Studium und Praxis des Prinzips
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Abschnitt 1. Die Vorsehung der Wiederherstellung in Adams Familie

Obwohl der Fall das Ergebnis menschlichen Versagens war, fühlte sich Gott verantwortlich, die gefallene Menschheit zu retten. (vgl. Messias 2.1) Daher begann Gott unmittelbar nach dem Fall mit Seiner Vorsehung der Wiederherstellung der gefallenen Menschen, indem Er Adams Familie veranlasste, das Fundament für den Messias zu legen.

Wegen Adams Blutsverwandtschaft mit Satan stand er in einer ambivalenten Position, in der er sowohl mit Gott als auch mit Satan in Verbindung stand. (vgl. Wiederherstellung 1.1) Damit eine gefallene Person, die in dieser ambivalenten Position steht, gereinigt werden, auf Gottes Seite kommen und das Fundament für den Messias errichten kann, muss sie eine Wiedergutmachungsbedingung erfüllen. Um also in Adams Familie die Vorsehung der Wiederherstellung zu erfüllen, mussten die Mitglieder dieser Familie bestimmte Wiedergutmachungsbedingungen legen, um das Glaubensfundament und das substanzielle Fundament wiederherzustellen. Auf diesen beiden Fundamenten sollte das Fundament für den Messias errichtet werden; dann hätte der Messias in Adams Familie kommen können.

1.1 Das Glaubensfundament

Um das Glaubensfundament durch Wiedergutmachung wiederherzustellen, müssen gefallene Menschen ein Objekt aus der Schöpfung als Bedingung vorbereiten und als Opfer darbringen. Wegen seines Unglaubens verlor Adam Gottes Wort, das er erhalten hatte, um jene Bedingung zu erfüllen, die notwendig war, damit das Glaubensfundament errichtet werden konnte. Er fiel in eine Position, in der er unfähig war, das Wort Gottes direkt zu empfangen. Daher musste Adam ein Objekt aus der Schöpfung, das als Ersatz für Gottes Wort diente, als Bedingung gläubig in einer für Gott akzeptablen Weise darbringen. Für Adams Familie war dieses Objekt das Darbringen eines Opfers.

Um das Glaubensfundament wiederherzustellen, muss es eine zentrale Person geben. Man könnte erwarten, dass diese zentrale Person in Adams Familie Adam selbst war, dass er das Opfer hätte darbringen sollen, und dass die Art und Weise seines Opfers den Erfolg oder Misserfolg bei der Errichtung des Glaubensfundaments bestimmen würde.

Wir können jedoch nirgends in der Bibel lesen, dass Adam ein Opfer dargebracht hat. Stattdessen brachten seine Söhne Kain und Abel Opfer dar. Was war der Grund dafür?

Nach dem Prinzip der Schöpfung soll der Mensch nur einem einzigen Herrn dienen. (Mt 6,24) Gott kann Seine Vorsehung, in Übereinstimmung mit dem Prinzip, nicht durch jemanden durchführen, der zwei Herren dient. Würde Gott Adam und sein Opfer annehmen, so würde Satan sein Band der Blutsverwandtschaft mit Adam als Bedingung nutzen, um Adam und sein Opfer seinerseits zu beanspruchen. In diesem Fall käme Adam in die prinzipwidrige Situation, zwei Herren dienen zu müssen: Gott und Satan. Da Gott eine derartig prinzipwidrige Vorsehung nicht durchführen kann, schlug Er den Weg ein, Adam, der sowohl das Gute wie das Böse verkörperte, symbolisch in zwei Wesen zu teilen, von denen das eine das Gute und das andere das Böse repräsentierte — eine Anordnung, die mit dem Prinzip übereinstimmt. Aus diesem Grund schenkte Gott Adam zwei Söhne, die das Gute und das Böse repräsentierten, und stellte sie in eine Position, in der jeder es nur mit einem Herrn zu tun hatte, Gott oder Satan. Nachdem Gott diese Anordnung getroffen hatte, ließ Er beide Söhne getrennt Opfer darbringen.

Beide, Kain und Abel, waren die Söhne Adams. Welcher sollte das Gute repräsentieren und mit Gott in Verbindung stehen, und welcher das Böse und mit Satan in eine Wechselbeziehung treten?

