Um das Fundament für den Messias in Isaaks Familie zu errichten, musste als Nächstes das substanzielle Fundament errichtet werden. Zu diesem Zweck mussten die Söhne Isaaks, Esau und Jakob, in die getrennten Positionen von Kain und Abel gestellt werden. Indem sie das substanzielle Opfer darbrachten, waren sie dafür verantwortlich, die Wiedergutmachungsbedingung zur Beseitigung der gefallenen Natur zu erfüllen und das substanzielle Fundament zu legen.
Hätte Abraham beim symbolischen Opfer nicht versagt, wären Isaak und sein Halbbruder Ismael in den Positionen von Abel und Kain gestanden. Ihre Verantwortung wäre es dann gewesen, die Wiedergutmachungsbedingung zur Beseitigung der gefallenen Natur zu erfüllen, was Kain und Abel nicht geschafft hatten. Doch weil Abraham bei der Opferung versagte, stellte Gott Isaak in die Position Abrahams und Esau und Jakob in jene Positionen, die ursprünglich für Ismael und Isaak vorgesehen waren. Es lag nun an Esau und Jakob, die Wiedergutmachungsbedingung zur Beseitigung der gefallenen Natur zu erfüllen. Um das substanzielle Opfer darzubringen, standen Esau und Jakob zu ihrem Vater Isaak in derselben Position wie Kain und Abel zu Adam und wie Sem und Ham zu Noach.
Isaaks ältester Sohn Esau repräsentierte Abrahams erstes symbolisches Opfer, das von Satan entweiht worden war, während der zweite Sohn Jakob die Opferung Isaaks repräsentierte, durch die Satan abgetrennt wurde. Darüber hinaus nahm Esau die Rolle Kains als Repräsentant des Bösen ein, während Jakob in der Position Abels stand, welcher der Repräsentant des Guten war. Esau und Jakob begannen zu streiten, als sie noch im Leib ihrer Mutter waren (Gen 25,22-23), denn sie standen in diesen entgegengesetzten Positionen. Schon hier liebte Gott Jakob und hasste Esau (Röm 9,11-13), jedoch aus Gründen der Vorsehung: Sie sollten durch Wiedergutmachung jene Fehler wiederherstellen, die Kain und Abel bei ihrem Opfer gemacht hatten.
Doch bevor Esau und Jakob die Wiedergutmachungsbedingung zur Beseitigung der gefallenen Natur erfüllen und das substanzielle Opfer darbringen konnten, musste Jakob zunächst die Wiedergutmachungsbedingung zur Wiederherstellung der Position Abels erfüllen. Insgesamt hatte Jakob folgende Missionen: Als Erstes musste er die Wiedergutmachungsbedingung zur Wiederherstellung der Position Abels, der zentralen Person beim substanziellen Opfer, erfüllen. Danach sollte er das substanzielle Opfer darbringen. Schließlich sollte Jakob, wie wir im nächsten Kapitel noch besprechen werden, nach Ägypten gehen, um die 400-jährige Wiedergutmachungsperiode einzuleiten, die wegen Abrahams Fehler bei der symbolischen Opferung für seine Nachkommen erforderlich geworden war.
Jakob errichtete folgendermaßen die Wiedergutmachungsbedingung zur Wiederherstellung der Position Abels: Erstens erfüllte er die Bedingung, im Kampf um die Wiederherstellung des Erstgeburtsrechts auf der individuellen Ebene siegreich zu sein. Da Satan die Herrschaft über das von Gott geschaffene Universum an sich gerissen hatte, beanspruchte er die Position des erstgeborenen Sohnes. Gott musste mit der Position des zweiten Sohnes vorlieb nehmen. Er wirkte durch den zweiten Sohn, um das Erstgeburtsrecht wiederherzustellen. Aus diesem Grund hat Gott die zweiten Söhne den erstgeborenen Söhnen vorgezogen wie im Fall von Esau und Jakob: „Und doch liebe ich Jakob, Esau aber hasse ich.“ (Mal 1,2) Als zweitgeborener Sohn war Jakob dafür verantwortlich, das Geburtsrecht des Erstgeborenen wiederherzustellen. Er verschaffte es sich auf listige Weise von Esau um den Preis von ein wenig Brot und Linsengemüse. (Gen 25,29-34) Weil Jakob das Erstgeburtsrecht sehr hoch schätzte und sich bemühte, es von seinem Bruder zurückzugewinnen, veranlasste Gott Isaak, Jakob zu segnen. Im Gegensatz dazu segnete Gott Esau nicht, weil dieser sein Erstgeburtsrecht, das er für eine Schüssel Linsengemüse verkauft hatte, für so gering erachtete.
