Abschnitt 2. Die Vorsehung der Wiederherstellung in Noachs Familie
Kain tötete Abel und verhinderte damit, dass die Vorsehung der Wiederherstellung in Adams Familie erfüllt wurde. Trotzdem hatte Gott absolut vorherbestimmt, dass der Zweck der Schöpfung erreicht wird, und Sein Wille blieb unwandelbar. Folglich erwählte Gott auf dem Fundament des loyalen Herzens, das Abel dem Himmel gegenüber zeigte, Set an seiner Stelle. (Gen 4,25) Unter den Nachkommen Sets wählte Gott Noachs Familie aus. Sie sollte an die Stelle von Adams Familie treten und ein neues Kapitel in Seiner Vorsehung beginnen.
Es steht geschrieben, dass Gott die Welt durch die Sintflut richtete: „Ich sehe, das Ende aller Wesen aus Fleisch ist da; denn durch sie ist die Erde voller Gewalttat. Nun will ich sie zugleich mit der Erde verderben.“ (Gen 6,13) Das weist darauf hin, dass Noachs Zeit die Letzten Tage waren. Nach der Sintflut wollte Gott den Zweck der Schöpfung vollenden und den Messias auf dem Fundament, das die Familie Noachs errichten sollte, senden. Aus diesem Grund war die Familie Noachs verantwortlich, die Wiedergutmachungsbedingung zur Wiederherstellung des Glaubensfundaments und danach die Wiedergutmachungsbedingung zur Wiederherstellung des substanziellen Fundaments zu erfüllen. Durch Wiedergutmachung sollten sie das Fundament für den Messias, das in Adams Familie fehlgeschlagen war, wiederherstellen.
2.1 Das Glaubensfundament
2.1.1 Die zentrale Person für das Glaubensfundament
In der Vorsehung der Wiederherstellung in Noachs Familie war Noach die zentrale Person für die Wiederherstellung des Glaubensfundaments. Gott berief Noach zehn Generationen oder 1600 biblische Jahre nach Adam, damit er Seinen Willen, den Er durch Adam hatte verwirklichen wollen, durchführte. Daher segnete Gott Noach mit dem Segen: „Seid fruchtbar und vermehrt euch“ (Gen 9,7), so wie er früher Adam die Drei Großen Segen gegeben hatte (Gen 1,28). In dieser Hinsicht war Noach der zweite Vorvater der Menschheit.
Noach wurde berufen, als „die Erde voller Gewalttat war.“ (Gen 6,11) Hundertzwanzig Jahre lang baute er auf einem Berg, absolut gottergeben, die Arche und ertrug dabei allen Spott und Hohn. Aufgrund dieser Glaubensbedingung konnte Gott das Gericht durch die Sintflut, ausgerichtet auf Noachs Familie, herbeiführen. In dieser Hinsicht war Noach der erste Vater des Glaubens. Obwohl wir im Allgemeinen Abraham als den Vater des Glaubens betrachten, gebührt eigentlich Noach diese Ehre. Wie wir noch sehen werden, wurde wegen der sündigen Handlung seines Sohnes Ham diese Mission des Glaubensvaters von Noach auf Abraham übertragen.
Es wurde ja bereits erklärt, dass Adam das Opfer nicht selbst darbringen konnte, obwohl er die zentrale Person hätte sein sollen, um das Glaubensfundament wiederherzustellen. Noachs Situation war anders. Er wurde von Gott auf dem Fundament berufen, das Abel mit einem loyalen und gläubigen Herzen errichtet hatte, als er ein erfolgreiches symbolisches Opfer darbrachte. Was seine Abstammungslinie angeht, so war Noach ein Nachkomme von Set, der auserwählt worden war, Abel zu ersetzen. Darüber hinaus war Noach in Gottes Augen ein rechtschaffener Mann. (Gen 6,9) Aus diesen Gründen war er geeignet, für das symbolische Opfer verantwortlich zu sein, indem er die Arche baute.
2.1.2 Das Objekt für die Bedingung zur Wiederherstellung des Glaubensfundaments
Das Objekt für die Bedingung, durch die Noach das Glaubensfundament wiederherstellen sollte, war die Arche. Die Arche hatte eine Menge symbolischer Bedeutungen. Bevor Noach als zweiter Vorvater der Menschheit an Adams Stelle treten konnte, musste er eine Wiedergutmachungsbedingung für die Wiederherstellung des Kosmos schaffen, der wegen Adams Fall an Satan verloren gegangen war. Daher sollte das Objekt für die Bedingung, die Noach in annehmbarer Weise darbringen sollte, den neuen Kosmos symbolisieren. Die Arche war dieses Objekt.
