Abschnitt 4. Die Letzten Tage und die Gegenwart
Als Jesus zu Petrus über sein Schicksal sprach, fragte ihn Petrus nach dem zukünftigen Werdegang des Johannes. Jesus erwiderte: „Wenn ich will, dass er bis zu meinem Kommen bleibt, was geht das dich an?“ (Joh 21,22) Als sie dies hörten, dachten die Jünger, Jesus werde während Johannes‘ Lebenszeit wiederkehren. Des Weiteren sagte Jesus zu seinen Jüngern: „Ihr werdet nicht zu Ende kommen mit den Städten Israels, bis der Menschensohn kommt“ (Mt 10,23), und: „Amen, ich sage euch: Von denen, die hier stehen, werden einige den Tod nicht erleiden, bis sie den Menschensohn in seiner königlichen Macht kommen sehen.“ (Mt 16,28) Aufgrund dieser Worte haben seither die Jünger und viele Christen geglaubt, Jesus werde während ihres eigenen Lebens wiederkehren. Sie hatten ständig das Gefühl, die Letzten Tage stünden unmittelbar vor der Tür.
Dies ist bis heute so, weil sie die grundlegende Bedeutung der Letzten Tage nicht begreifen konnten. Wir können davon ausgehen, dass wir uns gegenwärtig in den Letzten Tagen befinden, wenn wir die verschiedenen Umstände unserer Zeit untersuchen. Wir können darin die Wiederherstellung der Drei Großen Segen erkennen, welche Gott in Seiner Vorsehung der Wiederherstellung erreichen will. Wie Jesus sagte: Lernt etwas aus dem Vergleich mit dem Feigenbaum! Sobald seine Zweige saftig werden und Blätter treiben, wisst ihr, dass der Sommer nahe ist. Genauso sollt ihr erkennen, wenn ihr das alles seht, dass das Ende vor der Tür steht. (Mt 24,32-33)
4.1 Zeichen für die Wiederherstellung des Ersten Segens
Der erste Segen, den Gott Adam und Eva gab, bestand darin, dass sie ihren individuellen Charakter vervollkommnen sollten. (vgl. Schöpfung 3.2) In der modernen Welt zeigen verschiedene Phänomene, dass Gottes Vorsehung, die gefallenen Menschen zu ihrem ursprünglichen Zustand als vollkommene Individuen wiederherzustellen, ihrem Höhepunkt entgegengeht.
Als Erstes lässt sich beobachten, dass die Spiritualität der gefallenen Menschen wiederhergestellt wird. Wir legten bereits dar, dass ein Individuum beim Erreichen seiner Vollkommenheit völlig eins mit Gottes Herz wird und fähig ist, wahre Beziehungen zu anderen Menschen einzugehen. Adam und Eva konnten mit Gott schon kommunizieren, , obwohl sie noch nicht ganz vollkommen waren. Als sie jedoch fielen, , bewirkten sie, dass auch ihre Nachfahren in Unwissenheit und Unempfänglichkeit der Liebe Gottes gegenüber versanken. Die Spiritualität gefallener Menschen ist nach Maßgabe der Gnade des Zeitalters, in deren Genuss sie kommen können, in der Vorsehung der Wiederherstellung stufenweise wieder erlangt worden. In den Letzten Tagen werden daher viele Gläubige die Fähigkeit erwerben, mit Gott zu kommunizieren, wie ähigkeit erwerben, mit Gott zu kommunizieren, wie die Bibel vorhersagt: In den letzten Tagen wird es geschehen, so spricht Gott: Ich werde von meinem Geist ausgießen über alles Fleisch. Eure Söhne und eure Töchter werden Propheten sein, eure jungen Männer werden Visionen haben, und eure Alten werden Träume haben. (Apg 2,17) Da wir nun eine Fülle geistiger Phänomene um uns herum erleben, , können wir erkennen, dass wir uns in den Letzten Tagen befinden. Wir stehen an der Schwelle einer Zeit, in der wir individuell zur Vollkommenheit gelangen und den ersten Segen Gottes wiederherstellen können.
