Studium und Praxis des Prinzips
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Abschnitt 4. Ursprünglicher Wert

4.1 Vorgang und Norm der Bestimmung des Ursprünglichen Wertes

Wie wird der ursprüngliche Wert einer Wesenheit bestimmt? Der Wert einer Wesenheit kann in der Beziehung zwischen ihrem Existenzzweck und dem Verlangen, das ein Mensch auf ihn richtet, bestimmt werden. Genauer gesagt: Der Wert einer Wesenheit ist im Moment ihrer Schöpfung nicht als ein ihr innewohnendes Attribut festgeschrieben. Er entsteht vielmehr aufgrund einer wechselseitigen Beziehung. Diese Beziehung bildet sich zwischen dem Zweck, dem diese Wesenheit in Gottes Schöpfungsideal entspricht, und dem ursprünglichen Verlangen des Menschen, sich an ihr zu erfreuen und ihren wahren Wert hervorzubringen. Die Wesenheit erhält ihren wahren Wert, wenn sie als Objektpartner Teil einer auf Gott bezogenen Vier-Positionen-Grundstruktur wird, indem sie mit einer Person durch Geben und Empfangen verbunden und als neue Einheit zum dritten Objektpartner Gottes wird.

Woraus ergibt sich die Norm, nach der der ursprüngliche Wert einer Wesenheit bestimmt wird? Da der ursprüngliche Wert über die Einbeziehung in eine Vier-Positionen-Grundstruktur gefunden wird und da Gott im Mittelpunkt dieser Vier-Positionen-Grundstruktur steht, legt Gott die Norm für die Wesenheit fest. Weil Gott absolut ist, muss auch der ursprüngliche Wert eines Objektpartners absolut sein, der in Beziehung zu dem von Gott gesetzten Standard bestimmt wird.

Betrachten wir eine Rose. Wie wird ihre ursprüngliche Schönheit bestimmt? Sie wird bestimmt, indem der Schöpfungszweck Gottes für diese Blume und das gottgegebene menschliche Verlangen, sich an dieser Blume zu erfreuen und ihre Schönheit zu erleben, in Einheit Erfüllung finden. Anders ausgedrückt, empfindet ein ideales Individuum große Freude, wenn sein Verlangen nach Schönheit durch die Gefühlsstimulation befriedigt wird, die es von der Blume erfährt. In diesem Moment drückt die Blume ihre ursprüngliche Schönheit aus. Die Schönheit einer Blume wird absolut, wenn deren innewohnender Zweck — einem Subjektpartner Freude zu bereiten — erfüllt ist. Das menschliche Verlangen, sich an der Schönheit einer Blume zu erfreuen, ist ein Beispiel des menschlichen Verlangens nach Erleben des eigenen Wesens und der eigenen Gestalt durch einen Objektpartner. In dem Moment, in welchem sich der Existenzzweck einer Blume und das menschliche Verlangen nach Darstellung ihres Wertes erfüllen, verbinden sich Subjekt- und Objektpartner zu einer harmonischen Einheit.

Eine Wesenheit erfährt ihren wahren Wert, wenn sie und ein Mensch als ihr Subjektpartner eine harmonische Einheit formen und als solche den dritten Objektpartner für Gott in einer Vier-Positionen-Grundstruktur bilden. Durch diesen Prozess wird der wahre Wert einer jeden Wesenheit absolut festgelegt. Das geschieht auf der Grundlage ihrer Beziehung mit der absoluten, von Gott festgesetzten Wertnorm. Bisher konnte der Wert eines Objektpartners niemals als absolut gelten; er musste relativ bleiben, weil seine Beziehung mit gefallenen Menschen sich nicht in Gottes Schöpfungsideal gründete, sondern in satanischen Zwecken und Verlangen.