Die Arche bestand aus drei Decks, die den Kosmos symbolisierten, der im Laufe der drei Stufen der Wachstumsperiode geschaffen worden war. Die acht Mitglieder der Familie Noachs, welche die Arche betraten, repräsentierten die acht Mitglieder von Adams Familie, die durch Wiedergutmachung wiederhergestellt werden mussten, da Satan in sie eingedrungen war. Folglich symbolisierte die Arche den Kosmos; Noach als Herrscher des Kosmos symbolisierte Gott; die Mitglieder seiner Familie symbolisierten die Menschheit; und die Tiere, die in die Arche gebracht wurden, symbolisierten die gesamte Schöpfung.
Nachdem die Arche fertig war, richtete Gott die Welt 40 Tage lang durch eine Flut. Was sollte diese Flut bezwecken? Entsprechend dem Prinzip der Schöpfung waren die Menschen dazu geschaffen, nur einem einzigen Herrn zu dienen. Da die Menschheit unter Satans Knechtschaft stand, voller Korruption und Ausschweifungen, hätte Gott die Position eines zweiten Herrn einnehmen müssen, um mit ihr eine Beziehung aufnehmen zu können. Das wäre gegen das Prinzip gewesen. Daher brachte Gott durch die Sintflut das Gericht und beseitigte die sündige Menschheit, um mit Noach eine Familie zu errichten, die nur zu Ihm eine Beziehung haben sollte.
Warum wählte Gott für die Sintflut eine Zeitperiode von 40 Tagen? Man kann die Bedeutung der Zeitperiode der 40 Tage von der Bedeutung der Zahlen Zehn und Vier her verstehen. Die Zahl Zehn bedeutet Einheit. (vgl. Perioden 2.4) Gott berief Noach zehn Generationen nach Adam, um durch Wiedergutmachung den Willen Gottes, der durch Adam nicht erfüllt wurde, wiederherzustellen. Dadurch, dass eine Wiedergutmachungsbedingung erfüllt wurde, welche die Zahl Zehn beinhaltete, beabsichtigte Gott, den Verlauf der Geschichte wieder mit Seinem Willen zu vereinen. Da das Ziel der Wiederherstellung darüber hinaus darin besteht, die Vier-Positionen-Grundstruktur zu erfüllen, arbeitete Gott daran, jede der zehn Generationen zu führen, indem er eine Wiedergutmachungsperiode festlegte, um die Zahl Vier wiederherzustellen. Somit war die Zeit von Adam bis Noach eine Wiedergutmachungsperiode, in der die Zahl 40 wiederhergestellt werden sollte. Wegen der Ausschweifungen der Menschen jener Tage wurde die Wiedergutmachungsperiode der Zahl 40 jedoch von Satan entweiht. Die Vorsehung mit der Arche Noachs war Gottes erneuter Versuch, die Vier-Positionen-Grundstruktur zu errichten. Daher führte Gott das Gericht durch die 40-tägige Sintflut als Wiedergutmachungsperiode zur Wiederherstellung der Zahl 40 durch, welche entweiht worden war, als die vorangegangene Periode an Satan verloren ging. Durch die Erfüllung dieser zahlenmäßigen Wiedergutmachungsperiode wollte Gott das Glaubensfundament wiederherstellen.
Die Zahl 40 wurde auf diese Weise charakteristisch für die Vorsehung der Trennung von Satan. Diese Vorsehung ist notwendig für die Wiederherstellung des Glaubensfundaments. Dafür gibt es viele Beispiele: 40 Tage Sintflut zur Zeit Noachs; 400 Jahre von Noach bis Abraham; 400 Jahre Sklaverei der Israeliten in Ägypten; Mose fastete zweimal 40 Tage; 40 Tage der Erkundung von Kanaan; 40 Jahre Wüstenwanderung; die Könige Saul, David und Salomo regierten jeweils 40 Jahre; Elija fastete 40 Tage; Jona prophezeite den Untergang von Ninive innerhalb von 40 Tagen; Jesus fastete und betete 40 Tage in der Wüste; und die 40 Tage von der Auferstehung Jesu bis zu seiner Himmelfahrt.
