Die Parallelen in den beiden Zeitaltern der Vorsehung der Wiederherstellung
Der eigentliche Zweck der Vorsehung der Wiederherstellung ist die Errichtung des Fundaments für den Messias. Daher muss sie, falls sie verlängert wird, wiederholt werden. Wir wissen, dass eine Hauptperson für die Errichtung des Fundaments für den Messias ein symbolisches Opfer bringen muss, das von Gott angenommen werden kann, indem sie ein Objekt für die Bedingung einsetzt und eine erforderliche Zeitperiode durchläuft. Darüber hinaus muss sie das substanzielle Fundament errichten, indem sie ein annehmbares substanzielles Opfer darbringt und damit die Wiedergutmachungsbedingung zur Beseitigung der gefallenen Natur erfüllt. Im Verlauf der Vorsehung bedeutete die Wiederholung von Vorsehungen der Wiederherstellung des Fundaments für den Messias praktisch die Wiederholung der Vorsehung der Wiederherstellung des symbolischen und des substanziellen Opfers durch Wiedergutmachung. Geschichtliche Berichte zeigen die Parallelen zwischen den Perioden der Vorsehungen auf, die darin begründet sind, dass die Vorsehungen wiederholt werden, die durch Wiedergutmachung das Fundament für den Messias wiederherstellen. Das Zeitalter der Verlängerung der Vorsehung der Wiederherstellung sollte das Zeitalter der Vorsehung der Wiederherstellung durch parallele und substanzielle Wiedergutmachungsbedingungen wiederherstellen. Von diesem Gesichtspunkt aus wollen wir vergleichbare Merkmale untersuchen.
Doch zunächst müssen wir herausfinden, welche Gruppen von Menschen eine zentrale Verantwortung in Gottes Vorsehung hatten, und jene historischen Quellen finden, welche ihre Geschichte erhellen können.
Die Geschichte der Menschheit besteht aus dem geschichtlichen Werdegang zahlloser einzelner Völker. Trotzdem hat Gott bestimmte Menschen in besonderem Maß erwählt, einen musterhaften Weg der Wiederherstellung zu gehen und so das Fundament für den Messias zu errichten. Gott stellte sie ins Zentrum Seiner Vorsehung und führte sie mit Hilfe Seines Prinzips. Andererseits beeinflusste ihr Leben den Verlauf der Geschichte der Menschheit insgesamt. Ein Volk, das mit einer solchen Mission betraut wird, wird Gottes auserwähltes Volk genannt.
Das erste von Gott auserwählte Volk bestand aus den Nachkommen Abrahams, Isaaks und Jakobs, die das Fundament für den Messias auf der Familienebene errichtet hatten. Daher war Israel jene Nation, die zentral für Gottes Vorsehung im Zeitalter der Vorsehung der Wiederherstellung verantwortlich war. Das Alte Testament, ein Bericht über die Geschichte Israels, liefert uns das Quellenmaterial, aufgrund dessen wir die Geschichte der Vorsehung in jenem Zeitalter studieren können.