Kain und Abel waren beide die Frucht von Evas Fall; ihre Positionen wurden daher gemäß dem Verlauf des Falls bestimmt. Evas Fall bestand aus zwei unerlaubten Liebesbeziehungen. Die erste war der geistige Fall mit dem Erzengel. Die zweite war der physische Fall durch ihre Liebe mit Adam.

Diese zwei Beziehungen waren sicherlich beide gefallene Handlungen, von denen aber die zweite Liebesbeziehung eher mit dem Prinzip übereinstimmte und daher eher vergeben werden konnte als die erste. Evas erste gefallene Handlung wurde durch ihr starkes Begehren hervorgerufen, sich an etwas zu erfreuen, wofür die Zeit noch nicht reif war. Sie wollte, dass ihre Augen geöffnet würden und sie sein könnte wie Gott. (Gen 3,5) Dieses Begehren brachte sie dazu, eine prinzipwidrige sexuelle Liebesbeziehung mit dem Erzengel einzugehen. Im Vergleich dazu war Evas zweite gefallene Handlung von der innigen Sehnsucht bestimmt, zu Gott zurückzukehren, nachdem sie festgestellt hatte, dass ihre erste gefallene Beziehung unerlaubt war. Diese Sehnsucht führte sie dazu, mit Adam, ihrem nach dem Prinzip zukünftigen Gatten, eine Beziehung einzugehen, obwohl es Gott noch nicht erlaubt hatte. (vgl. Fall 2.2)

Kain und Abel waren beide das Ergebnis von Evas unerlaubter Liebe. Gott unterschied auf der Grundlage der beiden unerlaubten Liebesbeziehungen Evas zwischen ihnen und stellte dementsprechend Kain und Abel in zwei entgegengesetzte Positionen. Mit anderen Worten: Da Kain die erste Frucht von Evas Liebe war und die erste gefallene Liebesbeziehung mit dem Erzengel darstellte, wurde er auserwählt, das Böse zu repräsentieren. Daher stand er in einer Position, in der er zu Satan eine Beziehung hatte. Da Abel die zweite Frucht von Evas Liebe war und die zweite gefallene Liebesbeziehung mit Adam darstellte, sollte er das Gute repräsentieren. Daher stand er in einer Position, in der er zu Gott eine Beziehung hatte.

Was Satan betrifft, so konnte er die Kontrolle über die Schöpfung an sich reißen, die Gott durch das Prinzip geschaffen hatte, und eine prinzipwidrige Welt errichten, die nur die äußere Form des von Gott beabsichtigen Universums hatte. In der ursprünglichen, prinzipgemäßen Welt war es Gottes Absicht, den ältesten Sohn aufzuziehen und ihm das Erstgeburtsrecht zu vererben. Satan hatte also zum älteren Sohn eine stärkere Beziehung als zum jüngeren. Da Satan bereits das Universum beanspruchte, wetteiferte er mit Gott um den älteren Sohn Kain, der für ihn wertvoller war. Weil Satan eine sehr starke Verbindung zu Kain hatte, entschied sich Gott, durch Abel zu wirken.

Die Bibel bezeugt die unterschiedliche Behandlung von erst- und zweitgeborenen Söhnen. Gott sagte zum Beispiel zu Kain: „Wenn du nicht recht tust, lauert an der Tür die Sünde als Dämon.“ (Gen 4,7) Daraus können wir schließen, dass Kain eine Basis hatte, um mit Satan in Beziehung zu stehen.

Als die Israeliten im Begriff waren, aus Ägypten zu fliehen, schlug Gott die Erstgeborenen Ägyptens, sogar die Erstgeburt ihres Viehbestandes (Ex 12,29), denn die Ägypter standen als Gefolgsleute Satans in der Position von Kain.

