Studium und Praxis des Prinzips
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Abschnitt 2. Die Periode der Richter und die Periode der regionalen Kirchenleitung

Josua ererbte die Mission von Mose und führte die Israeliten in das Land Kanaan. In den folgenden 400 Jahren regierten fünfzehn Richter die Stämme Israels: nach dem Buch der Richter dreizehn Richter von Otniel bis Samson und außerdem noch Eli und Samuel. Die Richter erfüllten unterschiedliche Verantwortungsbereiche als Propheten, Priester und Könige; später wurden diese Aufgaben von verschiedenen Personen wahrgenommen und als Ämter getrennt. In dieser Periode war Israel eine Feudalgesellschaft ohne zentrale politische Autorität. Im Neuen-Testament-Zeitalter stellte die Periode der regionalen Kirchenleitung die Periode der Richter durch parallele Wiedergutmachungsbedingungen wieder her. In dieser Periode führten regionale Kirchenleiter — Patriarchen, Bischöfe und Äbte — die christliche Gesellschaft. Wie die Richter im Alten-Testament-Zeitalter erfüllten sie Aufgaben, die jenen eines Propheten, Priesters und Königs ähnlich waren. Und wie zur Zeit der Richter war die christliche Gesellschaft in dieser Periode eine Feudalgesellschaft unter diesen lokalen Autoritäten.

In der Zeit vor Jesus, als Gott mit dem ersten Israel arbeitete, um sowohl geistig als auch physisch ein Fundament für den Messias auf nationaler Ebene zu errichten, waren Politik, Wirtschaft und Religion auf einen nationalen Mittelpunkt ausgerichtet. Andererseits errichteten die Christen in der Zeit nach Jesus unter der Führung Jesu, der auf dem geistigen Fundament für den Messias stand, ein geistiges Königreich. Ihre Loyalität überstieg nationale Grenzen, denn sie dienten dem auferstandenen Jesus als dem König der Könige.

Daher war Jesu geistiges Königreich nicht auf irgendeine Nation beschränkt, sondern dehnte sich bis in die äußersten Winkel der Erde aus.

Die Periode der Richter begann, nachdem die Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten befreit waren und die jüngere Generation, unter der Führung Josuas und Kalebs einmütig vereinigt, Kanaan betreten hatte. Sie teilten das Land unter ihren Sippen und Stämmen auf. Um die Richter geschart, ließ sich das Volk in Dörfern nieder, schloss sich zu einer auserwählten Nation zusammen und bildete eine einfache feudalistische Gesellschaft. Desgleichen begann die Periode der regionalen Kirchenleitung im christlichen Zeitalter nach dem Ende der Christenverfolgung im Römischen Reich, der satanischen Welt. Die Christen verbreiteten das Evangelium unter den germanischen Völkern, von denen viele im 4. Jahrhundert vor den eindringenden Hunnen geflohen und nach Westeuropa gekommen waren. In ihrer neuen Heimat in Westeuropa machte Gott die germanischen Stämme zu einem neuen auserwählten Volk und bildete eine frühe Form der Feudalgesellschaft, die sich später zum Feudalismus des Mittelalters entwickelte.

Als sich die Israeliten — wie schon früher erwähnt — nach Kanaan aufmachten, errichteten sie zuerst die Wohnstätte als Symbol für den Messias und als ein Objekt für die Bedingung, um zu bestimmen, wer für das substanzielle Fundament in der Position Abels stehen sollte. (vgl Mose und Jesus 2.2.2.3) In der Periode der Richter hätten die Israeliten die Wohnstätte verherrlichen und den Anweisungen der Richter gehorchen sollen. Doch anstatt die sieben kanaanitischen Stämme zu vernichten, lebten die Israeliten unter ihnen und wurden von ihren Sitten und Gebräuchen beeinflusst. Ja, sie übernahmen sogar die Verehrung ihrer Götzen, was in ihrem Glauben große Verwirrung hervorrief. Ebenso sollten in der Periode der regionalen Kirchenleitung die Christen die Kirche als ein Abbild des Messias verherrlichen und den Anweisungen der Bischöfe und Äbte Folge leisten. Die Kirche war das Objekt, um zu entscheiden, wer die Position Abels einnehmen sollte. Doch sie wurde von der Religion und Kultur der heidnischen germanischen Stämme beeinflusst, was im christlichen Glauben große Verwirrung stiftete.