Abschnitt 3. Wo wird Christus wiederkommen?
Wenn Christus als Mann, der auf Erden geboren wird, wiederkommt, wird er sicherlich in einem Volk geboren werden, das von Gott in Übereinstimmung mit Seiner Prädestination erwählt ist. Wo ist dann der Ort, den Gott für die Wiederkunft Christi erwählt hat? Welches Volk ist ausersehen, ihn zu empfangen?
3.1 Wird Christus im jüdischen Volk wiederkehren?
Manche Christen erwarten, dass Christus im jüdischen Volk wiederkommen wird. Sie berufen sich dabei auf einige Aussagen der Bibel: „Und ich erfuhr die Zahl derer, die mit dem Siegel gekennzeichnet waren. Es waren 144.000 aus allen Stämmen der Söhne Israels“ (Offb 7,4), und: „Amen, ich sage euch: Ihr werdet nicht zu Ende kommen mit den Städten Israels, bis der Menschensohn kommt.“ (Mt 10,23; vgl. Mt 16,28) Doch jene Stellen auf diese Weise zu interpretieren bedeutet, Gottes Vorsehung falsch zu verstehen.
Dazu erzählte Jesus das Gleichnis vom Weinberg: Hört noch ein anderes Gleichnis: Es war ein Gutsbesitzer, der legte einen Weinberg an, zog ringsherum einen Zaun, hob eine Kelter aus und baute einen Turm. Dann verpachtete er den Weinberg an Winzer und reiste in ein anderes Land. Als nun die Erntezeit kam, schickte er seine Knechte zu den Winzern, um seinen Anteil an den Früchten holen zu lassen. Die Winzer aber packten seine Knechte; den einen prügelten sie, den anderen brachten sie um, einen dritten steinigten sie. Darauf schickte er andere Knechte, mehr als das erste Mal; mit ihnen machten sie es genauso. Zuletzt sandte er seinen Sohn zu ihnen; denn er dachte: Vor meinem Sohn werden sie Achtung haben. Als die Winzer den Sohn sahen, sagten sie zueinander: Das ist der Erbe. Auf, wir wollen ihn töten, damit wir seinen Besitz erben. Und sie packten ihn, warfen ihn aus dem Weinberg hinaus und brachten ihn um. Wenn nun der Besitzer des Weinbergs kommt: Was wird er mit solchen Winzern tun? Sie sagten zu ihm: Er wird diesen Menschen ein böses Ende bereiten und den Weinberg an andere Winzer verpachten, die ihm die Früchte abliefern, wenn es Zeit dafür ist. Jesus sagte zu ihnen ... Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird euch weggenommen und einem Volk gegeben werden, das die erwarteten Früchte bringt. (Mt 21,33-43) In dieser Parabel repräsentiert der Gutsbesitzer Gott; der Weinberg stellt Gottes Wirken dar; die Pächter, die mit der Arbeit betraut sind, repräsentieren das jüdische Volk; die Knechte sind die Propheten; der Sohn des Besitzers ist Jesus und die anderen Pächter, die die Früchte ernten, repräsentieren eine andere Nation, die Christus bei seiner Wiederkunft empfangen und Gottes Willen verwirklichen kann. Mit diesem Gleichnis teilt Jesus mit, dass er nicht zu einem Volk zurückkehrt, das ihn verfolgt hat. Gott wird diesem Volk die Mission entziehen, die Er ihm früher anvertraut hatte, und sie einem anderen Volk geben, das bei der Wiederkunft Christi die entsprechenden Früchte bringen kann.
Warum scheint die Bibel es so darzustellen, als ob Christus in Israel wiederkäme? Um diese Frage zu beantworten, müssen wir zuerst herausfinden, was „Israel“ bedeutet. „Israel“ bezeichnet jemanden, der siegreich war.
Als Jakob an der Furt des Jabbok mit dem Engel rang, besiegte er ihn und erhielt daraufhin diesen Namen. (Gen 32,29) Jakob kämpfte mit dem Engel, um die Position Abels für das substanzielle Fundament zu erlangen. Dadurch, dass Jakob die Position Abels erfolgreich erlangte und das substanzielle Opfer darbrachte, errichtete er das Fundament für den Messias auf der Familienebene. Seine Nachkommen, die auf diesem Fundament die Verantwortung für Gottes Vorsehung ererbten, werden Israel oder das auserwählte Volk genannt.