4.2 Emotion, Intellekt und Wille sowie Schönheit, Wahrheit und das Gute in ihrer ursprünglichen Form

Der menschliche Geist hat drei Fähigkeiten: Emotion, Intellekt und Wille. Der menschliche Körper handelt in Erwiderung auf die Anordnungen des Geistes. Wenn der Körper auf Emotion, Intellekt und Willen des Geistes erwidert, agiert er mit dem Ziel, die entsprechenden Werte der Schönheit, der Wahrheit und des Guten umzusetzen. Gott ist Subjektpartner des menschlichen Geistes; daher ist Er auch der Subjektpartner seiner Emotion, seines Intellekts und seines Willens. Im Streben nach Verwirklichung seines ursprünglichen Wertes erwidert ein Individuum in seinem Geist auf die ursprüngliche Emotion, den Intellekt und den Willen Gottes und veranlasst den Körper zur entsprechenden Handlung. Damit verwirklicht es die Werte der Schönheit, der Wahrheit und des Guten in ihrer ursprünglichen Form.

4.3 Liebe und Schönheit, Gut und Böse, Rechtschaffenheit und Sündhaftigkeit

4.3.1 Liebe und Schönheit

Wenn zwei Wesenheiten als getrennte Erscheinungsformen der polaren Merkmale Gottes eine gemeinsame Grundlage bilden und sich zu einem dritten Objektpartner Gottes in einer Vier-Positionen-Grundstruktur verbinden möchten, werden sie den Vorgang des Gebens und Empfangens aufnehmen. Die in Umsetzung dieses Prozesses vom Subjektpartner an den Objektpartner gegebene Kraft nennen wir Liebe; die vom Objektpartner an den Subjektpartner erwiderte Kraft nennen wir Schönheit. Die Kraft der Liebe zeigt sich aktiv, die Anregung der Schönheit übt passive Kraft aus.

In der Beziehung zwischen Gott und Mensch gibt Gott als Subjektpartner Liebe, während der Mensch als Objektpartner Schönheit zurückstrahlt. In der Beziehung zwischen Mann und Frau wirkt der Mann als Subjektpartner und gibt Liebe, während die Frau als Objektpartner in Schönheit erwidert. Auf das Universum angewandt, treten Menschen als Subjektpartner auf, die der Schöpfung Liebe entgegenbringen, während die Schöpfung durch Schönheit antwortet. Doch in einer völlig harmonischen Einheit von Subjekt- und Objektpartner entdecken wir Liebe in der Schönheit und Schönheit in der Liebe. Das ist so, weil in der Harmonie einer kreisförmigen Bewegung von Subjekt- und Objektpartner die Rollen austauschbar sind: Der Subjektpartner handelt als Objektpartner und der Objektpartner als Subjektpartner. In zwischenmenschlichen Beziehungen bezeichnen wir die Schönheit, die von einer Person in einer Juniorenposition als Erwiderung auf die Liebe einer Person in einer Seniorenposition ausgeht, als Loyalität, und die Schönheit, mit der Kinder auf die Liebe der Eltern erwidern, als kindliche Ehrerbietung. Eine Ehefrau erwidert ihrem Mann auf seine Liebe mit ehelicher Treue und umgekehrt. Der Zweck von Liebe und Schönheit liegt darin, zwei einzigartige, selbständige Wesenheiten — beide aus Gott geschaffen — in die Lage zu versetzen, eine Vier-Positionen-Grundstruktur zu errichten und den Zweck der Schöpfung zu verwirklichen. Indem sie Liebe und Schönheit miteinander teilen, verbinden sie sich in harmonischer Einheit und werden Gottes dritter Objektpartner.