Als die Israeliten in das Land Kanaan zurückkehrten, durften nur die Leviten, die in der Position des jüngeren Sohnes Abel standen, die Bundeslade tragen. (Num 1,50-53; Dtn 31,25) Es steht geschrieben, dass Gott den zweiten Sohn Jakob liebte und den ersten Sohn Esau hasste, noch während sie im Leib ihrer Mutter waren. (Röm 9,11-13) Sie wurden in die Positionen von Kain und Abel gestellt, welche nur auf der Unterscheidung zwischen Erst- und Zweitgeborenem beruhten. Als Jakob seine beiden Enkelsöhne Efraim und Manasse segnete, kreuzte er seine Hände und legte die rechte Hand auf das Haupt von Efraim, dem zweiten Sohn in der Position Abels, und gab ihm den ersten und größeren Segen. (Gen 48,14) Nach diesem Prinzip stellte Gott Kain und Abel in eine Position, in der es jeder nur mit einem Herrn zu tun hatte, und ließ sie Opfer darbringen. (Gen 4,3-5)

Als Kain und Abel ihre Opfer darbrachten, „schaute der Herr auf Abel und sein Opfer, aber auf Kain und sein Opfer schaute er nicht.“ (Gen 4,4-5) Warum nahm Gott Abels Opfer an, Kains Opfer jedoch nicht? Gott nahm Abels Opfer an, weil er in einer annehmbaren Beziehung zu Ihm stand und das Opfer auf eine Weise darbrachte, die Er akzeptieren konnte. (Hebr 11,4) Auf diese Weise errichtete Abel in Adams Familie erfolgreich das Glaubensfundament. Er dient als ein Beispiel dafür, dass jeder gefallene Mensch ein für Gott akzeptables Opfer darbringen kann, vorausgesetzt, er erfüllt die notwendigen Bedingungen.

Gott wies Kains Opfer nicht zurück, weil Er ihn hasste. Vielmehr musste Gott Kains Opfer zurückweisen, weil Kain in einer Position der Verbindung mit Satan stand, die Satan Rechte über das Opfer einräumte; es sei denn, Kain hätte zuvor eine Bedingung geschaffen, welche die Annahme durch Gott rechtfertigen würde. Das Beispiel zeigt uns, dass eine Person, die zu Satan eine Beziehung hat, zuerst eine notwendige Wiedergutmachungsbedingung erfüllen muss, um zu Gott zurückzukehren.

Welche Wiedergutmachungsbedingung hätte Kain erfüllen sollen? Es war die Wiedergutmachungsbedingung zur Beseitigung der gefallenen Natur.

1.2 Das Substanzielle Fundament

Hätte Kain die Wiedergutmachungsbedingung zur Beseitigung der gefallenen Natur erfüllt, so hätte Gott mit Freuden sein Opfer angenommen. Das substanzielle Fundament wäre dann in Adams Familie errichtet worden. Wie hätte Kain die Wiedergutmachungsbedingung zur Beseitigung der gefallenen Natur erfüllen sollen?

Die ersten menschlichen Vorfahren fielen, indem sie sich dem Erzengel, von dem sie die gefallene Natur erbten, unterstellten. Damit jemand seine gefallene Natur beseitigen kann, muss er eine Wiedergutmachungsbedingung in Übereinstimmung mit dem Prinzip der Wiederherstellung durch Wiedergutmachung erfüllen. Dabei geht er einen Weg, der den Prozess rückgängig macht, durch den die Menschen anfangs die gefallene Natur erlangt haben.

Der Erzengel fiel, weil er Adam nicht liebte; vielmehr beneidete er Adam, der von Gott mehr Liebe empfing als er. Das war die Ursache für die erste wesentliche Erscheinungsform der gefallenen Natur: das Versagen, Gottes Standpunkt einzunehmen. Um diese Eigenschaft der gefallenen Natur zu beseitigen, hätte Kain, der in der Position des Erzengels stand, Gottes Standpunkt einnehmen und Abel lieben sollen, denn dieser stand in der Position Adams.

Der Erzengel fiel, weil er Adam nicht als Mittler Gottes anerkannte und Seine Liebe nicht durch ihn empfing; vielmehr versuchte er, die Position Adams einzunehmen. Das war die Ursache für die zweite wesentliche Erscheinungsform der gefallenen Natur: das Verlassen der ordnungsgemäßen Position. Um diese Eigenschaft der gefallenen Natur zu beseitigen, hätte Kain, der in der Position des Erzengels stand, Gottes Liebe durch Abel, der in der Position Adams stand, in Empfang nehmen und ihn als Mittler Gottes anerkennen sollen. Dadurch hätte Kain seine ordnungsgemäße Position bewahren sollen.

