Das Prinzip der Schöpfung
Das Prinzip der Schöpfung
Polare Wesenszüge Gottes und des geschaffenen Universums
- Wie können wir das göttliche Wesen des unsichtbaren Gottes erfassen?
- Eine Möglichkeit, wie der Mensch das Göttliche besser verstehen kann, bietet das Studium des von Gott geschaffenen Universums.
- Wie wir aus der Betrachtung eines Kunstwerks Rückschlüsse auf den Charakter des Künstlers ziehen, so können wir aus der Betrachtung der mannigfaltigen Dinge der Schöpfung Erkenntnisse über das Wesen Gottes gewinnen.
- Jede Wesenheit weist polare Wesenszüge von Yang (Maskulinität) und Yin (Femininität) auf und zeigt sich nur dann in substanzieller Realität, wenn diese polaren Wesenszüge wechselseitige Beziehungen aufnehmen,
- sowohl innerhalb einer Wesenheit als auch zwischen ihr und anderen Wesenheiten.
- Jede Wesenheit hat äußere Form und innere Qualität.
- Die sichtbare äußere Form ist der unsichtbaren inneren Qualität ähnlich.
- Die innere Qualität, obgleich unsichtbar, besitzt eine bestimmte Struktur, die sich in der spezifischen äußeren Form sichtbar manifestiert. Wir bezeichnen diese Qualität mit dem Terminus Sông Sang (inneres Wesen) und die Form mit Hyông Sang (äußere Gestalt).
- Insofern Wesen und Gestalt sich auf übereinstimmende innere und äußere Aspekte der gleichen Wesenheit beziehen, darf die Gestalt auch als zweites Wesen verstanden werden. Dementsprechend bilden Wesen und Gestalt gemeinsam polare Wesenszüge.
- Wir gehen noch einen Schritt weiter und suchen nun die Erste Ursache, welche die Energie, aus der alle Teilchen bestehen, mit ihren Aspekten von Sông Sang und Hyông Sang hervorgebracht hat. Diese Wesenheit kann als Erste Ursache all der im Universum zu beobachtenden Myriaden von Wesenheiten gelten.
- Diese Erste Ursache des Universums nennen wir Gott. Gottes Sông Sang und Gottes Hyông Sang bezeichnen wir als ursprüngliches Wesen und ursprüngliche Gestalt.
- Es ist nur natürlich anzunehmen, dass Gott, als Erster Ursprung aller Wesenheiten, auch auf der Grundlage der wechselseitigen Beziehung zwischen Seinen polaren Wesenszügen von Yang und Yin existiert.
- In welcher Beziehung stehen die polaren Wesenszüge von Sông Sang und Hyông Sang zu den polaren Wesenszügen von Yang und Yin?
- Gottes ursprüngliches Wesen und ursprüngliche Gestalt beinhalten die wechselseitige Beziehung des ursprünglichen Yang und des ursprünglichen Yin.
- Daher sind das ursprüngliche Yang und das ursprüngliche Yin Attribute des ursprünglichen Sông Sang und des ursprünglichen Hyông Sang.
- Die Beziehung zwischen Gott und dem Universum können wir wie folgt zusammenfassen:
- Das Universum in seiner Gesamtheit ist substanzieller Objektpartner Gottes.
- Das Universum ist aus zahllosen, einzigartigen Manifestationen der polaren Wesenszüge Gottes gebildet, von denen jede nach Maßgabe des Schöpfungsprinzips entweder auf der Ebene eines Abbilds oder eines Symbols ein individueller Ausdruck der Wahrheit ist.
Universale Ursprungsenergie, Vorgang des Gebens und Empfangens und die Vier-Positionen-Grundstruktur
- Gott, der Schöpfer aller Dinge, ist die absolute Realität — ewig, selbsterhaltend und Zeit und Raum transzendierend.
- Die grundlegende Energie Gottes ist ebenso ewig, selbsterhaltend und absolut.
- Sie ist Ursprung aller Energien und Kräfte, welche die Existenz geschaffener Wesen ermöglichen.
- Diese grundlegende Energie bezeichnen wir als Universale Ursprungsenergie.