Ein zweites Anzeichen, dass der erste Segen in unserer Zeit wiederhergestellt wird, lässt sich aus der geschichtlichen Entwicklung zur Erlangung der Freiheit des Ursprünglichen Gemüts ablesen. Infolge des Falls wurde unser Ursprüngliches Gemüt unter das Joch Satans gezwungen und wir verloren den freien Zugang zu Gott. Gegenwärtig hat sich nun die Sehnsucht nach Freiheit zu einer solchen Kraft entwickelt, dass Menschen dafür selbst ihr Leben aufs Spiel setzen. Dies ist ein weiteres Anzeichen dafür, dass wir einer neuen Zeit entgegengehen, in der wir, was lange von Satan verhindert worden war, persönliche Vollkommenheit erreichen, somit den ersten Segen Gottes wiederherstellen und frei vor Gott treten können.
Ein drittes Zeichen für die Erneuerung des ersten Segens ist die Wiederherstellung des ursprünglichen Werts des Menschen. Aus horizontaler Sicht besitzen alle Individuen den gleichen Wert, doch diese Perspektive wird dem ursprünglichen Wert des Einzelnen noch nicht gerecht. Aus der vertikalen Perspektive des Himmels ist jeder Mensch ein Wesen von höchstem kosmischen Wert. (vgl. Christologie 1) Infolge des Falls verloren die Menschen jedoch diesen ursprünglichen Wert. In der heutigen demokratischen Welt haben die Menschen die Sklaverei abgeschafft, die Rechte rassischer Minderheiten anerkannt und die Unabhängigkeit kleiner und schwacher Nationen gefördert. Die Menschenrechte werden universal akzeptiert und sind einklagbar. Gleichheit unter den Geschlechtern wird ebenso durchgesetzt wie die Gleichheit aller Menschen. Mehr denn je wird unter den Menschen der Wert des Individuums in Annäherung an seinen ursprünglichen Wert betont. Dies zeigt uns, dass wir uns in den Letzten Tagen befinden, in denen die gefallenen Menschen Gottes ersten Segen wiederherstellen können.
Ein viertes Zeichen der Erneuerung des ersten Segens in der gegenwärtigen Zeit ist die Wiederherstellung der ursprünglichen, wahren Liebe unter gefallenen Menschen. Die Welt, die Gottes Ideal verwirklicht, wird das Abbild eines vollkommenen Individuums sein. Jeder Mensch in dieser Welt befindet sich in vertikaler Einheit mit Gott. Das ist dann die Grundlage, auf der die Menschen ganz natürlich horizontal in harmonischen Beziehungen zusammenleben können. Solidarität und Einfühlungsvermögen werden nur verwirklicht, wenn sich Menschen in der Liebe Gottes verbinden. Infolge des Falls wurde das vertikale Band der Liebe zwischen Gott und Mensch zerrissen, was dazu führte, dass auch die horizontale Liebe der Menschen untereinander zerbrach. Als Konsequenz entwickelte sich die menschliche Geschichte unter ständigen Konflikten. In der Gegenwart jedoch ist die Philosophie universeller Liebe weit verbreitet und die Menschen trachten immer stärker nach wahrer, ursprünglicher Liebe. Das ist ein weiteres Indiz dafür, dass die Gegenwart den Anbruch der Letzten Tage erlebt, in denen wir Gottes ersten Segen wiederherstellen und die charakterliche Vollkommenheit einer in Gottes Liebe verankerten Person erreichen können.
4.2 Zeichen für die Wiederherstellung des Zweiten Segens
Gottes zweiter Segen bedeutete für Adam und Eva, wahre Elternschaft zu erreichen, gute Kinder zur Welt zu bringen und sie zu erziehen sowie eine Familie, Gesellschaft und Welt zu bilden, in der das Gute eine Familie, Gesellschaft und Welt zu bilden, in der das Gute regiert. Doch Adam und Eva fielen und wurden zu verdorbenen Eltern, die Kinder des Bösen vermehrten. Ihre Nachkommen bildeten eine Welt, die vom Bösen unterjocht wird. Seit dieser Zeit hat Gott eine zweifache Vorsehung durchgeführt, eine innere und eine äußere, um die Souveränität des Guten wiederherzustellen. Gott rief Religionen ins Leben und wirkte durch sie, um die Menschen geistig emporzuheben, indem Er sie innerlich von satanischen Elementen reinigte. Gleichzeitig reduzierte Gott Satans Einfluss im äußeren Bereich durch den Verlauf von Konflikten und Kriegen.