Als der Erzengel die Herrschaft über Adam und Eva, die seine rechtmäßigen Gebieter waren, beanspruchte, fiel er. Das war die Ursache für die dritte wesentliche Erscheinungsform der gefallenen Natur: die Umkehr der Herrschaft. Um diese Eigenschaft der gefallenen Natur zu beseitigen, hätte sich Kain, der in der Position des Erzengels stand, Abel, der in der Position Adams stand, gehorsam unterordnen sollen. Dadurch, dass Kain Abels Herrschaft akzeptierte, hätte er die Herrschaftsordnung korrigieren sollen.

Gott gebot Adam, nicht von der Frucht des Baumes der Erkenntnis von Gut und Böse zu essen. Adam hätte diesen Willen Gottes Eva übermitteln sollen, die ihn ihrerseits an den Erzengel hätte weitergeben sollen. Auf diese Weise wäre das Gute vermehrt worden. Stattdessen vermittelte der Erzengel Eva seinen bösen Willen, dass es nämlich erlaubt sei, die Frucht zu essen. Eva ihrerseits reichte diesen bösen Willen an Adam weiter und brachte ihn zu Fall. Das war die Ursache für die vierte wesentliche Erscheinungsform der gefallenen Natur: die Vermehrung des Bösen. Um diese Eigenschaft der gefallenen Natur zu beseitigen, hätte Kain, der in der Position des Erzengels stand, für die Anliegen Abels, der Gott näher stand, empfänglich sein und von ihm Gottes Willen erfahren sollen. Dadurch hätte Kain ein Fundament für die Vermehrung des Guten errichten sollen.

Es gibt im menschlichen Leben eine Menge Beispiele, die der Situation von Kain und Abel entsprechen.

Wenn wir in uns selbst hineinschauen, entdecken wir, dass sich unser innerster Geist am Gesetz Gottes erfreut. (Röm 7,22) Er steht in der Position Abels, während unser Körper, der dem Gesetz der Sünde dient (Röm 7,25), in der Position Kains steht. Wir können nur dann gut werden, wenn unser Körper gehorsam unserem Geist folgt, der uns zum Guten anleitet. Doch nur zu oft rebelliert der Körper gegen die Anweisungen des Geistes und wiederholt in analoger Form Kains Mord an Abel. Auf diese Weise wächst in uns das Böse. Daher erfordert ein religiöser Lebensweg, dass wir unseren Körper den Anweisungen unseres höher stehenden Geistes unterwerfen, so wie sich Kain hätte Abel unterordnen und ihm folgen sollen.

Wir sehen es auch an der Art und Weise, wie Opfer dargebracht werden. Da wir gefallen sind und eine Position einnehmen, in der wir „arglistig ohnegleichen ... und unverbesserlich“ (Jer 17,9) sind, stehen die Dinge der Schöpfung in der Position Abels. Indem wir sie also opfern, können wir vor Gott treten. Nehmen wir ein anderes Beispiel: Das universelle Bestreben, gute Leiter und aufrichtige Freunde zu finden, stammt von unserer innersten Sehnsucht, durch einen Abel-Typ, der Gott näher ist, zu Ihm zu gelangen. Wenn wir uns mit ihm vereinigen, können wir selbst auch näher zu Gott kommen.

Der christliche Glaube lehrt uns, sanft und demütig zu sein. Wenn wir so leben, können wir unseren Abel-Typ finden und einen Weg beschreiten, der uns sicher zu Gott führt. Auf allen Beziehungsebenen — von der individuellen Ebene über die Ebene der Familien, Gesellschaften, Völker und Nationen bis auf die weltweite Ebene — entdecken wir, dass eine Partei die Rolle Abels und eine andere die Rolle Kains spielt. Damit die Gesellschaft auf allen Ebenen zu jenem Zustand, den Gott ursprünglich geplant hat, wiederhergestellt werden kann, sollten jene, die in der Position Kains stehen, diejenigen in der Position Abels respektieren und auf sie hören. Jesus kam als Abel-Typ in die Welt, dem sich alle Menschen hätten unterordnen und ihm nachfolgen sollen. Deshalb sagte er: „Niemand kommt zum Vater außer durch mich.“ (Joh 14,6)