Der Ausdruck „Israel“ bezeichnet daher das Volk Gottes, das aufgrund seines Glaubens den Sieg errang, und bezieht sich nicht unbedingt auf all jene, die von Jakob abstammen. Daher sagte Johannes der Täufer zu den Juden: „Meint nicht, ihr könntet sagen: Wir haben ja Abraham zum Vater. Denn ich sage euch, Gott kann aus diesen Steinen Kinder Abrahams machen.“ (Mt 3,9) Außerdem sagte der Heilige Paulus: „Jude ist nicht, wer es nach außen hin ist, und Beschneidung ist nicht, was sichtbar am Fleisch geschieht, sondern Jude ist, wer es im Verborgenen ist, und Beschneidung ist, was am Herzen durch den Geist, nicht durch den Buchstaben geschieht“ (Röm 2,28-29), und: „Nicht alle, die aus Israel stammen, sind Israel.“ (Röm 9,6) Sie tadelten jene Juden, die sich zwar rühmten, das auserwählte Volk zu sein, nur weil sie von Abraham abstammten, obwohl sie in Wirklichkeit nicht nach dem Willen Gottes lebten.
Man kann sagen, dass die Nachkommen Jakobs Israel waren, als sie unter Moses Führung aus Ägypten auszogen. Doch als sie sich in der Wüste gegen Gott wandten, waren sie das nicht mehr. Daher fegte sie Gott in der Wüste hinweg und führte nur die jüngere Generation nach Kanaan; diese betrachtete Gott als das wahre Israel. Von den Nachkommen Abrahams, die das Land Kanaan betraten, gingen die zehn Stämme des Nordreiches Israel, die sich gegen Gott versündigten, zugrunde, weil sie ihre Qualifikation als auserwähltes Volk verloren hatten. Nur die zwei Stämme des Südreiches Juda, die weiterhin den Willen Gottes hochhielten, blieben das auserwählte Volk, das schließlich Jesus empfangen konnte. Trotzdem verlor auch es die Qualifikation, das Volk zu sein, das hauptsächlich für Gottes Vorsehung verantwortlich war, nämlich zu dem Zeitpunkt, als es Jesus ans Kreuz lieferte.
Wer wurde nach der Kreuzigung Jesu zum auserwählten Volk? Es waren die Christen, die den Glauben Abrahams ererbten und die Mission übernahmen, die Abrahams Nachkommen nicht erfüllten. Der Apostel Paulus schreibt: „Vielmehr kam durch ihr Versagen das Heil zu den Heiden, um sie selbst (Israel) eifersüchtig zu machen.“ (Röm 11,11) Damit sagt er, dass das Zentrum von Gottes Vorsehung der Wiederherstellung von den Juden auf die Heiden übergegangen ist. (Apg 13,46) Daher sind nicht die Nachkommen Abrahams das auserwählte Volk, das das Fundament für das zweite Kommen Christi errichten soll, sondern die Christen, die den Glauben Abrahams geerbt haben.
3.2 Christus wird in einer Nation im Osten wiederkommen
Wie Jesus im Gleichnis vom Weinberg (Mt 21,33-43) erklärt hat, verlor das jüdische Volk seine Mission für die Vorsehung, weil es — wie die Pächter im Gleichnis vom Weinberg, die den Sohn ihres Herrn umbrachten — Jesus ans Kreuz gebracht hat. Welche Nation wird dann das Wirken Gottes erben und die entsprechenden Früchte bringen? Die Bibel legt nahe, dass es eine Nation im Osten ist.
Das Buch der Offenbarung beschreibt das Öffnen einer Buchrolle, die mit sieben Siegeln versiegelt ist: Und ich sah auf der rechten Hand dessen, der auf dem Thron saß, eine Buchrolle; sie war innen und außen beschrieben und mit sieben Siegeln versiegelt; und ich sah: Ein gewaltiger Engel rief mit lauter Stimme: Wer ist würdig, die Buchrolle zu öffnen und ihre Siegel zu lösen? Aber niemand im Himmel, auf der Erde und unter der Erde konnte das Buch öffnen und es lesen. Da weinte ich sehr, weil niemand für würdig befunden wurde, das Buch zu öffnen und es zu lesen. Da sagte einer von den Ältesten zu mir: Weine nicht! Gesiegt hat der Löwe aus dem Stamm Juda, der Spross aus der Wurzel Davids; er kann das Buch und seine sieben Siegel öffnen. (Offb 5,1-5)
Der Löwe aus dem Stamm Juda ist Christus; er ist es, der in den Letzten Tagen die sieben Siegel öffnen wird. Nachdem sechs der sieben Siegel geöffnet sind, heißt es: Dann sah ich vom Osten her einen anderen Engel emporsteigen; er hatte das Siegel des lebendigen Gottes und rief den vier Engeln, denen die Macht gegeben war, dem Land und dem Meer Schaden zuzufügen, mit lauter Stimme zu: Fügt dem Land und dem Meer und den Bäumen keinen Schaden zu, bis wir den Knechten unseres Gottes das Siegel auf die Stirn gedrückt haben. Und ich erfuhr die Zahl derer, die mit dem Siegel gekennzeichnet waren. Es waren hundertvierundvierzigtausend. (Offb 7,2-4)
Diese Stelle deutet an, dass das Siegel des lebendigen Gottes auf die Stirn von 144.000 im Osten gedrückt wird, wo die Sonne aufgeht. Diese Auserwählten werden das Lamm bei seiner Rückkehr begleiten. (Offb 14,1) Daraus können wir schließen, dass die Nation, die die Aufgabe Gottes erben und die entsprechenden Früchte für die Wiederkunft bringen wird, im Osten liegt. Dort wird Christus geboren und von den 144.000 von Gott Erwählten empfangen werden. Welche von diesen östlichen Nationen ist auserkoren, den Herrn zu empfangen?