Durch die Trennung von Satan auf der inneren und äußeren Ebene hat die Vorsehung der Wiederherstellung gute Kinder hervorgebracht, die eines Tages Christus dienen können, wenn er als Wahre Eltern wiederkommt. Auf diese Weise hat die Menschheitsgeschichte den Weg zur Wiederherstellung von Gottes zweitem Segen geebnet. Wir können also aus der Prüfung der Zeichen innerer und äußerer Wiederherstellung der Herrschaft Gottes folgern, dass wir uns gegenwärtig in den Letzten Tagen befinden. Diese Zeichen offenbaren sich als historische Richtungen in der Entwicklung der Kulturbereiche sowie im Aufstieg und Niedergang von Nationen, die beide in der Religion wurzeln.
Untersuchen wir zunächst, wie die geschichtliche Entwicklung der Kulturbereiche zu dem Punkt vorangeschritten ist, an dem wir gegenwärtig den Anbruch der Letzten Tage erleben.
Gott sendet Propheten und Heilige zur gefallenen Menschheit, um Religionen ins Leben zu rufen. Um deren Entwicklung voranzutreiben, arbeitet Er durch das Ursprüngliche Gemüt von Menschen, die das Gute suchen. Auf diese Weise errichtet Gott Kulturbereiche auf der Grundlage von Religionen. Obgleich sich im Verlauf der Geschichte zahlreiche Kulturbereiche bildeten, sind die meisten im Strom der Zeit entweder mit anderen verschmolzen oder von ihnen absorbiert worden. Zur Zeit können wir einen eindeutigen Trend zur Bildung eines globalen Kulturbereichs auf der Grundlage christlicher Ideale feststellen. Indem dieser Prozess voranschreitet, erkennen sich alle Rassen und Völker in zunehmendem Maße als Brüder und Schwestern unter der Liebe und Anleitung Jesu Christi und stellen so Gottes zweiten Segen wieder her.
Der hauptsächliche Unterschied zwischen dem Christentum und anderen Religionen besteht im Zweck des Christentums, die Wahren Eltern der Menschheit zu empfangen und zu ehren. Durch sie können alle Menschen als Kinder des Guten neu geboren werden. Auf diese Weise soll das Christentum die Welt als die eine weltweite Familie erneuern, die Gott seit Anbeginn geplant hat. Dies macht das Christentum zur zentralen Religion mit der Mission, das Ziel der Vorsehung der Wiederherstellung umzusetzen. In unserer Zeit ist die Welt zu einem Kulturbereich auf der Grundlage christlicher Ideale zusammengewachsen. Indem die Welt stark von den Lehren Jesu und des Heiligen Geistes beeinflusst wurde, die als Wahre Eltern der Menschheit (vgl. Christologie 4) kamen, wurde allen Menschen der Weg geöffnet, gottgefällige Kinder zu werden. Diese Entwicklung zeigt, dass Gottes zweiter Segen wiederhergestellt wird. Also können wir mit Sicherheit sagen, dass die gegenwärtige Zeit die Letzten Tage sind.
Als Nächstes wollen wir untersuchen, wie sich die Geschichte des Aufstiegs und Niedergangs der Nationen im Hinblick auf das Ziel der Wiederherstellung der Herrschaft des Guten entwickelt und uns somit in die Letzten Tage gebracht hat.
Die irrige Ansicht, die Ursachen von Kriegen und Konflikten lägen lediglich in Interessengegensätzen und im Wettstreit von Ideologien, kommt von der Unkenntnis der grundlegenden Vorsehung Gottes. Seit die ersten menschlichen Vorfahren unter Satans Macht gerieten, durchlitt die Menschheit eine sündenschwere Geschichte. Jedoch muss, solange Gottes Schöpfungszweck noch nicht erfüllt ist, der Zweck dieser Geschichte darin liegen, Satans Bande zu durchschneiden und das Reich Gottes wiederherzustellen. Gäbe es in der gefallenen Welt keinerlei Spaltung oder Auseinandersetzung, so würde die Souveränität des Bösen auf ewig fortbestehen und die Welt, in der das Gute herrscht, könnte nie wiederhergestellt werden. Daher hat Gott Seine Vorsehung so gestaltet, dass die himmlische Herrschaft schrittweise wieder errichtet wird. Er sendet Propheten und Heilige in die gefallene Welt, um Religionen ins Leben zu rufen und den Standard der Moral zu heben. Er setzt Regierungen ein, die dem Guten eher entsprechen und sich gegen Regimes mit niederem Standard wenden und sie ersetzen. Um die Vorsehung der Wiederherstellung zu erfüllen, waren also Kon-l flikte und Kriege unvermeidlich.