Zweitens ging Jakob nach Haran, das die satanische Welt repräsentierte. Nach 21 Jahren harter Arbeit hatte er im Kampf um die Wiederherstellung des Erstgeburtsrechts über Laban gesiegt. Er gründete eine Familie und erwarb Hab und Gut als sein rechtmäßiges Erbteil. Nachdem er diesen großen Sieg errungen hatte, kehrte Jakob wieder nach Kanaan zurück.
Drittens rang Jakob auf seinem Rückweg nach Kanaan, dem Land der Verheißung, mit einem Engel an der Furt des Jabbok und siegte. Auf diese Weise stellte er in einem substanziellen Kampf die Herrschaft über die Engel wieder her. Mit diesen drei Siegen stellte Jakob durch Wiedergutmachung die Position Abels wieder her. Dadurch wurde Jakob die zentrale Person für das substanzielle Opfer.
Esau und Jakob nahmen die Positionen ein, in denen Kain und Abel in jenem Augenblick gestanden hatten, als Gott Abels Opfer annahm. Damit Jakob und Esau die Wiedergutmachungsbedingung zur Beseitigung der gefallenen Natur erfüllen konnten, musste Esau Jakob lieben, ihn als seinen Mittler zu Gott respektieren, sich den Anweisungen Jakobs gehorsam unterordnen und schließlich das Gute vermehren, indem er vom Träger des Segens Gottes das Gute ererbte. In der Tat, als Jakob 21 harte Jahre in Haran ertragen hatte und mit seiner Familie und Hab und Gut nach Kanaan zurückkehrte, bewegte er Esau dazu, seine frühere feindselige Haltung aufzugeben: Jakob blickte auf und sah: Esau kam und mit ihm vierhundert Mann. Da verteilte er die Kinder auf Lea und Rahel und auf die beiden Mägde. Die Mägde und deren Kinder stellte er vorn hin, dahinter Lea und ihre Kinder und zuletzt Rahel und Josef. Er trat vor und warf sich siebenmal zur Erde nieder, bis er vor seinem Bruder stand. Esau lief ihm entgegen, umarmte ihn und fiel ihm um den Hals; er küsste ihn und sie weinten. (Gen 33,1-4) Als Esau seine Arme ausbreitete und Jakob herzlich aufnahm, erfüllten beide die Wiedergutmachungsbedingung zur Beseitigung der gefallenen Natur. Zum ersten Mal wurde das substanzielle Fundament erfolgreich gelegt. Als Esau und Jakob erfolgreich das substanzielle Opfer darbrachten, stellten sie die früheren Versagen bei den substanziellen Opfern durch Wiedergutmachung wieder her, und zwar das Versagen von Kain und Abel in Adams Familie und von Ham und Sem in Noachs Familie.
Auch stellte ihr Sieg in der Vorsehung, die auf Abraham ausgerichtet war, durch Wiedergutmachung horizontal in einer einzigen Familie den langen vertikalen Verlauf der Geschichte wieder her, in dem Gott gewirkt hatte, um das substanzielle Fundament wiederherzustellen.