3.3 Die Nation im Osten ist Korea
Von alters her galten die drei Nationen Korea, Japan und China als die Nationen im Osten. Unter ihnen verehrte Japan schon immer die Sonnengöttin Amaterasu-Omi-Kami. Als die Zeit der Wiederkunft begann, war Japan eine faschistische Nation und verfolgte die Christen in Korea mit aller Härte. (vgl. Vorbereitung 4.3.3) China war zur selben Zeit ein fruchtbarer Boden für den Kommunismus und wurde schließlich eine kommunistische Nation. Infolgedessen standen beide Nationen auf der Seite Satans. Daher ist Korea die Nation im Osten, in der Christus wiederkommen wird.
Wir wollen vom Standpunkt des Prinzips die verschiedenen Aspekte untersuchen, warum sich Korea qualifizierte, Christus bei seiner Wiederkunft zu empfangen. Korea musste als die Nation, in der der Messias wiederkommt, folgende Voraussetzungen erfüllen:
3.3.1 Eine nationale Wiedergutmachungsbedingung
Damit Korea als Nation fähig ist, den Messias zu empfangen, musste es eine nationale Grundlage der Zahl 40 für die Trennung von Satan erfüllen, damit Kanaan auf der kosmischen Ebene wiederhergestellt werden kann. Warum war es die Aufgabe Koreas, diese Wiedergutmachungsbedingung zu erfüllen?
Wenn Christus in Korea wiederkommt, dann muss das koreanische Volk das dritte Israel werden. Im Alten-Testament-Zeitalter waren die Nachkommen Abrahams, die an Gottes Willen festhielten und in Ägypten Unterdrückung erduldeten, das erste Israel. Die Christen, die von den Juden als Häretiker verfolgt wurden, als sie den auferstandenen Jesus ehrten und die Vorsehung der Wiederherstellung fortsetzten, wurden das zweite Israel. Christus wird bei seiner Wiederkunft wahrscheinlich in ähnlicher Weise von den dann lebenden Christen als Häretiker abgestempelt werden. Das deckt sich mit der Prophezeiung, dass er, wie Noach zu seiner Zeit, leiden und von seiner Generation verworfen werden wird. (Lk 17,25) Wenn das eintritt, muss Gott die Christen, die Christus verfolgen, verlassen, so wie er die Juden verlassen musste, die Jesus zurückgewiesen hatten. (Mt 7,23) Dann wird das koreanische Volk, das sich Christus bei seiner Wiederkunft anschließt und ihm hilft, den dritten Abschnitt von Gottes Vorsehung zu erfüllen, das dritte Israel werden.
Das erste Israel musste 400 Jahre in Ägypten leiden. Damit wurde die Grundlage der Zahl 40 für die Trennung von Satan erfüllt. Erst dann konnte es sich auf den Weg machen, um Kanaan auf nationaler Ebene wiederherzustellen. Das zweite Israel musste 400 Jahre Verfolgung im Römischen Reich durchstehen, um die Grundlage der Zahl 40 für die Trennung von Satan zu erfüllen. Erst dann konnte es den Weg der Wiederstellung Kanaans auf weltweiter Ebene beginnen. Auch das dritte Israel, das koreanische Volk, musste für eine bestimmte Zeit unter einer Nation auf der Seite Satans Leid erdulden, um die Zahl 40 zu erfüllen. Dadurch konnte es die Grundlage der Zahl 40 für die Trennung von Satan erfüllen, die erforderlich ist, um den Weg der Wiederherstellung von Kanaan auf kosmischer Ebene zu beginnen. Dies war die Zeit von 40 Jahren, in der Korea als japanische Kolonie unbeschreibliches Leid ertragen musste.
Korea war schon früh zur Zielscheibe für die imperialistische Politik Japans geworden. Durch den Ulsa-Schutzvertrag, der 1905 zwischen Hirohumi Ito von Japan und Wanyong Lee von Korea (Ein pro-japanischer Erziehungsminister) abgeschlossen wurde, wurde Korea der Status eines japanischen Protektorats auferlegt. Alle diplomatischen Rechte Koreas wurden dem japanischen Außenministerium übertragen. Japan ernannte einen Generalgouverneur und für jede Provinz Militärbeamte, um die inneren Angelegenheiten von Korea unter Kontrolle zu haben. Innerhalb kürzester Zeit zwang Japan dem koreanischen Volk seinen Willen auf, diktierte seine Politik und kontrollierte alle diplomatischen Aktivitäten und wirtschaftlichen Angelegenheiten.