Doch von dem Augenblick an, da das jüdische Volk Jesus ablehnte, verlor es seine Qualifikation, für Gottes Vorsehung zentral verantwortlich zu sein. Jesus sah dies voraus und drückte es im Gleichnis von den bösen Winzern mit den Worten aus: Das Reich Gottes wird euch weggenommen und einem Volk gegeben werden, das die erwarteten Früchte bringt. (Mt 21,43) Der Heilige Paulus sagte aus Angst um das jüdische Volk, das ja auch sein Volk war: Denn nicht alle, die aus Israel stammen, sind Israel; auch sind nicht alle, weil sie Nachkommen Abrahams sind, deshalb schon seine Kinder ... Nicht die Kinder des Fleisches sind Kinder Gottes, sondern die Kinder der Verheißung werden als Nachkommen anerkannt. (Röm 9,6-8)
In der Tat, das Volk, das im Zeitalter der Verlängerung der Vorsehung der Wiederherstellung zentral für die Vorsehung verantwortlich wurde, waren nicht die Juden, sondern vielmehr die Christen. Sie übernahmen die Mission, Gottes unerfüllte Vorsehung der Wiederherstellung zu vollenden. Daher liefert uns die christliche Kirchengeschichte das Quellenmaterial für das Verständnis der Geschichte der Vorsehung in diesem Zeitalter. In diesem Sinne kann man die Nachkommen Abrahams im Alten-Testament-Zeitalter als das erste Israel bezeichnen und die Christen im Neuen-Testament-Zeitalter als das zweite Israel. (Tit 2,14; 1 Petr 2,9-10)
Wenn wir das Alte Testament mit dem Neuen Testament vergleichen, dann entsprechen die fünf Bücher des Gesetzes (Genesis bis Deuteronomium), die zwölf Geschichtsbücher (Josua bis Ester) (Der Kanon der katholischen Bibel kennt hier noch das Buch Tobit, das Buch Judit und die beiden Bücher der Makkabäer.), die fünf Bücher der Lehrweisheit und die Psalmen (Ijob bis zum Hohelied) (In der katholischen Bibelausgabe finden sich noch das Buch der Weisheit und das Buch Jesus Sirach.) und die siebzehn Bücher der Propheten (Jesaja bis Maleachi) des Alten Testaments den Evangelien, der Apostelgeschichte, den Briefen der Apostel und der Offenbarung. Doch während die Geschichtsbücher des Alten Testaments über den Großteil der 2000-jährigen Geschichte Israels berichten, handelt die Apostelgeschichte nur von den frühen Christen der ersten Generation nach Jesu Tod. Um historische Berichte in einem Ausmaß zu finden, das mit jenem des Alten Testaments verglichen werden kann und das Gottes Wirken für die Wiederherstellung im Neuen-Testament-Zeitalter betrifft, müssen wir zusätzlich die gesamte Geschichte des Christentums von Jesus bis heute heranziehen.
Auf dieser Basis können wir die Geschichte des ersten mit der des zweiten Israel vergleichen sowie ihren Einfluss auf die jeweilige Periode in den zwei Zeitaltern der Vorsehung. Wenn wir ein Muster paralleler Perioden erkennen, wird uns klarer, dass die Geschichte von der systematischen und gesetzmäßigen Vorsehung des lebendigen Gottes gestaltet wurde.
- Abschnitt 1. Die Periode der Sklaverei in Ägypten und die Periode der Verfolgung im Römischen Reich
- Abschnitt 2. Die Periode der Richter und die Periode der regionalen Kirchenleitung
- Abschnitt 3. Die Periode des Vereinigten Königreiches und die Periode des christlichen Reiches
- Abschnitt 4. Die Periode des Geteilten Königreiches von Nord und Süd und die Periode des Geteilten Königreiches von Ost und West
- Abschnitt 5. Die Periode des israelitischen Exils und Rückkehr und die Periode des päpstlichen Exils und Rückkehr
- Abschnitt 6. Die Periode der Vorbereitung auf die Ankunft des Messias und die Periode der Vorbereitung auf die Wiederkunft des Messias
- Abschnitt 7. Die Vorsehung der Wiederherstellung und die geschichtliche Entwicklung
- 7.1 Die geschichtliche Entwicklung im Zeitalter der Vorsehung der Wiederherstellung
- 7.2 Die geschichtliche Entwicklung im Zeitalter der Verlängerung der Vorsehung der Wiederherstellung
- 7.2.1 Die Vorsehung der Wiederherstellung und die Geschichte des Westens
- 7.2.2 Die wechselseitigen Beziehungen zwischen der Geschichte der Religionen, der Wirtschaft und der Politik
- 7.2.3 Die Sippengesellschaft
- 7.2.4 Die Feudalgesellschaft
- 7.2.5 Die monarchische Gesellschaft und der Imperialismus
- 7.2.6 Demokratie und Sozialismus
- 7.2.7 Die Ideale von Interdependenz, gemeinsamem Wohlstand und universell geteilten Werten im Gegensatz zum Kommunismus