In der Bibel lesen wir, dass am Ende der 40-tägigen Regenzeit Noach einen Raben und eine Taube aus der Arche fliegen ließ. (Gen 8,6-8) Wir wollen untersuchen, welche zukünftigen Ereignisse der Vorhersehung hier ihre Schatten vorauswarfen, wie geschrieben steht: „Nichts tut Gott, der Herr, ohne dass er seinen Knechten, den Propheten, zuvor seinen Ratschluss offenbart hat.“ (Am 3,7) Durch den Bau der Arche und durch die 40-tägige Sintflut erfüllte Noach eine Wiedergutmachungsbedingung für die Wiederherstellung des Kosmos.
Die Flut entspricht dem Chaos vor der Erschaffung des Universums, „als Gottes Geist über dem Wasser schwebte.“ (Gen 1,2) Daher symbolisiert alles, was Gott nach der 40-tägigen Sintflut rund um die Arche durchführte, den gesamten Verlauf der Geschichte nach der Erschaffung von Himmel und Erde.
Was wurde angezeigt, als Noach den Raben aussandte, der umherflog und einen Platz suchte, auf dem er sich niederlassen konnte, bis das Wasser abgeflossen war (Gen 8,6-7)?
Dieses Ereignis deutete an, dass Satan einen Anlass suchte, der es ihm ermöglichte, in Noachs Familie einzudringen, so wie der Erzengel kurz nach der Erschaffung der Menschen um Evas Liebe eiferte, und so wie Satan an der Tür lauerte und nach einer Möglichkeit suchte, in die Opfer von Kain und Abel einzudringen. (Gen 4,7)
Was wurde angekündigt, als Noach dreimal die Taube aussandte?
Wenn auch in der Bibel geschrieben steht, dass Noach die Taube aussandte, um festzustellen, ob sich das Wasser verlaufen hatte, war das doch nicht der einzige Zweck. Sicherlich hätte Noach selbst aus der Öffnung, von der er die Taube losschickte, hinausschauen und die Lage überprüfen können. Das Aussenden der Taube hatte eine tiefere Bedeutung, die mit Gottes geheimnisvollem Willen in Zusammenhang steht.
Gott verkündete durch Noach das Gericht durch die Sintflut und sieben Tage später begann die Flut. (Gen 7,10) 40 Tage später wurde die Taube zum ersten Mal ausgesandt. Sie flog umher und kehrte dann zur Arche zurück, denn sie fand keinen Platz, auf dem sie sich hätte niederlassen können, und Noach nahm sie wieder in die Arche zurück. (Gen 8,9) Als die Taube zum ersten Mal ausgeschickt wurde, versinnbildlichte sie den ersten Adam.
Gott schuf Adam in der Hoffnung, dass Sein Schöpfungsideal, das Er als Wunsch schon immer in sich getragen hatte, in Adam als der vollkommenen Inkarnation des göttlichen Ideals auf Erden verwirklicht würde. Doch weil Adam fiel, konnte Gott durch ihn Sein Ideal auf Erden nicht verwirklichen. Daher musste Gott die Verwirklichung Seines Ideals vorübergehend aussetzen und dessen Erfüllung auf einen späteren Zeitpunkt verschieben.
Sieben Tage später sandte Noach die Taube zum zweiten Mal aus. Doch das Wasser hatte sich noch immer nicht verlaufen und die Taube kehrte wieder zurück. Dieses Mal trug sie einen Olivenzweig im Schnabel. Damit sollte gezeigt werden, dass es für sie beim nächsten Mal einen Landeplatz geben würde. (Gen 8,10-11) Als die Taube zum zweiten Mal ausgesandt wurde, symbolisierte sie Jesus, den zweiten Adam.
Sein Kommen sollte Gottes zweiten Versuch darstellen, die vollkommene Inkarnation des göttlichen Ideals auf Erden zu verwirklichen. Diese Verse kündigten an, dass Jesus keinen Platz finden würde, „wo er sein Haupt hinlegen kann“ (Lk 9,58), falls das auserwählte Volk bei seinem Kommen nicht an ihn glauben würde; folglich würde es nicht möglich sein, Gottes Willen vollständig auf Erden zu verwirklichen. In dieser Situation müsste Jesus gekreuzigt werden und mit dem Versprechen, dass er wiederkommt, in den Schoß Gottes zurückkehren.