Im Jahre 1910 annektierte Japan Korea gewaltsam. Die Japaner begingen am koreanischen Volk furchtbare Gräueltaten, sperrten viele Patrioten ein oder exekutierten sie und raubten vielen Menschen ihre Freiheit. Als am 1. März 1919 ein Aufstand der Unabhängigkeitsbewegung ausbrach, töteten die Japaner tausende Zivilisten auf der ganzen Halbinsel. Zur Zeit des großen Erdbebens in Kanto im Jahre 1923 machten die Japaner unschuldige Koreaner, die in Tokyo lebten, zu Sündenböcken und massakrierten viele von ihnen.
Unterdessen verließen viele Koreaner ihre Heimat und flohen um der Freiheit willen in die Mandschurei, denn sie konnten die Unterdrückung durch die Japaner nicht länger ertragen. Dort mussten sie unsagbare Leiden durchstehen. Sie setzten sich mit ganzem Herzen und ganzer Seele für die Unabhängigkeit ihres Heimatlandes ein. Die japanischen Soldaten suchten von Dorf zu Dorf nach diesen loyalen Koreanern. In manchen Dörfern trieben sie Jung und Alt in ein Haus, zündeten es an und verbrannten sie bei lebendigem Leib. Diese Tyrannei setzte Japan bis zu seiner eigenen Kapitulation fort.
Die Koreaner, die in der „Unabhängigkeitsbewegung 1. März“ und in der Mandschurei umgebracht wurden, waren größtenteils Christen. Gegen Ende dieser Kolonialherrschaft begann Japan mit seiner berüchtigten Politik der Auslöschung des Christentums in Korea. Die Christen wurden gezwungen, die Shinto-Schreine anzubeten. Wer sich widersetzte, wurde eingesperrt oder exekutiert. Als Kaiser Hirohito von Japan am Ende des Zweiten Weltkrieges kapitulierte, wurde das koreanische Volk endlich von seiner Knechtschaft befreit.
Seit dem Ulsa-Schutzvertrag im Jahre 1905 bis zur Befreiung im Jahre 1945 musste das koreanische Volk 40 Jahre lang leiden. Dieses Leiden stellt eine Parallele zu den schweren Zeiten des ersten Israel in Ägypten und des zweiten Israel im Römischen Reich dar. Die koreanische Unabhängigkeitsbewegung wurde hauptsächlich von Christen getragen, sowohl in der Heimat als auch im Ausland; es waren die Christen, die unter der japanischen Tyrannei am meisten zu leiden hatten.
3.3.2 Die Frontlinie Gottes und Satans
In den Letzten Tagen ist die Welt zweigeteilt: in eine demokratische Welt und eine kommunistische Welt. Weil Gott Adam den Segen gegeben hat, über die Welt zu herrschen, muss Gott Satan freien Lauf lassen, mit Adams Nachkommen eine prinzipwidrige Welt auf seiner Seite zu schaffen. Gott musste ständig daran arbeiten, die prinzipwidrige Welt auf Seine Seite wiederherzustellen. Wenn Christus wiederkommt, um diese gefallene Welt zu ihrem ursprünglichen Zustand, wie ihn Gott geschaffen hatte, wiederherzustellen, wird er sicherlich daran arbeiten, die kommunistische Welt zu retten.
Ohne Zweifel wird die Nation, in die er wiederkommen wird, bei dieser Vorsehung eine Hauptrolle spielen. Korea, die Nation, in die Christus wiederkommen wird, ist jener Ort, den Gott am meisten liebt und Satan am meisten verabscheut. Es ist die Frontlinie Gottes und Satans, ein Ort, wo die Streitkräfte der demokratischen Welt und kommunistischen Welt aufeinander treffen. Diese Linie, die gezogen wurde, um Gottes Vorsehung zu erfüllen, ist Koreas 38. Breitengrad.