Wenn wir einige dieser Themen, von denen viele in Teil II eingehender behandelt werden, zusammenfassen, können wir sagen, dass sich die menschliche Geschichte entsprechend der Vorsehung der Wiederherstellung durch Wiedergutmachung entwickelt hat. Es gab Zeiten, in denen das Böse den historischen Sieg davonzutragen schien, doch letzten Endes kam es zum Niedergang der dem Bösen näherstehenden sozialen und politischen Kräfte, und sie wurden von Kräften, die mehr Gott zugewandt waren, absorbiert. Die Auseinandersetzungen, welche die Geschichte vom Aufstieg und Fall der Nationen kennzeichneten, waren unvermeidliche Begleiter im Weg der Vorsehung der Wiederherstellung der Herrschaft des Guten.
In der Bibel befiehlt Gott beispielsweise den Israeliten, die sieben i Stämme Kanaans zu vernichten. Als Saul Ihm nicht gehorchte und einige der Amalekiter und ihr Vieh verschonte, strafte Gott ihn hart. (1 Sam 15,18-23) In diesem Konflikt hatte Gott den Israeliten befohlen, die Heiden zu zerstören. In einer anderen Situation, in der die Israeliten des Nordreiches sich dem Bösen zugewandt hatten, übergab Gott sie in die Hände der Assyrer. (2 Kön 17,23) Wir müssen uns vergegenwärtigen, dass Gottes einziges Ziel in diesen Situationen darin lag, die Herrschaft des Bösen zu beseitigen und die Herrschaft des Guten wiederherzustellen.
Daraus folgt, dass Kämpfe unter Einzelpersonen, die auf der gleichen Seite des Guten stehen, böse sind, weil sie die Herrschaft des Guten schwächen oder gar zerstören. Andererseits sind Kriege, die im Namen einer guten Macht zur Beendigung einer Herrschaft des Bösen geführt werden, gut, wenn dadurch die Vorsehung der Wiederherstellung weitergebracht wird.
Die Geschichte der Konflikte zwischen den Nationen verfolgte denl Zweck, die Bande, mit denen Satan die Menschheit gefesselt hielt, zu zerreißen. Die Geschichte hat sich nun bis zu einem Punkt weiterentwickelt, an dem Gottes Seite Territorien und Güter in aller Welt zurückgewinnen kann. Die Vorsehung der Wiederherstellung von Menschen begann mit einzelnen Individuen, die von Gott berufen wurden. Gottes Basis weitete e sich beständig auf Familien, Gesellschaften und Nationen aus und hat heute die weltweite Ebene erreicht. Die Vorsehung der Trennung von Satans begann in der Sippengesellschaft und setzte sich in politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen fort: über Feudalismus und Monarchie bis zur heutigen Demokratie. Gegenwärtig ist die Welt zweigeteilt: die demokratische Welt, die Gemeinschaftsformen auf der Seite Gottes einzurichten sucht, und die kommunistische Welt, die Regime auf der satanischen Seite errichtet hat. (vgl. Vorwort)
Anders ausgedrückt: Obwohl die gefallene Geschichte unter der Herrschaft Satans begonnen hatte, hat Gottes Vorsehung eine fortschreitende Wandlung der Herzen der Menschen bewirkt und ihre Ursprüngliche Natur gefördert, die durch Religion, Philosophie und Ethik nach dem Guten strebt. Diese innere Förderung hat Menschen, die auf der Suche nach einer gerechten Herrschaft waren, dazu gebracht, sich vom vorherrschenden Bösen zu distanzieren. Der Prozess der Trennung kulminierte in der Errichtung zweier opponierender Mächte auf weltweiter Ebene. Diese beiden Machtblöcke mit gegensätzlichen Zielen können nicht friedlich koexistieren. Da die Geschichte sich ihrer Vollendung nähert, werden sie unausweichlich zu einem Überschneidungspunkt kommen, an dem sie auf einer ideologischen Ebene innerlich kollidieren. Dieser innere Konflikt könnte dazu führen, dass auf äußerer Ebene Kriege mit militärischen Mitteln geführt werden. Am Ende dieser Auseinandersetzung wird Satans Herrschaft für immer vergehen und die Herrschaft des Himmels als die eine, ewige Herrschaft Gottes aufs neue eingesetzt werden. Wir stehen heute an genau diesem Schnittpunkt, an dem die beiden Welten einander in einer abschließenden Konfrontation gegenüberstehen. Auch dies sind weitere Anzeichen dafür, dass wir uns gegenwärtig in den Letzten Tagen befinden.