Esau stand in einer Position, in der er von Gott seit seiner Zeit im Mutterleib gehasst wurde (Röm 9,11-13), nur weil ihm die Rolle von Kain, der auf Satans Seite stand, zu dem Zweck gegeben war, in der Vorsehung der Wiederherstellung eine Wiedergutmachungsbedingung zu schaffen. Sobald er sich Jakob untergeordnet und seinen Teil der Verantwortung erfüllt hatte, stand er in der Position des wiederhergestellten Kain und konnte schließlich Gottes Liebe empfangen.
3.3 Das Fundament für den Messias
Da die zentralen Personen in der Vorsehung der Wiederherstellung ihren Teil der Verantwortung nicht erfüllen konnten, musste Gottes Werk im Hinblick auf das Fundament für den Messias, das er zunächst in Adams Familie errichten wollte, dreimal durchgeführt werden. Der dritte Versuch fand zur Zeit Abrahams statt, doch sogar dieser wurde verlängert, weil Abraham beim symbolischen Opfer versagte. Isaak und seine Familie ererbten den Willen Gottes und errichteten das Glaubensfundament und das substanzielle Fundament. Schließlich wurde das Fundament für den Messias errichtet. Man würde erwarten, dass zu jener Zeit der Messias auf die Erde hätte kommen können.
Doch das Fundament für den Messias benötigt auch ein soziales Umfeld, das seinem Kommen förderlich ist.
Mit diesem Fundament muss es möglich sein, dass diese satanische Welt zum Reich Gottes wiederhergestellt und vom Messias regiert wird. In der Vorsehung bei den Familien von Adam und Noach gab es keine anderen Familien, die möglicherweise die zentrale Familie hätten angreifen oder korrumpieren können. Wenn eine dieser Familien das Fundament für den Messias auf der Familienebene errichtet hätte, hätte der Messias kommen können, ohne auf Widerstand zu stoßen. Doch zur Zeit Abrahams hatten gefallene Menschen bereits satanische Nationen gebildet, die ohne Schwierigkeit Abrahams Familie überwältigen konnten. Obwohl das Fundament für den Messias zu jener Zeit errichtet worden war, handelte es sich um ein auf die Familienebene beschränktes Fundament. Auf diesem Fundament hätte der Messias nicht ohne Gefahr kommen können. Das Fundament eines souveränen Staates war erforderlich, um sich mit den Nationen der satanischen Welt messen zu können. Eine derartige Unterstützung wäre auch dann notwendig gewesen, wenn Abraham beim symbolischen Opfer nicht versagt hätte, sondern mit seinen beiden Söhnen Isaak und Ismael erfolgreich das substanzielle Opfer dargebracht und das Familienfundament für den Messias errichtet hätte. Auch dann wäre es für den Messias, wenn er gekommen wäre, nicht sicher gewesen, solange sich die Nachkommen Abrahams in Kanaan nicht vermehrt und ein nationales Fundament für den Messias errichtet hatten. Unter den gegebenen Umständen mussten sie ihre Heimat verlassen und in einem fremden Land 400 Jahre als Strafe für Abrahams Fehler leiden, obwohl die Nachkommen Isaaks das Familienfundament für den Messias errichtet hatten. Trotz ihrer harten Zeit in Ägypten sollten sie gedeihen und sich als Volk festigen. Sie würden nach Kanaan zurückkehren und das nationale Fundament für den Messias errichten als eine eigenständige Nation, die für den Messias und sein Wirken vorbereitet war. (vgl. Mose und Jesus 2.2.3.3)
Wegen Abrahams Fehler beim symbolischen Opfer mussten seine Nachkommen den Weg der Wiedergutmachung gehen. Nicht Isaak, sondern Jakob sollte damit beginnen. Wer auf dem Weg der Wiedergutmachung die Hauptlast auf sich nimmt, ist in der Tat ein Abel-Typ und nimmt die Rolle einer zentralen Person für das substanzielle Opfer ein. Abel in Adams Familie, Ham in Noachs Familie, Isaak in Abrahams Familie und Jakob in Isaaks Familie — sie alle trugen die Hauptlast, während sie den Weg der Wiedergutmachung beschritten, der für ihre Familie festgelegt war. Unter ihnen war Jakob der einzige Abel-Typ, der auf dem Fundament für den Messias stand. Daher hatte der Weg, den er ging, Vorbildcharakter für die Trennung von Satan. Er legte ein Muster fest, dem der Messias bei seinem Kommen folgen würde. (vgl. Mose und Jesus 1)
Jakobs Familie stand auf dem Fundament für den Messias, das in Isaaks Familie vollendet worden war. Als Erben der Position von Isaaks Familie machten sie sich auf den Weg, die Vorsehung, die Abraham anvertraut war, zu erfüllen, indem sie Verantwortung für Abrahams Sünde übernahmen und den Weg der Wiederherstellung von 400 Jahren begannen.