An dem Punkt, wo Gott und Satan aufeinander stoßen, muss ein Opfer für die Bedingung, die über den Ausgang des Kampfes entscheidet, dargebracht werden. Dieses Opfer war das koreanische Volk, das an diese Frontlinie gestellt wurde, um für die Wiederherstellung des Universums geopfert zu werden. Daher teilte Gott die koreanische Nation, so wie Abrahams Opfergaben hätten geteilt werden sollen. Das ist der eigentliche Grund für die Teilung Koreas am 38. Breitengrad, der das Land in zwei Nationen spaltet: eine Kain-Typ-Nation und eine Abel-Typ-Nation. Der 38. Breitengrad ist die Frontlinie im Kampf zwischen Demokratie und Kommunismus. Gleichzeitig ist er die Frontlinie im Kampf zwischen Gott und Satan. Der Korea-Krieg war nicht in erster Linie ein Bürgerkrieg; er war eine Auseinandersetzung zwischen der demokratischen und der kommunistischen Welt. Darüber hinaus war es ein Konflikt zwischen Gott und Satan. Weil dieser Krieg weltweite Bedeutung für die Erfüllung der Vorsehung der Wiederherstellung hatte, wurden zum ersten Mal Truppen von Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen mobilisiert. Obwohl die teilnehmenden Staaten die providenzielle Bedeutung nicht verstanden haben mögen, haben sie doch im Einklang mit Gottes Willen für die Befreiung des geistigen Vaterlandes gehandelt.
Beim Fall der ersten menschlichen Vorfahren trennten sich Gottes und Satans Wege an einem einzigen Punkt. Leben und Tod, Gut und Böse, Liebe und Hass, Freude und Trauer, Glück und Unglück, sie alle haben sich an einem einzigen Punkt getrennt und kamen im Verlauf der menschlichen Geschichte immer wieder in Konflikt. Diese getrennten Realitäten verfestigten sich getrennt voneinander in einer Kain-Typ- und einer Abel-Typ-Welt, die sich schließlich zur kommunistischen und zur demokratischen Welt entwickelten. Als diese beiden Welten miteinander in Konflikt gerieten, war das Zentrum der Auseinandersetzung die Halbinsel Korea. Religionen, Ideologien, politische Kräfte und Wirtschaftssysteme kamen alle miteinander in Konflikt und verursachten in der Gesellschaft Koreas große Verwirrung, was in der Folge weltweite Auswirkungen hatte. Das ist deswegen so, weil Phänomene, die in der geistigen Welt stattfanden, sich in Korea, der zentralen Nation der Vorsehung, zur physischen Realität entwickelten und sich weltweit ausdehnten. Dieser Ausbruch einer sozialen und ideologischen Verwirrung war ein deutlicher Hinweis, dass sich eine neue Weltordnung mit Riesenschritten näherte. Wie Jesus einmal sagte: „Sobald seine Zweige saftig werden und Blätter treiben, wisst ihr, dass der Sommer nahe ist.“ (Mt 24,32)
Als die Jünger Jesus nach dem Ort seiner Wiederkunft fragten, sagte er: „Wo ein Aas ist, da sammeln sich auch die Geier.“ (Lk 17,37) Ewiges Leben und ewiger Tod stoßen in Korea aufeinander, an der Frontlinie der Schlacht zwischen Gott und Satan. Die Teufel, die von den Geiern symbolisiert werden, versammeln sich in diesem Land, um nach den geistig Toten zu suchen, während der Herr der Wiederkunft in dieses Land kommt, um Menschen zu suchen, die Leben in Fülle haben.
3.3.3 Der Objektpartner von Gottes Herz
Um ein Objektpartner von Gottes Herz zu werden, müssen wir zunächst einen Weg von Blut, Schweiß, und Tränen gehen. Doch seit die Menschen unter Satans Herrschaft gefallen sind und sich gegen Gott gestellt haben, hat Gott mit dem Herzen von Eltern gelitten, die ihre Kinder verloren haben. Ununterbrochen hat sich Gott in dieser sündigen Welt abgemüht, um diese sittenlosen und erbärmlichen Menschen zu retten, die trotz allem Seine Kinder sind. In Seinen Bemühungen, Seine rebellischen Kinder zu retten, musste Gott darüber hinaus immer wieder die rechtschaffensten und geliebtesten Menschen der satanischen Welt opfern, ja sogar seinen eingeborenen Sohn Jesus ans Kreuz liefern. Seit dem Fall des Menschen hat Gott täglich auf diese Weise gelitten. (Gen 6,6) Daher kann ein einzelner Mensch, eine Familie oder eine Nation, die in der satanischen Welt für Gott kämpften, dem Weg von Blut, Schweiß und Tränen nicht ausweichen.
Wie können dann wir, als ergebene und gläubige Kinder, bequem und selbstzufrieden leben und dabei noch erwarten, dass wir Objektpartner Gottes, unseres himmlischen Vaters, bleiben, der zutiefst leidet? Die Nation, die den Messias empfangen kann, soll der Objektpartner von Gottes Herz werden und Ihm in kindlicher Ergebenheit und Treue gegenübertreten. Darum mussten sie einen Weg von Blut, Schweiß und Tränen gehen. Sowohl das erste wie das zweite Israel gingen einen Leidensweg; ebenso das koreanische Volk, das dritte Israel.