Hätte sich Kain Abel unterworfen und folglich die Wiedergutmachungsbedingung zur Beseitigung der gefallenen Natur in Adams Familie erfüllt, so hätten sie das substanzielle Fundament gelegt. Zusammen mit dem bereits errichteten Glaubensfundament hätte Adams Familie das Fundament für den Messias errichtet. Der Messias wäre dann zu ihr gekommen und hätte die ursprüngliche Vier-Positionen-Grundstruktur errichtet. Stattdessen tötete Kain Abel. Durch den Mord an Abel wiederholte Kain die Sünde des Erzengels. Das heißt, er wiederholte genau den Vorgang, der die wesentlichen Erscheinungsformen der gefallenen Natur ins Leben gerufen hat. Folglich misslang es Adams Familie, das substanzielle Fundament zu legen, und Gottes Vorsehung der Wiederherstellung konnte durch Adams Familie nicht erfüllt werden.

1.3 Das Fundament für den Messias in Adams Familie

Das Fundament für den Messias entsteht dadurch, dass zunächst das Glaubensfundament wiederhergestellt und danach das substanzielle e Fundament errichtet wird. Im Hinblick auf die notwendigen Opfer wird das Glaubensfundament dadurch wiederhergestellt, dass ein annehmbares symbolisches Opfer dargebracht wird, während das substanzielle Fundament durch ein annehmbares substanzielles Opfer errichtet wird. Mit der Bedeutung und dem Zweck des symbolischen Opfers und des substanziellen Opfers wollen wir uns nun näher beschäftigen.

Die Drei Großen Segen, die Gottes Zweck der Schöpfung darstellen, sollten dadurch verwirklicht werden, dass Adam und Eva, nachdem sie individuelle Vollkommenheit erreicht hatten, ein Ehepaar geworden wären. Sie hätten gute Kinder zur Welt bringen, eine gute Familie gründen und über die Schöpfung herrschen sollen. Doch infolge des Falls gingen die Drei Großen Segen verloren. Um sie wiederherzustellen, müssen wir den entgegengesetzten Weg einschlagen. Zunächst müssen wir das Glaubensfundament errichten, indem wir ein symbolisches Opfer darbringen, , das eine Wiedergutmachungsbedingung für die Wiederherstellung aller Dinge und eine Wiedergutmachungsbedingung für die symbolische e Wiederherstellung des Menschen darstellt. Als Nächstes müssen wir das substanzielle Fundament errichten, indem wir ein substanzielles Opfer darbringen, das eine Wiedergutmachungsbedingung für die Wiederherstellung der Kinder und dann der Eltern darstellt. Auf dieser Grundlage können wir das Fundament für den Messias errichten. Die Bedeutung und den Zweck des symbolischen Opfers können wir von zwei Seiten betrachten.

Erstens: Durch seine Herrschaft über die Menschen, die rechtmäßige Herrscher waren, gewann Satan, wie weiter oben beschrieben (vgl. Fall 4.1), auch die Herrschaft über die Schöpfung. Deshalb steht geschrieben: „Die ganze Schöpfung seufzt in Geburtswehen bis zum heutigen Tag.“ (Röm 8,22) Folglich besteht ein Zweck der symbolischen Opferung aller Dinge darin, es den Menschen zu ermöglichen, als tatsächliche Objektpartner vor Gott auf der symbolischen Ebene zu stehen. Damit wird eine Wiedergutmachungsbedingung für die Wiederherstellung der Schöpfung zu ihrer ursprünglichen Beziehung zu Gott erfüllt.

Zweitens: Da die Menschen auf eine Ebene fielen, die niedriger war als alle Dinge der Schöpfung (Jer 17,9), können sie nur mit Hilfe der Dinge der Schöpfung vor Gott treten. Das ergibt sich aus dem Prinzip, aus dem hervorgeht, dass man nur durch das, was Gott näher steht, an Ihn herantreten kann. Der zweite Zweck für die Darbringung eines symbolischen Opfers besteht also darin, eine Wiedergutmachungsbedingung für die symbolische Wiederherstellung der Menschen zu errichten.