Der Strom der menschlichen Geschichte, in der Gut und Böse schrittweise voneinander getrennt werden, kann mit verschlammtem Wasser verglichen werden. Wenn schlammiges Wasser mit geringer Geschwindigkeit fließt, setzt sich der Schmutz am Boden ab, während das reine Wasser nach oben steigt, bis irgendwann Schmutz und Wasser vollständig voneinander getrennt sind. Die menschliche Geschichte verläuft ähnlich. Im Laufe der Zeit baut die satanische Herrschaft schrittweise ab und verfällt, während die gute Herrschaft allmählich an Wohlstand und Einfluss gewinnt. Nachdem die beiden Herrschaftsbereiche sich nahe dem Ende der Geschichte überschnitten haben, wird die gute Herrschaft als Gottes ewiges Königreich Bestand haben, während die Herrschaft des Bösen in ewiger Dunkelheit vergeht.
Die Zeit, in der sich die Pfade der guten und bösen Herrschaft kreuzen, sind die Letzten Tage. Das ist auch der Zeitpunkt, an dem Adams und Evas Fall, der sich in der Vollendungsstufe der Entwicklungsstufe ereignete, wiederhergestellt werden wird. Alle Menschen dieser Epoche werden aufgrund schwerer ideologischer Verwirrung leiden, so wie die ersten menschlichen Vorfahren im Moment ihrer Versuchung völlig verwirrt waren und nicht wussten, wem sie folgen und wovon sie ihre Handlungen leiten lassen sollten.
Im Verlauf der Vorsehung der Wiederherstellung kam es mehrfach zu Letzten Tagen, als die Herrschaftsbereiche von Gut und Böse einander kreuzten. Die Zeit Noachs und die Zeit Jesu waren, wie schon erwähnt, Letzte Tage. Auch hier überschnitten sich die beiden Herrschaftsbereiche. Doch weil es den Menschen nicht gelang, ihren Teil der Verantwortung zu erfüllen, hatten Gottes Bemühungen um die Zerstörung der bösen Herrschaft keinen Erfolg. Er musste die Vorsehung der Trennung von Gut und Böse neu beginnen. In der Zeit der Wiederkunft Jesu werden sich die beiden Herrschaftsbereiche noch einmal kreuzen. Der Weg der Vorsehung verläuft in einer Spirale mit dem Ziel, den Zweck der Schöpfung zu verwirklichen. Die Ereignisse wiederholen sich dabei in kreisförmiger Bewegung. Daher hat sich die Geschichte wiederholt und parallele Perioden hervorgebracht. (vgl. Perioden 1)
4.3 Zeichen für die Wiederherstellung des Dritten Segens
Nach dem Erreichen ihrer Vollkommenheit sollten Adam und Eva Gottes dritten Segen erfüllen und die Herrschaft über die Schöpfung antreten. Herrschaft über die Schöpfung beinhaltet zwei Aspekte, einen inneren und einen äußeren. Beide Aspekte dieser Herrschaft gingen der Menschheit infolge des Falls verloren, doch sind wir gegenwärtig Zeugen ihrer Wiederherstellung. Auch dies deutet darauf hin, dass wir jetzt die Letzten Tage erleben.
Innere Herrschaft bedeutet Herrschaft des Herzens. Ein Mensch, der Vollkommenheit erreicht und im Herzen mit Gott eine Einheit bildet, wird Gottes Herz als seine eigene Wirklichkeit erfahren. Das heißt, er wird fähig, die Schöpfung mit derselben Liebe, die aus Gottes Herz fließt, , zu lieben, und er kann ihre Schönheit mit der gleichen Freude wertschätzen wie Gott. Dies ist die Bedeutung von „Herrschaft des Herzens“. Als jedoch die Menschen fielen und das Herz Gottes nicht länger als Realität erlebten, konnten sie der Schöpfung auch nicht mehr mit der gleichen Liebe begegnen, wie sie Gottes Herz entströmt. Gottes Vorsehung der Wiederherstellung durch Religion, Philosophie, Ethik etc. hat die geistige Wahrnehmungsfähigkeit der gefallenen Menschen Gott gegenüber schrittweise verstärkt. In der modernen Welt finden sich Anzeichen dafür, dass Menschen wieder fähig werden, die Schöpfung mit Herz zu regieren.
