Abschnitt 3. Die Periode des Vereinigten Königreiches und die Periode des christlichen Reiches
Als am Ende der Periode der Richter das erste Israel mit der Periode des Vereinigten Königreiches begann, wurden die Funktionen des Richters in die Ämter eines Propheten, Priesters und Königs aufgeteilt. Die Propheten erhielten ihre Anweisungen direkt von Gott, die Priester kümmerten sich um die Wohnstätte und später um den Tempel und der König regierte die Nation. Jeder erfüllte seine eigene Mission und leitete gemeinsam mit den anderen Israel, um das Ziel der Vorsehung der Wiederherstellung zu erfüllen. In der Periode des Christlichen Reiches sollte die Periode des Vereinigten Königreiches durch parallele Wiedergutmachungsbedingungen wiederhergestellt werden. Als daher die Periode der regionalen Kirchenleitung zu Ende ging, wurden die Aufgaben dieser leitenden Personen aufgeteilt auf die Klostervorsteher, die den Propheten entsprachen, auf den Papst, der dem Hohepriester entsprach, und auf den Kaiser, der das Volk regierte. Sie alle waren dafür verantwortlich, das zweite Israel anzuleiten, das Ziel der Vorsehung der Wiederherstellung zu erfüllen.
In der vorhergehenden Periode war die christliche Kirche in fünf Patriarchate aufgeteilt: Jerusalem, Alexandria, Konstantinopel, Antiochia und Rom. Rom nahm im Westen eine führende Stellung ein. Der Papst, wie der römische Patriarch genannt wurde, stand allen Bischöfen und Äbten im westlichen Europa vor.
In der Periode des Vereinigten Königreiches errichteten die Könige rund um den Tempel das Königreich Israel und manifestierten damit das Ideal der Wohnstätte Moses, das zum ersten Mal in der Zeit des Auszuges empfangen wurde. Das war der abbildhafte Weg zur Errichtung des Reiches Gottes, das Jesus eines Tages als König der Könige regieren würde. (Jes 9,6) Auch in der Periode des Christlichen Reiches strebte Karl der Große danach, das Ideal eines christlichen Staates, wie es im Gottesstaat (De Civitate Dei) des Heiligen Augustinus aufgezeichnet ist, zu verwirklichen. Augustinus lebte in einer Zeit, als die Unterdrückung der Christen im Römischen Reich gerade zu Ende gegangen war. Es war also eine Zeit, die eine Parallele zu Moses Zeit darstellt. Dies war abermals der abbildhafte Weg für den Aufbau des Reiches Gottes, das Christus eines Tages bei seiner Wiederkunft errichten wird. Folglich sollten sich in dieser Periode der Kaiser und der Papst mit ganzem Herzen vereinigen und das Ideal eines christlichen Staates verwirklichen. Damit wären sie dem Willen Gottes gefolgt. Das geistige Königreich, das auf dem geistigen Fundament für den Messias aufbaute und vom Papst regiert wurde, und das vom Kaiser regierte irdische Königreich hätten sich auf der Basis der Lehren Christi vereinigen sollen. Hätten sie so gehandelt, wären Religion, Politik und Wirtschaft miteinander in Einklang gekommen, und das Fundament für die Wiederkunft Christi wäre in jener Zeit errichtet worden.
In der Periode des Vereinigten Königreiches Israel war der König die Hauptperson für die Wiederherstellung des Glaubensfundaments. Er war für die Ausführung des Wortes Gottes, das er durch die Propheten erhielt, verantwortlich. Bevor der König gesalbt wurde, repräsentierten und lehrten der Prophet und der Hohepriester das Wort Gottes und standen somit in der Position Abels. Gemäß der Vorsehung der Wiederherstellung bestand nämlich ihre Mission darin, die Physische Welt in der Position des Erzengels, der die Geistige Welt repräsentierte, wiederherzustellen. Doch nachdem sie das Fundament, auf dem der König stehen konnte, errichtet und ihn zum König gesalbt und gesegnet hatten, mussten sie ihm gegenüber die Rolle Kains einnehmen. Der König musste sein Reich entsprechend der Anleitung der Propheten regieren und die Propheten mussten dem König als seine Untertanen und Ratgeber gehorchen.
Ungefähr 800 Jahre nachdem Abrahams Nachkommen nach Ägypten gezogen waren, gab Gott dem Propheten Samuel den Auftrag, Saul zum ersten König Israels zu salben. (1 Sam 8,19-22; 10,1-24) König Saul stand auf dem Fundament der 400 Jahre unter den Richtern. Hätte er seine 40-jährige Regierungszeit in Übereinstimmung mit Gottes Wunsch erfüllt, hätte er in der Position gestanden, die 400 Jahre Sklaverei in Ägypten und Moses 40 Lebensjahre im Palast des Pharao durch Wiedergutmachung wiederhergestellt zu haben. Infolgedessen hätte König Saul die Grundlage der Zahl 40 für die Trennung von Satan erfüllt und das Glaubensfundament errichtet. Hätte König Saul auf diesem Fundament den Tempel, das Bild des Messias, errichtet und verherrlicht, hätte er in jener Position gestanden, die Mose einnehmen sollte, wenn er nicht auf dem ersten Weg der Wiederherstellung Kanaans auf nationaler Ebene gescheitert wäre, sondern den Tempel in Kanaan gebaut und ihn verherrlicht hätte. Wenn die Israeliten auf diesem Glaubensfundament gestanden hätten und König Saul vertrauensvoll gefolgt wären, den Tempel zu ehren, so hätten sie das substanzielle Fundament errichtet. In jener Zeit wäre das Fundament für den Messias errichtet worden.