Das substanzielle Opfer hingegen ist ein inneres Opfer. Gemäß der Schöpfungsordnung, nach der Gott zuerst alle Dinge und danach die Menschen geschaffen hat, kann dieses innere Opfer für die Wiederherstellung der Menschen nur auf der Grundlage eines annehmbaren symbolischen Opfers dargebracht werden. Nachdem das symbolische Opfer eine Wiedergutmachungsbedingung für die Wiederherstellung aller Dinge sowie für die symbolische Wiederherstellung der Menschen erfüllt, müssen wir ein substanzielles Opfer darbringen, das eine Wiedergutmachungsbedingung erfüllt, um die Menschen völlig wiederherzustellen.

Das substanzielle Opfer ist eine Wiedergutmachungsbedingung zur Beseitigung der gefallenen Natur. Für die tatsächliche Wiederherstellung der Menschen ist dies ganz wesentlich. Das substanzielle Opfer wird durchgeführt, wenn jemand in der Position Kains die Person in der Position Abels ehrt und sie gleichsam als ein Opfer über sich selbst stellt. Dadurch erfüllen beide die Wiedergutmachungsbedingung, um als gute Kinder wiederhergestellt zu werden. Gleichzeitig wird dies auch als Wiedergutmachungsbedingung für die Wiederherstellung ihrer Eltern anerkannt. Auf diese Weise kann das substanzielle Opfer die Erwartung Gottes erfüllen. Wie ist die Wiedergutmachungsbedingung für die Wiederherstellung der Eltern zu verstehen?

Um in Adams Familie das Fundament für den Messias zu errichten, hätte Adam derjenige sein sollen, der das Glaubensfundament errichtete, indem er das symbolische Opfer darbrachte. Wie bereits früher erklärt, konnte Adam das Opfer nicht darbringen. Hätte er es versucht, hätten seine beiden Gebieter, Gott und Satan, darum gestritten — eine Situation, die gegen das Prinzip verstoßen hätte. Darüber hinaus gibt es vom Gesichtspunkt des Gefühls und des Herzens noch einen Grund.

Der gefallene Adam war jener Sünder, der Gott den Kummer und das Leid bereitete, das Tausende von Jahren dauern sollte. Er war nicht würdig, derjenige zu sein, der von Gottes Herz geliebt wird und mit dem Gott hätte direkt zusammenarbeiten können, um die Vorsehung der Wiederherstellung voranzutreiben. Daher erwählte Gott Adams zweiten Sohn Abel anstelle seines Vaters und veranlasste ihn, das symbolische Opfer zu bringen. Abel erfüllte die Wiedergutmachungsbedingung für die Wiederherstellung aller Dinge und für die symbolische Wiederherstellung der Menschen. Hätten daraufhin Kain und Abel ein annehmbares substanzielles Opfer dargebracht und so die Wiedergutmachungsbedingung für die Wiederherstellung der Kinder erfüllt, hätte ihr Vater an dem Sieg dieses substanziellen Fundaments teilgenommen. Folglich hätte Adams Familie das Fundament für den Messias errichtet.

Bevor das substanzielle Opfer dargebracht werden kann, muss die zentrale Person, also diejenige, die geopfert werden soll, bestimmt werden. Es gab zwei Gründe, warum Gott Abel veranlasste, das symbolische Opfer darzubringen: erstens, damit er anstelle Adams das Glaubensfundament errichtete; zweitens, um ihn als Hauptperson für das substanzielle Opfer zu qualifizieren.

Kain war derjenige, der die Wiedergutmachungsbedingung zur Beseitigung der gefallenen Natur erfüllen sollte. Hätte er das verwirklicht, dann hätte damit die ganze Familie Adams die Bedingung erfüllt.

Wie war das möglich? Man kann es mit der Situation der ersten menschlichen Vorfahren vergleichen, die Gott hätten helfen können, Seinen gesamten Willen zu erfüllen, wenn sie Seinem Wort gegenüber gehorsam gewesen wären. Die Situation lässt sich auch mit der des jüdischen Volkes zur Zeit Jesu vergleichen; die Juden hätten Jesus bei seinem Vorhaben helfen können, die gesamte Menschheit zu erlösen, wenn sie an ihn geglaubt hätten. Wenn sich Kain Abel gefügt und die Wiedergutmachungsbedingung zur Beseitigung der gefallenen Natur errichtet hätte, wären beide Kinder so betrachtet worden, als hätten sie gemeinsam die Wiedergutmachungsbedingung erfüllt.