In Isaaks Familie war es Jakob in der Position Abels, der den gesamten Weg der Wiedergutmachung ging. In Jakobs Familie war es Josef, der Sohn Rahels — Jakobs Frau auf Gottes Seite —, der die Position Abels festigen sollte, indem er nach Ägypten zog und den Weg der Wiedergutmachung ging. Nachdem er von seinen Brüdern in die Sklaverei verkauft und nach Ägypten gebracht worden war, stieg Josef mit 30 Jahren bis zum Ministerpräsidenten von Ägypten auf. Er erlebte die Verwirklichung einer Prophezeiung, die er von Gott in einem Traum erhalten hatte, als er noch ein Kind war. (Gen 37,5-11) Als Erstes kamen Josefs Halbbrüder, die von Lea, Jakobs Frau auf Satans Seite, stammten, nach Ägypten und ergaben sich ihm. Später kamen alle Kinder Jakobs nach Ägypten und schließlich brachten sie auch ihren Vater dorthin. . Auf diese Weise begann Jakobs Familie den Weg der Wiedergutmachung, um eine Nation zu errichten, die eines Tages den Messias empfangen würde.
Jakob war die Hauptperson, die in Isaaks Familie das Fundament für den Messias legte. Er war dafür verantwortlich, die Sünde Abrahams auf sich zu nehmen. Er war auch dafür verantwortlich, sich auf den Weg der Wiedergutmachung zu begeben, um den Willen, der Isaak anvertraut worden war, auf nationaler Ebene zu verwirklichen. Gott betrachtete Abraham, Isaak und Jakob im Hinblick auf seinen Willen als eine einzige Person, wie er das auch schon mit Abraham und Isaak getan hatte, obwohl sie drei verschiedene Personen waren. Daher bedeutete Jakobs Erfolg auch Isaaks Erfolg und Isaaks Erfolg bedeutete Abrahams Erfolg. Obwohl die Vorsehung der Wiederherstellung mit Abraham im Zentrum auf Isaak und Jakob ausgedehnt worden war, betrachtete Gott sie so, als wäre sie ohne Verlängerung in Abrahams eigener Generation verwirklicht worden. Es steht geschrieben: „Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs.“ (Ex 3,6) Diese Stelle zeigt, dass Gott diese Vorfahren, obwohl sie drei Generationen waren, als eine betrachtet hat, die gemeinsam Seinen Willen erfüllt haben.
Gott wollte das Ziel Seiner Vorsehung dadurch erreichen, dass Er das nationale Fundament für den Messias errichtete und ihn zu dieser vorbereiteten Nation sandte. Um das zu erreichen, veranlasste Gott, dass Jakobs Familie nach Ägypten zog, in die satanische Welt, wo sie als Sklaven 400 Jahre leiden sollten. Dann würde Gott sie als auserwähltes Volk aufrichten und nach Kanaan zurückführen, so wie er es Abraham versprochen hatte.
Das Fundament für den Messias, das in Isaaks Familie errichtet worden war, wurde die Grundlage, auf welcher der Weg der Wiedergutmachung für die Errichtung des nationalen Fundaments für den Messias beginnen konnte. Die 2000 Jahre von Abraham bis Jesus waren in der Tat jene Zeit, in der die Basis für diese nationale Vorsehung gelegt wurde, die in der nächsten Ära beginnen sollte.