Doch weil König Saul den Anweisungen Gottes, die ihm der Prophet Samuel überbrachte (1 Sam 15,1-23), nicht gehorchte, konnte er den Tempel nicht bauen. Wegen seines Fehlers fand sich Saul in derselben Position wie Mose, nachdem dieser im ersten Weg der Wiederherstellung Kanaans auf nationaler Ebene versagt hatte. Und so wie bei Mose wurde auch bei König Saul die Vorsehung der Wiederherstellung verlängert. Die Könige David und Salomo mussten jeweils noch 40 Jahre regieren, bevor das Glaubensfundament errichtet und der Tempel gebaut werden konnte. Ferner stand König Saul, wie bereits erwähnt, auch in der Position Abrahams. So wie der Wille Gottes Abraham anvertraut wurde und schließlich über Isaak auf Jakob überging, musste Sein Wille, den Tempel durch König Saul zu errichten, über die Regierungszeit König Davids hinaus ausgedehnt und schließlich in der Regierungszeit König Salomos verwirklicht werden. Doch da König Salomo viele ausländische Frauen begehrte, die ihn von Gott abbrachten (1 Kön 11,3-7), verließ er die Position Abels für das substanzielle Opfer.Folglich gab es für Israel keine Möglichkeit, das substanzielle Fundament zu errichten. Das Fundament für den Messias, das in der Periode des Vereinigten Königreiches hätte errichtet werden sollen, wurde nicht verwirklicht.
In der Zeit des Christlichen Reiches mussten alle Bedingungen, die das Vereinigte Königreich betrafen, durch parallele Wiedergutmachungsbedingungen wiederhergestellt werden. Die Hauptperson für die Wiederherstellung des Glaubensfundaments war wiederum der Kaiser. Er war dafür verantwortlich, die christlichen Ideale, die von den führenden Mönchen und dem Papst verkündet wurden, zu verwirklichen. Der Papst stand in einer Position, die mit jener des Hohepriesters von Israel verglichen werden konnte, der Gottes Anweisungen durch die Propheten empfing. Er war für die Errichtung des geistigen Fundaments verantwortlich, auf dem der Kaiser das Ideal eines christlichen Staates verwirklichen konnte. Nach der Krönung und Segnung des Kaisers sollte ihm der Papst als einer seiner Untertanen in weltlichen Angelegenheiten gehorchen. Andererseits sollte der Kaiser die geistige Arbeit des Papsttums in seinem Bereich unterstützen und fördern. Papst Leo III. krönte und segnete im Jahre 800 n. Chr. Karl den Großen zum ersten christlichen Kaiser.
Karl der Große stand auf dem Fundament der 400-jährigen Periode der regionalen Kirchenleitung, die durch Wiedergutmachung in Form substanzieller Parallelen die 400-jährige Periode der Richter wiederherstellte. Daher stand er, wie König Saul, auf dem Fundament einer 40-tägigen Grundlage für die Trennung von Satan. Folglich sollte er bei der Verwirklichung des christlichen Staatsideals gläubig nach den Lehren Jesu leben und das Glaubensfundament errichten.
Tatsächlich brachte Karl der Große, als er zum Kaiser gekrönt wurde, dieses Fundament zustande. Hätte das zweite Israel Karl dem Großen vertraut und wäre es ihm gefolgt, dann wäre das substanzielle Fundament gelegt und damit das Fundament für den Messias errichtet worden. Mit anderen Worten: Das geistige Königreich unter päpstlicher Führung und das weltliche Königreich unter der Führung des Kaisers sollten sich auf dem vorhandenen geistigen Fundament für den Messias vereinigen. Auf diesem festen Boden wäre Christus wiedergekommen und hätte sein Königreich errichtet. Doch die Kaiser blieben Gottes Willen gegenüber nicht gehorsam und verließen die Position Abels für das substanzielle Opfer. Weder das substanzielle Fundament noch das Fundament für die Wiederkunft wurde errichtet.
- Abschnitt 1. Die Periode der Sklaverei in Ägypten und die Periode der Verfolgung im Römischen Reich
- Abschnitt 2. Die Periode der Richter und die Periode der regionalen Kirchenleitung
- Abschnitt 3. Die Periode des Vereinigten Königreiches und die Periode des christlichen Reiches
- Abschnitt 4. Die Periode des Geteilten Königreiches von Nord und Süd und die Periode des Geteilten Königreiches von Ost und West
- Abschnitt 5. Die Periode des israelitischen Exils und Rückkehr und die Periode des päpstlichen Exils und Rückkehr
- Abschnitt 6. Die Periode der Vorbereitung auf die Ankunft des Messias und die Periode der Vorbereitung auf die Wiederkunft des Messias
- Abschnitt 7. Die Vorsehung der Wiederherstellung und die geschichtliche Entwicklung