- Durch die Wirkkraft der Universalen Ursprungsenergie bilden die Subjekt- und Objektelemente jeder Wesenheit eine gemeinsame Grundlage und treten zueinander in Wechselbeziehung.
- Diese Wechselbeziehung erzeugt wiederum alle Kräfte, die für Existenz, Vermehrung und Aktivitäten der Wesenheit erforderlich sind.
- Die Wechselbeziehung erzeugt diese Kräfte in einem Prozess, der Vorgang des Gebens und Empfangens genannt wird.
- Der Prozess — in dessen Verlauf sich aus Gott, dem Ursprung, zwei getrennte Wesenheiten bilden,
- die erneut zur Einheit zusammengeführt werden —
- wird als Ursprung-Teilung-Einheit bezeichnet.
- Wenn jeder der vier abwechselnd als Subjektpartner agiert und mit den drei anderen, um ihn kreisenden Partnern ein Geben und Empfangen ausführt, wird der Zweck der Drei Objektpartner verwirklicht.
- Wenn die durch Ursprung-Teilung-Einheit
- aus dem Ursprung hervorgegangenen Komponenten Ursprung, Subjektpartner, Objektpartner und Einheit den Zweck der Drei Objekte erfüllen,
- wird die Vier-Positionen-Grundstruktur verwirklicht.
- Die Vier-Positionen-Grundstruktur ist die Basis der Zahl Vier. Sie ist auch die Basis der Zahl Drei.
- Die Vier-Positionen-Grundstruktur wird durch Gott, Ehemann, Ehefrau und deren Kinder verwirklicht; sie erfüllen die drei Stufen des Vorgangs von Ursprung-Teilung-Einheit. Daher bildet die Vier-Positionen-Grundstruktur die Basis des Prinzips der drei Stufen.
- Jede der vier Positionen in einer Vier-Positionen-Grundstruktur bindet drei Objektpartner an sich in der Umsetzung des Zwecks der Drei Objektpartner. Insgesamt gibt es 12 Objektpartner; daher ist die Vier-Positionen-Grundstruktur auch die Basis der Zahl 12.
- Die Vier-Positionen-Grundstruktur ist das elementare Fundament des Guten. In ihr wird Gottes Zweck der Schöpfung Wirklichkeit.
- Sie ist das erste Fundament für das Leben aller Wesen, indem sie alle Kräfte für deren Existenz garantiert und es Gott ermöglicht, in den Wesen zu leben.
- Daher ist die Vier-Positionen-Grundstruktur Gottes ewiger Schöpfungszweck.
Der Zweck der Schöpfung
- Nach Abschluss eines jeden Schöpfungstages sah Gott, dass es gut war (Gen 1,4-31).
- Das weist darauf hin, dass Gott sich Seine Schöpfungen als Objektpartner wünschte, die das Gute verkörpern, so dass Er sich an ihnen erfreuen könne.
- Der letztendliche Zweck des Universums mit dem Menschen im Zentrum ist es, Gott Freude zurückzugeben.
- Um die Fragen rund um Gottes Zweck der Schöpfung besser zu verstehen, sollten wir zunächst untersuchen, wie Freude hervorgerufen wird.
- Freude wird nicht von einem Individuum allein erzeugt. Freude entsteht, wenn wir einen Objektpartner haben, in dem unser Wesen und unsere Gestalt gespiegelt und weiterentwickelt werden.
- Die Anregung durch unseren Objektpartner hilft uns, das eigene Wesen und die eigene Gestalt zu erleben. Dieser Objektpartner mag nicht physisch greifbar oder substanziell sein.
- Beispielsweise kann der Objektpartner eines Künstlers als Idee in seinem Kopf ebenso bestehen wie als vollendete Skulptur oder Gemälde, welche diese Idee verwirklichen.
- Wenn der Künstler seine Idee visualisiert oder sein Kunstwerk betrachtet, fühlt er sich angeregt und sieht sein eigenes Wesen und seine eigene Gestalt darin widergespiegelt. Das bringt ihm Freude und Befriedigung.
- Ebenso empfindet Gott große Freude, wenn Er durch Seine substanziellen Objektpartner angeregt wird und Sein ursprüngliches Wesen und Seine ursprüngliche Gestalt fühlen kann.