Schließlich übernahm Jakob erfolgreich die Verantwortung für den Weg der Wiedergutmachung und machte Abrahams Fehler wieder gut. Jakob setzte all seine Weisheit für den Willen Gottes ein, war im Kampf gegen Esau erfolgreich und gewann als Einzelperson das Erstgeburtsrecht. Er ging nach Haran und nach 21 anstrengenden Jahren unter seinem Onkel Laban war er schließlich erfolgreich und erwarb auf der Familienebene das Erstgeburtsrecht. Auf seinem Weg von Haran zurück nach Kanaan siegte Jakob im Kampf gegen den Engel. Er war der erste gefallene Mensch, der die Wiedergutmachungsbedingung zur Wiederherstellung der Herrschaft über die Engel erfüllte. Deshalb erhielt er den Namen „Israel“ (Gen 32,28) und schuf damit das Muster und die Grundlage für die Entwicklung des auserwählten Volkes.
Jakob kehrte mit diesen Siegen nach Kanaan zurück und gewann Esaus Herz. Gemeinsam erfüllten sie die Wiedergutmachungsbedingung zur Beseitigung der gefallenen Natur. Damit vollendete Jakob siegreich den Modellweg, der zeigt, wie man Satan unterwerfen kann. Mose, Jesus, ja selbst das Volk Israel sollten ihren Weg nach diesem Muster gehen, das Jakob vorgelebt hatte. Die Geschichte Israels kann als gute historische Quelle dienen, um den Weg zu verstehen, auf dem man Satan auf der nationalen Ebene unterwerfen kann. Daher nimmt sie beim Studium der Vorsehung der Wiederherstellung eine zentrale Rolle ein.
3.4 Einige Lehren aus Abrahams Weg
Erstens: Abrahams Weg zeigt, dass Gott nur bedingt vorherbestimmt, auf welche Art und Weise Sein Wille erfüllt wird. Die Vorsehung der Wiederherstellung kann nicht durch Gottes Kraft alleine durchgeführt werden; sie kann nur in Verbindung mit dem menschlichen Teil der Verantwortung erfüllt werden. Obwohl Gott Abraham berief, damit er die Vorsehung der Wiederherstellung erfüllte, konnte Gottes Wille doch nicht verwirklicht werden, weil Abraham versagte, seinen Teil der Verantwortung zu erfüllen.
Zweitens: Abrahams Weg zeigt, dass Gott die Menschen nur bedingt vorherbestimmt. Obwohl Gott im Voraus bestimmt hatte, dass Abraham aufgrund eines erfolgreichen Opfers der Glaubensvater werden sollte, ging diese Mission an Isaak und Jakob weiter, weil Abraham seine Verantwortung nicht vollständig erfüllen konnte.
Drittens: Der Weg Abrahams zeigt uns, dass sich die Erfüllung von Gottes Willen immer dann verzögert, wenn die Menschen ihre Verantwortung nicht erfüllen. In so einem Fall wird eine größere Wiedergutmachungsbedingung für die Wiederherstellung benötigt. In Abrahams Fall sollte Gottes Wille lediglich durch die Darbringung von Opfertieren erfüllt werden; doch wegen seines Fehlers musste Gottes Wille durch die Opferung seines geliebten Sohnes Isaak durchgeführt und durch Isaak und Jakob vollendet werden.
Viertens: Abrahams Teilung der Opfergaben in zwei Teile zeigt uns, dass sich jeder selbst als Opfer teilen muss, um das Gute vom Bösen zu trennen. Das Glaubensleben erfordert es, dass wir uns selbst in die Position eines Opfers begeben. Erst wenn wir in uns selbst das Gute vom Bösen trennen, können wir lebendige, gottgefällige Opfer werden. Beständig sollten wir in Übereinstimmung mit Gottes Willen in uns selbst das Gute vom Bösen trennen. Wenn wir dies vernachlässigen, schaffen wir eine Bedingung, die es Satan erlaubt, in uns einzudringen.