Kain und Abel waren die Nachkommen Adams, die Verkörperung sowohl von Gut als auch von Böse. Hätten sie die Wiedergutmachungsbedingung zur Beseitigung der gefallenen Natur erfüllt und dadurch sich selbst von den Ketten Satans befreit, dann hätte sich auch Adam, ihr Vater, von Satan getrennt und stünde auf dem substanziellen Fundament. Folglich wäre das Fundament für den Messias von der gesamten Familie errichtet worden. Kurz gesagt: Hätten Kain und Abel erfolgreich das symbolische und das substanzielle Opfer dargebracht, wäre die Wiedergutmachungsbedingung für die Wiederherstellung der Eltern erfüllt worden.

Da Abel sein Opfer so darbrachte, dass es für Gott annehmbar war, erfüllte er die Wiedergutmachungsbedingung, um Adams Glaubensfundament wiederherzustellen, und sicherte seine Position als zentrale Person für das substanzielle Fundament. Doch als Kain Abel ermordete, wiederholten sie den Fall, in welchem der Erzengel Eva geistig ermordete. Damit gelang es ihnen nicht, die Wiedergutmachungsbedingung zur Beseitigung der gefallenen Natur zu erfüllen, und sie versäumten es, das substanzielle Opfer darzubringen. Daher konnte weder das substanzielle Fundament noch das Fundament für den Messias errichtet werden. Gottes Vorsehung der Wiederherstellung in Adams Familie konnte nicht erfüllt werden.

1.4 Einige Lehren aus Adams Familie

Erstens: Das Scheitern von Gottes Vorsehung der Wiederherstellung in Adams Familie lehrt uns etwas über Gottes bedingte Prädestination im Hinblick auf die Erfüllung Seines Willens und Seine absolute Beachtung des Teils der menschlichen Verantwortung. Seit Beginn der Schöpfung bestimmte Gott im Voraus, dass Sein Wille nur dann verwirklicht werden kann, wenn sowohl Sein Teil der Verantwortung als auch jener der Menschen erfüllt wird. Gott konnte Kain und Abel keine Anweisungen geben, wie sie ihre Opfer ordnungsgemäß darbringen sollten, denn es war ihr Teil der Verantwortung gewesen, dass Kain sein Opfer mit Abels Hilfe darbringen sollte.

Zweitens: Nachdem Kain Abel getötet hatte, begann Gott ein neues Kapitel Seiner Vorsehung und hob Set in die Position Abels. Das zeigt uns, dass Gott unveränderlich vorherbestimmt hat, dass sich eines Tages Sein Wille erfüllen wird, wenn auch Seine Prädestination hinsichtlich der einzelnen Personen nur bedingt gilt. Gott prädestinierte, dass Abel als Hauptperson des substanziellen Opfers erfolgreich sein sollte, sofern er seinen eigenen Teil der Verantwortung erfüllte. Deshalb bestimmte Gott, als Abel seine Verantwortung nicht wahrnehmen konnte, Set zum Nachfolger und unternahm weitere Anstrengungen, Seinen Willen zu verwirklichen, dessen Erfüllung absolut prädestiniert ist.

Drittens: Mit den Opfern von Kain und Abel lehrt uns Gott, dass gefallene Menschen ständig nach einem Abel-Typ suchen sollen. Wenn wir eine solche Person ehren, ihr gehorchen und nachfolgen, können wir Gottes Willen erfüllen, auch wenn wir nicht jedes Detail von Gottes Vorsehung verstehen.

Wegen des Unglaubens der Menschen musste die Vorsehung, die Gott durch Adams Familie vollenden wollte, immer wieder von vorne begonnen werden. Folglich gilt dieser Weg als Weg der Wiedergutmachung auch für uns, und wir selbst müssen ihn gehen. Die Vorsehung der Wiederherstellung in Adams Familie liefert uns viele wertvolle Hinweise für unser eigenes Glaubensleben.