Seine schmerzvolle Geschichte war der Weg, der vom auserwählten Volk verlangt wurde. Man kann niemals genau wissen, welch großer Segen am Ende eines derart kummervollen Weges auf einen warten mag.
Jene Nation, die geeignet ist, der Objektpartner von Gottes Herz zu sein, muss ein tugendhaftes Volk sein. Das koreanische Volk mit seiner homogenen 4000-jährigen Geschichte hat keine andere Nation angegriffen. Sogar während der Kokuryo- und Silla-Herrschaft, in der es sich großer militärischer Macht erfreute, verwendete es seine militärischen Kräfte ausschließlich, um sich Eindringlingen entgegenzustellen. Wenn man bedenkt, dass es ein fundamentaler Wesenszug Satans ist, gegen andere aggressiv vorzugehen, dann ist klar, dass das koreanische Volk die Voraussetzungen hat, auf der Seite Gottes zu stehen. Die Strategie Gottes besteht darin, den Sieg zu erringen, nachdem Seine Seite zuerst angegriffen wurde. Obwohl zahllose Propheten und Heilige im Verlauf der Geschichte geopfert wurden und sogar Jesus am Kreuz starb, siegte am Ende immer wieder Gott. Obwohl die Seite Satans im Ersten und Zweiten Weltkrieg als Aggressor auftrat, siegten am Ende die Nationen auf der Seite Gottes. In vergleichbarer Weise wurde das koreanische Volk unzählige Male von fremden Mächten angegriffen. Gottes wahre Absicht hinter all den Schwierigkeiten, die es durchstehen musste, war, dass Er sie auf Seiner Seite haben wollte und sie am Ende bestimmt siegen sollten.
Das koreanische Volk hat von Natur aus einen religiösen Charakter. Sein Hang zur Religion hat es immer nach Dingen streben lassen, die die physische Realität übersteigen und einen höheren Wert besitzen. Seit alters her, als ihre Kultur noch primitiv war, haben die Menschen in Korea eine starke Sehnsucht verspürt, Gott zu verehren. Vor Religionen, die abergläubisch die Natur vergötterten oder nach Glück im zeitlichen Leben strebten, hatten sie keine Hochachtung. Tugenden wie Treue, kindliche Ergebenheit und Reinheit haben sie immer geschätzt. Volkslegenden wie zum Beispiel „Die Erzählung von Shim-ch‘ong“ und „Die Geschichte von Ch‘unhyang“, die diese Tugenden zum Ausdruck bringen, sind ein Beweis für dieses kulturelle Erbe.
3.3.4 Messianische Prophezeiungen
Das koreanische Volk hegt seit langem große messianische Hoffnungen, die von von Propheten in Form bekannter Geschichten weitergegeben wurden. Das erste Israel glaubte an die Zeugnisse seiner Propheten (Mal 3,20-23; Jes 60,1-22), dass der Messias als sein König kommen, das Königreich errichten und es erlösen wird. Das zweite Israel brachte es fertig, einen schwierigen Glaubensweg aufgrund seiner Hoffnung auf die Wiederkunft Christi durchzustehen. Ganz ähnlich hat das dritte Israel, das koreanische Volk, an die Prophezeiungen geglaubt, dass der gerechte König kommen und ein immer währendes Königreich in seinem Land errichten wird. Indem es sich an diese Hoffnung klammerte, fand es die Kraft, alle Herausforderungen zu überwinden. Diese messianische Erwartung im koreanischen Volk wurde durch das Chonggamnok offenbart, ein Buch von Prophezeiungen, das im 14. Jahrhundert zu Beginn der Yi-Dynastie geschrieben wurde.
Weil diese Prophezeiung vorhersagte, dass ein neuer König auftreten würde, bemühte sich die herrschende Klasse, sie zu unterdrücken. Das japanische Kolonialregime versuchte diese Überlieferungen gänzlich auszulöschen, indem es das Buch verbrannte und ihre Verfechter unterdrückte. Nachdem das Christentum weithin akzeptiert war, wurde diese Idee als Aberglaube lächerlich gemacht. Trotzdem lebt die messianische Erwartung weiter, tief verwurzelt in der Seele des koreanischen Volkes. Der erhoffte gerechte König, der im Buch Chonggamnok vorhergesagt ist, trägt den Namen Chongdoryong (der mit dem wahren Wort Gottes kommt). Tatsächlich ist das eine koreanische Prophezeiung von der Wiederkunft Christi in Korea. Bereits bevor das Christentum in Korea Fuß fasste, hatte Gott durch das Buch Chonggamnok geoffenbart, dass der Messias in dieses Land kommen würde. Heutzutage bestätigen Gelehrte, dass viele Abschnitte aus diesem Buch der Prophezeiung mit den Vorhersagen der Bibel übereinstimmen.