- Das Himmelreich wird nach seiner Errichtung — durch die Umsetzung der Drei Großen Segen und die Verwirklichung der Vier-Positionen-Grundstruktur — zum guten Objektpartner Gottes, der Ihm Freude bringt.
- Der Schlüssel zu Gottes erstem Segen ist die Vervollkommnung des individuellen Charakters.
- Will ein Individuum seinen Charakter vervollkommnen, muss es eine Vier-Positionen-Grundstruktur in sich selbst verwirklichen, wobei sein Geist und Körper durch Geben und Empfangen mit Gott im Mittelpunkt eins werden.
- Solche Individuen werden zu Gottes Tempeln (1 Kor 3,16), gelangen zur vollen Einheit mit Ihm (Joh 14,20) und entwickeln eine göttliche Natur.
- Sie erfahren das Herz Gottes, als ob es ihr eigenes wäre. Deshalb verstehen sie auch Seinen Willen und leben mit Ihm in vollem Einklang.
- Wenn sich ein Mensch im Stadium der persönlichen Vollkommenheit befindet, lebt sein Körper als substanzieller Objektpartner seines Geistes. Weil Gott das Zentrum seines Geistes ist, lebt er auch als substanzieller Objektpartner Gottes.
- Sie teilen alle Gefühle Gottes als ihre eigenen und wären nie dazu imstande, irgendwelche sündigen Taten zu begehen, die Gott Leiden verursachen. Das heißt, ein Sündenfall wäre ausgeschlossen.
- Gottes zweiter Segen sollte von Adam und Eva verwirklicht werden, nachdem sie als Gottes Objektpartner persönliche Vollkommenheit erlangt hätten.
- Um in ihrer Familie die Vier-Positionen-Grundstruktur zu verwirklichen, hätten Adam und Eva sich als Ehemann und Ehefrau in liebevoller Einheit verbinden und Kinder haben sollen.
- Gottes dritter Segen bedeutet die Vollendung der Herrschaft des Menschen über die Schöpfung.
- Um diesen Segen zu verwirklichen, muss mit Gott als Mittelpunkt eine Vier-Positionen-Grundstruktur der Herrschaft errichtet werden.
- Menschen und die Schöpfung müssen einander in Liebe und Schönheit begegnen, um vollständig eins zu werden.
Ursprünglicher Wert
- Woraus ergibt sich die Norm, nach der der ursprüngliche Wert einer Wesenheit bestimmt wird?
- Da der ursprüngliche Wert über die Einbeziehung in eine Vier-Positionen-Grundstruktur gefunden wird und da Gott im Mittelpunkt dieser Vier-Positionen-Grundstruktur steht, legt Gott die Norm für die Wesenheit fest.
- Weil Gott absolut ist,
- muss auch der ursprüngliche Wert eines Objektpartners absolut sein, der in Beziehung zu dem von Gott gesetzten Standard bestimmt wird.
Das Universum: der Schöpfungsverlauf und die Wachstumsperiode
- Das Universum ist nicht auf einmal, urplötzlich und ohne Zeitabläufe entstanden.
- In Wirklichkeit nahmen Ursprung und Entwicklung des Universums einen ungeheuren Zeitraum in Anspruch.
- Daher wird es uns nicht weiterhelfen, die biblische Darstellung des Schöpfungsablaufs als einen sechstägigen Prozess mit sechs buchstäblichen Sonnenauf- und -untergängen zu betrachten.
- In dieser Beschreibung wird der Schöpfungsprozess symbolisch in sechs geordneten Zeitperioden dargestellt.
- Über den Abschluss des ersten Schöpfungstages lesen wir: „Es wurde Abend, es wurde Morgen, erster Tag.” (Gen 1,5)
- Denn alle Wesenheiten sind darauf angelegt, erst nach Durchlaufen einer vorgegebenen Wachstumsperiode Vollkommenheit zu erlangen.
- Alles erlangt Vollkommenheit, indem es durch drei festgelegte Wachstumsstufen geht: durch die Gestaltungsstufe, die Entwicklungsstufe und die Vollendungsstufe.
- Die Menschen konnten ihren Existenzzweck nicht verwirklichen, weil sie vor Abschluss der dreistufigen Wachstumsperiode fielen.