Der äußere Aspekt der Herrschaft betrifft die korrekte Meisterung der Schöpfung durch Wissenschaft und Technik. Hätten unsere Vorfahren Vollkommenheit erreicht und die innere Herrschaft über die Schöpfung erzielt und wären somit fähig geworden, sie mit einem göttlichen Herzen zu lieben, dann hätte sich ihr Feingefühl gegenüber der geistigen Dimension der Schöpfung bis zur höchsten Stufe entwickelt. Das hätte einen raschen Fortschritt der Wissenschaften bewirkt und den Menschen die äußere Herrschaft über alle Bereiche der Schöpfung eröffnet. Vor langer Zeit hätte also die Menschheit die Sterne erforscht und sich das volle Potenzial des Universums nutzbar gemacht. Wirtschaftlicher Fortschritt hätte die Entwicklung von Wissenschaft und Technik begleitet und auf diese Weise ein komfortables und angenehmes Lebensumfeld geschaffen. Doch infolge des Falls verfiel die Spiritualität der Menschen und sie verloren die innere Herrschaft über die Schöpfung. Ihre geistigen Sinne stumpften auf das Niveau von Tieren ab und sie fielen auf den Stand von primitiven Menschen zurück. Folglich verloren sie auch die äußere Herrschaft über die Schöpfung.
Durch Gottes Vorsehung der Wiederherstellung werden die geistigen Sinne der Menschen geschärft und ihre innere Herrschaft über die Schöpfung wiederhergestellt. Daraus ergibt sich, dass auch die äußere Herrschaft wiederhergestellt wird, was sich im heute hoch entwickelten Stand der Wissenschaften zeigt. Die modernen Menschen schufen durch den wirtschaftlichen Fortschritt als Folge der wissenschaftlichen Entwicklung ein äußerst angenehmes und komfortables Lebensumfeld.
Auf diese Weise gingen die gefallenen Menschen dazu über, ihre Herrschaft über das Universum wiederzuerlangen, und näherten sich der Erfüllung von Gottes drittem Segen. Aus dieser Beobachtung können wir folgern, dass wir jetzt in den Letzten Tagen leben.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Kulturbereiche der Welt sind im Begriff, sich auf einen globalen Kulturbereich auf der Basis einer Religion hinzubewegen. Gleichzeitig beginnen die Nationen, ein Instrumentarium zur internationalen Regierung zu bilden, und haben sich vom Völkerbund zu den Vereinten Nationen weiterentwickelt. Heute entwerfen Menschen bereits Pläne für eine Weltregierung. Im ökonomischen Bereich bewegt sich die Welt in Richtung eines internationalen Marktes. Hoch technisierte Transport- und Kommunikationsmittel überwinden Raum und Zeit. Menschen ist es heute in einer Weise möglich, die Welt zu bereisen und miteinander zu kommunizieren, dass man den Eindruck haben könnte, sie lebten in ein und demselben Dorf. Menschen aller Rassen, aus Ost und West, können einander so leicht treffen, als wären sie Angehörige einer großen Familie. Menschen aus allen sechs Kontinenten überqueren Ozeane auf der Suche nach Freundschaft und brüderlicher Liebe. Doch kann sich eine Familie nur formieren, wenn es einen Vater und eine Mutter gibt; erst dann kann wahre geschwisterliche Liebe erblühen. Erst nach der Wiederkunft Christi als Wahre Eltern der Menschheit werden sich alle Menschen zu dieser Weltfamilie verbinden und harmonisch in einem globalen Dorf leben.
Da sich diese Ereignisse vor unseren Augen abspielen, sehen wir, dass wir uns heute tatsächlich in den Letzten Tagen befinden. Es gibt jedoch ein letztes Geschenk, das die Geschichte der Menschheit überbringen muss, nämlich die kosmische Lehre, die all die Fremdlinge im globalen Dorf durch die Liebe und Anleitung derselben Eltern in eine Familie integrieren kann.