Darüber hinaus haben Gläubige jeder Religion in Korea die Offenbarung erhalten, dass die Gründer ihrer Religionen in Korea wiederkommen werden. Aufgrund unseres Studiums der Entwicklung der Kulturen (vgl. Eschatologie 4.2) haben wir herausgefunden, dass sich alle Religionen auf eine gemeinsame Form hin entwickeln. Gott hofft, dass in den Letzten Tagen das Christentum diese letzte Religion sein wird, die die Verantwortung übernehmen kann, das Ziel aller Religionen in der Geschichte zu erfüllen. Der wiedergekehrte Christus, der als das Zentrum der Christenheit kommt, wird alle Ziele erreichen, welche die Gründer der Religionen erfüllen wollten. Daher kann Christus im Hinblick auf seine Mission bei seiner Wiederkunft als das zweite Kommen des Gründers jeder Religion betrachtet werden. (vgl. Auferstehung 2.4) Wenn das zweite Kommen der Gründer der verschiedenen Religionen in Korea Wirklichkeit wird und sich damit die verschiedenen Offenbarungen erfüllen, dann werden diese Gründer nicht als unterschiedliche Personen kommen. Eine einzige Person, nämlich Christus bei seiner Wiederkunft, wird als die Erfüllung dieser Offenbarungen kommen. Der Herr, dessen Kommen Gläubigen verschiedener Religionen offenbart wurde, wird niemand anderer sein als Christus bei seiner Wiederkunft. Im Buddhismus ist es Maitreja Buddha, im Konfuzianismus der Wahre Mann; es ist der wiederkehrende Ch‘oe Su-un, der die Ch‘ondogyo-Religion gegründet hat, und nach dem Buch Chonggamnok handelt es sich um Chongdoryong.
Schließlich wissen wir von Offenbarungen und Zeichen, die geistig offene Christen erhalten haben und die bestätigen, dass Christus in Korea wiederkommt. Diese Offenbarungen sprießen wie Pilze nach dem Regen. Das Versprechen Gottes, Seinen Geist über alles Fleisch auszugießen (Apg 2,17), erfüllt sich im koreanischen Volk. Wenn fromme Christen mit Geistwesen aus verschiedenen Bereichen der Geistigen Welt in Kontakt treten, von niederen Bereichen bis zum Paradies, dann erhalten viele die eindeutige Offenbarung, dass der Herr in Korea wiederkommt. Doch die gegenwärtige Führung der christlichen Kirchen schläft tief und fest. Geistig unwissend gehen sie ihren Aufgaben nach, ohne sich der Zeichen der Zeit bewusst zu sein. Ähnliches geschah auch zur Zeit Jesu. Die Priester, Rabbis und Schriftgelehrten, die als Erste die Geburt des Messias hätten erkennen sollen, blieben in vollständiger Unwissenheit, weil sie geistig blind waren. Astrologen und Schafhirten, die Offenbarungen empfingen, waren es, die von der Geburt Jesu wussten.
Jesus sagte: „Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber geoffenbart hast.“ (Mt 11,25) Er beklagte sich über die geistige Unwissenheit der jüdischen Führungsschicht seiner Zeit, während er auf der anderen Seite Gott dankte, dass Er den reinen und ungebildeten Gläubigen die Gnade gewähren und ihnen Seine Vorsehung offenbaren konnte. Im Christentum des heutigen Korea, das eine Parallele zu Jesu Tagen darstellt, kam es zu ähnlichen Vorkommnissen, wenn auch komplexeren. Durch reine und unschuldige Laien hat Gott viele himmlische Geheimnisse rund um die Letzten Tage geoffenbart. Hätten sie all das öffentlich verkündet, wären sie als Häretiker bestraft worden. Daher haben sie diese Wahrheiten für sich behalten.
Währenddessen sind die christlichen Leiter, wie die Priester, Rabbis und Schriftgelehrten zur Zeit Jesu, stolz auf ihre Bibelkenntnis und ihre Fähigkeit, die Schrift auszulegen. Es bereitet ihnen Genugtuung, wenn ihre Nachfolger sie verehren; sie sind damit zufrieden, die eindrucksvollen Pflichten ihrer Ämter zu erfüllen. Doch Gott schmerzt es sehr, dass sie im Hinblick auf Gottes Vorsehung in den Letzten Tagen völlig unwissend sind.