- Wenn Menschen also versuchen, den Zweck ihres Seins zu verwirklichen, müssen sie diese drei Stufen durchlaufen.
- Die ersten Vorfahren fielen am Endpunkt der Entwicklungsstufe.
- Gott widmet sich ausschließlich jenen Früchten des Wachstums aller Wesenheiten, die dem Prinzip entsprechen. So übt Er indirekt Herrschaft über die Schöpfung aus.
- Wir bezeichnen diese Wachstumsperiode als den Bereich der indirekten Herrschaft Gottes, also den Bereich, in dem Seine Herrschaft sich auf die Ergebnisse gemäß dem Prinzip gründet.
- Alle Wesenheiten erreichen ihre Vollkommenheit, nachdem sie die Wachstumsperiode in Einklang mit der in Gottes Prinzip festgelegten innewohnenden Autonomie durchlaufen haben.
- Der Mensch allerdings ist so geschaffen, dass sein Wachstum zusätzlich zu dem vom Prinzip vorgegebenen Weg die Erfüllung eines eigenen Teils der Verantwortung erfordert.
- Was ist der Bereich der direkten Herrschaft Gottes und was ist sein Zweck?
- Menschen leben im Bereich der direkten Herrschaft, wenn sie sich als Subjektpartner und Objektpartner in der Liebe Gottes zur Bildung einer Vier-Positionen-Grundstruktur vereinigen und im Herzen mit Gott eins werden.
- In diesem Bereich teilen sie Liebe und Schönheit in Freiheit, so wie es dem Willen des Subjektpartners entspricht. Damit erfüllen sie den Zweck des Guten.
- Der Bereich der direkten Herrschaft ist der Bereich der Vollkommenheit.
Die Geistige und die Physische Welt und die zentrale Stellung des Menschen
- Das Universum wurde nach dem Muster eines Menschen geschaffen, der dem Bild der polaren Wesenszüge Gottes entspricht.
- Dem menschlichen Geist und Körper entsprechend, umfasst das Universum die Geistige und die Physische Welt. Beide sind substanzielle, wirkliche Welten.
- Die Geistige Welt wird so genannt, weil wir sie nicht durch unsere fünf physischen Sinne wahrnehmen können.
- Geistige und Physische Welt bilden zusammen den Kosmos.
- Drei Aspekte kennzeichnen die Position, die der Mensch im Kosmos einnimmt.
- Gott schuf den Menschen als Regent des Kosmos.
- Als Mittler und Zentrum der Harmonie des Kosmos.
- Als substanzieller Mikrokosmos aller im Kosmos vorhandenen Wesenheiten.
- Das Physische Selbst umfasst die polaren Wesenszüge des physischen Gemüts und des physischen Körpers.
- Das Verhalten des Physischen Selbst kann gut oder böse sein, und von diesem Verhalten hängt es hauptsächlich ab, ob das Geistige Selbst sich zum Guten oder zum Bösen wendet.
- Unser Geistiges Selbst besteht aus den polaren Wesenszügen geistiges Gemüt (Subjektpartner) und geistiger Körper (Objektpartner).
- Das Geistige Selbst wächst durch Geben und Empfangen unter Aufnahme zweier Arten von Nährstoffen: Zum einen sind es die von Gott kommenden Lebenselemente des Yang-Typus, zum anderen die vom Physischen Selbst übermittelten Vitalitätselemente des Yin-Typus.
- Das Geistige Selbst empfängt vom Physischen Selbst nicht nur Vitalitätselemente, es gibt auch ein Element an das Physische Selbst zurück, genannt Geistiges Element.
- Das Geistige Selbst kann nur wachsen, solange es mit dem physischen Körper verbunden ist.
- Sündiges Verhalten während des Erdenlebens verursacht Hässlichkeit und Böses im Geistigen Selbst einer gefallenen Person. Eine im Verlauf ihres Erdenlebens gewährte Vergebung der Sünden dagegen bahnt einen Weg für das Geistige Selbst, auf dem es gut werden kann.
- Nicht Gott entscheidet, ob das Geistige Selbst eines Menschen nach seinem Tod in den Himmel oder in die Hölle eingeht; das hängt vom Verhalten des Menschen selbst ab.