Die Taube kehrte zur Arche zurück, weil das Wasser noch nicht abgeflossen war. Wenn hingegen die Mehrzahl des jüdischen Volkes Jesus gläubig nachgefolgt wäre, hätte er einen sicheren Platz gehabt, um unter ihnen auftreten zu können. Er wäre nicht gekreuzigt worden, sondern hätte das Reich Gottes auf Erden errichtet.
Nachdem weitere sieben Tage verstrichen waren, sandte Noach die Taube zum dritten Mal aus.
Dieses Mal kehrte die Taube nicht zur Arche zurück, denn die Erde war trocken. (Gen 8,12) Als die Taube zum dritten Mal ausgesandt wurde, symbolisierte sie Christus bei seiner Wiederkunft, der dann als dritter Adam kommen soll. Das kündigt an, dass Christus, wenn er wiederkommt, bestimmt fähig sein wird, Gottes Schöpfungsideal zu verwirklichen, das dann für immer auf der Erde Bestand haben wird. Als die Taube nicht zurückkehrte, ging Noach schließlich von Bord der Arche und betrat die Erde, die von der Sünde gereinigt und erneuert war. Das kündigt an, dass das neue Jerusalem vom Himmel herabkommen und die Wohnung Gottes unter den Menschen (Offb 21,1-3) sein wird, wenn das Schöpfungsideal auf Erden durch das Wirken des dritten Adam verwirklicht ist.
Die Vorankündigungen in dieser Schilderung müssen im Licht des Prinzips gesehen werden, das in den vorangegangenen Abschnitten erklärt worden ist: Gottes Vorsehung der Wiederherstellung kann verlängert werden, wenn die Person, die mit der Vorsehung betraut ist, in ihrer Verantwortung versagt. (vgl. Prädestination 2) Weil Adam keinen Glauben zeigte und versagte, seine Verantwortung zu erfüllen, musste Jesus als zweiter Adam kommen. Falls überdies das jüdische Volk nicht an Jesus glauben und versagen würde, seine Verantwortung zu erfüllen, müsste Christus mit Sicherheit als dritter Adam wiederkommen.
Und wie die Erschaffung von Himmel und Erde eine Sieben-Tage-Periode benötigte, so zeigen uns die Intervalle von sieben Tagen bei der Aussendung der Taube, dass für die Wiederherstellung von Himmel und Erde eine bestimmte Zeitperiode in der Vorsehung erforderlich ist.
2.2 Das Substanzielle Fundament
Noach stellte durch Wiedergutmachung erfolgreich das Glaubensfundament wieder her, indem er die Arche baute und damit Gott ein annehmbares Opfer darbrachte. Dadurch erfüllte Noach sowohl die Wiedergutmachungsbedingung für die Wiederherstellung aller Dinge als auch die Wiedergutmachungsbedingung für die symbolische Wiederherstellung des Menschen. Auf diesem Fundament hätten Sem und Ham, die Söhne Noachs, jeweils in den Positionen von Kain und Abel stehen sollen. Hätten sie danach erfolgreich ein substanzielles Opfer dargebracht, indem sie die Wiedergutmachungsbedingung zur Beseitigung der gefallenen Natur erfüllten, hätten sie das substanzielle Fundament errichtet.
Damit Noachs Familie ein annehmbares substanzielles Opfer darbringen konnte, sollte Ham, der zweiter Sohn Noachs, die Position Abels, des zweiten Sohnes Adams, wiederherstellen. Er sollte die zentrale Person des substanziellen Opfers werden, so wie Abel die zentrale Person des substanziellen Opfers seiner Familie war. In Adams Familie hatte Abel erfolgreich das symbolische Opfer anstelle von Adam dargebracht, um durch Wiedergutmachung das Glaubensfundament wiederherzustellen und sich als zentrale Person für das substanzielle Opfer zu qualifizieren. Im Falle von Noachs Familie war es Noach, nicht Ham, der das symbolische Opfer darbrachte. Damit nun Ham in der Position Abels stehen konnte, als einer, der erfolgreich das symbolische Opfer dargebracht hatte, musste er mit seinem Vater Noach untrennbar im Herzen eins werden.
Wir wollen nun untersuchen, wie Gott wirkte, um Ham zu helfen, mit Noach im Herzen eins zu werden.