3.3.5 Der Höhepunkt aller Zivilisationen
Die geistige und die materielle Zivilisation müssen miteinander in Einklang gebracht werden. Ihre Grundlage sind Religion und Wissenschaft, die beide danach trachten, die Aspekte menschlicher Unwissenheit zu überwinden. Erst dann können wir die grundlegenden Probleme des menschlichen Lebens lösen und Gottes ideale Welt verwirklichen. (vgl. Eschatologie 5,1) In der Welt, in die Christus kommt, um Gottes Ideal zu verwirklichen, wird die Wissenschaft hoch entwickelt sein. Die Gesellschaft wird den höchsten Stand der Zivilisation erreicht haben, in der alle Zivilisationen, die sich im vertikalen Verlauf der Geschichte der Vorsehung entwickelt haben, unter der Führung des Herrn horizontal wiederhergestellt werden. Daher werden die geistigen und materiellen Aspekte der Zivilisation, die sich aus Religion und Wissenschaft entwickelt haben und in der ganzen Welt aufgeblüht sind, in Korea mit Hilfe der neuen Wahrheit aufeinander abgestimmt und vereinigt werden. Dann werden sie in der idealen Welt, die Gott so sehr ersehnt, ihre Früchte tragen.
Zunächst werden alle Zivilisationen, die sich im Binnenland entwickelt haben, in Korea Früchte tragen. Die alten kontinentalen Zivilisationen, die in Ägypten und Mesopotamien entstanden sind, übertrugen ihre Früchte auf die Zivilisationen der Halbinseln Griechenland, Rom und die Iberische Halbinsel und von da auf die Insel-Zivilisation Großbritannien. Diese Insel-Zivilisation reichte ihre Kultur weiter an die Vereinigten Staaten von Amerika, eine kontinentale Zivilisation. Dann ging es wieder in die entgegengesetzte Richtung. Die USA übertrugen ihre Kultur auf die Insel-Zivilisation Japan. Nun müssen diese Früchte in der Halbinsel-Zivilisation von Korea, wo Christus geboren werden soll, geerntet werden.
Des Weiteren sollen auch jene Zivilisationen, die an den Ufern von Flüssen und Meeren entstanden sind, in der pazifischen Zivilisation, wozu Korea gehört, Früchte tragen. Die Fluss-Zivilisationen, die an den Ufern des Nil, Tigris und Euphrat entstanden, gaben ihre Kulturen weiter an die Zivilisationen rund um das Mittelmeer: Griechenland, Rom, Spanien und Portugal. Diese vermachten ihre Errungenschaften den Zivilisationen im Atlantischen Ozean, vor allem Großbritannien und den Vereinigten Staaten von Amerika. All diese Früchte werden in der Zivilisation des Pazifik geerntet werden, der die USA, Japan und Korea i miteinander verbindet.
Schließlich sollen die Zivilisationen, die in den unterschiedlichen Klimazonen entstanden sind, in Korea Frucht bringen. Im Kreislauf der Jahreszeiten beginnen alle Lebewesen im Frühling ihr Leben und ihre Vermehrung, gedeihen im Sommer, bringen im Herbst ihre Früchte und sammeln ihre Reserven für den Winter. Der Kreislauf von Frühling, Sommer, Herbst und Winter wiederholt sich nicht nur Jahr für Jahr, sondern auch Tag für Tag: Der Morgen entspricht dem Frühling, der Nachmittag dem Sommer, der Abend dem Herbst und die Nacht dem Winter. Die vier Abschnitte des menschlichen Lebens — Kindheit, Jugend, mittleres und hohes Alter — passen ebenfalls in dieses Muster. Desgleichen entfaltet sich die menschliche Geschichte entsprechend den Jahreszeiten, denn ein Aspekt von Gottes Prinzip, das Seiner Schöpfung zugrunde liegt, ist der harmonische und periodische Kreislauf des Lebens.
Gott erschuf Adam und Eva im Frühling der menschlichen Geschichte. Daher sollte die Geschichte mit der Zivilisation der gemäßigten Zone von Eden ihren Anfang nehmen. Im Sommer sollte sie auf eine tropische Zivilisation übergehen und im Herbst zu einer Zivilisation der kühlen Zone überwechseln. Ihren Höhepunkt sollte sie, analog zum Winter, in einer Zivilisation der kalten Zone erreichen. Doch wegen des Falls wurden die Menschen auf die Stufe von Barbaren herabgesetzt. Statt eine Zivilisation der gemäßigten Zone aufzubauen, haben sie, noch bevor sie reif waren, als primitive Menschen in der tropischen Zone gelebt. Auf dem afrikanischen Kontinent entwickelten sie die Zivilisation der tropischen Zone in Ägypten. Diese kontinentale Zivilisation reichte ihre Kultur an die Halbinseln und Inseln weiter, wo die Zivilisationen der kühlen Zone entwickelt wurden. Sie reichten dann ihre Früchte an die Zivilisation der kalten Zone in der Sowjetunion weiter. Dieser Kreislauf muss sich nun mit der Bildung einer Zivilisation des neuen Eden in der gemäßigten Zone schließen. Das sollte sicherlich in Korea der Fall sein, wo alle Zivilisationen Früchte bringen werden.