Untersuchen wir nun die Liebe Gottes. Hätten Adam und Eva Vollkommenheit erreicht und wären jeweils als substanzieller Objektpartner Gottes einem Seiner polaren Wesenszüge ähnlich geworden, so wären sie zur Einheit von Mann und Frau verschmolzen und hätten Kinder in einer göttlichen Familie großgezogen. In diesem Prozess hätten sie drei Arten ursprünglicher Liebe mit ihren drei Objektpartnern erlebt: elterliche Liebe, eheliche Liebe und kindliche Liebe (Liebe des ersten, des zweiten und des dritten Objektpartners). Nur unter diesen Umständen hätten sie den Zweck der Drei Objektpartner erfüllt und die Vier-Positionen-Grundstruktur etabliert. Das hätte die Erfüllung ihres Schöpfungszwecks bedeutet. Gottes Liebe ist im Hinblick auf all die Formen, in denen Liebe in der Vier-Positionen-Grundstruktur fließt, Subjekt. Das heißt, Gottes Liebe zeigt sich in den drei Arten der Liebe der Objektpartner. Gottes Liebe ist die zugrunde liegende Kraft, die der Vier-Positionen-Grundstruktur Leben einhaucht. Dementsprechend ist die Vier-Positionen-Grundstruktur ein Gefäß vollendeter Schönheit, das es uns ermöglicht, die Fülle der Liebe Gottes zu empfangen und zu genießen. Sie ist auch der Ursprung vollkommener Freude und die Quelle des Guten. Auf dieser Grundlage wird der Zweck der Schöpfung erfüllt.

4.3.2 Gut und Böse

Eine Handlung oder deren Resultat wird als gut betrachtet, wenn sie Gottes Schöpfungszweck erfüllt. Dies geschieht, wenn ein Subjektund ein Objektpartner sich durch harmonisches Geben und Empfangen in Liebe und Schönheit vereinigen, dritter Objektpartner Gottes werden und somit die Vier-Positionen-Grundstruktur formen. Demgegenüber wird ein Akt oder sein Resultat als böse bezeichnet, wenn er Gottes Schöpfungszweck zuwiderläuft, indem eine Vier-Positionen-Grundstruktur unter Satans Herrschaft errichtet wird.

Erfüllt beispielsweise ein Individuum Gottes ersten Segen und damit seinen wahren Zweck, sind die diesem Ziel dienenden Handlungen gut und das Individuum wird als gut betrachtet. Diese Handlungen umfassen das frei fließende Geben und Empfangen von Liebe und Schönheit zwischen Geist und Körper, wodurch sie sich in Übereinstimmung mit dem Willen Gottes vereinigen und die individuelle Vier-Positionen-Grundstruktur verwirklichen. Erfüllen Adam und Eva den Zweck Gottes im zweiten Segen, indem sie eine Familie gründen, sind ihre Handlungen gut und ihre Familie ist auch gut. Diese Handlungen beinhalten die Vereinigung als Paar nach dem Willen Gottes durch harmonischen und hingebungsvollen Austausch von Liebe und Schönheit. Dadurch schenken sie Kindern das Leben, erziehen sie und erfüllen die Vier-Positionen-Grundstruktur auf der Familienebene. Wenn dann eine vollkommene Person den dritten Segen erfüllt, sind ihre auf dieses Ziel gerichteten Handlungen gut. Indem ein Individuum mit der Schöpfung als seinem zweiten Selbst in Beziehung tritt und mit ihr völlig eins wird, entsteht eine Einheit, die Gottes dritter Objektpartner wird und damit die Vier-Positionen-Struktur der Herrschaft darstellt. Wenn aber im umgekehrten Fall ein Einzelner unter satanischer Abhängigkeit eine Vier-Positionen-Struktur errichtet und einen Zweck erfüllt, der Gottes drei Segen zuwiderläuft, dann gelten diese Handlung und ihr Resultat als böse.

4.3.3 Rechtschaffenheit und Sündhaftigkeit

Unter Rechtschaffenheit verstehen wir die Qualität eines Individuums, die es dazu veranlasst, nach dem Guten zu streben und dessen Zweck zu fördern. Als Sündhaftigkeit betrachten wir die Qualität in einer Person, die sie veranlasst, nach dem Bösen zu trachten und einem satanischen Zweck zu dienen. Ein rechtschaffenes Leben ist die unerlässliche, absolute Voraussetzung dafür, das Gute zu verwirklichen.