Die Bibel berichtet, dass Ham seinen Vater nackt im Zelt liegen sah. Ham schämte sich für seinen Vater und nahm Anstoß an ihm. Ham entfachte dieselben Gefühle bei seinen Brüdern Sem und Jafet. Beinflusst von Ham, schämten sie sich, weil ihr Vater nackt war. Sie wandten ihre Gesichter ab, um ihn nicht sehen zu müssen, näherten sich ihm rückwärts gehend und bedeckten den Körper ihres Vaters mit einem Überwurf. Diese Handlung war eine Sünde, und zwar in einem derartigen Ausmaß, dass Noach Ham danach scharf tadelte und seinen Sohn dazu verdammte, Sklave seiner Brüder zu sein. (Gen 9,20-25)
Warum führte Gott diese Vorsehung durch? Wieso war es eine große Sünde, Schamgefühle angesichts von Noahs Nacktheit zu hegen?
Um diese Sachlage zu verstehen, müssen wir uns ins Gedächtnis rufen, wodurch die Sünde entstanden war. (vg. Fall 4.5) Satan kann seine Macht und Stärke, einschließlich der Kraft für seine eigene Existenz und Handlungen, erst dann umsetzen, wenn er zunächst einen Objektpartner findet, mit dem er eine gemeinsame Basis bilden und in eine gegenseitige Beziehung des Gebens und Empfangens treten kann. Wann immer eine Person eine Bedingung erfüllt, die es Satan ermöglicht, in sie einzudringen, bedeutet das, dass sie es selbst gestattet, Satans Objektpartner zu werden, und dadurch Satan zum Handeln ermächtigt. Das begründet die Sünde.
Als Nächstes wollen wir untersuchen, warum Gott Ham dadurch prüfte, dass Er ihn den nackten Vater ansehen ließ. Wir haben gesehen, dass die Arche den Kosmos symbolisierte und die Ereignisse unmittelbar nach dem Bau der Arche jene repräsentierten, die sich unmittelbar nach der Erschaffung des Kosmos zugetragen haben. Daher entsprach Noachs Position unmittelbar nach der Sintflut genau jener, die Adam nach der Schöpfung innehatte.
Vor dem Fall standen Adam und Eva in einer engen Herzensbeziehung zueinander und lebten sich selbst und Gott gegenüber in einer unschuldigen Offenheit. Wie die Bibel berichtet, haben sie sich ihrer Nacktheit nicht geschämt. (Gen 2,25) Doch nach dem Sündenfall schämten sie sich, weil sie nackt waren. Sie bedeckten ihre unteren Teile mit Feigenblättern und versteckten sich unter den Bäumen im Garten, denn sie fürchteten, dass Gott sie sehen könnte. (Gen 3,7-8) Dieses Schamgefühl war ein Zeichen ihrer inneren Situation, denn sie hatten mit ihren Sexualorganen eine Sünde begangen und waren dadurch mit Satan in eine Blutsbeziehung getreten. Das Bedecken ihrer unteren Teile war ein Ausdruck ihres schlechten Gewissens. Sie schämten sich, vor Gott hinzutreten.
Noach hatte seine Bindung an Satan durch das Gericht der 40-tägigen Sintflut gelöst und sollte nun die Position, die Adam unmittelbar nach der Erschaffung des Universums innehatte, einnehmen. Gott erwartete, dass die Mitglieder von Noachs Familie auf die Nacktheit Noachs ohne Schamgefühle und ohne das Empfinden, seinen Körper bedecken zu wollen, reagieren würden. Gott wollte beim Anblick der Unschuld von Noachs Familie wieder von neuem die Freude im Herzen spüren, die er empfunden hatte, als er Adam und Eva in ihrer Unschuld vor dem Fall betrachtete. Aus diesem Grund veranlasste Gott Noach, sich nackt hinzulegen. Wäre Ham mit Noach im Herzen eins gewesen und hätte er ihn mit dem Herzen Gottes und von Seinem Standpunkt aus betrachtet, dann hätte er bei der Betrachtung seines nackten Vaters kein Schamgefühl empfunden. Folglich hätte er die Wiedergutmachungsbedingung für die Wiederherstellung jenes Zustandes der Unschuld in Noachs Familie erfüllt, den Adam und Eva vor dem Fall innehatten.
Als sich Noachs Söhne wegen ihres nackten Vaters schämten und seinen Körper bedeckten, bewiesen sie damit, wie wir nun verstehen können, dass sie, wie Adams Familie nach dem Fall, durch eine schändliche Beziehung mit Satan belastet und dadurch unwürdig waren, vor Gott hinzutreten. Ähnlich dem Raben, der über dem Wasser umherflog, suchte Satan nach einer Bedingung, um in Noachs Familie einzudringen. Er griff die Familie an, indem er sich der Söhne Noachs als Objektpartner bemächtigte; denn durch ihr Verhalten zeigten sie, dass sie aus seiner Abstammungslinie kamen.
Als Ham sich wegen seines nackten Vaters schämte und veranlasste, ihn zu bedecken, schaffte er damit eine Bedingung, die es Satan ermöglichte einzudringen; folglich waren seine Gefühle und seine Handlung Sünde. Daher war es Ham nicht möglich, die Position Abels durch Wiedergutmachung wiederherzustellen, von der aus er ein substanzielles Opfer hätte darbringen können. Da er so das substanzielle Fundament nicht errichten konnte, scheiterte die Vorsehung der Wiederherstellung in Noachs Familie.
Ist es immer sündhaft, beim Anblick eines nackten Körpers Scham zu empfinden? Nein. In Bezug auf Noach war es jedoch etwas Besonderes. Noach, der in der Position Adams stand, hatte die Aufgabe, alle Bedingungen Adams zu beseitigen, die ihn für Satans Angriffe verwundbar machten. Hätten die Familienmitglieder gezeigt, dass sie sich wegen des nackten Noach weder schämten noch das Gefühl hatten, ihn bedecken zu müssen, so hätte Noachs Familie die Wiedergutmachungsbedingung erfüllt, die notwendig war, um die Position von Adams Familie in ihren ursprünglichen, unschuldigen Zustand wiederherzustellen, bevor sie sich mit Satan in einer Blutsverwandtschaft verbunden hatte. Es war also eine Wiedergutmachungsbedingung, die nur Noachs Familie erfüllen musste.
2.3 Einige Lehren aus Noachs Familie
Es ist nicht leicht zu verstehen, wie Noach den Bau der Arche auf einem Berg nach 120 Jahren vollenden konnte, während er harscher Kritik und spöttischem Gelächter ausgesetzt war. Ham wusste sehr wohl, dass seine Familie durch die Anstrengungen seines Vaters gerettet worden war. In Anbetracht dieser Umstände hätte Ham Noach so sehr respektieren sollen, dass er seine persönliche Abneigung gegen Noachs Nacktheit hätte überwinden und dafür Verständnis aufbringen können. Doch anstatt Noach, der dem Himmel gegenüber gerechtfertigt war, zu vertrauen, kritisierte Ham ihn von einem egozentrischen Standpunkt aus und zeigte seine Abneigung durch seine Handlungen. Mit seiner respektlosen Handlung bewirkte er, dass Gottes langes Bemühen, Seine Vorsehung mit Noachs Familie nach 1600 Jahren und nach der 40-tägigen Sintflut zum Ziel zu führen, zunichte gemacht wurde. Auch wir brauche en Demut, Gehorsam und Geduld, um den Weg zum Himmel zu gehen.
Als Nächstes lehrt uns die Vorsehung in Noachs Familie etwas über Gottes bedingte Prädestination im Hinblick auf die Erfüllung Seines Willens und Seine Achtung vor dem Anteil der menschlichen Verantwortung. Gott fand Noachs Familie nach 1600 Jahren Vorbereitung. Während der 120 Jahre, in denen Noach die Arche baute, zeigte ihm Gott den Weg und führte seine Familie, selbst wenn dafür die anderen Menschen in den Fluten umkommen mussten. In der Vorsehung der Wiederherstellung hatte Er die Familie innig geliebt. Doch als Ham seinen scheinbar kleinen Fehler machte, der es Satan erlaubte, in die Familie einzudringen, wurde Sein gesamter Wille, der auf Noachs Familie ausgerichtet war, zunichte gemacht.
Schließlich lehrt uns die Vorsehung in Noachs Familie etwas über Gottes bedingte Prädestionation der Menschen. Gott hatte sich lange intensiv bemüht, Noach zu finden und zum Glaubensvater zu machen. Gott bereitete es großen Kummer, dass Noachs Familie ihre Verantwortung nicht erfüllen konnte. Obwohl es Gott Leid tat, zögerte Er nicht, Noach aufzugeben und an seiner Stelle Abraham zu erwählen.